Moralisches Problem wegen der Einschulung

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Beitrag von schascha79 - 01.02.12 - 00:07 Uhr

Ich habe ein problem wegen der Einschulung. :-(

Dieses Jahr werden meine leibliche Tochter Mia und mein Stiefsohn Timon eingeschult. Ungefähr 70km von einander entfernt.
Wie man aus meinem Profil ersehen kann, wohnt Mia bei meiner Ex-Frau.

Mein Problem ist, ich würde gerne bei beiden auf zur Einschulung gehen, kann mich aber leider nicht zerteilen. #schmoll

Mia sehe ich alle 2 WE.

Ich hoffe das reicht an Infos, damit Ihr mir ein paar Meinungen dazu geben könnt.

Wie würdet Ihr euch an meiner Stelle verhalten?

Danke für eure Meinungen. :-D

Beitrag von hustinetten - 01.02.12 - 00:23 Uhr

Oh nein. Finden denn beide Einschulungen am gleichen Tag zur gleichen Uhrzeit statt?

Ich kenne Schulen, da beginnt alles um 9.00 Uhr und zwei Stunden später sitzt man wieder zu Hause, bei anderen beginnt alles erst am Nachmittag. Dann könntest du für beide Kinder da sein.

Wenn beides vormittags ist, würde ich den Tag splitten, bei einem Kind den offiziellen Teil, und nicht zur privaten Feier, beim anderen umgekehrt.

Als kleine "Entschädigung" zeitnah mit jedem einen "Papa-Tag" mit tollem Ausflug.

lg

Beitrag von le_sheep - 01.02.12 - 06:00 Uhr

Hi,

ich versteh das Problem nicht.

Deine leibliche Tochter wird eingeschult!
Da sollte ein Vater dabei sein!

Eine Lebensgefährtin mit Kind ist in manchen Fällen irgendwann wieder von der Bildfläche verschwunden. Dann hast DU die Einschulung deiner Tochter verpasst!

Wie unfair wäre es für deine Tochter, wenn du nicht bei ihr, sondern bei einem "fremden" Kind bist!

Lg
Sheep

Beitrag von leya2008 - 01.02.12 - 06:58 Uhr

Das sehe ich genau so! Das leibliche Kind geht vor!

Beitrag von widowwadman - 01.02.12 - 09:32 Uhr

Ich finde das ist nicht so einfach - wenn eine gute Beziehung zwischen Vater und Stiefkind besteht wird der genetische Faktor doch recht unbedeutend.

Beitrag von cinderella2008 - 01.02.12 - 09:36 Uhr

In dem Fall kann ich nur sagen: Traurig für das leibliche Kind, das merken muss, dass das fremde Kind dem Vater mehr bedeutet.

Habe das bei meinen Kindern gesehen. Da sind einige Tränen geflossen, weil sich mein Ex für die Kinder der Next die Beine ausriss, während meine beiden immer zurückstecken mussten. Na gut, das ist überstanden. Sie sind erwachsen und haben für sich entschieden, den Kontakt zu ihrem Vater ganz abzubrechen.

Beitrag von widowwadman - 01.02.12 - 09:54 Uhr

Wenn das Stiefkind ihm mehr bedeuten wuerde, dann haette er kein Dilemma. Es ist in meinen Augen aber nicht verwerflich, wenn ihm beide Kinder gleich viel bedeuten.

Beitrag von cinderella2008 - 01.02.12 - 09:56 Uhr

Ein Dilemma ist es meist für das leibliche Kind, das zurückgesetzt wird.

Beitrag von widowwadman - 01.02.12 - 10:56 Uhr

Deshalb moechte der TE ja eine Loesung finden, bei dem sich keines der Kinder zurueckgesetzt fuehlt.

Beitrag von thea21 - 02.02.12 - 08:06 Uhr

<<<Wie unfair wäre es für deine Tochter, wenn du nicht bei ihr, sondern bei einem "fremden" Kind bist!>>>

Schlimm, dass man da nichtmal in einer Zwickmühle stecken "darf", weil das schlechte Gewissen, ob der Gefühle beider Kinder gegenüber. sehr groß ist.

Menschlich kann ich das total verstehen.

Schade das hier, obwohl sie sehr differenziert über ihr Verhalten nachdenkt, gleich raufgebuttert wird.

Ganz schlecht.

Wäre doch immer alles so einfach im Leben, wie es hier gerade ausgelegt wird.

Und auch wenn sie "das Richtige" tut und bei ihrer Tochter ist, das schlechte Gewissen kann trotzdem da sein und zeigt deutlich ihre Verbundenheit, was sie, zumindest mir, sehr sympatisch macht!

Beitrag von suedoku - 02.02.12 - 08:23 Uhr

Die sie ist ein er!

Beitrag von thea21 - 02.02.12 - 08:31 Uhr

Danke, der Sinnb leibt ja trotzdem der gleiche.

Beitrag von kadiya - 02.02.12 - 08:47 Uhr

Wenn ich die VK richtig lese, erwartet die Lebensgefährtin wohl gerade ein Kind von ihm, also gehe ich mal davon, dass sie nicht so schnell von der Bildfläche verschwindet.

Das ein "Stief"kind ("fremdes Kind" finde ich als Begriff total daneben) einem Vater nicht genauso viel bedeuten kann, wie das leibliche Kind ist in meinen Augen eine traurige Ansicht. Wie geht es dann dem Jungen, wenn das Geschwisterchen auf der Welt ist? Denn deiner Ansicht nach sollte der Vater dieses dann ja vorziehen, ist ja sein leibliches!

Komische Einstellung hast du!

Beitrag von silbermond65 - 01.02.12 - 06:56 Uhr

Auch wenn du deinen Stiefsohn gern hast und mit ihm zusammenlebst........ich würde mich an dem Tag eindeutig für mein leibliches KInd entscheiden.
Sorry,aber was gibt es da zu überlegen.

Beitrag von bernsteinelfe - 01.02.12 - 07:19 Uhr

Puh.... Vermutlich sind deine LG, ihr Sohn und du euch ziemlich eng?

Ich möchte in der Situation nicht mit dir tauschen.
Habt ihr auch gemeinsame Kinder und vor zu heiraten?
Ich bin ja ehrlich gesagt der Meinung "getrennt ist getrennt, jetzt zählt auch die neue Familie", aber moralisch wird von dir erwartet - wie auch hier schon angeklungen - dass du zur Einschulung deiner Tochter gehst. Ich sehe das jetzt nicht ganz so, es kann auch sein, dass du bei der Einschulung nur geduldet sein wirst. Da kennst du deine Ex besser.
Vermutlich würde ICH mit Timon und der Next feiern und mit Mia ein tolles Einschulungs-WE mit einem besonderen Ausflug verbringen. Die Beziehung ist ohnehin beendet, du wirst alles mögliche bei Mia verpassen, so ist das nunmal und gehört zu den Schattenseiten der Trennung dazu. Mit Timon gibt es vielleicht eine neue Zukunft (Geschwister, etc.)

Geh in dich, hier etwas als Außenstehende zu raten, ist fast schon vermessen, da es viel zu persönlich und emotional besetzt ist.

Beitrag von cinderella2008 - 01.02.12 - 07:47 Uhr

Diese Einstellung verstehe ich nun gar nicht. Getrennt ist man doch nur vom Ex-Partner, aber nicht vom Kind.#kratz Schlimm, wenn die neue Familie mehr zählt. Kommt mir vor, als wenn das Kind, das beim anderen Elternteil lebt, wie ein altes Spielzeug in die Ecke gestellt wird, weil ja nun ein neues da ist. Gleichberechtigung wäre das Mindeste. Nicht wegen der Moralvorstellungen von irgendwelchen Leuten. Ich denke, normalerweise ist das gefühlsmäßig so. Ich könnte und würde nie das Kind meines LG meinen eigenen Kindern vorziehen. Es ist und bleibt "fremd" für mich. Ich kümmer mich um das Kind, ich mag es sehr, ich bin auch da, wenn es mich braucht. In Situationen, in denen ich mich jedoch zwischen Kind vom Partner und meinen eigenen Kindern entscheiden muss, stehen meine Kinder immer an erster Stelle.

Das andere Kind hat auch zwei Elternteile. Die sind zuständig.

Beitrag von bernsteinelfe - 01.02.12 - 09:36 Uhr

Doch. Mit dem Auszug entscheidet man sich für die Trennung von der Erstfamilie. Sonst würde man als Zweck-WG der Kinder zuliebe zusammen wohnen bleiben, wie es früher war.
Eine Trennung ist nun mal nicht die einfachste Lösung, aber das Leben geht weiter. Natürlich muss die neue Familie mehr zählen, denn das ist die Zukunft und wenn man eine neue Familie gründet in der sich schon ein Kind befindet, hat dieses auch das Recht auf ein intaktes Familienleben, v.a. wenn Geschwister nachkommen. Sonst muss man eben die katholische Variante wählen...
Außerdem muss man die ganzen Hintergründe (Trennungsdauer/Grund) kennen, bevor hier ein besorgter/bemühter Stiefpapi niedergemacht wird.

Seid froh, dass ihr nicht in dieser moralischen Zwickmühle steckt.

Beitrag von cinderella2008 - 01.02.12 - 09:40 Uhr

Für mich wäre es keine Zwickmühle. Und ich musste schon zu diversen Anlässen entscheiden, mit wem ich meine Zeit verbringe. Ich habe dann meine Kinder vorgezogen. Mein LG und ich haben uns für diese entsprechenden Tage eben "aufgeteilt".

Zudem sehe ich es nicht so, dass man sich mit dem Auszug gegen die ErstFAMILIE entscheidet. Man entscheidet sich gegen den Partner. Aber doch nicht gegen die leiblichen Kinder. Natürlich gibt es Ausnahmen. Mein Ex-Mann ist auch so ein Exemplar.

Beitrag von rienchen77 - 01.02.12 - 09:51 Uhr

wie? man trennt sich auch von seinen Kindern?

Beitrag von bernsteinelfe - 01.02.12 - 14:08 Uhr

Ja, sonst würde man sich am Riemen reißen, dass die Partnerschaft / Familie weiterbesteht. Die, die hier am lauteste Schreien, sind doch oftmals die, die schnell mal schreien "Dann lasse ich mich scheiden". Nicht ohne Grund war eine Scheidung lange Zeit moralisch verpönt. Da hatte man diesen Gewissenskonflikt nicht. Wobei ich ein absoluter Befürworter der Trennungsmöglichkeit bin, aber es hat eben lebenslange Konsequenzen.

Beitrag von rienchen77 - 02.02.12 - 09:40 Uhr

und was können die Kinder dafür?

Beitrag von bernsteinelfe - 02.02.12 - 10:44 Uhr

"Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich das Herz zum Herzen findet. Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang."

Kinder sind immer die Leidtragenden einer Scheidung, so ist das nunmal und daran lässt sich nichts rütteln. Aber es ist beschlossene Sache und jetzt geht das Leben weiter.

Du (und dein Mann) kannst ja für dich selber alles daran setzen, dass eure Ehe bis dass der Tod euch scheidet harmonischen Bestand hat. Es ist ja unzweifelhaft klar, dass das die beste Lösung für alle ist - aber eben leider auch ein Auslaufmodell.

Beitrag von rienchen77 - 02.02.12 - 19:56 Uhr

aber ich habe immer noch keine Antwort...was können die Kinder dafür?

Beitrag von bernsteinelfe - 03.02.12 - 06:32 Uhr

Was können die Kinder dafür, dass Mama sich an den falschen Kerl gehängt hat? Dass Papa die Kohle verzockt und er deshalb rausgeschmissen wurde? Dass Mama mit dem Nachbarn in die Kiste hüpft und Papa sie erwischt hat? Dass Papa und Mama sich nicht mehr leiden können, weil Mama sich aufregt, dass Papa so viele Stunden World of Warcraft spielt? Dass Papa die Kollegin attraktiver findet und Mama nach der 3. Entbindung einen Schlabberbusen hat?

Die Beispiele könnte ich beliebig fortführen.

Die Kinder können nichts dafür, aber sie sind diejenigen, die die Zeche zahlen.

Viele Partnerschaften werden viel zu leichtfertig eingegangen, zu schnell beendet, Kinder zu leichtfertig gezeugt, das ist halt so. Wegwerfmentalität in der Partnerschaft.

Die Kinder können nichts dafür, klar. Aber die Konsequenzen tragen sie. Es ist utopisch anzunehmen, dass nach einer Trennung für die Kinder alles super weiterläuft, das muss einem VOR einer Trennung klar sein.

Wenn man den Standpunkt vertritt "Aber die Kinder können doch nichts dafür, die brauchen Papa und Mama", dann verzichtet man eben auf die Trennung bis die Kinder mindestens mal 18 Jahre alt sind.

Trennt man sich trotzdem, braucht man hinterher niemandem die moralische Keule auf die Brust zu setzen und einen zwickmühlenartigen Seelenspagat zu verlangen.

Beitrag von b0nn1e - 03.02.12 - 08:21 Uhr

Gut geschrieben und meiner Ansicht nach auch absolut korrekt was du dort schreibst. Es ist illusorisch zu glauben, dass sowohl Vater als auch Mutter nach einer Trennung dem Kind noch dieselbe Stabilität, Geborgenheit und Sicherheit geben können, wie zu Zeiten einer gesunden Elternbeziehung.

LG
Bonnie, die auch mit 6 Jahren zum Scheidungskind wurde und somit einen reichen Erfahrungsschatz besitzt.