Hallo,
ich gehe ab März nach 6 Jahren Elternzeit wieder VZ arbeiten, feste Arbeitszeiten von 8:30 bis 18:00 Uhr. Ungefähr 30 Minuten Autofahrt pro Strecke.
Mein Mann arbeitet auch VZ, ist aber zeitlich flexibler, hatte aber vor 2 Jahren Burnout und noch immer "leichte" Depressionen. Davon merkt man nicht mehr wirklich viel, aber wenn es stressig wird, dann merkt man es ganz stark.
Wir haben 2 Kinder: die Kleine wird im April 4, der Große im Juli6 und kommt dann auch in die Schule. Wir haben außerdem Haus mit Garten und ich bin 1. Vorsitzende unserer Elterinitiative mit 13 Mitarbeitern und 80 Kindern.
Organisatorisch haben wir schon geklärt, wer die Kinder in den KiGa bzw. später in die Schule bringt (ich) und abholt (mal meine Eltern, merhfach mein Mann, einmal unser Babysitter), aber ich frage mich trotzdem, wie wir den Rest organisieren sollen. Putzfrau - klar, ich möchte die wenige Zeit, die ich dann noch mit den Kids habe, nicht mit putzen verbringen, Wäsche?, Einkaufen?, Zeit für mich? Kochen? (weil wir beide keine Kantine haben), ...
Wie macht Ihr das in vergleichbarer Situation.
Und übrigens: wenn es die Möglichkeit von TZ gäbe, würde ich das gerne machen, aber meine Firma gibt mir nur VZ und Teilzeit-Stellen im Vertrieb (kein Einzelhandel) sind rar gesäht, obwohl ich im Ballungsraum Düsseldorf lebe. Und ich habe nicht 6 Jahre nichts getan, sondern selbstständig Akquise für meine diversen Kunden gemacht. Aber das lohnt sich nicht, weil ich nach der Elternzeit Sozialabgaben zahlen muss.
Also, ich freue mich auf Eure Antworten. Vielen Dank!
mauretania
Wie macht Ihr das? Beide VZ, 2 Kinder, Haus + Ehrenamt
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Beitrag von mauretania - 01.02.12 - 08:50 Uhr
Beitrag von woodgo - 01.02.12 - 08:58 Uhr
Hallo,
also wenn ich so garkeine Zeit hätte, würde ich das Ehrenamt abgeben.
Im Haushalt, ich würde ich eine Putzfrau einstellen.
Das Wochenende einfach mit der Familie genießen und Kraft für die Woche tanken.
Soviel mehr kann man da kaum raten.
LG
Beitrag von mauretania - 01.02.12 - 09:04 Uhr
Hallo,
das mit dem Ehrenamt ist so ein Problem. 1. mache ich es gerne, 2. mache ich es gut, 3. ist es schwer, Eltern zu finden, die das machen wollen und im Zweifel wird dann die Elternini aufgelöst. Wenn es gar nicht geht - klar, dann habe ich keine Wahl, aber ich werde es erst mal versuchen.
Putzfrau: auf jeden Fall. Bei zwei Gehältern MUSS die drin sein.
Vielen Dank und LG
mauretania
Beitrag von woodgo - 01.02.12 - 09:26 Uhr
Aber Du hast keine Zeit für´s Ehrenamt, oder Du nimmst Dir die Zeit und hörst auf zu heulen
, was ich keinesfall´s böse meine. So viele Möglichkeiten gibt es da wohl nicht.
Beitrag von baerchen110403 - 01.02.12 - 09:07 Uhr
Hallo,
die "Putzperle" kann ja die Wäsche mit machen, ggf. auch bügeln und regelmäßig die Fenster putzen. Dann kommt sie halt mehrfach in der Woche und kostet vermutlich mehr.
Einkauf: Einmal die Woche einen Essensplan aufstellen und danach einkaufen.
Essen: Wenn ich es richtig verstanden habe, wollt Ihr Euch Mittags etwas mitnehmen. Das würde ich dann am WE vorkochen und einfrieren. Ab und zu reicht vielleicht auch mal ein Fertiggericht. Gibt es nicht in der Nähe der Arbeitstellen eine Rewe oder anderen Markt mit heißer theke. Da gibt es doch auch oft leckere Sachen. Ehrenamt: Ja, je nachdem viel viel Zeit dies braucht, würde ich versuchen , eine Abend in der Woche dafür zu resevieren. Wenn es garnicht geht, müssen halt hier die Aktivitäten runtergeschraubt werden.
Es ist nicht ohne, wenn beide VZ arbeiten. Wir habe auch eine Putzperle für drei Stunden/Woche, wohnen allerdings in einer Wohnung. Wäsche wird nebenbei am Abend gemacht - mein Trockner ist Goldwert!. Gebügelt wird nur das Nötigste, meist Dienstags abend zu unserer Lieblingsserie. Mittag haben wir beide die Möglichkeit in der Kantine zu essen. Einkäufe laufen so wie beschrieben.
Grüße
Baerchen
Beitrag von lady_chainsaw - 01.02.12 - 10:15 Uhr
Hallo Mauretania,
also wir arbeiten auch VZ und haben zwei Kinder (8 & 2).
Wir haben keine Putzfrau, keinen Trockner...
Ich bringe die Kinder morgens gegen 7 Uhr in Schule und Kindergarten - und hole sie um 17 Uhr dort wieder ab.
Großeinkauf ist bei uns meistens am Samstag, Kleinigkeiten hole ich schnell mit den Kindern zusammen am späten Nachmittag.
Gekocht wird bei uns unter der Woche gar nicht (bzw. ist es eher die Ausnahme), da die Kinder in Hort und KiGa bereits warmes Essen bekommen. Es gibt dann halt Stulle mit Brot am Abend.
Wenn die Kinder dann im Bett sind, dann wird der Geschirrspüler angeschmissen, der Staubsauger geschwungen, die Katzenklos saubergemacht. Wir teilen uns dabei auf, dann geht es doch recht schnell.
Wäsche wasche ich meistens am Sonntag - auch hier wieder: Ausnahmen bestätigen die Regel.
Den Garten kann man ja im Winter beruhigt vernachlässigen, im Sommer helfen die Kinder gerne mit.
Gruß
Karen
Beitrag von coppeliaa - 01.02.12 - 11:13 Uhr
ganz ehrlich: bei mir war meine vollzeittätigkeit der hauptgrund jegliche regelmäßige ehrenamtliche tätigkeit abzulehnen. nein, ich will nicht im elternverein der schule sitzen etc. mal mithelfen - gerne, aber nix, wo ich in einem zeitlichen korsett gefangen bin.
lg
Beitrag von mauretania - 01.02.12 - 11:22 Uhr
Hallo,
das "Problem" ist: ich habe diesen "Job" im Kindergarten nun seit 2 Jahren, es war alles anders geplant, ich wollte und will gar nicht VZ arbeiten, aber es geht im Moment leider nicht anders. Wir als Vorstand sind im Moment auch in Planungen, strukturell was zu verändern und da will ich jetzt nicht jemand Neues ranlassen. Wenn wir diese Änderung durch haben, wird der ehrenamtliche Vorstand extrem entlastet, so dass das dann zeitlich gar kein Problem ist.
Aber ich habe die Verantwortung für 13 Mitarbeiterinnen und 80 Kinder übernommen. Das ist was anderes, als ein bisschen im Elternrat zu arbeiten. Ich bin Arbeitgeber, Vertragsparter etc., da kann ich das nicht einfach hinschmeisen, wenn es keine Lösung für danach gibt. Wenn, dann muss ich es auch richtig übergeben, da bin ich einfach zu verantwortungsbewusst.
LG
mauretania
Beitrag von sassi31 - 01.02.12 - 14:40 Uhr
Hallo,
ich kann nachvollziehen, dass du daran festhältst. Aber gerade das ausgeprägte (übertriebene) Verantwortungsbewußtsein drängt Leute wie dich (und mich) ins Burnout. Und eigentlich solltest du deine Grenzen doch nun wirklich kennen und für die Zukunft daraus gelernt haben.
Gruß
Sassi
Beitrag von kath.a.rina - 01.02.12 - 20:35 Uhr
Hallo!
Aber dir ist schon klar, dass du nicht alles zusammen richtig gut machen kannst, oder? 
Ich arbeite fast Vollzeit (mit Überstunden Vollzeit), mein Mann Vollzeit und wir haben einen kleinen Sohn. Ich würde das sehr gerne ändern, da ich das Gefühl habe, dass unser Sohn uns eigentlich gerne noch mehr um sich hätte und ich finde, dass wir oft zu wenig Zeit/Kraft für einander haben. Das tut mir leid. 
Such dir auf jeden Fall Unterstützung. Die Putzfrau könnte ja eventuell noch einkaufen. Schau einfach, dass du dich auf das konzentrieren kannst, was dir wichtig ist.
Ich wünsche dir viel Kraft.
Grüße kath.a.rina
Beitrag von karu - 01.02.12 - 12:00 Uhr
Hallo mauretania,
ich bin momentan in einer ähnlichen Situation, allerdings bin ich schon seit einem halben Jahr wieder berufstätig. Ich möchte dir keine Angst machen, aber ich bin gerade am überlegen ob ich noch einmal aussteige. Ich arbeite zwar nur 4 Stunden täglich, komme aber wegen langer Fahrt auf 7 Stunden Betreuung für die Kinder täglich! Die Kosten für die Kinderbetreuung sind bei uns enorm, wir haben leider in der Familie niemanden der sich unendgeltlich um die Kinder kümmert. Unsere beiden sind 6 und 3 Jahr alt. Wir bräuchten dringend eine Putzfrau, weil wir das alleine nicht mehr schaffen (Haus, Garten, Wäsche). Es macht mich total unglücklich. Der Haushalt sieht schrecklich aus, ich komme kaum vor 1 Uhr ins Bett und stehe um 5 wieder auf. Auf Dauer hat es unsere Ehe stark belastet. Auch ich habe ein Ehrenamt, dass mir allerdings sehr am Herzen liegt! Dafür ist nun keine Zeit mehr bzw. reicht die Kraft auch nicht aus. Mir macht die Arbeit selbst auch keinen Spass (Ja, ich finde Arbeit darf Spass machen!). Von meinem Gehalt bleibt am Ende (obwohl ich recht gut bezahlt werde) kaum was übrig. Wir schon eine Vorrednerin sagte: Kochen in der Woche gar nicht. Die Kinder essen warm in der KITA (über die Qualität lässt sich streiten). Aber ich esse nur noch Frühstück im Auto und Mittag vor dem Rechner und arbeite nebenbei weiter. Ich werde nun sehen wie's für uns weitergeht. Ich finde das auch keine Schande das zuzugeben. Kinder und Arbeit vereinbaren ist nicht so einfach, wie oft getan wird, vor allem wenn man gar keine Hilfe hat! Auch Nur-Mutter sein ist ein 24 Std.-Job! So wie's nun ist bezahle ich nur andere dafür, dass sie meine "Arbeit" machen. Ich glaube aber man kann alles schaffen, wenn das Herz daran hängt! Ich würde das vielleicht weiter machen, wenn es für eine Arbeit wäre die mich ausfüllt!
Liebste Grüße
von Karu
Beitrag von karu - 01.02.12 - 12:06 Uhr
Ach ja, und Urlaub haben wir aktuell dieses Jahr eine Woche zusammen. Nächtes Jahr wegen Schulkindes, gar keinen mehr
Beitrag von sassi31 - 01.02.12 - 14:31 Uhr
Hallo,
Arbeit, Familie, Haushalt und vor allem Freizeit (wichtig bei Burnout) haben absoluten Vorang. Ich würde das Ehrenamt abgeben.
Kochen würde ich immer in großen Mengen und dann einen Teil einfrieren oder halt an zwei aufeinander folgenden Tagen das Gleiche essen.
LG
Sassi
Beitrag von baumrock - 01.02.12 - 20:19 Uhr
Hallo,
Bisher fand ich die meisten Antworten eher erschreckend negativ. Und wenn so die Erfahrungen sind, ist das ja auch in Ordnung.
Wir arbeiten ebenfalls beide VZ, haben 2 Kinder und haben Ehrenämter/Hobbies.
Zunächst wir arbeiten zeitversetzt. Das heist einer macht morgens die Kinder fertig und bringt sie zur Schule/Kita, der Andere fängt dadurch früher an zu arbeiten und kann dementsprechend früher Schluß machen und die Kinder abholen.
Einkaufen tue ich abends, wenn mein Mann zu Hause ist. Das ist ca. 1-2 Mal die Woche so.
Wir haben inzwischen eine Putzfrau, die hatten wir einige Zeit nicht und das war schon sehr anstrengend, bzw. kaum zu schaffen. So ist es entspannter.
Mein Ehrenamt mache ich am Wochenende und nehme dann ein Kind mit, oft genug auch noch Freunde vom Kind (denn sie können ja nur am Wochenende Kinder einladen). Das andere Kind hat dann Papa-Zeit, was auch schön ist.
Das andere Ehrenamt mache ich von zu Hause aus, je nach Lust und Laune.
Oft ist man müde. Klar! Aber man lernt flexibel zu sein, abzuwägen und auch mal Nein zu sagen, ohne verbittert zu sein. Ich habe bald die Möglichkeit weniger zu arbeiten und das wird bestimmt toll (die Möglichkeit gab es vorher nicht), aber ich kann nicht sagen das es uns als Familie unbedingt schlechter ging.
Ganz wichtig zu erwähnen wäre noch das es auch wichtig ist das man als Frau/Mutter/Freundin auch an sich denkt und Oasen der Ruhe schafft und lernt effektiv mit Streß umzugehen!!! Grade Frauen tun sich ja oft damit schwer.
Ich hatte eine riesen Angst vor dem Schritt, aber bereut habe ich (und der Rest der Familie) ihn nicht.
Aber hier sind mal die Nachteile die unsere VZ-Beschäftigung mit sich bringen:
Verabredungen in der Woche für die Kinder ist schwer bis unmöglich.
Vereinsleben für die Kinder ist auch extrem schwer.
In der Schule/Kita helfen ist gleich mit Urlaub verbunden.
Arzttermine bekommt man zwar später, aber oft genug sind die Kinder dann auch dementsprechend müde und ich bin immer wieder erstaunt wie oft doch Termine anstehen und die Arbeit da herum geplant werden muß.
Viele Grüße
Baumrock
Beitrag von sassi31 - 02.02.12 - 09:38 Uhr
***Bisher fand ich die meisten Antworten eher erschreckend negativ. ***
Also ich hatte vor 6 Jahren auch ein Burnout und ich weiß, wie wichtig gerade dann Freizeit ist. Und ich weiß auch, dass gerade Menschen, die extrem verantwortungsbewußt und evtl. gar perfektionistisch sind, eine höhere Gefahr haben an Burnout zu erkranken. Und die TE sollte das als Betroffene eigentlich ebenfalls wissen und sich nicht unnötige Arbeit aufhalsen bzw. inzwischen gelernt haben, auch mal Arbeiten abzugeben.
Das finde ich jetzt nicht negativ, aber einfach wichtig, daran auch zu denken. Schließlich schreibt die TE ja, dass sie das Burnout durchaus noch stark spürt, wenn es stressig wird. Dann sollte eigentlich auch die Einsicht da sein, dass eben nicht alles oder soviel wie bei gesunden Menschen geht.
Beitrag von mauretania - 02.02.12 - 10:38 Uhr
Hallo,
mein Mann hatte das BurnOut, nicht ich. Ich bin mir aber seitdem durchaus bewusst, dass man sich Zeit für sich selbst nehmen muss und das nicht nur eine Frage von Egoismus sondern reiner Selbsterhaltung ist - gerade mit soviel um die Ohren.
Ich hole mir Hilfe, habe auch Unterstützung durch unsere Familien und bekomme auch von den Mitarbeiterinnen in unserer Kita, für die ich mich die letzten Jahre echt arg eingesetzt habe, das Feedback: wir können auch MAL aushelfen. Und das finde ich sehr schön.
Ich weiß natürlich, dass die Gefahr besteht, dass man sich an all dem verausgabt, aber auch meine Vorstandskollegen wissen um meine Situation und hoffen - wie ich - dass wir das mit der Umstrukturierung in der Kitab kurz- bis mittelfristig hinkriegen, damit wir alle dadurch entlastet werden. Und ich suche natürlich weiter nach einer Teilzeit-Stelle.
Es ging mir hauptsächlich darum, zu erfahren wie ihr das mit Alltag (also Putzen, Kochen etc.) organisiert habt. denn ob ich mich nun ehrenamtlich engagiere oder Sport mache ist - vom Zeitfaktor her gesehen - doch ähnlich.
LG
mauretania
Beitrag von sassi31 - 03.02.12 - 15:13 Uhr
Hallo,
wer lesen kann ist klar im Vorteil. Ich hab gedacht, du hast das Burnout gehabt, aber so steht das gar nicht in deinem Ausgangsthread
.
Wie schon geschrieben, würde ich dennoch versuchen, soviel freie Zeit wie möglich zu lassen. Und wenn du feststellst, es läuft alles nicht, zuerst die ehrenamtliche Tätigkeit aufgeben.
Ich wünsche euch alles Gute.
LG
Sassi
Beitrag von reuter81 - 01.02.12 - 23:01 Uhr
Hallo,
so sehr Ehrenamt Spaß macht, ich finde bei einer Vollzeitstelle sollte man drauf verzichten.
Ich finde die Kinder kommen sonst zu kurz. Und bei solch beruflich u. privaten Belastungen darf man sich nicht wundern, wenn der Burn Out kommt.
Ich habe drei Kinder u. mit Schule, Haushalt u. Hobbys meiner Kinder u. meinen eigenen auch schon sehr wenig Zeit. Ich bin noch in Elternzeit, tendiere aber dazu daheim zu bleiben.
Im Prinzip muß jeder das für sich entscheiden, nur hinterher nicht jammern.
LG
