meine tochter wird richtig frech....was mach ich denn falsch?

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Beitrag von sabine7676 - 01.02.12 - 20:54 Uhr

guten abend,

wir haben eine tochter mit etwas über 3 jahren. sie war ja immer schon lebhaft, hat gerne laute "anfälle" wenn was nicht passt oder sie wütend ist.
was mir aufgefallen ist, daß sie immer mehr das letzte wort haben muss.

ich sage zu ihr sie soll doch nicht so frech sein und es kommt ein - du bist frech - zurück.
ich sage zu ihr sie solle nicht immer so nachschnabeln (so sagt man bei uns - eben das letzte wort haben) da sagt sie - ich schnable nicht, ich bin keine ente. (wobei ich da im innern lachen muss, lass mir das aber nicht anmerken).

irgendwie bin ich schon etwas "schokiert". woher kommt das? und wird das wieder besser?

es geht doch nicht, daß ein kind mit grade erst drei jahren einen schon zurechtweist oder alles besser wissen möchte.

was macht ihr in solchen situtationen?

wobei ich noch anmerken möchte, im grunde ist sie ein ganz liebes und braves mädchen, sie muss halt immer recht haben.

normal?

danke

Beitrag von bine3002 - 01.02.12 - 21:06 Uhr

Hm na ja, sie wird groß. Soll sie alles schlucken, was Du ihr so "an den Kopf wirfst"? Sie wehr sicht halt dagegen und macht das doch auf eine sehr charmante, kluge Weise. Lach doch darüber, streichel ihr über den Kopf und sag sowas wie "Ich denke, Du hast verstanden, was ich mit 'schnabeln' meinte." Und wenn sie sagt "Du bist selbst frech!", dann frag sie, was genau sie damit meint. So bringst Du ihr ein konstruktives Streitverhalten bei, in dem man sich mit Worten auseinander setzt. Und im Ansatz scheinst Du das ja schon ganz gut gemacht zu haben, sonst würde deine Tochter völlig anders auf solche Zurechtweisungen reagieren.

Beitrag von sabine7676 - 01.02.12 - 21:12 Uhr

nun ja, eigentlich bin ich ja froh, wenn sie nicht alles "schluckt". ich möchte schon, daß sie sich mal mit worten wehren kann. ich wurde halt noch so erzogen, daß die kinder vor den erwachsenen respekt zu haben sollen. wobei ich natürlich nicht sagen kann, ob ich in dem alter auch so geredet habe.

das wird wohl mit zunehmendem alter erst verstanden werden.

vielen dank für deine antwort

Beitrag von bine3002 - 01.02.12 - 21:34 Uhr

Na ja, so richtig respektlos war sie ja in den beiden Beispielen, die Du genannt hast, nicht. Finde ich zumindest. Da habe ich schon weitaus Schlimmeres gehört. Das Schlimmste, was meine Tochter mal gesagt hat, war: "Halt die Fresse!". Da war sie 4 und mir bleib erstmal die Spucke weg. Dann habe ich sie unter dem Tisch vorgeholt, unter den sie sich verzogen hatte, weil sie so sauer war und habe ihr klar gemacht, dass sie sich gerne ärgern darf, aber niemals derartig respektlos mit Menschen zu reden hat. Wohlgemerkt: Nicht nur mit uns, mit NIEMANDEM!!! Ich habe ihr das ruhig und sachlich, aber sehr bestimmt erklärt. Sie wurde ganz kleinlaut und hat so etwas nie wieder gesagt. Ich denke, das lag vor allem daran, dass wir sonst eher tolerant sind und vieles mit Humor nehmen. Sie hat in diesem Moment einfach gemerkt, dass sie zu weit gegangen ist. Das hätte sie aber nicht, wenn man sie ununterbrochen und wegen jedem noch so kleinen "Pups" tadeln würde.

Und selbst wenn dieses "Halt die Fresse!" wirklich heftig war, für sie war es erstmal nur ein Satz, dessen wirkliche Bedeutung sie gar nicht kannte. Klar wusste sie, dass es ein Satz ist, den man sagt, wenn man sich ärgert, aber wie verletzend und respektlos so etwas ist, wusste sie nicht. Sie hat es vielleicht mal im Kindergarten gehört oder auf der Straße und dann einfach nachgeplappert. Deswegen sollte man erstmal angemessen reagieren und nicht gleich ein Fass aufmachen.

Also wenn dir etwas wirklich auf den Zeiger geht, dann rede mit deiner Tochter. Aber lass dich nicht von jeder Kleinigkeit provozieren und auf die Palme bringen.

Beitrag von sabine7676 - 02.02.12 - 08:58 Uhr

..o.k. dann verusch ich mal es "cooler" zu nehmen, wobei ich eh nicht viel drauf sage, ich denk mir eher mehr..

lg

Beitrag von keks-und-kruemel - 02.02.12 - 09:24 Uhr

Hallo,

mein Sohn ist da ähnlich (wobei er nicht so der Typ für laute Wutanfälle ist; das erledigt meine Tochter...#zitter). Ich merke, dass er einfach sehr sensibel ist, und ihn Zurechtweisungen sehr kränken. Ich denke er wehrt sein kleines Selbstbewusstsein einfach mit den Antworten. Meist sage ich dann nochmal deutlich, dass ich z.B. nicht will, dass er so mit mir spricht, lasse es dann aber auch gut sein. Das letzte Wort gönne ich ihm gerne. Auch wenn dann nochmal eine freche Antwort kommt habe ich gelernt, dass er sich das schon zu Herzen nimmt was ich sage, und sich langfristig "benehmen" lernt. Und bei anderen weiß er genau, was geht und was nicht. Den Widerspruch und das Üben des eigenen Willens darf er gerne innerhalb der Familie ausleben. Wo, wenn nicht in diesem geschützten Raum soll das Selbstbewusstsein wachsen?

Das ist ein bisschen durcheinander, ich hoffe du verstehst was ich meine.

Alles Gute und immer schön tief Durchatmen #schein,
Tine

Ach so, und mir hilft auch darüber nachzudenken warum mich Sachen schockieren. Stört mich das wirklich oder habe ich nur Sorge, dass z.B. andere mein Kind als unerzogen wahrnehmen könnten. Vieles (wie z.B. Schimpfworte) finde ich persönlich nämlich nicht wirklich schlimm. Ich erkläre ihm dann halt nur, dass andere Menschen solche Worte nicht gerne hören, das hat er auch schon geschnallt. Wenn er aber zuhause Schimpfwörter benutzt lasse ich ihn und greife nicht nur aus erzieherischen Gründen ein.

Beitrag von qayw - 02.02.12 - 10:24 Uhr

Hallo,

ich würde sagen, Deine Tochter ist schlau und sprachgewandt. ;-)

Von meiner 4 1/2-jährigen kommen manchmal auch Sprüche, die ich eher von einem deutlich älteren Kind erwarten würde. Sie weiß auch öfter alles besser.
Das hört also nicht so schnell auf. #schwitz

Sag' nicht: "Du bist frech." sondern konkreter, was Du nicht hören möchtest oder warum Du das nicht hören möchtest.

Selbst bei meinem 2-jährigen kommt schon "Mama blöd." zurück, wenn er damit angefangen hat, und ich dann sage: "Ole ist blöd.". ;-) Das bringt gar nichts.

LG
Heike