Hausgeburtsbericht von unserem zweiten Kind

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Beitrag von taumelkaefer - 02.02.12 - 01:20 Uhr

hallo an alle,

ich schreibe nun auch mal meinen bericht.

nachdem wir wussten das ich wieder schwanger bin, stand für mich gleich fest das ich diesmal nicht ins krankenhaus gehen will sondern ins geburtshaus. nunja aus dem geburtshaus wurde dann zuhause.
ich hatte eine tolle hebamme die ich während der schwangerschaft sehr lieb gewonnen und schätzen gelernt habe.
durch sie bekam ich eine ganz andere sichtweise auf die schwangerschaft und geburt, sodass ich gegen ende der ss hin die vorsorge nur noch bei ihr gemacht habe.

mein gesamtes umfeld ging davon aus das ich mitte september mein baby habe (termin war anfang oktober). weil ich schon ziemlich früh übungswehen hatte, konnte dies ja gut möglich sein, aber irgendwie ahnte ich, dass ich wahrscheinlich über termin gehe (mein erstes kind auch 10 tage nach termin).

und so sollte es sein...der termin kam und ging. alles easy. ich hatte schon ewig wehen, die aber nie blieben oder stärker wurden. mein fa dachte bei dem ctg, dass es los geht, doch ich musste ihm sagen, dass das immer so ist und keine geburtswehen sind.
dann war ich irgendwann wieder 10 tage drüber und mein fa wollte mich nicht mehr weiter betreuen obwohl alles blendend war.. ok, dachte ich, bis et +14 darf die hebi mich bei ner hausgeburt betreuen.
langsam wurde ich doch ein wenig nervös, weil ich ja zuhause bleiben wollte.
wehentee war zwar lecker, aber hatte keine wirkung. pflaumentrunk, um den darm anzuregen auch nicht, schwimmen...war toll aber effektlos.
also probierten wir akupunktur. zunächst ganz leicht um etwas zu entspannen und die wehen zu "bündeln". das brachte erstmal nicht viel.

et+12 machte die hebi eine sanfte muttermundmassage. hatte erst bammel, dass das weh tut, aber es war überhaupt nicht schlimm, noch nicht mal unangenehm.
das brachte aber leider auch nichts.

am anderen tag bin ich dann nochmal zu einer letzten akpunktursitzung um den "rausschmeißer"-punkt zu nadeln. sah unspektakulär aus und fühlte sich auch so an.
zwei stunden später wusste ich, dass es diesmal was wird. ich radelte noch in die kita um meine tochter abzuholen, dann nochmal auf dem spielplatz. abends beim abendbrot konnte ich nun nicht mehr sitzen während der wehen.
bin dann in die badewanne. die wehen wurden nicht weniger, aber auch nicht stärker.
hab dann abends mal der hebi ne sms geschrieben, ob sie heute nacht noch lust auf ne geburt hat...ja hatte sie...zum glück :)
mein mann fragte mich ob er schlafen gehen könnte und ich sagte zu ihm, wenn dann jetzt!
ich bin dann auch gegen 23 uhr ins bett um vielleicht noch ein wenig zu schlafen. das ging aber ziemlich schlecht. in den wehenpausen bin ich immer etwas eingenickt. ab ca. 2 uhr konnte ich nicht mehr liegen, dass war einfach zu schmerzhaft, also stellte ich mich auf alle viere ins bett bei ner wehe um mich danach wieder hinzuschmeißen und zu entspannen.
den ganzen spaß hielt ich aus bis ca. 5.30 uhr, dann rief ich die hebamme an. die war ne viertel stunde später da. kurzer schwatz und dann hab ich erstmal weiter vor mich hingeweht. irgendwann haben wir mal nach dem muttermund geschaut, der schon 7 cm auf war. zwischendurch mal herztöne gehört, alles ok, kindsbewegungen auch da.
sind dann in die küche umgezogen wo ich erstmal was essen musste. im stehen waren die wehen noch viel fieser und ich musste ordentlich veratmen.
gegen 7 machten wir uns nun gedanken was wir mit unserer großen machen. sie sollte ja noch in die krippe. mein mann hat sie geweckt und mit ihr gefrühstückt. zwischendurch kam sie auch zu uns und war schon verwirrt, dass die hebamme da war und was ich da so mache. hab ihr dann gesagt, dass das baby jetzt raus will und die hebamme mir hilft und sie meinte dann zu mir, dass sie auch helfen möchte...so süß

plötzlich platze mir die fruchtblase und ich stand in ner riesigen pfütze. gleich darauf wurden die wehen nochmal heftiger und wir entschieden, dass mein mann die große nicht selber in die kita schaffen kann, also wurde sie von einer krippenfreundin abgeholt.
die zweite hebamme kam zur geburt dazu.
ich veratmete die wehen weiter auf allen vieren im bett. das war der punkt wo ich etwas zweifel bekam, ob ich das auch schaffe, denn ich war schon ganz schön tatrig. die hebi meinte, wenn ich will, dass es schneller geht, dann soll ich aus dem vierfüßler raus und mich eher hinhocken. das hab ich dann versucht und dann musste ich auch schon ganz schön mitdrücken. das ging dann doch ziemlich lang und die hebis überlegten woran es liegen könnte, dass es so lange dauert damit der kopf runter rutscht. erster verdacht: blase voll.
also ab ins bad und ich versuch zu pinkeln...geht nicht, aber die position auf dem klo gefällt mir ganz gut. also bleib ich da sitzen, während der wehe stützt mein mann meine arme vorne ab und ich hänge so da.

ich drücke mit was das zeug hält und es geht langsam voran. hebis beraten: entweder sternengucker oder großer kopf.
ich kann den kopf schon in mir fühlen... die hebi meint ich soll mich mal auf alle viere begeben damit sie nen dammschutz machen können. so knie ich nun vor unserer badewanne und muss den ärger rausschreien und fluchen darüber, dass es so lange dauert das kind aus mir rauszupressen!
plötzlich soll ich langsam machen damit sich das gewebe besser dehnen kann...das geht aber nicht und der kopf ist da. ein paar sekunden später kommt der rest hinterher und unser zweites wunder ist geboren...ein mädchen.

wieder ein paar sekunden später kommt die plazenta...das ging aber schnell.
ich blute ziemlich nach und merke gleich das das zu viel ist. bin dann erstmal aufs bett. dort hab ich mit ganz schönen nachwehen zu kämpfen. diese werden immer schlimmer und ich merke das irgendwas nicht stimmt, weil ich immer noch zu viel blute und die schmerzen echt schlimmer sind als bei der geburt selber. probieren es mit einem eispack auf dem bauch...hilft aber auch nichts. bekomme ne parazetamol, was aber ein totaler witz ist. wir beschließen einen tropfer dran zu machen, wegen dem flüssigkeitsverlust. meine gebärmutter zieht sich nicht so zusammen wie sie soll und ich blute weiter. ursachenforschung...plazenta war perfekt vollständig und eihäute auch. nach ner zeit wo es immer noch nicht besser wurde und ich extrem schwach bin, beschließen wir das wir ins krankenhaus verlegen...mist, da wollte ich ja nun echt nich hin. naja egal. krankenwagen kommt und ich werde abtransportiert. mein menne kommt mit kind und der zweiten hebi nach. dort bekomm ich nen ultraschall und schließlich noch ne ausschabung. es war noch ganz viel gewebe drin. die ärzte konnten sich auch nicht erklären wieso...eine laune der natur.
nach der op gehts mir blendend von den schmerzen her, nur mein kreißlauf ist hinüber wegen dem blutverlust und ich kann nicht aufstehen. bekomme am nächsten tag eine bluttransfusion weil es sonst gar nicht geht mit aufstehen. danach geht es besser und ich kann wenigstens wieder selber aufs klo und mein kind versorgen.
am nächsten tag sind wir heim und genießen die zeit zu viert. war ja doch ganz schön aufregend.
meinem kreißlauf gehts zum glück schnell wieder gut.

so das war jetzt doch sehr lang, naja ich hoffe ihr verzeiht mir. achso die daten waren 4400 g, 56 cm und nen kopfumfang von 38 cm. deshalb hats auch so lang gedauert die brumme aus mir rauszuquetschen.

lg

Beitrag von aqua12 - 02.02.12 - 08:55 Uhr

Wow, ein so großes Kind ohne PDA etc..... Respekt, ich glaube nicht dass ich das geschafft hätte.

Viel Spass noch mit Deinem Wonneproppen,

Aqua#winke

Beitrag von skorpion82 - 02.02.12 - 11:40 Uhr

Wow, kein Wunder, dass Du mit den Presswehen so zu kämpfen hattest, bei dem großen Kind! Meinen Respekt hast Du.

Alles Gute für Euch!

Beitrag von baby.2010 - 03.02.12 - 14:25 Uhr

hi.herzlchen glückwunsch!!! eine meiner töchter hatte auch KU 38cm.komischerweise eine,wo mir mal nix gerissen ist#kratz#rofl

alles gute weiterhin

PS: schön,dass es dir "wieder gut" geht#winke

Beitrag von miomeinmio - 07.02.12 - 20:57 Uhr

Wow was für ein Bericht #winke schade, dass du dann doch noch ins Krankenhaus musstest. Aber die Geburt war ja spannend und toll #verliebt

Beitrag von tarfufo - 07.02.12 - 22:38 Uhr

Das ist ein toller Bericht! Ich hab das Gefühl, wir hatten ähnliche Geburten, nur wars bei mir das 1. Kind, und ich habs leider nicht geschafft, den Brummer aus mir rauszuquetschen alleine, hab bißchen Hilfe gebraucht. Aber egal! Toll, wie ihr das gemacht habt, und ich finds auch toll, dass man da einfach mal wieder sieht, dass auch Schwierigkeiten bei einer Hausgeburt beherrschbar sind! Super!