Nach 10 Jahren Umorientierung

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Beitrag von swordy - 02.02.12 - 09:54 Uhr

Hallo,

ich hab da mal eine Frage, bzw. würde ich mich über eure Meinung oder vielleicht auch Tipps, von denen, denen es ähnlich ging, freuen.

Seit 10 Jahren arbeite ich nun als Automobilkauffrau. Bekam 08 eine Tochter, fing während der Elternzeit 05/11 auf 400Euro Basis wieder an, arbeitete nun von 09/11 bis gestern auf Teilzeit (jetzt wieder nur 400 Euro Basis, weil mein Chef mich gern Vollzeit eingestellt hätte, ich das aber nicht vereinbaren konnte. Ich bin alleinerziehend und habe neben dem Kindergarten nicht wirklich die Möglichkeit, mein Kind unterzubringen, natürlich halte ich Ausschau nach einer neuen Teilzeitstelle)

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich habe nunmehr im letzten Jahr gemerkt, dass mir der Beruf keine Freude mehr bringt. Das habe ich schon vor der Schwangerschaft, dachte aber immer, es wäre eine normale "Phase", die jeder einmal hat. Es kann ja nicht immer alles rund laufen. Bevor ich damals die Ausbildung absolvierte, spielte ich schon immer mit dem Gedanken, eher in die soziale Richtung zu gehen. Sprich, gerne etwas mit behinderten Menschen zu tun zu haben, mit Kindern oder auch Tierpflege. Die Ausbildung wäre damals zu "lang" gewesen und es hätte keine Bezahlung gegeben. Ich musste aber unbedingt ausziehen und brauchte Geld - so blöd wie es klingt.

Nun reift dieser Gedanke daran, mit Menschen oder Tieren "zu arbeiten", immer mehr. Ich bin einfach nicht glücklich mit meiner Berufswahl. Es gibt viele Gründe, warum ich mich gerne umorientieren würde, nicht zuletzt, weil ich auch denke, dass es mir sehr liegen würde und ich vor allem glücklicher wäre.

Nun mein "Problem". Ich müsste in jedem Fall ja wieder eine Ausbildung absolvieren, die geht doch auch nur auf Vollzeit? Ich habe wie gesagt, eine Wohnung zu unterhalten und mein Kind zu versorgen, weswegen ich natürlich auf Bezahlung und Zeit angewiesen bin. Gibt es denn irgendeine Möglichkeit, meinen Traum zu verwirklichen?

Sicherlich würde ich danach weniger verdienen als in meinem eigentlichen Beruf, aber meine Zufriedenheit wäre mir das wert. Wie geht man so etwas denn überhaupt an?

Was meint ihr, sollte ich die Zähne zusammenbeißen und weitermachen wie bisher oder sollte ich mich trauen, etwas anderes zu versuchen, von dem ich überzeugt bin, dass es mich ein großes Stück glücklicher machen würde? Ich möchte natürlich nicht nur an mich denken, sondern auch an meine Tochter. Ich bekomme nur regelmäßig Zustände, wenn ich mir vorstelle, auf ewig meiner Tätigkeit nachzugehen.

Habt ihrs selbst schon gewagt und euch umorientiert?

Ist gerade wirklich eine schwierige Situation für mich, weil ich bisher immer für mein/unser Geld selbst sorgen konnte und auch wollte.

Könnt ihr mir den Kopf gerade rücken oder mir vielleicht Mut machen?

Danke euch.

Beitrag von vwpassat - 02.02.12 - 10:09 Uhr

So schlecht ist Dein Job doch nicht.

Denke immer daran, Du hast Verantwortung für Dich und Dein Kind. Ein anderer Job muss nicht zwangsläufig erfüllender sein.

Wie kommst Du eigentlich mit einem 400 € - Job überhaupt über die Runden?

Beitrag von swordy - 02.02.12 - 10:30 Uhr

Nein, sicher ist der Job nicht schlecht, sonst hätte ich mich ja schlussendlich auch nicht für diesen entschieden sondern wäre in eine andere kaufmännische Richtung gegangen. Ich mag Autos ja, im speziellen ja die Technik, in der ich da eigentlich arbeite.

Ich wäge eben ab. Der Gedanke kommt einfach immer und immer wieder.

Die Verantwortung ist es eben, wäre ich alleine, wäre der Schritt einfacher.

Na, der Job läuft ja jetzt erst seit gestern wieder auf 400 Euro Basis - und somit auch das Arbeitslosengeld. Die Situation macht mich so schon kräftig fertig, ich wollt das nie so - leider spielt das Leben meist anders, als man es sich ausmalt.

Es ist ja auch nicht so, dass ich mich nicht schon anders beworben hätte. Es passt immer, ich komme zum Vorstellungsgespräch, alles ist super, begeistert, fehlte noch der Vertrag und dann kommt die letzte Frage. Sind sie eigentlich alleinerziehend?
So, das wars dann.

Beitrag von holzmichl - 02.02.12 - 11:27 Uhr

Hallo,

ich würde an deiner Stelle erst einmal herausfinden, in welche Richtung es konkret gehen soll. Irgendwas mit Mensch oder Tier ist zu ungenau. Tierpflege oder Tierarzthelfer: Meist schlecht bezahlte Knochenjobs, wobei es hier auch Optionen gibt, in Forschungslaboren und in der Diagnostik verdient man mehr Geld als beim Landtierarzt, ist aber weniger nah am Tier. Mensch: Soll es eher in die sozial-medizinische Richtung gehen, in die sozial-beratend/begleitende? Darüber solltest du dir klar werden.
Es gibt grundsätzlich die Möglichkeit, eine Ausbildung in Teilzeit zu machen. Das Wohlwollen des zukünftigen Chefs vorausgesetzt. Beim erwähnten Landtierarzt schätze ich dieses Entgegenkommen als eher gering ein.
Allgemein rate ich dir von einer Umorientierung weder zu noch ab. Der Mensch sollte zu seinem Beruf passen ist jedoch meine persönliche Überzeugung. Zu viele Kompromisse führen zu einem Abfall der Leistungsmotivation und Lebenszufriedenheit und machen weder Arbeitnehmer noch -geber glücklich.

Gruß,
Micha