4jaehriges Rumpelstilzchen

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Beitrag von levinmama - 02.02.12 - 13:40 Uhr

Hallo alle zusammen!
Ich habe mal eine Frage an euch! Mein 4jaehriger wird zur Zeit mal wieder zum Rumpelstilzchen. Die Phase als solche erinnert mich sehr an die Zeit, wo man so salopp von der Trotzphase redet... Man kann sagen, was man will, nein oder nein, mach ich nicht ist die Antwort. Oder man erklärt ihm bestimmte Sachen, weil man sie verbietet, dann guckt er mich an und macht es erst recht... Zum Beispiel beim Baden... Er soll ja spas haben, und wenn mal etwas Wasser über den Rand spritzt, ist das nicht schlimm, aber er soll es nic mit Absicht machen. Das sage ich ihm auch und drohe ihm an, das er raus muss, wenn er es trotzdem tut. Dann guckt er mich an, nimmt einen Eimer und kippt das Wasser über den Rand!
Damals hat er auch viel gebissen, meist mich.. Dieses mal ist es eben ein Kumpel aus dm Kindergarten, weil er jemanden beschützen wollte, sagt er... Oder manchmal auch sein kleiner Bruder.

Er heult und schreit...

Denkt ihr, es ist eine Phase, die alle Kinder nochmal durchmachen oder ist es eher Eifersucht auf seinen kleinen Bruder? Zumal ich derzeit auch wieder schwanger bin...

Wie kann ich mit ihm umgehen?

Ich weiß es derzeit echt nicht, manchmal denke ich, er entdeckt eben immer mehr seinen eigenen Kopf, klar, will allein entscheiden und seine Ideen in die tat umsetzen, nicht meine... Klar ist mir aber auch, das eine Eifersucht zwischen den Kindern normal ist und dazu gehört! Sie mögen sich sehr, trotzdem sind die im gewissen Sinne Konkurrenten.

Kennt ihr eine solche Situation? Gerne Auch mal mamas mit nur einem Kind, die etwas ähnliches erlebt haben in diesem alter.. Wie gehe ich damit um?wie seid ihr damit umgegangen?
Ich danke euch!

Beitrag von henzelinos - 02.02.12 - 14:32 Uhr

Mein "Rumpelstielzchen" ist inzwischen fast sieben Jahre alt und auch heute tobt er (nur anders als er klein war) wenn etwas nicht so läuft wie er es gerne möchte. Er ist eben ein Emotiongeladener Mensch und das merkt man eben auch dann. Das was Deiner da macht ist "austesten".... immer wieder müssen die gesteckten Grenzen einfach von Deiner Seite bestätigt werden, auch wenn das bedeutet das du ihm am Tag dreimal vorzeitig aus der Badewanne holst (doofes Beispiel) ..... In dem alter kennen sie zwar ihre Grenzen eigentlich ganz gut, aber sie testen sie immer wieder aus. Jeden Tag aufs neue.
Was das heulen und schreien anbelangt da hab ich irgendwann zu meinem gesagt das ich wenn er mich anschreit ich so nicht mit ihm rede. Bin dann aus dem Zimmer gegangen und hab gewartet bis er sich beruhigt hat.

Beitrag von levinmama - 02.02.12 - 19:08 Uhr

Oh man, danke, es tut gut zu hören, das es nichts ungewöhnliches ist, sondern ganz normal!

Beitrag von smile01 - 02.02.12 - 14:40 Uhr

Hallo,
ich habe auch 2 Kinder, mein Sohn ist 8 und meine Tochter 6.
Und keine Sorge, ich habe das Problem vor allem mit meinem Sohn auch gehabt, in etwa zum selben Alter wie bei deinem.
Sobald ihm irgendwas nicht so raus ging wie er sich das vorgestellt hatte oder wenn ihm was verboten wurde hat er getobt und gebrüllt und vor lauter Wut geheult usw.
Es war echt lästig !!
Ich habe ihn dann kurzerhand allein in ein anderes Zimmer gesteckt und ihm gesagt, dass er erst wieder raus kommen darf wenn er sich beruhigt hat.
Ich habe die Tür hinter mir zu gemacht aber nie abgeschlossen, so dass er jederzeit raus kommen konnte.
Erst hat er 15-30 Minuten weiter getobt. Dann ist es ruhig geworden und dann hat man ihn immer singen oder lachen oder reden gehört (er hat gespielt nebenher) bis er von sich aus aus dem Zimmer kam.
Als die Wut weg war hat er dann auch verstanden dass sein Verhalten nicht schön war.
Einmal kam er auch während dem Toben raus, hat dann aber gemerkt dass ich ihn wieder zurück getragen habe und nicht auf sein Spiel eingegangen bin und seitdem kam er auch nicht bevor seine Welt wieder in Ordnung war.
Kinder brauchen Regeln und sie testen aus ob man sie durch setzt oder einknickt und ihnen ihren Willen läßt.
Wenn du konsequent deine Regeln um setzt und ihn dann aus der Wanne nimmst wenn er das Bad unter Wasser setzt wird er es recht schnell merken.
Aber sobald die lieben Kleinen merken, dass du nur leere Drohungen von dir gibst nutzen sie das schamlos aus.
Also schreib dir am besten auf, welche Regeln du wie umsetzen möchtest und dann bleib dabei, auch wenns manchmal hart ist :-)
Alles Liebe und viel Glück

Beitrag von levinmama - 02.02.12 - 19:10 Uhr

Danke, es tut gut!

Das mit dem aufschreiben der regeln und die schriftliche Darlegung, wie man das für sich selber umsetzen moechte, finde ich gut! Das werde ich mal versuchen!
Ich dachte schon eine zeitlang ich mache etwas falsch!

Beitrag von smile01 - 03.02.12 - 11:05 Uhr

Falsch machen ist vielleicht nicht der richtige Ausdruck.
Du weißt ja eigentlich WAS du ändern willst aber nicht so genau WIE.
Und da musst du dir einfach mit deinem Partner ganz klare Vorgaben machen und euch auch im Ernstfall daran erinnern wie ihr es durchsetzen wolltet.
Denn oft fällt man trotzdem ins alte Schema und gibt dem Willen der Kinder nach.
Die Psychologin bei der ich damals war weil sich mein Ex-Mann nicht bei den Kindern durchsetzen konnte hat gemeint:
Sie müssen sich vor Augen führen, ews gibt wie in jedem Rudel ein Alpha-Tier und das sind die Erwachsenen und ein Beta-Tier das das tut was das Alpha-Tier beschließt :-)
Hört sich jetzt vielleicht etwas hart an aber im Grunde ist es so.
Es kommt ja auch deinem Kind zu Gute.
Schau doch heute mal an wieviele Kinder mit 10-12 Jahren ihre Eltern beschimpfen und null Respekt haben und rauchen und saufen und tun was sie wollen, heimkommen wannn es ihnen paßt usw.
Meiner Meinung nach liegt das schon an der ganz frühen Kindheit.
Wo sollten diese Kids es auch anders her kennen ???
Da ich alleinerziehend bin war für mcih klar4, dass ich sowas niemals haben will.
In Freundschaft mit meinen Kindern umgehen, leibevoll sein aber dazu auch konsequent.
Und wenn ich mir dann aus dem Bekanntenkreis anhöre dass meine Kinder bei den Eltern ihrer Freunde die beliebtesten sind weil sie nicht dauernd nur rumschreiben oder voll aufdrehen sondern auch mit bitte fragen und ein danke ohne Aufforderung raus bringen, wenn sie sich freiwillig im Haushalt anbieten usw usw, dann spricht das für mcih einfach für sich :-D

Beitrag von levinmama - 03.02.12 - 12:47 Uhr

Ja, ich freue mich auch immer, wenn ich höre, das es woanders, z.b. bei meinen Eltern, gut klappt... Aber warum dann nicht zu Hause? Ja,nirgendwo müssen sie Selbstbewusstsein üben und nein sagen gehört auch dazu, aber doch nicht immer! #kratz
Wie hast du das denn geschafft, das es so gut klappt? Ich meine, ich versuche konsequent zu sein, aber ich mag ihm nicht immer "drohen" muessen, bevor etwas klappt! Verstehst du? Also, weisst du, was ich meine?

Und wenn du noch einen tollen Tip hast, würde ich mich sehr freuen! #danke

Beitrag von smile01 - 03.02.12 - 15:17 Uhr

Naja, die Patent-Lösung habe ich auch nicht, tut mir leid.
Aber meine Tochter war erst 4 Monate alt als mein Ex-mann und ich uns getrennt haben und dann war ich mehr oder weniger allein mit den Kindern.
Da musste es funktionieren, also hab ich das auch von klein auf so durch gezogen.
Klar geraten wir auch mal aneinander, aber mit Konsequenz und Liebe in einer guten Mischung klappt das schon.
Ich warte immer ab bis meine Kinder wieder "auf einem normalen Level" sind und sich die Wut gelegt hat und dann hol ich mir den betreffenden zu einem Einzel-Gespräch um ihm oder ihr zu erklären wie es mir dabei geht und warum ich dies und jenes verboten habe, welche Konsequenz das hätte haben können etc.
Dann verstehen sie es im Normalfall auch und wissen genau, dass ich ihnen irgendwas nicht nur aus Bosheit verbiete sondern dass da auch ein Sinn dahinter steckt.
Und so versuchen wir bestmöglich miteinander aus zu kommen.
Vor allem: sowas verstehen sie auch schon wenn sie noch recht klein sind :-)

Beitrag von locke1910 - 04.02.12 - 08:59 Uhr

#winke Grüße von der Alpha-Ziege;-)
So ähnlich händeln wir das auch - es gibt Dinge, wo wir ihre Autonomie nicht einschränken und andere, wo wir als Eltern und Erwachsene ihnen Entscheidungen abnehmen...
Zb. Kleidung: Sie müssen dem Wetter antsprechend angezogen sein - welche Schneebekleidung (ob Anzug oder Kombi) dürfen sie entscheiden.
Oder Essen: Ich koche, sie entscheiden, was und wieviel sie davon essen.
Umgangsformen: Wir legen Wert auf höflichen Tonfall, also auch keine Beleidigungen, Kloppereien usw - Streiten ist okay, solange sie sich an gewisse Regeln halten (also keine Schimpfworte, Schläge usw) und wenn sie sich alleine nicht einigen können, dann darf eben keiner...
Quatsch machen: Wer Mist baut, bringt es wieder in Ordnung - am Beispiel des Wasserplanschens gesagt; nach dem dritten Mal Badsäubern haben sie keine Lust mehr darauf...
Sie haben das Recht, uns und unsere Regeln in Frage zu stellen - aber es gibt Regeln, die unumstösslich sind (höflicher Umgangston und keine Gewalt).
Gefühlsausbrüche (Wutanfälle) "begleiten" wir - sie lernen ja erst, mit ihren Gefühlen umzugehen.
Unser jüngster Sohn lebt jedes Gefühl bis zur Neige aus; ist also von jetzt auf gleich auf 180 und das schon, seit dem er 2 Wochen alt ist.
Anstrengend? Jaaaaaa.
Aber er lernt, damit umzugehen; wenn ich merke, er tourt hoch, dann halte ich seine Hände, wir atmen zusammen tief ein und aus und wenn er wieder runterkommt, können wir uns darüber unterhalten("Du bist jetzt sehr wütend, weil...?").
Und verpasse ich den Zeitpunkt, dann behalte ich ihn in meiner Nähe, bis er wieder unten ist und dann reden wir.
Manchmal tut er mir etwas leid - ich kann mich über seine Ausbrüche nicht aufregen, da ich bereits durch meine Tageskinder ein ziemlich dickes Fell entwickelt hatte, als er geboren wurde; wenn man bereits mehr als ein halbes Dutzend Kinder durch diese Zeit begeleitet hat, ist man abgeklärter;-)
Was mir half, war der Gedanke, dass es ihnen helfen wird, Regeln ím Umgang mit anderen zu beherrschen - den Frust auszuhalten, wenn man seinen Willen nicht bekommt, gehört dazu; immerhin habe ich zb auch nicht immer Lust, zur Arbeit zu gehen und mein AG würde einen Trotzanfall von mir sehr merkwürdig finden **gg**.
Dass Kinder keine Lust haben, Regeln anzunehmen, lieber ihren Willen bekommen und austesten, wie zuverlässig die Eltern sind (ob sie sich nämlich an die Regeln halten oder einknicken), ist normal; wir stellen unsere Regeln regelmäßig auf den Prüfstand, ob sie noch angemessen sind und wenn wir sie immer noch angemessen finden, dann sind wir auch in der Lage, überzeugend und sicher aufzutreten - und die Kinder nehmen sie dann auch leichter an.
Kleines Beispiel: Ich mag keine Sabberspuren im Ärmel, also möchte ich, dass Servietten beim Essen benutzt werden, um den Mund abzuwischen.
Für einige Leute unnötiger Quatsch, für mich aber Zeichen von guten Manieren und eine Erleichterung beim Waschen - daher macht meine Familie das und denkt garnicht weiter darüber nach...
GlG, Locke