Wie adäquat reagieren?

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Beitrag von hoppedietz - 02.02.12 - 21:38 Uhr

Hallo, ich bin Ulrike und schreibe über den Account von hoppedietz weil ich keinen eigenen habe. Das nur kurz zur Erklärung, hier meine Frage:

Ich habe eine knapp 4 jährige Tochter. Die Kleine ist sehr aufgeweckt und mein größter Schatz. Ein Problem habe ich dennoch.

Sie ist sehr mitteilungsbedürftig, was ich im Grunde ja auch klasse finde. Der Kinderarzt lobte ihre Sprache ausdrücklich.
ABER: Sie quatscht mir immer und überall dazwischen.

Kommt mein Mann nach Hause und will etwas mit mir besprechen, natürlich nachdem er die Kleine begrüßt hat, ist es nicht möglich 4 Sätze ohne Störung miteinander zu bereden.
Treffe ich jemanden auf der Straße, sie unterbricht ständig das Gespräch. Auch wenn man hin und wieder auf sie eingeht.
Telefoniere ich, ist es ganz schlimm. Ich verlege nicht wichtige Telefonate soweit möglich schon in den Abend, wenn sie schläft.

Da ich aber von zu Hause aus arbeite, rufen mich auch schon mal Kunden an. Sie weiss, dass sie mir dann mal 2-3 Minuten Ruhe geben soll. Keine Chance. Auch in ein anderes Zimmer zu gehen bringt nichts, da sie hinterher kommt.

Ich habe jetzt schon alles ausprobiert. Ich bin auf sie eingegangen, ich habe sie "ignoriert" (soll heißen für den Moment auf ihr dränglen nicht reagiert), ich habe geschimpft, ich habe sie in den Arm genommen und alles mehrfach erklärt. Ich habe mit Belohnung gelockt, mit Bestrafung gedroht.
Und ich habe das Gefühl es kommt nicht an.

Es ist mir klar, dass ich ein temperamentvolles Kind wie sie nicht ständig zügeln kann und das will ich auch gar nicht. ABer ich bin auch der Meinung, dass ein 4 jähriges Kind gewisse (einfache) Regeln einhalten kann.

Wie reagiert Ihr in solchen Situationen, bzw. Was würdet Ihr mir raten?

LG

Ulrike

Beitrag von lulu2003 - 02.02.12 - 22:01 Uhr

Hallo Ulrike,

auf die Antworten bin ich auch gespannt, denn unsere Söhne ( 8 Jahre und 3 Jahre) machen dies auch. Tagtäglich, immer wieder.

Bei unserem Großen habe ich auch das Gefühl es kommt nicht an. Trotz seines Alters scheint er es nicht zu verstehen. Ich denke er glaubt, er hat sämtliche Rechte an mir. Alles dreht sich nur um ihn usw.
Betritt er den Raum muss ich alles stehen und liegen lassen und ihm zuhören. Es wird nicht gefragt ob ich vielleicht mal eben Zeit hätte. Ich vermute es liegt daran dass er fast 5 Jahre ohne Geschwisterchen war und ich wirklich all meine Zeit mit voller Hingabe für ihn genutzt habe.

Ich sage ihm einfach immer wieder, dass er nicht dazwischen zu reden hat wenn ich mich unterhalte. Vielleicht "fruchtet" es ja irgendwann.

LG
Sandra

ps: Wer oder was ist Hoppedietz? Kenne nur Hoppediz.....

Beitrag von regengucker - 02.02.12 - 22:12 Uhr

Hallo,

wenn sie dich einfach nur "vollquatscht" weiß ich leider auch keinen Rat.

Aber bei uns gilt die Regel, wenn er mich um etwas bittet, wenn ich Telefoniere, ist die Antwort grundsätzlich "nein".

Eine ganze Weile wollte er nämlich in genau diesen Momenten, Süßes, Fernsehen etc. weil Mama ja hoffentlich ja sagt um ihre Ruhe zu haben.
Seit er weiß, dass er in dem Moment NICHTS von mir bekommt, ist das etwas besser geworden.

Das einfache dazwischenreden konnten wir allerdings auch noch nicht so wirklich lösen.

LG
Regengucker

Beitrag von pimpf1 - 02.02.12 - 22:29 Uhr

Hallo Ulrike,

ich glaube, dass hier nur Konsequenz helfen kann. Konsequenz heißt: In der gleichen Situation über einen langen Zeitraum (die Betonung liegt auf "lang") immer mit dem gleichen Verhalten reagieren:
Z. B.: Wenn ich mich mit meinem Mann unterhalte, dann teile ich bei Unterbrechung meiner Tochter kurz mit: "Ich unterhalte mich gerade, bitte warte einen Moment..." und rede weiter (mit meinem Mann)... und frage meine Tochter am Ende des Gesprächs, was sie mir erzählen möchte. Ok, es ist extrem nervig, wenn sie meine Ansage ignoriert und einfach weiter erzählt, aber ich beachte das einfach nicht (anstrengend, ich weiß)!
Wenn ich in geschäftlichen Telefonaten bin und sie mich dabei stört, unterbreche ich diese ggf. kurz und sage zu meiner Tochter: "Bitte lass mich einen Moment allein (geh in ein anderes Zimmer)". Was auch immer sie tut: Ich würde sie ignorieren, sie ggf. in ein anderes Zimmer schieben und evtl. auch die Tür zu machen.

Wie auch immer: Ich glaube, dass Kinder diesen Alters niemals auf einmalige, seltenst auf zwei-drei-vier-fünfmalige und wahrscheinlich erst auf "vielmalige" Aktionen der gleichen Art reagieren... und ihr Verhalten dann anpassen.

Stressig, aber zumindest bei mir erfolgreich: Wenn ich mich durchgehend gleich verhalte (nämlich in den entsprechenden Situationen "ignorant"), dann akzeptiert meine Tochter die Situation... was natürlich nicht heißt, dass sie sich nicht irgendetwas anderes einfallen lässt... ;-)

Grüße,
pimpf1

Beitrag von mondbaer - 02.02.12 - 22:55 Uhr

Ich habe hier im Forum mal den Tip gelesen, es genauso zu tun. Also wenn deine Tochter sich mit deinem Mann unterhält, penetrant reinquatschen, wenn sie mit Freunden spielt ect..
Keine Ahnung, ob das in dem Alter auch schon fruchtet, aber einen Versuch ist es wohl mal wert!

Beitrag von monab1978 - 03.02.12 - 05:20 Uhr

#klatsch. Genau so lernen Kinder wie man sich richtig und respektvoll verhält, indem man das falsche macht und auch keinen Respekt zeigt.

Und, haust du auch zurück?

Beitrag von mondbaer - 03.02.12 - 12:49 Uhr

Was genau ist denn dein Problem? Kopf zu kalt geworden?

Sorry, aber ab einem bestimmten Alter kann man schon sehr gut versteht, was man damit erreichen will. Zumindest meine Tochter wäre dafür intelligent genug.
Wenn das Kind dann genervt ist, kann man doch erklären, dass es Mama und Papa genauso geht, wenn Kind immer dazwischen quatscht, dass das nicht schön ist und viel angenehmer, wenn man auch mal in Ruhe etwas erzählen kann.

Und natürlich, nur aus diesem Grund habe ich Kinder bekommen, damit ich tagtäglich jemanden schlagen kann!

Beitrag von meandco - 02.02.12 - 22:58 Uhr

meine auch #rofl

manchmal ist es ihr egal - hauptsache sie kann quatschen und wir besprechen was wir zu besprechen haben ...

wenn sie auf zuhören oder antworten besteht ist es schwieriger ...

dann kommt es wiederum drauf an ob ich den eindruck hab es ist was wichtiges was wirklich sofort geklärt gehört (das merkt man meist eh, weil sie nicht dauerquasselt, sondern mit nem dringenden anliegen irgendwann daherkommt und sofort angehört werden will), dann sage ich ihr, dass wir gerade reden und papa (oder wer auch immer grade geredet hat) jetzt fertig reden möchte ... und der ist gleich fertig und dann klären wird das ...
redet sie dauernd dazwischen mal wegen dem einen und mal wegen was anderem ... dann sage ich ihr, dass wir grade was besprechen und dass sie dann gleich erzählen kann was sie auf dem herzen hat.#cool

lg

Beitrag von christianeundhorst - 03.02.12 - 03:34 Uhr

Hallo Ulrike,
also meine Tochter ist zwar erst 3 1/2, aber ich hab den Eindruck, daß Kinder in dem Alter den Kopf so dermaßen voll mit Ideen und Gedanken über die Welt haben, daß für nicht viel anderes Platz ist. Erst recht nicht für sowas "unkreatives" wie Regeln :-p Klar kann sie ienfache Regeln einhalten wenn sie dran denkt, aber sie hat halt sooooooooviel "wichtigeres" im Kopf, daß sie meist nicht dran denkt;-) Ich denke das kommt noch später. In der Grundschulzeit. Ist ja auch ein Zeichen von Schulreife, daß Kinder von sich aus einfache Regeln einhalten können. Daher würde ich einfach nur geduldig immer wieder darauf hinweisen ("Ich möchte erst noch mit Papa zu Ende sprechen. Warte bitte") und bei geschäftlichen Telefonaten ggf rausschicken.
Ich kenne das auch von Frieda. Sie redet auch permanent mit mir, geradezu ein Redeschwall;-) Wenn ich telefoniere kommt sie ganz arg dazwischen und der Redeschwall wird noch größer und vereinnahmender.......Was hilft: Bevor ich telefonieren will eine halbe Stunde mindestens gaaaaaaaaanz intensiv mit ihr spielen, dann eine Hörspielkassette anmachen während des Telefonats ( geht natürlich nur einmal am Tag ) und hinterher intensiv weiterspielen mit ihr.
Alles Liebe und gute Nerven:-)

Chris mit Frieda Lina 3 Jahre und 6 Monate

Beitrag von woodgo - 03.02.12 - 13:48 Uhr

Hallo,

ich hab auch so ne Quasselstrippe, aber ich habe Ihr von Anfang an klar gemacht, daß wenn andere reden, sie ruhig ist, bis wir fertig sind. Ebenso lassen wir sie ausreden.
Und wenn sie, wie es zur Zeit wieder öfter vorkommt, dennoch dazwischen quasselt, unterbreche ich und sage Ihr, daß sie warten muß, bis ich fertig bin.

LG