Wutanfälle (15 Monate alt)

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Beitrag von nalamaus - 03.02.12 - 12:34 Uhr

Oh je, jetzt ist es soweit, meine erste Frage im Forum "Erziehung" #schwitz

Mein 15 Monate alter Sohn hat seit einigen Tagen die ersten richtigen Wutanfälle. Er schreit, schmeißt Gegenstände weg, wälzt sich auf dem Boden. Will ich ihn trösten drückt er mich weg. Anfangs klappte es ganz gut wenn ich ihn wie hier oft beschrieben in seinem Zimmer oder im Wohnzimmer auf den Spielteppich gelegt habe, damit er sich ausbocken kann ohne sich zu verletzen. Es dauerte nur kurz, dann kam er wieder an und ich habe ihn freundlich empfangen und etwas zur Ablenkung angeboten und alles war gut.

Jetzt funktioniert das allerdings nicht mehr, gestern abend hatten wir hier 2,5 Stunden Terror, bis er vor Erschöpfung eingeschlafen ist.

Es spielt sicherlich auch eine große Rolle dass er zur Zeit Zähne bekommt, aber ich weiß nicht wie viel ich ihm deswegen "durchgehen lassen soll"?

Noah geht 2 x pro Woche 3 Stunden in eine Krippe (wo er sehr viel Spass hat), da kommt sowas überhaupt nicht vor, da gilt er als der absolute Sonnenschein, auch während er zahnt!

Ich lese hier immer wieder dass Wut okay ist und dass wir den Kinder zeigen sollen wie sie damit umgehen können, aber während so eines Anfalls komme ich überhaupt nicht an ihn heran! Und wenn ich ihn z. Bsp. wie vorhin Wickeln möchte und er wehrt und windet sich und schreit und tritt nach mir, was tue ich dann am besten? Ich habe versucht ihn sanft festzuhalten und auf dem Arm zu beruhigen, aber er kämpft bis zur Erschöpfung (und meine Kraft reicht gerade so bis dahin), das ist ja auch keine Lösung ....

Ich hoffe sehr dass ihr mir mit Euren Erfahrungen weiterhelfen könnt!
Viele liebe Grüße,
nalamaus

Beitrag von lisasimpson - 03.02.12 - 13:20 Uhr

mit 15 Monaten hilft am besten: ablenken und selbst machen lassen

wenn wickeln doof ist, dann zeig ihm wie er (zumindest die pipi-) windel alleine öffenen kann- er darf dir helfen, darf eine neue windel bringen, mach das ganze auf dem boden - da hat er merh kontrolle und es ist nicht schlimm, wen ner dir "entwischen" will.
mach lustige spielchen während des wickelsn (wickeln ist nicht nur eine hygiene-maßnahmem, sondern kann auch zu schönen spielen mit körperkontakt dienen.

Ich habe z.b. spiele gemacht wie

"große uhren machen tick- tack" und dabei waren die beine eben die taktgeber für die uhren - am ende kitzelt der wecker bei n"brrr"

http://www.kinderreime.net/grose-uhren/

oder aber :
"zuerst kommt der bär"
http://www.style.at/contator/famili/info.asp?nnr=32071

meine kinder lieben das noch heute, wenn ich diese spiele mit ihnen machen.

gibt ihm was besonderes, was er nur beim wickeln haben darf
laß ihn sich eincremen oder die haare kämmen, massiere ihn dabei ...

in jeden fall, schau, daß du etas findest, was er als angenehm erlebt und dann:
gibt ihm die möglichkeit selbständig sache nauszuprobieren

wen ner wütend ist, sag nur: "oh, jetzt bist du wütend, gell" und dann schau, ob ihr gemeinsam was neues, schönes findet. macht quatsch, lenk ihn ab, bring ihn zum lachen, hol sein lieblingsbuch und setz dich hin ...

mach kein drama dras und laß ihn nicht alleine.
er muß aber noch keine bewältigungsstrategien haben- das ist noch viel zu viel:)

Beitrag von engelchen28 - 03.02.12 - 16:56 Uhr

hallo!
na klar hat er diese wutattacken nur bei dir / euch! ihr seid seine vertrautesten personen, bei wem sonst könnte man soooo schöööön austesten?! außerdem geht er nur 6 std. pro woche in die krippe, bei euch ist er dagegen 78 std. pro woche, wenn man das mal genau nimmt...na klar ist das "risiko", dass ihr einen trotzkopf erlebt, viel größer als in der krippe :-)!
meine große hatte mit 13 monaten die ersten wutanfälle. ich habe dann festgestellt, dass sie oft entstanden sind, wenn sie sich missverstanden gefühlt hat. sie wollte weiterschaukeln auf dem spielplatz, ich habe sie runtergehoben - und dann ging's los. und natürlich, wenn sie übermüdet war oder ein infekt im anmarsch war.
sie zu besänftigen (auf den arm nehmen, trösten, leise sprechen) hat sie immer nur noch wilder gemacht. am besten hat geholfen, sie aus der situation zu nehmen, ihr ihre zeit für die wut zu lassen und sie danach zu trösten, nochmal kurz sprechen (altersgerecht, ist klar).
manche dinge müssen sein, wie z.b. windeln wechseln. das habe ich dann gemacht, kurz und schmerzlos, aber auch ohne diskussion. ebenso mütze aufsetzen im winter / hut im sommer oder mund abwischen nach dem essen o.ä. - da habe ich auch nie diskutiert, in einigen bereichen bestimme ich einfach, weil ich weiß, was das beste ist.
lg