Flippt Ihr/Eure Männer schonmal vor den Kindern aus?

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Beitrag von vanillie - 03.02.12 - 13:04 Uhr

Hallo zusammen,

Frage steht ja schon oben: Flippt Ihr schonmal vor Euren Kindern aus? Oder tun Eure Männer das? Wenn ja, ab wann ist für Euch Schluss bzw. wie sieht das bei Euch aus?

Ich frage, weil meinem Mann gestern früh die Hutschnur gerissen ist, als Maja sich wieder mal nicht anziehen lassen wollte. Er hat herumgeschrien, die Schuhe in der Diele durch die Gegend getreten, ihre Kinderrutsche im Wohnzimmer umgeworfen und ihren Puppenwagen in die Luft gekickt. Ich war nicht da, hab aber beim Heimkommen am Nachmittag das Durcheinander vorgefunden und mich gewundert, meinen Mann angesprochen und er hat es mir dann erzählt. Eigentlich passt das gar nicht zu ihm, mich macht das ziemlich wütend. Die Kleine hatte richtig Angst vor ihm (und er schien irgend wie stolz darauf, sie eingeschüchtert zu haben; denn nach seinem Ausbruch hat sie sich widerstandslos für den Kindergarten fertigmachen lassen). Als sie heute Nacht wachgeworden ist und er zu ihr ins Kinderzimmer kam, hat sie auch gleich fürchterlich geschrien und wollte nur Mama... :-[

Viele Grüße
Vanillie

Beitrag von jessica.g1 - 03.02.12 - 13:06 Uhr

Klar gehen mal die Nerven durch, und man mosert mehr und auch mal lauter ABER so wie du das schilderst kam das nie vor. Ich hätte meinem Mann aber was erzählt #wolke

Beitrag von jujo79 - 03.02.12 - 13:11 Uhr

Hallo!
Ich manchmal leider ja, aber nicht so heftig wie dein Mann. Allerdings knalle ich auch mal die Tür #hicks oder schmeiße mal die Hausschuhe oder ähnliches auf den Boden #hicks. Es tut mir gleich danach immer sehr leid und ich entschuldige mich natürlich auch. Aber leider bin ich eben auch nur ein Mensch... Meine Tochter kommt da ganz nach mir und mein Sohn kann es manchmal auch - damit muss ich eben leben ;-), bzw. mein Mann, der die Sanftmut in Person ist. Für ihn ist es bestimmt nicht so leicht. Meine Kinder erschrecken in solchen Situationen auch und machen schnell das, was ich von ihnen wollte, aber eher um mich wieder zu beruhigen, denke ich. Finde ich dann auch immer schrecklich, das so zu sehen. Aber sie haben nicht Angst vor mir oder weinen los, wenn ich nachts zu ihnen ans Bett komme oder so.
Klar, es ist nicht gut, das weiß dein Mann sicher auch, aber es passiert eben mal und ist eben sehr abhängig vom Typ Mensch.
Grüße JUJO

Beitrag von sannimausi - 03.02.12 - 13:13 Uhr

Tja, ich weiß nicht, wo Ausflippen bei Dir anfängt.

Bei uns ist es völlig ok, wenn jemandem die Hutschnur reißt, daß er schreit und notfalls auch mit dem Fuß aufstampft. Alles andere ist NICHT ok.

- Es werden keine Gegenstände geworfen.
- Es wird nichts kaputt gemacht.
- Es wird selbstverständlich niemand geschlagen, getreten, geschubst oder so etwas.
- Es wird keinem Kind ins Gesicht gebrüllt. Mir ist lieber, wenn mal jemand Scheiße schreit als wenn jemand meinem Kind in Wut sagt, es wär blöd oder so etwas.

Die Regeln gelten für uns alle, für Eltern ebenso wie für die Kinder.

Angsterziehung ist "schwarze Pädagogik" und zeugt außerdem einfach nur von Hilflosigkeit, ist also eher ein Armutszeugnis als etwas, worauf man stolz sein könnte.
Mein Mann hat einmal meine Tochter angebrüllt, da hat sie sofort zurückgebrüllt, wie sich das gehört. Sie läßt sich so ein Verhalten nicht bieten, weil sie keine Angst haben muß.

Beitrag von zahnweh - 03.02.12 - 15:30 Uhr

Diese Regeln gelten bei uns auch!

Auch halte ich mir folgendes vor Augen!

So wie ich JETZT mit meinem Kind umgehe, wird sie es mir irgendwann als Retourkutsche geben!
Ihre Sachen aus Wut kaputt machen? Na, dann bräuchte ich mich nicht wundern, wenn mal meine Sachen in Scherben liegen, nur weil sie nicht zum Konzert/Freund darf etc.

Mein Vater hat versucht mich einzuschüchtern und mir Angst zu machen. Kinder waren nichts wert.
Na ja, als er einen Schlaganfall hatte und ich IHM körperlich überlegen war, gab es die Retourkutsche. Nicht so extrem wie er bei mir. SEINE Sachen hab ich dann nicht weggeworfen oder zerstört. Aber ich habe ich SEINE Sätze an den Kopf geknallt und ihm teilweise (wenn ich wusste, dass andere da sind, die sich kümmern können) gezeigt, wie sch*** es ist, wenn man sich hilflos fühlt.

Z.B. "Du bist erwachsen, mach deinen Sch*** allein"

Ich bin NICHT stolz darauf, aber es war für mich eine wichtige Form meine WUT endlich an der Stelle rauszulassen, wo sie hingehörte! Und im Gegensatz zu ihm, habe ich seine Sachen NICHT kaputt gemacht und darauf geachtet, dass wenigstens jemand anderes helfen kann und hab selbst zum Pflegeng geholfen, wenn es notwendig war. Aber nicht bedingungslos und auch ziemlich kalt, weil ich von ihm nie anders gelernt hatte.

Beitrag von sannimausi - 03.02.12 - 15:58 Uhr

Da ist tatsächlich viel dran. Ich bin als Kind geschlagen worden - bis ich etwa 12 Jahre alt war. Da hatte ich dann so einen Moment, in dem ich nur auf die Schläge gewartet habe, um endlich zurückzuschlagen. Allerdings hat man mir das wohl angesehen, denn von da an wars vorbei mit der körperlichen Gewalt.

Beitrag von angle07 - 03.02.12 - 13:22 Uhr

Hey Vanillie,

ich kenn das nur zu gut. Mein Mann ist ein echter Choleriker. Es ist in den Jahren schon besser geworden, aber so wirklich viel Verantwortung kann und will ich nicht abgeben.
Mein Mann flippt manchmal bei den kleinsten Dingen aus.

Macht unser Sohn beim Essen den Mund nicht zu, dann wird das ein, zwei oder drei Male gesagt und dann hat er zu funktionieren. Tut er das nicht kommt ein Brüller.
Nur mal so als Beispiel.
Unser Sohn kennt allerdings seinen Papa nicht anders und liebt ihn trotzdem über alles.
Klar ist er auch mal eingeschüchtert und verlangt mich lieber, aber dafür ist Papa auch nicht so viel zu Hause.

Eine Grenze gibt es für mich dann, wenn er meint zu brüllen. Das geht für mich gar nicht, auch wenn ich auch mal den ein oder anderen Brüller los lasse (muss aber sehr viel passieen das ich mal etwas lauter werde). Bei mir reicht inzwischen ein Blick und mein Mann weiß was los ist. Er wirft das Handtuch und ich darf wieder vermitteln.
So ist das immer und mittlerweile hab ich mich mit meiner Position fast abgefunden.

Ich denke Männer können manchmal nicht so wirklich nachempfinden warum das Kind nun so und so handelt. Für uns ist das auch nicht einfach, aber wir denken doch eher mal nach. Mein Mann erwartet manchmal einfach zu viel. Er stellt unseren Sohn zu oft als einen kleinen Erwachsenen dar. Ich überlege eher wie ich als Kind selbst war.

Würde mit deinem Mann mal reden. So was geht jedenfalls gar nicht. Dinge durch die Gegend werfen schon dreimal nicht.

Alles Gute.
Angi

Beitrag von corny123 - 03.02.12 - 13:24 Uhr

Nein, sowas in der Arzt passiert keinem von uns. Vielleicht schreit mal jemand, das war aber schon. Ich find das ziemlich krass.

Beitrag von carrie0306 - 03.02.12 - 13:37 Uhr

Hallo,
also so heftig war es bei uns noch nie, aber ich habe vor kurzem auch eine Brotdose auf den Schrank geknallt weil meine Große nicht hören wollte.Sie wollte mit ihrer kleinen Schwester unterm Spielbogen kuscheln aber hat den Bogen dann an Lillis Kopf gedrückt.Die fing dann an zu schreien.Hab dann aus der Küche rausgeguckt weil ich wissen wollte was los ist.Wir haben eine versetzte Wohnebene und ich hatte die Dose die ich fertig gemacht hatte in der Hand.Ich rief dann hoch "schnell,steh auf das tut ihr weh" .Meine Große ist eigentlich sehr brav und hört sofort.Sie guckte aber nur hoch zu mir.Also rief ich wieder und diesmal laut"steh auf".Auch diesmal hörte sie nicht.Hab dann die Dose aufgeknallt und schon geschriehen "steh auf".Da ist sie dann hochgeschreckt...Ich muss dazu sagen,dass ich in dem Moment vor mir selbst erschrocken bin.Ich habe eigentlich ein dickes Fell und versuche alles ruhig zu regeln.Laut werde ich nur selten.
Habe mich hinterher mit meiner Tochter noch mal darüber unterhalten und ihr gesagt dass es mir leid tut dass ich sie so erschreckt habe aber dass sie wenn es um ihre Schwester geht beim ersten mal schon hören muss.
Ich würde an deiner Stelle von deinem Mann erwarten das er sich mit eurer Tochter mal zusammen setzt und sich mit ihr darüber unterhält.Kann ja nicht sein dass sie jetzt Angst vor ihm hat.Ich finde es schlimm wenn Kinder nur hören weil sie Angst haben...
LG und viel Glück
Carrie

Beitrag von kadiya - 03.02.12 - 14:14 Uhr

Hallo,

ich glaube schon, dass das mal passieren kann, möglicherweise auch in dieser heftigen Form (ich bin nicht so der typ, der mit Sachen um sich wirft, aber als ich mir das Bein gebrochen hatte, war ich mehr als einmal nervlich am Limit und während dieser Zeit habe ich auch ab und zu völlig unberechtigterweise rumgeschrien).

Das dein Mann allerdings stolz darauf ist, seine Tochter eingeschüchtert zu haben durch seinen Ausbruch finde ich sehr bedenklich! Meiner Ansicht nach sollte sich ein Elternteil nach einem Kontrollverlust dieser Art bei dem Kind entschuldigen, denn auch wenn es passieren kann, toll ist es nicht!!

LG
Kadiya

Beitrag von georgiasleute - 03.02.12 - 15:17 Uhr

Also ich habe leider auch ein sehr aufbrausendes Temperament. Ich kann auch laut werden, aber ich würde mich nicht an den Sachen anderer vergreifen bzw. dagegen treten, und natürlich auch meinem Kind nichts tun.

Das ich laut werde, kommt gegenüber meiner Tochter vor, aber nie aus heiterem Himmel, sondern immer erst nachdem ich es mehrmals "im Guten" gesagt habe, und nie würde ich etwas sagen, das die Würde meiner Tochter herad setzt. Also nicht "du bist dumm, blöd oder sowas". Das finde ich ganz schrecklich, wenn Eltern sowas tun. Meine Tochter hat auch definitiv keine Angst vor uns, das wäre ja furchtbar.

Eher kann es passieren, dass ich auf meinen Mann so böse werde, dass ich auch mal ne Tür knalle, ist sicher auch nicht ideal, aber wie ein reinigendes Gewitter. Danach kann ich mich wieder abregen und dann ist es gut. Ist gestern erst wieder passiert, der Ärger dauerte 10 min und dann war wieder alles ok.

Ich denke es ist auch besser so, als den Kindern immer krampfhaft eine heile Welt vorzuspielen, die merken das ja eh. Meine Tochter weiß, dass Menschen, die sich mögen und Zeit miteinander verbringen, auch mal miteinandere in Streit geraten - das kennt sie ja von ihren Freunden.

Somit ist meine Meinung: das was dein Mann veranstaltet hat, geht zu weit, was man auch daran sieht, dass deine Tochter danach ganz eingeschüchtert war. Angst erzeugen ist nun mal wirklich keine akzeptable Erziehungsmethode und noch dazu eine, die langfristig eh nicht wirkt.

Auch Kinder muss man respektieren, sie haben die selbe Würde wie ein Erwachsener, und da sie sich schlechter wehren können, finde ich, sollte man Kindern gegenüber auch noch kontrollierter den Ärger zeigen, als gegenüber einem Erwachsenen, der ggf. schon seine Konsequenzen zieht wenn es ihm reicht.

Beitrag von snickerdoodle - 03.02.12 - 16:05 Uhr

"Er hat herumgeschrien, die Schuhe in der Diele durch die Gegend getreten, ihre Kinderrutsche im Wohnzimmer umgeworfen und ihren Puppenwagen in die Luft gekickt."

Dein Mann hat ein Aggressionsproblem. Ich erwarte von einem erwachsenen Partner, dass er sich auch in stressigen Momenten unter Kontrolle hat und sich nicht wie ein wütendes, außer Kontrolle geratenes Kind im Trotzalter benimmt. Was ist er denn dann eurem Kind für ein Vorbild?

Ich hoffe sehr, dass es eine einmalige Ausnahme war. Und ich hoffe sehr, dass er sich sowohl bei dir als auch bei eurem Kind entschuldigt hat. Falls nicht, sollte er ein Anti-Aggressionstraining oder psychologische Beratung machen. Ist er sogar stolz auf sein Verhalten (es klingt fast so) würde ich seine Sachen packen, da ich mit so einem unberechenbaren aggressiven Mann nicht mein Leben teilen möchte. Ich akzeptiere häusliche Gewalt nicht.

LG
Snickerdoodle#winke

Beitrag von abst - 03.02.12 - 16:37 Uhr

Ich verstehe deine kind und ich fürchte sie hat mit grund angst. Ein solcher Auszucker darf einen erwachsenen Menschen nicht passieren und wenn es passiert, dann gibt es da ein ziemliches problem. Ich könnte mein Kind nicht mehr mit einem guten gefühl in der Obhut des vaters lassen. Kann mir auch nicht vorstellen das er sich noch nie so verhalten hat. Das kommt nicht plötzlich. Pass gut auf auf euch!!

Alles liebe!

Beitrag von berry26 - 03.02.12 - 16:44 Uhr

Hi,

klar flippe ich auch mal aus und mein Mann auch aber sicher nicht so das irgendetwas durch die Gegend fliegt, umgeschmissen wird oder ähnliches. Meistens schreit dann mal einer was oder flucht..#hicks Ich finde das absolut menschlich. Es kann auch mal passieren das ich meinen Sohn ins Zimmer schicke wenns mir reicht aber ich mach ihn nicht nieder und schüchter ihn auch nicht ein.

Die Reaktion deines Mannes finde ich schon grenzwertig vor allem wenn er sich danach noch freut damit erfolgreich gewesen zu sein.

Bei mir folgt nach einem "Ausraster" eigentlich nach 5-10 Minuten eine ruhige Aussprache mit meinem Kind, da solche Reaktionen sicher keine annehmbare Erziehungsmethode darstellen.

LG

Beitrag von miau2 - 03.02.12 - 17:15 Uhr

Hi,
ja, ich flippe auch schon mal aus. Und werde dann schlicht und ergreifend laut. Ich bin halt auch nur ein mensch, und irgendwo sind meine Grenzen erreicht.

Nein, ich flippe nicht so aus dass ich Gegenstände herumschmeiße oder -trete. Weder vor den Kindern noch sonst.

Und wenn dein Mann auch noch stolz darauf ist, dass sein Kind Angst vor ihm hat dann läuft bei Euch ganz gewaltig etwas falsch. Klärt es, und unternehmt etwas dagegen - sonst wird es Methode, nachdem er nun gemerkt hat, wie "gut" das (seiner Ansicht nach - für mich hat das nichts mit "gut" zu tun!) funktioniert und wirkt.

Viele Grüße
miau2

Beitrag von anna031977 - 03.02.12 - 17:39 Uhr

Er ist offensichtlich ko sonst hätte er sich unter Kontrolle gehabt. Wenn Du kannst ermögliche ihm mal, dass er sich in den nächsten Tagen ausruht, oder auch tagsüber nochmal hinlegt. Evtl könnt ihr euch mal kindfrei schaufeln....

lg

Beitrag von miau2 - 03.02.12 - 18:05 Uhr

Können alle Eltern, die Gewalt gegen ihre Kinder anwenden (und das hier zählt dazu, dafür muss es nicht zu Schlägen kommen!) als Ausrede gelten lassen, sie wären ko?

Ist es ok, wenn sich meine Kinder vor Angst vor mir in der Ecke verkrümeln und schreien, wenn sie mich sehen, nur weil ich einen stressigen Arbeitstag hatte (wofür sie nicht mal etwas können)?

Und was, wenn die Mama dem Papa dann so schön alles ermöglicht und dann selbst ko ist? Darf sie dann genau so ausflippen?

DAS ist ein wenig einfach. Auch wer müde und ko ist hat kein Recht, so mit Kindern umzugehen. Überhaupt keins. Ich kann es ja problemlos akzeptieren, wenn mit erschöpften Eltern nicht alles so klappt wie sonst. Ich kann auch akzeptieren, wenn man mal laut wird oder vorschnell mit "Konsequenzen" hantiert. Kein Thema, kenne ich zu genüge. Meine Toleranzschwelle ist nach 9 Stunden Büro oder einem anderweitig sehr anstrengenden Tag sehr viel niedriger als nach einem schönen gemütlichen Wochenende.

Aber Gewalt - dafür darf Erschöpfung keine Ausrede sein (und eine Entschuldigung schon gar nicht).

Und wenn er dann noch stolz darauf ist was er "erreicht" hat mit dieser Methode ist jede Grenze überschritten. Für mich zumindest.

Klar, belohnen wir ihn doch dafür, indem wir ihm ein paar Tage lang die Pantoffeln hinterhertragen. Da merkt er dann, dass nicht nur sein Kind spurt wenn er ausrastet - sondern seine Frau gleich mit. Wie einfach das Leben doch sein kann...genau mit dieser Erkenntnis fängt Gewalt doch oft an: man setzt sie ein, um etwas zu erreichen - erreicht es - und macht es dann wieder. Weil es so gut geklappt hat.

Viele Grüße
miau2

Beitrag von anna031977 - 04.02.12 - 09:28 Uhr

Soviel ich verstanden habe, war es das erste Mal. Also ist eine Auszeit nötig. Wenn das nicht reicht, muss man sich nach anderen Methoden umschauen: Therapie, Kind länger in Kiga, weniger arbeiten, Trennung, wenn es nicht mehr geht,....

Ich habe nichts entschuldigt, nur von mir auf andere geschlossen. Und es hat nichts mit Pantoffeln hinterher tragen zu tun...

Ich hatte auch schon mal verbale laute Ausbrüche und bei mir war es Überforderung:
Ich habe gearbeitet, den Haushalt alleine gehabt und immer die Kinder betreut, wenn sie nicht im Kiga waren....
jetzt arbeite ich weniger, die Kids gehen länger in den Kiga, meine Mann nimmt mir Arbeiten ab, die ich nicht schaffe,die bin wegen eines traumatischen Erlebnisses in Behandlung und wenn ich merke, dass es wieder zu viel wird, habe ich mir Möglichkeiten geschaffen, dass es die Kinder nicht ausbaden müssen: Leihoma, mehr Aufgaben aus dem Haushalt auf meinen Mann übertragen...

Deswegen ruhe ich mich nicht aus und niemand trägt mir die Pantoffeln hinterher. Ich machs so gut und so viel ich kann und wenn es nicht reicht, muss ich Arbeit abgeben.

Oder ist das Deiner Meinung nach falsch?

Beitrag von miau2 - 04.02.12 - 11:02 Uhr

Meine Meinung ist halt relativ einfach die, dass zwischen

"einem lauten verbalen Ausbruch" und

"die Kinder damit total verängstigen, dass man nicht nur laut wird, sondern Gegenstände - und da geht es hier nicht mal "nur" um eine geknallte tür o.ä. - herumschmeißt und -tritt bis das Kind heult, wenn der Erwachsene auch nur in die Nähe kommt"

ein riesengroßer Unterschied ist.

Und - das ist für mich das schlimmste - hinterher noch stolz darauf ist, das Kind so verängstigt und eingeschüchtert zu haben, dass es schön brav spurt. Er sieht ja nicht mal ein, dass das totaler Müll war, den er da bewerkstelligt hat sondern findet es auch noch gut! Und DAS finde ich so beängstigend.

Würde er wenigstens einsehen, dass da etwas total daneben gelaufen ist (und sich beim Kind entschuldigen und versuchen, das Verhältnis zu normalisieren) - dann kann ich mit deiner Variante leben. Ob er wirklich objektiv überlastet ist oder nicht ist dann noch eine ganz andere Frage, die ich definitiv anhand eines so kurzen Beitrags beurteilen wollen würde.

Nur ist jedes Mindestmaß an Einsicht ganz offensichtlich nicht der Fall. Und wenn jede Einsicht dafür fehlt, dass man etwas total falsch gemacht hat - dann fehlt doch jede Grundlage dafür, erfolgreich etwas zu ändern. Und wenn die Frau es ihm nicht verklickern kann und er so blind ist, dass er ein total verängstigtes Kind (sein so erfolgreiches "WErk") nicht erkennt - dann reicht es wohl kaum, ihm eine Auszeit zu gönnen.

Wenn ich merke, dass etwas falsch läuft versuche ich es zu ändern. Keine Frage. Bei uns hieß das nach dem ersten Streß durch meinen beruflichen Wiedereinstieg: den morgendlichen stress beim Anziehen, der mit kleinen Kindern nun mal vollkommen normal ist (also das die nicht immer auf Kommando springen wenn man ruft) haben wir dadurch reduziert, dass wir früher aufstehen. Nicht viel, nur 10 Minuten - 10 Minuten, in denen man auch mal etwas Zeit für Blödsinn und wenigstens etwas trödeln hat. Und durch diese Kleinigkeit läuft es erstaunlicherweise sehr viel einfacher.

Der Knackpunkt ist halt der: wir waren NICHT stolz darauf, laut geworden zu sein um unseren Willen durchzusetzen, auch wenn es uns auch ohne diese 10 Minuten gelungen ist das Haus pünktlich zu verlassen. Sondern haben eben erkannt, dass das so kein Weg ist.

Viele Grüße
miau2

Beitrag von nurdasbeste - 03.02.12 - 18:08 Uhr

Hey.

Naja ich denke es ist Menschlich mal etwas auszuflippen. Hier sind auch schon Schuhe rumgeflogen. Aber alles muss in Maßen sein. Zudem finde ich es ganz wichtig das man sich Entschuldigt, wenn kinder das mitbekommen.

Grenzwertig finde ich das verhalten von deinem Mann. Das man so austickt finde ich nicht normal.

Wenn mein Sohn sich nicht anziehen will sage ich das ihn auch gerne so mitnehmen kann, er aber doch vorher nochmal auf den Balkon soll, damit er merkt das es klat ist. Meist lässt er sich dann recht schnell Anziehen.

LG

Beitrag von yvschen - 03.02.12 - 19:23 Uhr

hallo

also ausflippen kann ich auch besonders gut. Liegt am Temperament.

Aber ich shcmeiß jetzt nicht die sache von den kindern durch die gegend. Wenn dann mal was von mir. Aber auch nicht auf die Art. Ich kann zwar sauer auf die kinder sein, aber dennoch bin ich da anders sauer als wenn es mein freund wäre. Denn ihm ist schon ne Kaffeetasse von mir hinterhergefolgen.#schein

Aber ja ich werd manchmal auch sehr laut.So richtig laut.Aber meine kinder kennen mich auch so und ich bin nie lang wütend sondern wir kuscheln danach trotzdem gleich wieder.

Lg yvonne

Beitrag von emeri - 03.02.12 - 19:26 Uhr

hey,

also mal auszuticken finde ich menschlich und auch in ordnung. der große hat mir mal (unabsichtlich) so einen kleinen plastikball direkt ins auge geschmissen. das hat so weh getan, dass ich das ding genommen und weggepfeffert habe... aber damit war die sache auch schon wieder erledigt.

ich bin auch eher der "sachen durch die gegend schmeiß"-typ ABER ich ziehe nicht zerstörungswütig durch die gegend. also wirklich nicht. und vor allem werden nur dinge geschmissen, die nicht kaputt gehen können: also mal ein schuh auf den boden werfen oder eben der ball.

und vor allem: dann habe ich mich beruhigt und dem großen erklärt, was das soeben passiert ist. also eben, dass mir das weh getan hat, ich deswegen wütend geworden bin und ich ihn ganz doll liebe habe.

also, das mit der "schneise der verwüstung" wegen einem bockigen kind, das sich nicht anziehen will finde ich schon etwas arg übertrieben - und die freude darüber, dass sich das kind dabei gefürchtet hat halte ich schon für sehr bedenklich.

kinder dürfen menschliche reaktionen miterleben - auch die negativen. man muss nicht im honigkuchenland groß werden. aber wie schon eine userin weiter oben geschrieben hat, gibt es dabei regeln und bis auf das "nichts wird geschmissen", das ich in "nichts wird nach jemanden geschmissen" umformulieren würde, stimme ich den punkten voll zu.

lg

Beitrag von sohnemann_max - 03.02.12 - 19:48 Uhr

Hallo,

ja, uns platzt auch der Kragen.

Aber nicht so, dass wir Dinge in der Gegend herumpfeffern bzw. durch die Gegend kicken #schock.

Wenn mir die Hutschnur reisst, dann werde ich laut - ziemlich laut. Aber ich schreie nicht dabei. Ist es mal wieder soweit, wissen eigentlich alle, was zu tun ist :-p. Danach ist auch sofort wieder alles gut und es geht den gewohnten Gang weiter.

Mein Mann ist geduldiger, so richtige Aussetzer kenne ich jetzt nicht von ihm. Streit kein Thema, aber in ganz normaler Lautstärke. Den Kindern gegenüber habe ich ihn noch nie erlebt, dass er laut wird ;-). Aber dafür bin ja ich da.

LG
Caro

Beitrag von almura - 06.02.12 - 11:04 Uhr

Ja, ich bin auch schon ausgeflippt. Einmal ist auch mein Mann ausgeflippt.
Ich habe mich immer danach entschuldigt und erklärt, daß es mein Fehler war und nicht der Fehler meines Kindes. Ebenso mein Mann.

Seine Wut nicht unter Kontrolle zu haben und nach Gegenstäünden zu treten, ist ein generelles Problem. Auch der Anlaß ist miniklein, der diesen Ausbruch ausgelöst hat.
Was wird er tun, wenn sie mal richtig was angestellt hat?
Was, wenn sie aus Trotz das Mittagessen auf den Boden wirft?

Das Verhalten ist eines Elternteils nicht würdig und eine Gefahr für die Entwicklung Deines Kindes. Was soll sie so daraus lernen?
Ich haba Angst vor Papa, denn der kann plötzlich richtig böse werden. Aber ich habe ihn lieb und das geht in Ordnung, oder was?

Ich kann Dich nur bitten, da grundlegend tätig zu werden.
Das geht so gar nicht!!!

LG
Almura

Was würdest Du tun, wenn eine Erzieherin das gemacht hätte? Da wärst Du bestimmt auf die Barrikaden, oder nicht?