Sozialkontakte in der Klasse fördern - wie?

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Beitrag von misssaintmary - 03.02.12 - 15:41 Uhr

Hallo und eine Frage -

meine Tochter kam vor vier Jahren, durch eine total unüberlegte und nicht abgestimmte Intervention einer Grundschullehrerin in eine andere Grundschule als ihre Freundinnen. Sie hatte im Kindergarten viele Freundinnen und litt auch darunter, dass sie als einziges Kind in eine andere Schule kam.

Den Kontakt zu ihren Kindergartenfreundinnen hat sie nach wie vor, es wird viel telefoniert und mit zwei davon trifft sie sich mindestens 1x pro Woche. Dazu hat sie noch zwei andere Mädchen bei verschiedenen Freizeitaktivitäten kennen gelernt, mit denen sie auch regen Kontakt hat. Sie hat also in der Freizeit ein "gesundes" Netz an Freundinnen, würde ich sagen.

Das Problem bleibt ihre Klasse. Wir hatten von Anfang an versucht, sie darin zu unterstützen, dass sie innerhalb der Klasse Freundinnen findet, wir haben gleich zu Anfang Geburtstag gefeiert und sie durfte in dem Jahr ausnahmsweise zwei Parties machen, eine mit den "alten" Freundinnen und eine mit den neuen Schulfreundinnen. Da sie niemanden kannte, hat sie damals die Kinder von ihrem Gruppentisch eingeladen und noch einige, die sie eben nach einigen Wochen "nett fand".

Was ich damals sehr komisch fand, war, dass vier der eingeladenen Kinder einfach nicht kamen - sie sagten nicht zu und nicht ab und erschienen einfach nicht. Es scheint in der KLasse z.T. eher schwierige Kinder zu geben. Es gibt viele russland-deutsche Kinder, die nur untereinander spielen und sich einladen (die Mamas setzen sich beim Klassengrillen immer bewusst in eine Ecke und sprechen Russisch), ähnlich ist es auch bei den türkischen Mädchen.

Sie hat auch einige Male versucht, sich zu verabreden, aber das hat -bis auf ein Mädchen- nicht geklappt. Lediglich zu Kindergeburtstagen wurde sie recht regelmäßig eingeladen (Gott-sei-Dank).

Sie blieb die vier Jahre allein, war aber nach Aussage der Klassenlehrerinnen nicht ausgeschlossen. Sie selbst war davon nicht belastet, daher haben wir es dabei belassen. Nun fängt sie an, zu realisieren, dass sie in der Schule recht alleine ist und leidet auch darunter.

Da die Grundschule noch fünf Monate dauert, werden wir einfach versuchen, den Kontakt zu dem einen Mädchen beizubehalten und auf die Zeit zu hoffen.

Nun werden sich die Wege der Kinder trennen, meine Tochter will auf eine konfessionelle Schule und wenn das nicht klappt, auf eine andere Schule einen Ort weiter als die anderen. Sie freut sich schon und hofft, dass sie in der neuen Klasse einfach eine Freundin findet, dass sie innerhalb der Klasse auch jemand hat. Wieder wird sie niemanden kennen, sie sagt, sie freut sich, da sie in ihrer Klasse niemand so wirklich vermissen wird. Das eine Mädchen, das ab und an kommt, wird aufs Gymnasium geht.

Ich frage mich immer, ob wir etwas falsch gemacht haben? Oder war es eine dumme Konstellation?

GLG
Miss Mary

Beitrag von engelchen28 - 03.02.12 - 15:47 Uhr

hallo miss mary!
ich glaube, in der schule hat man als eltern nur noch bedingt einfluss. im kiga konnte man als eltern noch spielverabredungen ausmachen, das geht in der schule nicht mehr so ohne weiteres, da machen die kinder ihre "dates" alleine aus. von daher denke ich, hast du sicher nichts falsch gemacht.
in der neuen schule würde ich dann einfach mal am wochenende einen ausflug machen und deiner tochter anbieten, ob sie nicht ein mädchen aus ihrer klasse mitnehmen möchte, muss ja keine irre teure geschichte sein. so lernen sich die mädchen "privat" kennen und vielleicht entwickelt sich daraus etwas. oder ihr schmeißt kurz nach schulbeginn eine kleine übernachtungsparty, zu der sie 3 oder 4 mädels aus ihrer neuen klasse einladen kann.
ich denke, viel mehr kannst du gar nicht machen. der rest liegt in der hand deiner tochter.
lg

Beitrag von sweety03 - 03.02.12 - 18:50 Uhr

Hallo,

das Thema Grundschule ist ja echt fast durch. Neue Schule im Sommer - neue Klassenkameraden und neue Chancen auf neue Freunde.
Was solltest Du tun? Deine Tochter ist alt genug, um sich selber Freunde zu suchen. Ist doch ok, wenn sie ihre Freunde außerhalb der Schule hatte. Und laut Lehrerin ist sie ja keine Außenseiterin.
Das wird schon in der neuen Schule. Ist doch für alle dort eine neue Situation.

Sweety

Beitrag von luka22 - 03.02.12 - 19:15 Uhr

Leider glaube ich auch an dumme Konstellationen.
In der 2. Klasse meiner Tochter sind insgesamt 6 Mädchen. 2 Mädchen sind seit dem Kindergarten befreundet und halten zusammen wie Pech und Schwefel. Sie haben in der Mädchengruppe das Sagen. Alle buhlen darum, zu dieser Mädchengruppe zu gehören. Meine Tochter ist mal drinnen, mal draußen. Freundet sie sich enger mit einem anderen Mädchen der Klasse an, wird sie wieder umworben, ist glücklich und wird dann wieder links liegen gelassen. Als Erwachsener durchschaut man natürlich solche Spielchen. Es fasziniert mich jedoch immer wieder aufs Neue, dass schon Kinder diese Intrigespielchen so perfekt beherrschen. Ist uns wohl in die Wiege gelegt. Ich hatte heute ein Gespräch mit der Lehrerin und sie meinte nach wie vor, dass meine Tochter zwar nicht ausgegrenzt wird, richtig integriert ist sie in der Stammgruppe der Mädchen jedoch auch nicht. Meine Tochter leidet jetzt nicht besonders darunter, aber ich hätte ihr einfach eine gute und verlässliche Freundin gewünscht! Ich selber hatte eine in der Grundschule und das war sehr schön! In der weiterführenden Schule hatte ich dann keine beste Freundin mehr. Ich war zwar mit allen "gut", aber so richtig gefunkt hat es eben nicht. Ich sehe es auch nicht als selbstverständlich oder zwangläufig an, dass man in der Schule super Freunde findet. Wenn dem so ist, dann ist das ein glücklicher Umstand, ein Geschenk. "Machen" kann man da nicht viel. Obwohl ich manchmal schon denke, dass die Lehrerin durchaus ein wenig mehr für ein gutes Klassenklima machen könnte. Sie lässt den Dingen ihren Lauf und da setzen sich eben bei Kindern die Stärkeren durch!

Liebe Grüße
Luka