Wie kann man verhindern, dass ganze Stadtviertel und ihre Bewohner

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Beitrag von misssaintmary - 03.02.12 - 15:58 Uhr

"verslumen".

Sorry, mir fiel kein besseres Wort ein.

Wir wohnen direkt an der Grenze zu einem sehr sozialschwachen Viertel und ich finde das, was ich beobachte, wirklich total erschreckend. Viele der Menschen dort sind absolut lethargisch, sie ziehen leider eine Generation heran, die mindestens genauso werden.
Mir macht das wirklich Angst.

GLG
Miss Mary

Beitrag von marion2 - 03.02.12 - 19:00 Uhr

Hallo,

man muss nur für eine normale Vermischung der Einkommens- bzw. Bildungsschichten sorgen. Dies ist aber nicht gewünscht. Deswegen wurden vor einigen Jahren Maßnahmen zur Entmischung eingeleitet, deren Ergebnis du heute wunderbar beobachtest.

Gruß

Beitrag von zeitblom - 06.02.12 - 09:09 Uhr

"man muss nur für eine normale Vermischung der Einkommens- bzw. Bildungsschichten sorgen. "

Wie koennte dies praktisch aussehen? Gutverdienende Berliner von Zehlendorf nach Wedding umsiedeln? Oder Blankeneser Wohnungen fuer Geringverdiener subventionieren?
Meiner Erfahrung nach beruht die Abneigung dieser beiden sozialen Schichten auf Gegenseitigkeit...

Beitrag von marion2 - 06.02.12 - 09:45 Uhr

Es würde vielleicht schon reichen, wenn man nicht jeden, der vorübergehend in den ALGII-Bezug fällt, zur Umsiedlung in ein "günstigeres" Viertel anhalten würde.

Beitrag von nele27 - 06.02.12 - 12:46 Uhr

Ich wohne in einem gemischten Viertel (sozialer Wohnungsbau neben Einfamilienhaus-Straßenzügen, in denen mittelständische Familien wohnen).

Ich finde es im Großen und Ganzen gut.

Gibt natürlich auch Nachteile.

Es gibt 1000 Förderungen für Sozialschwache, dass man sich manchmal fragt, ob man da nicht als "Normalo" auf der Strecke bleibt.

Naja und in Sachen Kita und Grundschule finden muss man schon schauen, dass man was Vernünftiges auftreibt.

Ansonsten ist es mir so lieber als zu homogen. Gerade bei uns in Hamburg gibt es viele Viertel, die mir auf Dauer vom Flair her zu snobby wären...

Beitrag von zeitblom - 06.02.12 - 13:29 Uhr

"vom Flair her zu snobby wären... "

naja, als Arbeitertochter gehoerst Du da ja auch nicht hin...;-)

Es gibt ja bekanntermassen Viertel, die voellig heruntergekommen waren und dadurch einen gewissen Charme auf wohlhabende Linke ausuebten...woraufhin dann die Wohnungspreise anzogen und die alteingessenen "armen" Mieter wegen Sanierung und Umwandlung in schicke Eigentumswohnungen "umgesiedelt" wurden...

Beitrag von nele27 - 06.02.12 - 13:38 Uhr

Wenn man danach geht, passe ich in gar kein Viertel als Millieuhopper ;-)

Also meins ist zumindest KEIN ehemaliges armes Viertel wie St. Pauli oder Schanze, in dem sich linke alternative Spießer festgesetzt haben, die die alten Hafenarbeiter mit Latte-Macchiato-Buden und Bioläden verdrängen...

Es handelt sich vielmehr um eine Randlage, in der zuerst einige alteingesessene Bürger billige Grundstücke kauften, dann sozial Schwache angesiedelt wurden und schließlich wie überall in Hamburg die Preise stiegen (jetzt ca. 400 qm Baugrundstück = 150.000 Euro), sodass sich nun vermehrt Akademiker/Gutverdiener ansiedeln, die sich mit der Ur-Bevölkerung und dem Hochhauspublikum mischen.

ICH persönlich finde es ganz charmant, wobei es ja wie angesprochen auch Probleme gibt.

Beitrag von showbizlizard - 04.02.12 - 19:33 Uhr

Hallo,

ich habe jetzt schon etliche Beiträge von Dir gelesen.

Bei mir schwingt irgendwie so ein wichtigtuerischer, dummschlauer Unterton mit.

#kratz Liegt vielleicht an meinem neuen Internetbrowser.

sbl

Beitrag von misssaintmary - 10.02.12 - 15:59 Uhr

Muss am Browser liegen. LOL

GLG
Miss Mary

Beitrag von c.l.e.o. - 06.02.12 - 13:28 Uhr

Kommt darauf an, wen Du mit "man" meinst. Auf politischer Ebene wird mit dem Programm "Soziale Stadt" bereits seit mehreren Jahren versucht, solche Negativentwicklungen einzuschränken bzw. zu vermeiden. Mehr Infos dazu findest Du unter http://www.sozialestadt.de/programm/

Du selbst kannst etwas tun, indem Du an Bürgeraktionen teilnimmst und Dich im Stadtviertel engagierst. Gerade in benachteiligten Stadtteilen werden oft vielfältige Angebote initiiert, um die Menschen zu mobilisieren und Kindern und Jugendlichen eine Perspektive zu geben. Arbeite in Jugendzentren, schreibe über Dein Stadtviertel in der regionalen Tageszeitung, sprich mit Politikern über Aktionen und Ideen, die das Außenimage des Stadtteils aufbessern, biete Nachhilfe für Schüler an. Aber vielleicht hast Du ja selbst noch andere und bessere Ideen.

Beitrag von anja-jay - 08.02.12 - 20:57 Uhr

Hallo!

Ich denke, das ist eine Sache von Ursache und Wirkung.

Arbeitslose verdienen nicht viel. Um diesen Menschen eine Wohnung bezahlbar zu machen, werden sogenannte "Plattenbauten" errichtet, die wegen ihrer "Hässlichkeit" und kleinen Größe billig genug sind, um für ALG II Empfänger bezahlbar zu sein. Das lässt sich schlecht umgehen, schließlich kosten neu-sanierte Einfamilienhäuser allein vom Grundstück (Stichwort: Lage) viel mehr und wären damit für Arbeitslose nicht erschwinglich. Es muss ja schließlich alles in einem Verhältnis stehen.

Wenn nun in diese "Plattensiedlungen" viele ALG II Empfänger einziehen, verliert selbst die modernste Hochhausgegend mit Spielplätzen ohne Ende für den Bürger aus der Mittelschicht an Reiz, eben da es in diesen Siedlungen nicht nur, aber dennoch genug Langzeitarbeitslose gibt, die sich schlichtweg keine Arbeit suchen oder Bildungstechnisch (so traurig es auch ist) auf einem anderen Niveau sind. Und so ziehen auch keine Mittelverdiener in diese Gegenden.

Mir erscheint das recht logisch.

Würde man ein nettes Reihenhausviertel errichten, in dem die Arbeitslosen kostengünstig leben könnten, dann wären sie dennoch von den anderen isoliert, schlichtweg weil man als durchschnittlicher Arbeitnehmer ein anderer Typ Mensch ist als der durchschnittliche Arbeitslose (wir gehen hier von Langzeitarbeitslosen aus).

Natürlich streben wir alle nach einem Ideal. Dennoch sollte man nicht vergessen, dass nicht jedes dieser Ideale sich verwirklichen lässt.

"Gleich und Gleich gesellt sich gern" sagt man so schön. Und da ist, zumindest was die Nachbarschaft angeht, wohl tatsächlich etwas dran. Man sucht sich meistens Menschen, die einem ähnlich sind.

Beitrag von snickerdoodle - 09.02.12 - 11:58 Uhr

Verhindern kann man das nur mit besseren Bildungssystemen, längerer Schulbildung auch für Haupt- und Realschüler (so ein Irrsinn, die Lernschwachen schon nach 10 Jahren aus der Schule zu schicken).

Vernünftige Ganztagsschulen für alle, Chancengleichheit, Integration usw. usw.

Solange da aber nichts passiert, wird sich auch nichts ändern.

Bei dir klingt aber eher Eigensorge mit als Empathie für sozial Schwache. Vielleicht interpretiere ich aber auch falsch.

Falls du dich also in deiner Gegend nicht mehr wohl fühlen sollten, so steht es dir ja frei, in elitärere Gegenden zu ziehen (sofern es dein Geldbeutel zulässt)....

LG
Snickerdoodle#winke

Beitrag von marion2 - 09.02.12 - 20:12 Uhr

Du meinst, Haupt- und Realschüler wären lernschwach.

Wie kommst du darauf?

Lernschwache Kinder gehen für gewöhnlich weder auf die Haupt- noch auf die Realschule.

Gruß

Beitrag von snickerdoodle - 10.02.12 - 09:37 Uhr

Ich hab ja schon darauf gewartet, dass dieser Einwand kommt.

Definiere es, wie du magst. Ich finde, dass Kinder in Haupt-, Real- und Gesamtschulen auch regulär 12 bis 13 Jahre zur Schule gehen sollten. Ich verstehe nicht, warum diese Kinder (die zweifelsohne häufiger aus bildungsferneren kommen als Gymnasiasten) einen kürzeren Zugang zur Bildung haben, also kürzere Schuldauer.

Unser Bildungs- und Sozialsystem ist nicht durchlässig und wird es - solange diese Trennung (Haupt-, Real-. Gym) besteht auch nie sein oder werden. Ein Kind in Deutschland wird in den meisten Fällen (ja, ich weiß es gibt auch Ausnahmen..) den Bildungsstand seiner Eltern erreichen. Und das kann doch wohl nicht sein, denn es benachteiligt viele, die in bildungsfernen und/oder sozialschwachen Familien aufwachsen.

LG
Snickerdoodle#winke

Beitrag von zeitblom - 10.02.12 - 10:42 Uhr

Ich bin nicht ueberzeugt davon, dass ein hauptschueler nach 13 Jahren die Schule "gebildeter" verlaesst als nach 10 Jahren...und schon gar nicht zufriedener.

"Ein Kind in Deutschland wird in den meisten Fällen (ja, ich weiß es gibt auch Ausnahmen..) den Bildungsstand seiner Eltern erreichen. "

Das wird gern behauptet. Dann frage ich mich allerdings, weshalb wir heute deutlich mehr Studienanfaenger und deutlich weniger Hauptschueler haben. Und das, obwohl doch angeblich "bildungsferne" Schichten tendenziell mehr Kinder als Akademiker haben...

Beitrag von snickerdoodle - 10.02.12 - 13:50 Uhr

Hast du dir schon einmal die entsprechenden Daten hierzu genau angeschaut?

Wenn man die gesamten Studierendenzahlen in den letzten Jahrzehnten betrachtet, so ist ein deutlicher Anstieg zu vermerken. Das ist erstmal ein sehr positiver Trend zur universitären Ausbildung. Man kann nur leider nicht einfach die plumpen Zahlen vergleichen, sondern muss sie sich auch genauer anschauen.

Die Verdopplung der Studierendenzahlen ist hauptsachlich darauf begründet, dass Frauen in den letzten Jahrzehnten weniger als Hausfrau oder Lehrberufen tätig sind, sondern studieren. Das ist ein langer aber steigender Prozess der letzten Jahrzehnte. Es ist also hauptsächlich ein Wandel der Rolle der Frau in Bezug auf Ausbildung als ein Lob auf die Durchlässigkeit eines Schulsystems, die zu einer Verdopplung der Studierendenzahlen geführt hat.

Selbstverständlich gibt es auch noch andere Gründe.

LG
Snickerdoodle#winke

Beitrag von zeitblom - 10.02.12 - 13:56 Uhr

und wie begruendest Du den sehr deutlichen Rueckgang von Hauptschuelern?

Ich kenne die Zahlen nicht, aber ich wette, dass auch die Zahl der Oberschueler kontinuierlich gestiegen ist...alles Akademikertoechter, die vorher nicht aufs Gymnasium gelassen wurden???

Beitrag von snickerdoodle - 10.02.12 - 14:12 Uhr

Die Hauptschulen haben immer mehr an Ansehensverlust. Die wenigsten Eltern wollen ihre Kinder noch auf diese Schulform schicken. Viele Ausbildungsberufe verlangen mindestens einen Realschulabschluss (im Gegensatz zu früher), auch gibt es immer wieder Berichte in den Medien über Gewalt, Drogen etc. an diesen Schulen. Das hat diese Schulform nicht gerade attraktiv gemacht.

LG
Snickerdoodle#winke

Beitrag von zeitblom - 10.02.12 - 14:13 Uhr

also ist Deine Ursprungsaussage nicht ganz richtig, oder?..;-)

Beitrag von platon - 10.02.12 - 17:51 Uhr

An den deutlichen Rückgang von Hauptschulen und den massiven Ausbau von Gesamtschulen und Förderschulen!#aha

Zuerst solltest du dich informieren, dann überlegen und zum Schluß posten.#winke#winke

Beitrag von zeitblom - 13.02.12 - 08:59 Uhr

1. habe ich eine Frage gestellt, und wenn Du der Ansicht bist, man duerfe hier nur posten, wenn man informiert ist und keine Fragen mehr hat, dann bist Du hier im falschen Forum.
2. waeren Hauptschueler allenfalls dem Namen nach verschwunden, (so wie auch Oberschueler). Insofern ist Dein Einwand meiner Ansicht nach nicht ueberzeugend.
Uebrigens stieg die Zahl der Abiturienten und fiel die Zahl der Hauptschueler bereits in den 70er, 80er Jahren, als Gesamtschulen noch heiss diskutiert und nicht in allen Bundeslaendern existierten.

Beitrag von platon - 10.02.12 - 18:07 Uhr

Na,

endlich mal eine "Frau" die das Hier geschnallt hat, Fakten sammeln und diese noch richtig interpretieren kann.#huepf#freu#blume

Meinen Respekt

#danke#herzlich#danke

LG
Plato

Beitrag von marion2 - 10.02.12 - 13:03 Uhr

Deine Definition von "lernschwach" ist schwach begründet.

Sie lässt auf ein Allgmeinwissen schließen, das geringer ist, als das eines 6. Klässlers.

Beitrag von snickerdoodle - 10.02.12 - 13:22 Uhr

Ein aufmerksamer Leser hätte bemerkt, dass ich die Definition "lernschwach" gar nicht begründet habe.

Ich habe nur einen kleinen Exkurs zur allgemeinen Chancen-/BIldungssituation gemacht bzw. meine subjektive Meinung geäußert.

Aber es macht keinen Spaß, mit dir zu schreiben, diskutieren mag ich es an dieser Stelle noch nicht einmal nennen.

Ich finde es wichtig, auf der Sachebene zu schreiben und empfinde daher deinen versuchten persönlichen Angriff deplatziert und überflüssig.

Beitrag von marion2 - 11.02.12 - 12:10 Uhr

Ich habe dir eine einzige Frage gestellt, du hast darauf geantwortet ohne darauf zu antworten?

Sehr aufmerksam von dir #augen zu erkennen, dass es sich dann nicht mehr um eine Diskussion sondern um einen Monolog deinerseits mit Zwischenrufen meinerseits handeln kann.

Das, was du als persönlichen Angriff wertest, war übrigens lediglich meine subjektive Meinung zu deinen Beiträgen, die Menschen MIT Bildungsabschlüssen als lernschwach bezeichnen.