Hallo ihr Lieben!
Ich habe eine Frage, die mir schon länger auf der Seele brennt! Ich habe drei Kinder! Zwei Jungs und ein Mädchen! Meine Tochter war schon als Baby sehr anstrengend! Sie hat viel geweint, hatte einen ausgerenkten Halswirbel, wurde eingerenkt, sie war aber trotzdem weiter anstrengend! Sie war schwer zufrieden zu stellen! Sie ist auch nicht gekrabbelt! SIe hat sich wahnsinnig aufgeregt, das sie nicht vorwärts kam, aber es klappte nicht! Irgendwann fing sie an auf dem Popo zu rutschen, und kam so vorwärts, mit 14 Monaten fing sie dann an zu laufen! Irgendwie ist bei ihr die Entwicklung anders verlaufen, als bei meinen Jungs! Sie ist empfindlicher, weint schnell, setzt ihren Kopf extrem durch, bekommt schnell Anfälle wenn was nicht richtig läuft, alles muss an seinem Platz sein! Sie ist schüchtern, gibt keinem die Hand oder verabschiedet sich vernünftig! Im Kiga klapptr es morgens mit Hand geben bei den Erzieherinnen, aber beim Abschied muss ich sie errinnern, das die Tschüss sagt! Sie ist in so vielen Sachen einfach stur, und macht es einfach nicht! Sie ist extrem emfpindlich bei Gerüchen, und bricht schnell! Sie hat Unmengen von Socken und Strumpfhosen im Schrank, zieht aber nur wenige an, da sie die Nähte, oder "Knubbel" stören! Die Haare müssen immer glatt sein, sie kämmt sich ständig!
Sie kann sich auch nur schwer freuen! Sie wünscht sich auch etwas doll, und wenn sie es dann zu Weihnachten bekommt, dann nimmt sie es und freut sich nicht sichtbar! Sie sagt Danke und es gefällt ihr, aber der grosse Freudenschrei und das Lächeln bleibt aus!
Ich liebe alle meine Kinder gleich, aber bei ihr habe ich das Gefühl, das sie etwas mehr braucht! Nicht unbedingt Liebe, aber vielleicht Zuwendung oder andere Sachen! Ich habe ein bisschen über Hochsensitivität gelesen, ein paar Sachen treffen zu aber nicht alles! Hat einer ´von euch Erfahrung damit, und kann mir helfen?
Ich schimpfe so oft mit ihr, und ich glaube dadurch wird es noch schwieriger! Was kann ich denn machen!
Lg und Danke schon mal für eure Antworten
cheryl. mit Elias 6j, Saphira 4,5j. Levi fast 2j und little
16.ssw
Ist sie hochsensiebel? Oder ganz normal, nur "anders" als meine Jungs!
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Beitrag von cheryl. - 04.02.12 - 11:12 Uhr
Beitrag von majanti - 04.02.12 - 11:35 Uhr
Hallo!
ich habe auch ein hochsensibles Kind und kann dir das Buch "das hochsensible Kind" empfehlen. Das hat mir viel geholfen.
Noch dazu macht ein fester Tagesablauf und bestimmte Regeln an die sich alle halten müssen, viel einfacher bei uns.
Hatten gestern Kindergeburstag, den 4, und das war das erste mal dass Kinder bei uns waren. Ich hatte schon bammel aber es ging. Man mauss viele Sachen einfach ein bisschen steuern.
Bei uns hat das auffällige Verhalten auch schon 2 tage nach der Geburt schon im KH angefangen. Auch mit Halswirbel, Osteopathen, ect..
Liebe Grüße
Marion
Beitrag von ida1979 - 04.02.12 - 20:57 Uhr
Hi,
vielleicht gehört dein Kind wirklich zu der hochsensiblen Sorte. Mich erinnert deine Beschreibung aber auch etwas an Autismus bzw. gibt es da ja auch so eine Vorstufe. Ich glaube das heißt autistische Züge. Vielleicht solltest du deinen KiA mal drauf ansprechen ob man das testen lassen kann. Evtl. wäre ja auch mal ein Besuch beim Kinderpsychologen sinnvoll. Nicht weil dein Kind unnormal ist, sondern einfach um schecken zu lassen, dass nix anderes dahinter steckt.
Ansonsten weiß ich ja nicht wie ihre Brüder mit ihr umgehen. Vielleicht fühlt sie sich da irgendwie benachteiligt oder wird untergebuttert.
Ich kann verstehen, dass es nicht leicht ist mit einem so schwierigen Kind, aber versuch ihr etwas Verständnis und Zuneigung entgegenzubringen als zu viel zu Schimpfen.
Unsere Große ist auch nicht einfach, aber wir versuchen auch viel zu erklären und merken dann später, dass es tatsächlich was gebracht hat. Sie kann so unsere Entscheidungen einfach besser nachvollziehen.
Ich wünsche euch viel Glück für die Zukunft!
LG Julia + Livia (3,5 Jahre) + Lukas (14 Monate)
Beitrag von hopsi2005 - 19.02.12 - 02:05 Uhr
Es gibt ein schönes Buch das da heißt: Hoch begabt und hoch sensibel. Nimm die hohe Sensibilität nicht als Bürde, sondern als Geschenk. Richtig eingesetzt kann sie auch eine Gabe sein. Du musst nur sehen, dass die dabei auf jeden Fall das Gefühl für sich nicht verliert, denn wenn sie sehr stark auf ihre innere Stimme hört, dann darf man sie nicht mit Geschmipfe übertönen.
Ich weiß, wovon ich rede, ich habe auch gegen Windmühlen gekämpft, bis ich begriffen habe, dass mein Kind nicht ohne Grund so ist. Wir habe auch sämtliche Diagnosen durch: Autismus, Mutismus, AD(H)S, psychische Störungen bis hin zum Verdacht auf sexuellen Missbrauch (!).
Bis wir nach unzähligen Tests und Therapien plus Kindergartenwechsel endlich mal herausgefunden haben, dass sie insgesamt einfach eine höhere Wahrnehmung als andere Kinder hat. Sie hasst Wasser im Gesicht, deshalb kann sie noch nicht schwimmen. Sie hat Angst, das Gleichgewicht zu verlieren, deshalb fährt sie noch nicht Fahrrad und will es auch noch nicht üben. Sie ist erst mit 16 Monaten gelaufen, aber dann so gut wie gar nicht mehr hingefallen. Und wenn, dann war sie stundenlang am Boden zerstört und traurig. Ihr motorischen Fähigkeiten sind jedoch alle gut genug ausgeprägt, sie fährt Laufrad und kann damit auch lenken und den Berg runter rollen.
Sie scheint alles im Kopf vorher durchzuspielen und wenn sie ein Bewusstsein darüber entwickelt hat, dass eine Situation gefährlich werden kann, dann lässt sie es, bis sie durch Denken herausgefunden hat, wie sie sich davor schützen kann.
Du kennst bisher nur deine Söhne und die legen wahrscheinlich ein typisches jungenhaftes Verhalten an den Tag. Viele Probleme, die du mit ihnen hast, wirst du mit deiner Tochter nie haben, WEIL sie einfach anders ist. Die absolute Pingeligkeit mit den Klamotten ist mir auch absolut vertraut. Und meine Tochter grüßt nie und redet nie mit Leuten, die sie nicht leiden kann. Besonders hart hat es mich als Mutter getroffen, weil sie das auch bei der Einschulungsuntersuchung so durchgezogen hat. Die Schulärztin war nicht ihr Fall.
Ich war da wirklich in Erklärungsnot. Zum Glück haben wir die Schulpsychologin nochmal hinzugezogen und da ging dann die Sonne auf. 
Diese Pingeligkeit von ihr kommt dann aber in der Schule wieder voll zur Geltung. Sie schreibt und malt so schön. Sie hat eine ganz tolle Beobachtungsgabe bei Tiergeräuschen, kann verschiedene Vogelstimmen unterscheiden. Die hat sie aber nicht auf CD gehört oder so. Nein, sie sitzt manchmal am Fenster, wenn es offen ist und starrt regunglos nach draußen. Dann hört sie der Welt zu!
Sie hört instrumentale Filmmusik und kann synchron erzählen, was dabei gerade in dem Film passiert. Kehrseite der Medaille ist, dass sie im Klassenraum sehr leidet, wenn es da so laut ist. Sie hat im Kindergarten nie mitgesungen, auch im Morgenkreis nicht. Sie musste ihre gesamte Disziplin aufwenden, um dabei überhaupt sitzen zu bleiben. (Im ersten Kindergarten hat nicht mal das geklappt.) Ich habe sie mal gefragt, warum sie das nicht macht und sie sagte:"Die singen gar nicht richtig, die schreien nur. Und alles ist so krumm und schief, das tut mir in den Ohren weh." Da war sie 4 Jahre alt.
Mein Vater war Musiker und konnte 7 verschiedene Instrumente spielen. Der Kinderarzt hat gesagt, dass es sein kann, dass sie sowas wie ein absolutes Gehör hat, weil sich sowas ja weitervererbt. Trotzdem hat sie sich auch als kleines Kind dauern die Ohren zugehalten, dass es mir schon richtig peinlich war.
Klingt vielleicht kitschig, aber ich selber finde es manchmal faszinierend, meiner eigenen Tochter dabei zuzuhören, wenn sie beschreibt, wie sie die Welt wahrnimmt. Sie sieht, hört, spürt und riecht so viele Dinge, für die man als Erwachsener schon längt keinen Sinn mehr hat. 
Aber sie funktionert leider auch nicht auf Knopfdruck und wenn sie beleidigt ist, geht gar nichts mehr. Das ist dann wiederum auch manchmal zum Schreien! 
Sie weint sehr selten, ist eher wütend und das dann aber lange und ausdauernd.
Meine Schwiegermutter hat mal gesagt, dass mit dem Kind was nicht stimmt, weil es so selten lacht. Da musste ich weinen, weil es mich volll getroffen hat. Es war mir nämlich auch schon aufgefallen und ich hatte ein wahnsinniges Schuldgefühl, weil ich dachte, sie ist unglücklich, ihre Kindheit ist unglücklich.
Aber sie hat mal gesagt, dass sie mich lieb hat und ich habe sie gefragt, warum. Da sagte sie:"Weil du mir immer zuhörst." 
Ihre Schwester ist übrigens ganz anders, auch sehr klug, aber wild und direkt und entweder trotzig oder eine totale Frohnatur. Sie denkt nicht lange nach, macht alles nach dem Versuch und Irrtumsprinzip. Sie ist mit allem früh dran: Laufen, Sprechen, usw. Sie kann sich aber nicht halb so lange konzentrieren wie ihre Schwester in dem alter. Sie singt supergerne und superlaut. Sie geht volles Risiko und ist dauernd verletzt, immer dreckig von Kopf bis Fuß und hört überhaupt nicht. Sie ist frech und immer in Bewegung. Eigentlich ein richtiger kleiner Junge!
Es wäre eigentlich zutiefst unfair, die beiden zu vergleichen. Sie sind komplett unterschiedlich.
Beitrag von nelsonlara - 09.04.12 - 19:04 Uhr
Liebe hopsi2005,
Dein Beitrag hat mich sehr berührt. Unser Sohn (wir haben nur ein Kind bis jetzt) ist wahrscheinlich hochsensibel. Er wird im April 4 und wir hatten schon so viele Momente als andere Leute (Verwandte, Ärzte) uns weis machen wollten, dass wir alles falsch machen mir unserem Kind.
Ich habe ein paar Sachen aufgeschrieben, die wir durchgemacht haben:
- Schreikind, bis 2 Jahre tagsüber sehr-sehr viel getragen.
- Kinderwagen und Auto gingen nicht, Autofahrten nur in Notfällen unter Schreiattaken, Kinderwagen immer mit Schreien / Unbehagen verbunden (daher viel im Tragetuch getragen), ging so ca. 2 Jahre, fährt bis heute nicht gerne Auto, max. 2 Stunden.
- KISS im 3. Monat festgestellt und behandelt (Osteopath)
- sehr schlechter Esser, sehr dünn, schlechte Blutwerte eine zeitlang (zu wenig Eisen, da kein Fleisch gegessen), mittlerweile hat sich das Gewicht stabilisiert
- Schluckbeschwerden sehr lange (Logopädin), bei kleinsten Stückchen im Essen sofort explosionsartig übergeben (habe 1,5 Jahre gestillt)
- isst bis heute sehr wählerisch, keine gemischten Speisen (Brot geht mit Butter, aber es darf kein Belag drauf sein), Käse, Wurst werden nur separat gegessen
- sehr lange kein Essen angefasst (Brötchen, Keks, Banane), ekelte sich sichtbar vor schmierigen Konsistenzen (nicht nur Lebensmittel, auch Knete). Wurde mit ca. 3,5 Jahren besser!
- sehr gute kognitive Entwicklung (spricht zwei Sprachen, zählt bis 30 in 2 Sprachen, kennt viele Buchstaben, merkt sich ganze Bücher)
- ungeheuerlich (meine ich positiv, ich kann selbst auch oft Gedanken "lesen"!) einfühlsam, merkt unsere Stimmung sofort
- kann nur die Sendung mit dem Elefanten schauen (sieht ehe sehr-sehr wenig fern, max. ein- zweimal die Woche á 30 Minuten). Schaut die Handlung sofort durch und sagte, "Mama mach es aus, der Bär/Hase/Elefant tut sich gleich weh". Fernseher tagsüber grundsätzlich aus.
- Kindergarteneingewöhnung mit 3 gescheitert, obwohl sanfte Eingewöhnung versucht (endlos erbrochen, in die Hose gemacht, schrecklich geweint), nach 3 Tagen haben wir den Versuch abgebrochen. Der KiGa hat uns angeboten, 2mal die Woche zusammen in die Gruppe zu kommen, das machen wir seit Dezember. Ab August soll er dann 3 Stunden in diese Gruppe gehen (9 bis 12 Uhr). Im Stuhlkreis weint er oft, weil die Kinder ihn anschupsen oder es zu laut ist (wie er sagt), löst sich schlecht von mir, spielt wenig mit anderen Kindern
- Schlief bis März 2012 nicht alleine ein, ich oder mein Mann saßen neben seinem Bett bis er einschlief. Hat sich seit 4 Wochen spontan geändert: hat uns selbst weg geschickt, schläft nach dem Vorlesen / kurzem Kuscheln super alleine ein.
- Feierlichkeiten lösen Unbehagen aus (oft Weinen), wir gehen schon selten hin
- Zirkus, Fasching etc. ist "zu laut"
- Kinderturnen (wir gehen seit ca. 3 Jahren hin) bereitet ihm Unbehagen, wenn eine andere Leiterin da ist oder der Ablauf etwas verändert wird (z.B. ein Spiel wird vorab gespielt, das er nicht kennt), gibt es sehr viele Tränen.
- Schmerzempfindlichkeit sehr hoch: weint schon bei kleineren Stürzen heftig, Tagesmutter sagt schon „Heulsuse“ zu ihm
Ich habe schon Bedenken, dass der KiTa-Eintritt im August wieder schief läuft. Und erst recht der Schuleintritt in 2 Jahren. Wie habt Ihr das geschafft, dass Eure Tochter zur Schule geht? Wie lange hat die Eingewöhnung im KiGa gedauert?
Würde mich sehr gerne austauschen!
Liebe Grüße,
Anna
