Kleinkind und Besuch

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Beitrag von kleineslebkuchenherz - 05.02.12 - 13:25 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

ich hoffe ich bin hier richtig, denn ich brauche mal Euren Rat, bzw.
läuft es bei einigen von Euch genauso ab ???

ALSO: immer wenn wir Besuch bekommen (mein Mann, Tochter - 17 Monate- und
ich) oder zu Besuch gehen haben wir Probleme mit unserer kleinen Tochter.

Ein Beispiel wenn Besuch kommt: sie fängt gleich an zu schreien und zu quengeln sobald
sie sieht da kommen Freunde durch die Eingangstür und hält sich an mir oder meinem
Mann fest. Schön und gut - wenn das alles nur kurz wäre- ABER so lange der Besuch da ist
läuft es so. Sie läuft mir ständig hinterher oder folgt dem Papa in die Küche, will getragen werden und weint wenn wir mal "nein" sagen.

Wir haben auch größtenteils nur Freunde die fast gleichaltrige Kinder haben aber sie möchte auch nicht mit den Kids spielen! Sie ist ständig nur bei uns.
Nun kommt uns fast schon keiner mehr besuchen weil es eben immer so abläuft und keiner mit keinem normal reden kann.
Genauso läuft es auch wenn wir Freunde besuchen.

Ist jemand von Euch in der gleichen Situation? Oder war es? Was kann man dagegen unternehmen? Es ist wirklich extrem, normalerweise nehme ich sowas immer ganz locker und denke es ist nur ne Phase aber es geht schon ewig so und wir wissen nicht ob es überhaupt mal aufhört??

Unsere Tochter wird sehr verwöhnt, von allen Seiten, aber wenn man mal einfach in Ruhe quatschen möchte und sie nicht im Moment an erster Stelle steht dann flippt sie aus und versteht es nicht....

Danke schonmal für Eure Antworten und Ratschläge :-)

Beitrag von caramaus - 05.02.12 - 13:45 Uhr

Hallo!

Für mich hört sich das nach fremdeln an. Meine Große hatte diese Phase auch, aber früher so ab 8-9 Monate bis 14 Monate. Sie hat jeden angefremdelt, selbst den Papa...

Ich habe es so hingenommen. Irgendwo hatte ich gelesen, dass die Kinder in den Momenten wirklich schlimme Verlustängste haben und man das nicht ignorieren soll. Ich hatte die Maus bei Besuchen meist die ganze Zeit auf dem Schoß oder sie kam mir eben hinterher. Erst wenn sie sich etwas sicherer fühlte, dann taute sie auch auf. Aber zu Beginn, wenn Besuch gerade da war, durfte sie niemand ansprechen oder auch nur angucken.

Ich habe es so erlebt, je mehr man dem Kind die Nähe gibt, die es braucht, desto eher kann es seine Ängste überwinden. Wenn du es zu was drängst, wozu es noch nicht bereit ist - das geht immer nach hinten los.

C.

Beitrag von zahnweh - 05.02.12 - 22:38 Uhr

das kann ich so unterschreiben!

Ich selbst wurde als Kind dazu genötigt, dass ich bei Besuch "brav" bin, die Erwachsenen in Ruhe ließ und bestochen, die Klappe zu halten/nicht auf den Schoß zu wollen.

Ergebnis: ich verkroch mich noch seeeeeeeeeeehr lange (Grundschulzeit) hinter dem Sofa und traute mich oft erst heraus, wenn der Besuch schon zwei Stunden da war. Oder länger. Die Angst (und ich wusste noch nicht mal wovor! weil ich den Besuch oft mochte!) überwälrigte mich jedes Mal. Nur bei Gleichaltrigen, wenn MEINE Freunde kamen, war es ok. Bei Kindern der Freunde meiner Eltern ging lange nicht.

Meine war anfangs sehr offen. Kam dann mit 2 Jahren in die Fremdelphase (später aber intensiv), sie blieb ohne mich nicht mal bei sehr engen Bezugspersonen.

Sobald jemand zu Besuch kam, auch enge Bezugspersonen, ging nur Mama, Mamas Schoß, Mamas Arm. Ich ließ sie machen!
Meist siegte die Neugier, sofern Mama mit im Raum war, rutschte sie auch mal vom Schoß, wollte wieder fast in mich reinschlüpfen, brachte dem Besucher ein Buch zum Vorlesen, kam wieder zu mir zurück usw.

Je kommentarloser ich sie auf den Schoß genommen habe, desto ruhiger und angenehmer war die Stimmung. Oft wollte/will sie einfach nur auf dem Schoß sitzen. Spielt mit zwei Autos auf dem Tisch (nicht beim Essen) und sitzt einfach da. Sobald ich sie runtersetzen will oder eine Diskussion starte, dass ich das nicht möchte, kommt erst recht Unruhe rein.

Außer sie hat einen ganz schlechten Tag. Aber dann hilft nur noch mit Mama kuscheln, gar kein Besuch und der Gedanke daran, wie sich mein Kind fühlt, wenn ICH einen schlechten Tag habe #schein

Mit 2,5 Jahren wurde es besser und dann ging es. Wenn heute Besuch kommt, versteckt sie sich (sehr selten) mal hinter mir. Ist meist sehr aufgeregt, aber freut sich und begrüßt unseren Besuch sehr gerne. - das hätte ich in dem Alter definitiv nicht gemacht. #hicks

Beitrag von comapo - 05.02.12 - 13:47 Uhr

Hi,

einerseits ist sie noch sehr klein. Das ist auch eigentlich gut, denn Du hast das Problem ja selbst benannt:

>>Unsere Tochter wird sehr verwöhnt, von allen Seiten, aber wenn man mal einfach in Ruhe quatschen möchte und sie nicht im Moment an erster Stelle steht dann flippt sie aus und versteht es nicht....<<

Klar, wenn sie immerzu verwöhnt wird und an erster Stelle steht, dann kann sie natürlich kaum damit klarkommen, wenn sie dann mal nicht im Mittelpunkt steht.

Ich würde sie halt im Alltag langsam dran gewöhnen, dass sie mal warten muss, mal nicht gleich und sofort alles liegen gelassen wird, nur weil sie irgendwas will oder man auch mal sagt: "Warte, jetzt spricht Papa erst mal zu Ende."

Kurz gesagt: Jetzt fängt spätestens die Erziehung an.

LG

Beitrag von njeri - 05.02.12 - 13:51 Uhr

Zuerst einmal, in dem Alter spielen Kinder noch nicht wirklich mit anderen Kindern, vorallem wenn sie es nicht gewohnt sind. Das kommt dann später.

"Unsere Tochter wird sehr verwöhnt, von allen Seiten, aber wenn man mal einfach in Ruhe quatschen möchte und sie nicht im Moment an erster Stelle steht dann flippt sie aus und versteht es nicht...."

Das wird wohl das Problem sein.

Eure Tochter wird normalerweise eure uneingeschränkte Aufmerksamkeit genießen. Wenn dann Besuch kommt, steht sie plötzlich nicht mehr im Mittelpunkt und soll sich alleine beschäftigen. Das passt ihr natürlich nicht und sie wird quengelig.
Kann sich eure Tochter denn sonst allein beschäftigen? Wenn nicht solltet ihr das einfach mal üben und ihr klar machen, dass sie nicht immer im Mittelpunkt steht und auch mal ein "Nein" akzeptieren muss.
Und so was übt man besser, wenn gerade kein Besuch da ist;-).

Beitrag von trash-cat - 05.02.12 - 14:21 Uhr

Hallo,
kurz und knapp:

Hol deine Tochter vom Prinzessinnenstuhl und fang endlich an ihr beizubringen, dass sie eben nicht immer und überall die Nummer 1 sein kann.

Wer sein Kind sehr verwöhnt, obwohl er das auch noch weiss tut ihm nichts Gutes.

Und sich selbst schon gar nicht, wie man mal wieder sieht!

LG

Beitrag von stormkite - 05.02.12 - 15:04 Uhr

Es wäre möglich, das eure Tochter unter Gesichterbildheit leidet.

Das würde bedeuten, das sie in einer größeren Gruppe euch - ihre Eltern und wichtigsten Bezugspersonen - nicht mehr "finden" kann - und das ist natürlich für ein kleines Kind eine absolut beängstigende Situation. Deswegen klammern Kinder mit diesem Problem sehr stark.

Es gibt dazu einen sehr guten Artikel:
http://www.gehirn-und-geist.de/alias/prosopagnosie/schau-mir-in-die-augen-kleiner/868244#spektrum-digital-box
(PDF gibt es als kostenlose Leseprobe)

Ich leide selber darunter, weil ich nur Leute sicher wieder erkenne, die ich sehr gut kenne - und blamiere mich damit immer wieder, weil ich einfach nicht weiß, WER das jetzt wieder ist, der bei uns ins Büro kommt, und erwartet, das ich ihn wieder erkenne, weil er ja letzte Woche schon da war, und wir nett geplaudert haben ...

Beitrag von morjachka - 05.02.12 - 22:25 Uhr

"Ich leide selber darunter, weil ich nur Leute sicher wieder erkenne, die ich sehr gut kenne - und blamiere mich damit immer wieder, weil ich einfach nicht weiß, WER das jetzt wieder ist, der bei uns ins Büro kommt, und erwartet, das ich ihn wieder erkenne, weil er ja letzte Woche schon da war, und wir nett geplaudert haben ..."

Hallo!

Interessant, mir passiert das auch sehr oft, wusste gar nicht, dass es auch einen Namen dafür gibt! Ich identifiziere Leute oft an ihrer Kleidung, wenn sie das nächste Mal etwas anderes anhaben, wird es problematisch...

Beitrag von juniorette - 06.02.12 - 09:17 Uhr

Hallo,

die Antwort für das Verhalten deiner Tochter hast du dir doch selbst gegeben:

"Unsere Tochter wird sehr verwöhnt, von allen Seiten, aber wenn man mal einfach in Ruhe quatschen möchte und sie nicht im Moment an erster Stelle steht dann flippt sie aus und versteht es nicht...."

Wie soll ein "sehr verwöhntes" Kleinkind es denn bitte verkraften, dass es Situationen gibt, in denen es nicht an erster Stelle steht? Das müsst ihr Eltern eurem Kind erstmal beibringen, und zwar ohne, dass Besuch anwesend ist.

Hinzu kommt, dass euer Kind eventuell in einer starken Fremdel-Phase steckt. Dann läuft sie euch eben hinterher, wenn einer von euch in die Küche geht. Das sollte eurem Besuch egal sein, solange euer Kind dabei nicht laut brüllt.

"und weint wenn wir mal "nein" sagen."

Na ja, wenn ihr sonst immer "ja" sagt, ist es für euer Kind natürlich unverständlich, wenn ihr plötzlich mal "nein" sagt. Z.B. wenn du deine Tochter immer auf dem Arm nimmst, wenn ihr keinen Besuch habt, ihr das aber plötzlich verweigerst, wenn Besuch da ist - wie soll deine Tochter das verstehen.
Mein Tipp: ihr das auf dem Arm nehmen auch mal verweigern, wenn kein Besuch da ist ("jetzt nicht, Mama tut der Rücken weh" oder so.

"Wir haben auch größtenteils nur Freunde die fast gleichaltrige Kinder haben aber sie möchte auch nicht mit den Kids spielen!"

Kinder in dem Alter spielen noch nicht miteinander, sondern höchstens nebeneinander her.

"Nun kommt uns fast schon keiner mehr besuchen weil es eben immer so abläuft und keiner mit keinem normal reden kann."

Warum kann denn keiner mit keinem reden? Weil dein Kind sich an dein Bein klammert? Deswegen kann man sich doch trotzdem unterhalten?

Oder schreit und quengelt sie wirklich permanent, während Besuch da ist? Nun, es ist deine Aufgabe, das zu unterbinden, indem du ihr was gibst, womit sie sich einigermaßen leise beschäftigen kann, etwas, womit sie sonst nicht spielen darf (Schlüsselbund o.ä.?)

Wenn ihr Geschrei an der Fremdelphase liegt, dann sollte man darauf eingehen, indem man sie halt dann mitnimmt, wenn ihr Eltern den Raum verlasst, indem man sie auf den Schoß sitzen lässt, indem man ihr allgemein das Gefühl vermittelt "diese Fremden können dir nichts tun, wir Eltern sind doch bei dir".

Wenn sie allerdings trotz eures "Schutzes" weiterhin schreit und quengelt, hat das nichts mehr mit "Fremdelei" zu tun, sondern mit mangelnder Erziehung (hat nie gelernt, dass mal andere im Mittelpunkt stehen). Und das wäre für mich als euer Besuch der Hauptgrund, euch nicht mehr zu besuchen, gerade wenn ich ein Kind im selben Alter habe, das sich altersgerecht benehmen kann. Man kann auch einem Kleinkind beibringen, dass sein Benehmen gerade unmöglich ist.

Wenn dein Mann dabei ist, wäre es eurem Besuch gegenüber rücksichtsvoll, wenn entweder dein Mann oder du mit eurem Kind in einen anderen Raum gehen, damit der Besuch und dessen Kinder nicht der Dauerbeschallung deines Kindes ausgesetzt sind.

LG,
J.

Beitrag von viva-la-florida - 06.02.12 - 11:33 Uhr

Hallo,

ein bischen verwöhnt ist ja in dem Alter an und für sich nicht so schlimm, aber so langsam kann man damit anfangen, ihr beizubringen, dass sie auch mal warten soll.

Erst Kleinigkeiten und dann immer ein ganz bischen mehr. Z.B. Mama und Papa besprechen erst noch etwas, Mama kocht nur ganz kurz Kaffee und ist dann wieder für dich da ...

Sonst ist das wirklich bald ein hausgemachtes Problem.

Ansonsten würde ich momentan auch auf fremdeln tippen, was sich wieder legt.

LG
Katie

Beitrag von redrose123 - 06.02.12 - 12:23 Uhr

Nun ja wenn sie immer die Nummer eins ist und nicht lernt sich zu beschäftigen wie soll sie es denn können wenn sie mal soll? Das versteht der Wurm nicht, ansonsten wird sie bespasst und beschäftigt und wenn jemand kommt oder Ihr wo seid, naja wollt Ihr verständlicherweise euch Unterhalten, bringe es Ihr bei das sie auch mal ohne dich spielt, sich beschäftigt....