Hallo zusammen,
bin heute total neben der Spur.
Mein Vater hat seit 2006 ein Lymphom (ein niedrig malignes9, das erst bestrahlt wurde und nun per Chemotherapie behandelt wurde. Dazu kommen zwei Herzinfarkte (1 Bypass-OP), Diabetes Typ 2, schwere Ödeme an den Beinen, schlechte Nierenwerte, eine abgeklungenen lungenembolie, etc.
Vor ca drei Wochen hat er im Anschluss an die Chemo die Anschlussheilbehandlung angetreten (in Norddeutschland, wir wohnen im Südwesten). Kurz vor Antritt hat die Fußpflegerin Schwellungen und Rötungen am Bein festgestellt und ihn noch mal zum Arzt geschickt. Der Internist wollte ihn hier ins kh einweisen, sein Onkologe hat gesagt, es handle sich um eine Gürtelrose die duch die Chemo verursacht wurde, er solle fahren. Nach wenigen Tagen musste er die Kur abbrechen und wurde in heide ins Krankenhaus eingeliefert, da die Ärzte eher ein erysipel anstatt einer Gürtelrose vermuten, und er das in der Klinik behandeln lassen sollte. Die Behandlung schlug nicht richtig an, zwischenzeitlich benötigte er blutttransfusionen, da er so einen bedenklichen HB-Wert hat.
Die Ärtze planten jedoch, ihn zu Hause in ein Krankenhaus verlegen zu lassen. Allerdings wird vermutet, dass er eine Thrombose in der Beckengegend hat. Können aber nicht genau untersuchen. Zuerst sollte es mit ultraschall untersucht werden, funktioniert nicht, da die Schwellngen so extrem sind (auf ein CT sollte zunächst verzichtet werden, da das kontrastmittel so sehr die Nieren belastet).
Nächster versuch war, ein Kontrastmittel in die beine zu spritzen und dann per röntgen zu untersuchen. Ging auch nicht.
Dann doch ein CT, aber auch da war nichts auszuwerten.
Solange die Thrombose vermutet wird, darf er natürlich nicht trasportiert werden.
Es geht ihm nun richtig schlecht, auch psychisch (er neigt eh zu depressionen, nimmt auch sphasenweise immer antidepressivum und geht zur Gesprächstherapie).
Ich habe irgendwie furchtbare Angst, dass mein Vater nicht mehr nach Hause kommt. Eigenartigerweise habe ich diese Angst um meinen Vater schon seit Weihnachten. Es ist so ein unbestimmtes gefühl.
Auch mein Vater erzählt mir, dass er so eigenartige Träume hat. zb träumt er von seinem Elternhaus. Dort hatte jeder seinen festen Platz zum Essen. in seinem Traum saßen seine Eltern, seine Tante, seine Schwester und sein Großvater an ihrem Platz, nur der Platz seines bruders (er lebt noch) und sein Platz waren leer und jemand aus der Familie sagte "kommt ihr damit wir mit dem Essen anfangen können"...so in dieser Art sind viele seine Träme. Das verunsichert mich natürlich zusätzlich.
Ich weiß, dass diese Ängste momentan vielleicht unbegründet sind, aber ich kann mit niemandem darüber reden. Meine Geschwister wollen davon nichts hören und auch mein restliches Umfeld will sich damit nicht befassen.
Viele Grüße
Sakirafer
Ich sorge mich um meinen Vater
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Beitrag von sakirafer - 05.02.12 - 18:44 Uhr
Beitrag von franziska211 - 05.02.12 - 19:24 Uhr
Hallo Sakirafer,
das tut mir sehr leid für dich, deine familie und natürlich deinen Vater.
Mein Vater ist hat im Mai eine Krebsdiagnose bekommen und ist sechs Monate später (auf den Tag genau) daran verstorben.
Ich würde dir jetzt so gerne sagen, dass alles gut wird, aber das kann ich nicht. Es ist aber wichtig, bis zu letzt Hoffnung zu haben ...
Es ist schon wichtig, dass du dich damit auseinandersetzt.
Ja, evtl. wird er nicht mehr nach Hause kommen und das tut weh. An dem Tag an dem ich wusste, dass jetzt alles ganz schnell gehen kann, tat mir alles "weh" - von den Beinen bis ins Herz-.
In der Nacht in der mein vater starb (das war keine 48 h später) wusste ich, er ist erlöst. Ich hatte mich abends noch von ihm verabschiedet und als ich das KKh verließ dachte ich nur "ich wünschte ich könnte dich erschießen".
Ja, 2h später waren wir wieder dort und haben meinen Vater auf seinem letzten Weg begleitet.
Es war bis dahin alles geklärt und alles gesagt. Das ist m. M. nach ganz wichtig. Man darf sich nicht blöd vorkommen einfach zu sagen: "Ich wolte dir einfach nur sagen, dass...".
Oh mann, ich habe mir meinen Text nochmal durchgelesen und er klingt so "negativ", aber ich wollte dir einfach auch sagen, dass es Leute gibt, die ähnliches erlebt haben.
Lass die gefühle einfach zu. Wenn du dir vorstellst, er stirbt, dann heul einfach. Sei für jeden tag dankbar an dem es ihm "gut" geht. Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen!
Ich wünsche deinem Vater alles alles Gute.
Beitrag von golm1512 - 05.02.12 - 19:47 Uhr
Hallo!
Auch ich kann dir hier nicht sagen, dass bestimmt alles wieder gut wird. Dein Vater hat viele Erkrankungen und jetzt kommt alles auf einmal.
Hast du die Möglichkeit ihn zu besuchen? Wie haltet ihr Kontakt? Ich denke, dass Ängste und Gefühle wie du sie hast selten unbegründet sind und dass man sie für sich nutzen kann. Vielleicht kannst du nichts an dem Zustand deines Vaters ändern, aber du kannst ihm zuhören und ihn ernst nehmen, was du ja tust, wenn ich lese wie du seine Träume deutest.
Schlimmer ist für alle, wenn sie so tun als wäre alles gut. Das belastet deinen Vater auch nur zusätzlich. Er soll dann stark sein, obwohl er das vielleicht gar nicht mehr kann. Erlaube du ihm die Schwäche und sei offen für das, was kommt. Dafür muss gar nicht immer alles ausgesprochen werden, aber wenn sich die Gelegenheit ergibt, dann darf man auch über das Schlimmste reden. Dann darf man auch weinen und Angst haben.
Gruß
Susanne
