Linkshänder, was ist daran so schlimm?????

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Beitrag von sternchen20071982 - 06.02.12 - 12:13 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

ich bitte euch heut mal um eure Meinung...

Ich hatte dieses WE wieder eine böse Diskusion mit Schwiegermama, muss dazu sagen, mein Mann und ich sind uns in erziehungsfragen einig.

Meine Tochter (5) ist Linkshänderin, was sie wahrscheinlich von ihrem Papi hat :-p

Er wurde als Kind zwanghaft auf rechts getrimmt und nun ist sich Schwieger#drache sicher das es für meine Tochter das beste ist, auch alles mit rechts zu machen. Sie hat es dann ja viel einfacher und und und.

Ich hatte mich schon vor einiger Zeit intensiv mit dem Thema beschäftigt, da ich selbst rechtshänder bin und somit das drum rum auch erst "lernen" musste.

jedenfalls sind wir beide uns sicher, das unsere Tochter Linkshänderin bleibt und nicht umerzogen wird, in einigen Berichte wurde es sogar als Vergewaltigung des Gehirns bezeichnet, was ich auch nachvollziehen kann, denn versuche mal einer mit links zu schreiben #schwitz

so nun bitte eure Meinung wie ihr es seht oder macht...

VG #sternchen

Beitrag von schnuffelschnute - 06.02.12 - 12:18 Uhr

"Liebe Schwiegermama,

ich weiß, dass es zu deiner Zeit üblich war, Linkshänder um zu erziehen.
Wie so vieles hat sich auch das geändert.
Es ist UNSER Kind und ich erwarte, dass du das akzeptierst."

Mehr würde ich dazu nicht sagen.

Gruß,

Ariane + Maya (5, ebenfalls Linkspfote wie die Oma, die aber auch umerzogen wurde)

Beitrag von juniorette - 06.02.12 - 12:19 Uhr

Hallo,

ich bin Linkshänderin und daran ist nichts Schlimmes. Mein Sohn wird wohl auch Linkshänder, das ist völlig in Ordnung.

LG,
J.

Beitrag von mimi68 - 06.02.12 - 20:59 Uhr

Hallo,

also ich bekomme bei diesem Thema einen dicken Hals.
Ich war auch Linkshänderin und wurde in der ersten Klasse umerzogen.
Mir wurde erzählt, dass Kinder die mit links schreiben dumm sind #klatsch.
(Diese Aussage kam von meiner damaligen Klassenlehrerin)
Meine Mutter hat dann angefangen mit mir rechts zu schreiben, da sie keinen Ärger mit der Dame wollte #schock.
Sie bereut es bis heute, da meine Schrift furchtbar schlecht war und dies widerum zu Problemen führte. Heimlich benutzt ich dann linke Hand wieder usw..
Ich kann bis heute schlecht zwischen Rechts und Links unterscheiden!
Das ist gerade beim Autofahren oft schwierig!z.B. bei Rechts vor Links ! Auch ist mein als Kind sehr gutes Feingefühl in der linken Hand verkümmert und rechts habe ich nicht wirklich jemals welches entwickelt.
Das heißt ich kann auch nicht gut ausschneiden.

Sag deiner Schwiegermutter ein Kind aus welchen Gründen auch immer umzutrainieren grenzt an seelischer und körperlicher Grausamkeit.

Liebe Grüße
mimi

Beitrag von suameztak - 06.02.12 - 12:20 Uhr

schlimm ist eigentlich nur, wenn man nicht darauf eingeht und versucht das Kind umzuerziehen.

LG

Beitrag von kathrincat - 06.02.12 - 12:20 Uhr

ja in unserer kindheit war es üblich auf rechts zu schulen. aber sowas sollte man auf keinen fall machen, es schadet dem kind nur .

Beitrag von hustinetten - 06.02.12 - 12:23 Uhr

Mein Sohn macht auch sehr viel mit links, mir ist das total egal.

Den Link habe ich auf die Schnelle gefunden, es gibt bestimmt noch mehr und auch bessere, in den Apothekenzeitungen findest du bestimmt auch von Zeit zu Zeit Artikel (viele ältere Leute glauben das wahrscheinlich eher, als ihrer Schwiegertochter).

http://www.linkshaenderforum.org/forum/showthread.php?t=12843

lg

Beitrag von qayw - 06.02.12 - 12:24 Uhr

Hallo,

heute erzieht man Linkshänder doch nicht mehr um. Ich kenne nicht mal einen umerzogenen Linkshänder aus meiner Generation.

Mein Vater war einer, aber der ist 1938 geboren.

Es sieht zwar nicht so aus, als wäre eines unserer Kinder Linkshänder, aber wenn es so wäre, würden wir passende Scheren und Füller kaufen und fertig.

LG
Heike

Beitrag von twins - 06.02.12 - 12:27 Uhr

Oje, ich dachte diese Geschichten gehören der Vergangenheit an und das auch die ältere Genreration davon gehört haben.

Bildungslücke - Eindeutig!!!!

Ich bin auch eine umgelernte linkshänderin und meine Tochter darf "links" bleiben"

Grüße
LIsa

Beitrag von sternchen20071982 - 06.02.12 - 12:35 Uhr

Nein, leider ist es immernoch aktuell, mein Mann 81 geboren-umerzogen, seine Schwester 87 geboren-umerzogen und nun soll meine Tochter dran glauben...

Aber ich bin froh, das ich mit "falschen" Meinung oder Überzeugung nicht allein dastehe.

Mir wurde gestern knallhart gesagt, das es unfsaabar ist, das ich meiner Tochter so eine schwere Entscheidung (rechts-links) mit 5 Jahren allein überlasse...

Was überlasse ich ihr? Ich erspare ihr eher den Kraus der umerziehung...

ach man, ich bin einfach nur sauer...

Beitrag von delfinchen - 06.02.12 - 12:42 Uhr

Das ist ja heftig, dass es in den 80gern (!!!!!!!) noch Eltern gab, die ihre Kinder umerzogen!!!!!

LG,
delfinchen

Beitrag von steinchen80 - 06.02.12 - 14:18 Uhr

Hallo,

das machen heute noch viele, wenn auch unbewusst.
Da wird kleinen Kindern der Löffel in die rechte Hand gedrückt, da wird gesagt mit welcher Hand man malt, oder mit welcher Hand das besser geht.
Da wird beim Guten Tag sagen gesagt "na, man gibt doch die gute Hand" (rechts)

Meine Tochter ist Linkshänderin und gibt zum guten tag sagen die rechte Hand, aber eben erst jetzt weil sie weiß das man das so macht, einfach weil es eine Regel ist.

Ich bin 1980 geboren und 86 eingeschult worden - ich schrieb mit rechts weil man mir sagte das ich das so machen soll, aber alles in Spiegelschrift... es hat lange gedauert is ich das hinbekommen hab.

Viele Grüsse.
Steinchen

Beitrag von wolpertinger64 - 07.02.12 - 08:36 Uhr

Hallo

Mein Opa väterlicherseits war Linkshänder, schrieb aber mit rechts. Mein Papa war Rechtshänder. Mein Bruder, geb. 1967, ist eigentlich auch Linkshänder, wurde damals leider auf rechts schreiben umerzogen. Er schiebt seine schlechte Handschrift darauf zurück ;-), macht handwerklich alles mit links.
Ich selber schreibe mit rechts, mache aber manches auch mit links, z.B. winde ich ein Tuch aus wie ein Linkshänder.
Mein Sohn, geb. 1987, war von Anfang an beidhändrig. Eine erfahrene Kindergärtnerin von ihm gab ihm damals (er war grad 4) je einen Stift in die rechte und linke Hand und er malte gleich stark. Wir haben uns dann entschlossen, seine rechte Hand zu "fördern", da wir ja nun mal in einer rechtsorientierten Welt leben. Er macht eigentlich alles mit rechts.
Ich würde ihn nicht als auf rechts umerzogen bezeichnen.
Zwei Kinder meines Bruders sind Linkshänder und durften es auch bleiben *lach*

LG
Manu

Beitrag von zahnweh - 06.02.12 - 14:55 Uhr

"Mir wurde gestern knallhart gesagt, das es unfsaabar ist, das ich meiner Tochter so eine schwere Entscheidung (rechts-links) mit 5 Jahren allein überlasse..."

Dann würde ich knallhart antworten: "Ich überlasse ihr die Entscheidung nicht alleine. Mein Mann und ich haben gemeinsam in Einigkeit beschlossen, dass wir ihr eine Umerziehung nicht antun werden!" #schein

Beitrag von delfinchen - 06.02.12 - 12:34 Uhr

Hallo,

bei uns liegt die Linkshändigkeit in der Familie. Meine Mutter wurde noch umerzogen, meine Schwester ist "links" und ich wohl eine Mischung. Ich esse "andersrum" und kann auch mit links leserlich schreiben, auch wenn es länger dauert als mit rechts.

Welche Hand meine Kinder mal bevorzugen, ist noch nicht ersichtlich. Sie wechseln noch zwischen links und rechts.

Aber mit Sicherheit werde ich NICHTS unternehmen, um sie von einer eventuellen Linkshändigkeit abzubringen (also jetzt schon Besteck und Stifte in die rechte Hand geben etc.).

Es gibt mittlerweile so viele Hilfsmittel für Linkshänder, dass das Linkshändigsein überhaupt kein Problem mehr darstellt.

Sag deiner Schwiemu, dass das früher vielleicht üblich war, Linkshänder umzuerziehen, du dein Kind aber unter keinen Umständen umerziehen wirst, weil es tatsächlich eine "Vergewaltigung des Gehirns" ist.

Zwanghaftes Umschulen kann Konzentrationsprobleme, LRS, usw. verursachen.

LG,
delfinchen

Beitrag von steferl1979 - 06.02.12 - 12:48 Uhr

Hallo,

Maximilian hat im Moment noch keine Hand, die er direkt und immer vorzieht. Mal macht er die Sachen mit rechts, mal mit links.

Wir haben beide (ich rechts, mein Mann links) keine Probleme damit. Aber meine Schwiegermama wurde damals in der Schule zwanghaft umerzogen, weil es in Nazi-Deutschland wohl keine Linkshänder geben sollte (so zumindest die Aussage der Lehrerin damals). Jetzt mit 75 hat sie wirklich Probleme damit. Links hat sie nicht die Kraft die sie bräuchte und rechts geht die Kraft wieder weg (Glas/Flasche aufschrauben etc.)

Sie wäre entsetzt, wenn wir Maxmilian umerziehen würden und ihm damit dasselbe antuen, was ihr angetan wurde.

LG

Steffi

Beitrag von marion2 - 06.02.12 - 12:55 Uhr

Hallo,

bei eineiigen Zwillingen kommt es häufiger vor, dass ein Zwilling Rechts- und der andere Linkshänder ist.

In diesem Fall sind oft nicht nur die Gehirnhälften sondern auch die Organe vertauscht. Bei einer Blinddarmentzündung kann das hässlich werden, wenn der Arzt aufgrund der "falschen" Seite von einer OP absieht. Das wäre "schlimm", alles andere nicht.

Da von vielen angelegten Zwillingsschwangerschaften ca. 80% als Einlingsschwangerschaften enden, solltest du diese Möglichkeit in Betracht ziehen und im Hinterkopf behalten.

Grundsätzlich halte ich es für viel besser, wenn man sowohl mit Links als auch mit Rechts schreiben kann. (ich hab mir mal den rechten arm gebrochen und konnte nicht mit karte zahlen, weil ich nicht unterschreiben konnte #augen)

Gruß

Beitrag von coppeliaa - 06.02.12 - 13:05 Uhr

"Grundsätzlich halte ich es für viel besser, wenn man sowohl mit Links als auch mit Rechts schreiben kann. (ich hab mir mal den rechten arm gebrochen und konnte nicht mit karte zahlen, weil ich nicht unterschreiben konnte )"

das nutzt dir dann sowieso nix, da du mit der anderen hand viel zu wenig übung haben wirst und das schriftbild nicht gleich sein wird.

ich KANN links schreiben, für eine unterschrift die gleich ausschaut wie die mit der rechten hand würde es nicht reichen.

lg

Beitrag von marion2 - 06.02.12 - 13:07 Uhr

Doch - in Verbindung mit dem Personalausweis geht das dann. Die Unterschrift sah, als der Gips ab war, noch ziemlich komisch aus - auch mit rechts. Aber ich kann mit links den Stift kaum halten.

;-)

LG

Beitrag von zahnweh - 06.02.12 - 14:53 Uhr

"Grundsätzlich halte ich es für viel besser, wenn man sowohl mit Links als auch mit Rechts schreiben kann. (ich hab mir mal den rechten arm gebrochen und konnte nicht mit karte zahlen, weil ich nicht unterschreiben konnte )"

Na ja, das kann ich. Aber es bringt mir NICHTS.

Wenn ich mit links etwas schreibe (bin Rechtshänder) ist das zwar leserlich. Aber ich habe nach 8 Sätzen solche Kopfschmerzen, dass es mir schlecht geht.

Und seit es Computer gibt: mit einer Hand TIPPEN geht prima :-p nur den Drucker braucht man in der Nähe #schein

In der Schule hatten wir den Fall: Linkshänder hat sich den linken Arm gebrochen. Schreiben ging gar nicht mehr. Regelung: lieber im UNTERRICHT AUFPASSEN (mit den Ohren) und sich die Notizen vom Banknachbarn kopieren lassen oder nach Genesung abschreiben.

Klassenarbeiten gabs noch eine Sonderregelung. Selbst wenn man beidhändig schreiben kann, können es nur die allerwenigsten mit beiden Händen gleich gut. D.h. wenn man Pech hat ist man mit der gesunden Hand für eine Klassenarbeit zu langsam oder schreibt trotz Gips schöner und schneller (so ging es mir).

Beitrag von wolpertinger64 - 07.02.12 - 08:42 Uhr

Hallo

ein Mitschüler von mir hatte sich damals nach einem Fahrradstunt den rechten Arm völlig zersplittert und 4 Mon nen Gips von der Schulter bis zu den Fingerspitzen.
Unser Lehrer hat ihn die Klassenarbeiten mündlich abgefragt und benotet.

LG
Manu

Beitrag von knueddel - 06.02.12 - 12:55 Uhr

Hallo,

nun meine Mutter ist eine umerzogene Linkshänderin, sie hat sich nach der Schule dann so eine Mischform angeeignet, aber optimal ist das nicht.

Mein Neffe ist auch Linkshänder, er darf es bleiben und bekommt eben die entsprechenden Hilfsmittel wie Linkshänderschere usw.

Also, heute unterstützt man die Kinder in ihrer Händigkeit, in jedem Kiga gibt es Scheren extra für linkshänder und sie bekommen Hilfestellung. Umerziehen macht man absolut nicht mehr. Such Dir einen guten Text aus dem Internet und gib ihn Deiner Schwiegermutter und sag ganz klar Eure Meinung und das war´s.

LG cindy

Beitrag von nienicht - 06.02.12 - 13:01 Uhr

Hallo,

ich bin auch eine die alles mit Links macht ;-) und mein Sohn 6 Jahre alt auch, aber ich würde nieee auf die Idee kommen es ändern zu wollen.
Ich habe schon einiges darüber gelesen und es werden heutzutage sogar Menschen, die auf Rechts gepolt worden sind wieder zurückgefördert.

Also nur keine Angst bei deiner Meinung zu bleiben.

Lieben Gruß
nienicht

ich hatte auch nieee schwierigkeiten, nur hat es meine Oma nicht geschafft, mir das Stricken beizubringen #schein

Beitrag von coppeliaa - 06.02.12 - 13:01 Uhr

meine kinder werden bei der händigkeit nicht umerzogen. ich habs auch nie leiden können wenn die großeltern "nimm die gute hand!" gesagt haben - die kinder sollen frei wählen können. vielleicht bin ich da auch ein bißchen empfindlich weil ich (umerzogene) linkshänderin bin. ich mache noch immer alles bis auf schreiben und schneiden (blöde rechtsschere) mit links. meine kinder sind allerdings eindeutig rechtshänder.

lg co

ps: durchs umerziehen hab ich keinen schaden davongetragen, aber es spricht aus meiner sicht auch nix dafür.

Beitrag von meandco - 06.02.12 - 13:32 Uhr

mein schwager wurde umerzogen, mein mann gsd nicht mehr ...

meine große ist jetzt auch linkshänder und das finde ich (und alle anderem auch) total ereignislos ... ich find es sogar pos, weil ich so gar nicht in versuchung komme ihr zu "helfen" #pro

mal schaun was die kleine wird #kratz

lg