Wegen Schüchternheit auf Förderschule?

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Beitrag von schachti2005 - 06.02.12 - 15:01 Uhr

Hallo!

Wir haben zur Zeit folgendes Problem.
Und zwar wiederholt unsere Tochter zur Zeit die erste Klasse, da sie letztes Jahr diese nicht schaffte, sie kam nicht mit.
(Muss noch erwähnen sie hat am 30.05. Geburtstag, kam also schon mit als eine der Jüngsten in der Schule.)
Schon da war die Rede davon, sie auf eine Förderschule zu schicken.

Letztes Jahr im August!, also kurz nach dem Schulanfang, kam für 2 Stunden eine Lehrerin der Förderschule in den Unterricht, um unsere Tochter zu beobachten.
Im Auswertungsgespräch war jedes 2.Wort "schüchtern".

Ich meinte, deshalb geben wir sie nicht auf eine Förderschule. Ich war früher genauso und habe sogar den Realschulabschluss geschafft.
Hat sie nicht sonderlich interessiert.

Nun macht sich unsere Tochter super.
Sie hat in den Tests welche sie schreiben kaum Fehler. Liest sehr gern (dass war das Jahr vorher überhaupt nicht so) und vorallem, sie geht gern in die Schule und sucht sich auch Freunde. (War das jahr vorher auch das krasse Gegenteil.)
Nun soll sie im März für 4 Tage zur Förderschule.
Diesem haben wir schon letztes Jahr zugestimmt, machen wir also auch mit.

Allerdings sollten wir heute nochmals zur Lehrerin der Förderschule kommen, welche unsere Tochter seid August NICHT mehr gesehen hat.
Und sie drängt uns regelrecht dazu, unsere Tochter dorthin zu schicken.
Warum wohl? Klar, wegen ihrer Schüchternheit.
Aber selbst die Psychologin vom SPZ meinte, sie wäre so an der Grenze, dass die Förderschule für sie nix wäre. Allerdings dürften sie sich in schulischen Dingen nicht einmischen.

Klar haben wir Eltern das letzte Wort.
Aber habt ihr sowas auch schonmal gehört das Kinder wegen ihrer Schüchternheit in die Förderschule gesteckt werden?
(Mein Mann wurde früher gleich in die Förderschule gesteckt und ist daher prompt dagegen sie dahin zu schicken. Wenn man seine Rechtschreibung heute teilweise beurteilt, weiß man warum. Er sagt sogar, gelernt hätte er dort nix.)

LG Sandy

Beitrag von schachti2005 - 06.02.12 - 15:02 Uhr

"(Muss noch erwähnen sie hat am 30.05. Geburtstag, kam also schon mit als eine der Jüngsten in der Schule.)"
Sorry, meinte in "die Schule".

Beitrag von binnurich - 06.02.12 - 15:08 Uhr

wir haben Bekannte deren Kind schon im Kiga wegen extremer Schüchternheit (Diagnose Mutismus) behandelt wurde (Termine bei Psychologen und Ergo und ein wenig Logo)

dazu dann noch mal ein Jahr Rückstellung von der Schule

Ergebnis nach einigen Monaten: ein Kind wie jedes andere auch

Bei euch leider schon etwas spät, aber informier dich mal über Mutismus

Beitrag von delfinchen - 06.02.12 - 15:38 Uhr

Hallo,

sorry, wenn ich das jetzt so hart schreibe, aber das ist doch völliger Blödsinn.

Warum sollte ein schüchternes Mädchen in eine Förderschule geschickt werden??

Ich würde sie im März auch definitiv nicht für die vier Tage schicken. Das ist immer noch eure Entscheidung, selbst WENN ein entsprechendes Gutachten vorläge, dass euer Kind an die FS muss, könntet ihr das noch immer verweigern. Und wegen Schüchternheit? Das kann ja nicht sein!!!!!!!!!
Weißt du zufällig, was vom SPZ getestet wurde und wie das Ergebnis war?Also genaue T-Werte oder Derartiges?

Als die Förderlehrerin da war um euer Kind zu beobachten, war das doch ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt, das Jahr hatte gerade angefangen etc. Wer hat überhaupt veranlasst, dass sie kommt? Wurdet ihr darüber in Kenntnis gesetzt??

Ich finde das sehr ungewöhnlich, dass nach knapp drei Wochen Schule - wenn üebrhaupt - schon jemand aufschlägt, der ein frisch eingeschultes Kind überprüft. Gab es im Kindergarten schon irgendwelche "Probleme" oder kam das rein von der Klassenlehrerin?

Hat die Förderlehrerin dann noch mit eurem Kind alleine gesprochen und dann auch mal mit euch?

So wie sich das aus deiner Sicht darstellt, ist dein Kind halt eher ruhig und kam "zu früh" (auch wenn Muss-Kind) in die Schule (stand eine Rückstellung VOR dem Schulbeginn zur Diskussion?). Wenn "Schüchternheit" jetzt das einzige Problem ist, dann versteh ich nicht, warum auf FS gedrängt wird - ich bin immer um jedes Kind froh, dass nicht so impulsiv ist :-). Bitte nicht falsch verstehen, ich mag auch lebendige und aktive Kinder sehr gerne, sie sind oft eine Bereicherung für den Unterricht, aber es ist schon gut, dass es nicht nur solche Kinder gibt sondern auch welche, die ruhiger sind und nicht immer den Mund offen haben.

Wenn dein Kind in der Schule gar nicht spricht, dann solltest du dich mal wirklich, wie schon eine Userin vorgeschlagen hat, mit dem Thema "selektiver Mutismus" auseinandersetzen. Ansonsten freu dich, dass dein Kind jetzt Anschluss gefunden hat (sowohl schulisch als auch sozial) und lass dich auf keinen Fall zum Wechsel an eine Förderschule überreden, wenn Schüchternheit der einzige Grund dafür wäre.

Ganz liebe Grüße,
delfinchen

Beitrag von caro300 - 06.02.12 - 16:57 Uhr

Hallo Delfinchen,

bei uns war das ähnlich wie in diesem Beitrag. Es sind meistens die Lehrer, die einen Förderschullehrer rufen. Bei unserem Sohn wollte seine Lehrerin auch nach nur sehr kurzer Zeit Anfang der 1. Klasse einen solchen ordern. Wir haben uns als Eltern dagegen entschieden gewehrt und einen anderen Kooperationslehrer angefordert.

Was soll ich sagen, diese Lehrerin war von anfang an gegen unseren Sohn negativ eingestellt und hat ihn gemobbt. Mit Hilfe des von uns angeforderten Lehrers, der auch im Schulamt sitzt, ist sie gegangen worden.

Unser Sohn musste dennoch die Schule wechseln. Diese Lehrerin hatte alle Kinder gegen unseren Sohn aufgewiegelt und an der neuen Schule geht es ihm jetzt sehr viel besser. Endlich kann er sich auf das Lernen konzentrieren.

Liebe Grüße

Carola

Beitrag von delfinchen - 06.02.12 - 17:32 Uhr

Puh, das ist ja heftig...

Schlimm, dass solche Kollegen dann einfach nur an ne andere Schule gehen und dort ihr Unwesen treiben, als dass sie mal echte Sanktionen erfahren ....

Ein guter Freund von mir wurde auch zwei Wochen nach Schuljahresbeginn (1. Klasse!!!) in die Schule gebeten, weil das Kind angeblich ADS hat. Ich kenn die Lehrkraft, sie ist noch recht unerfahren.

Ich finde das ungeheuerlich, die Kinder brauchen doch erstmal Zeit, um in der Schule anzukommen. Hab vorgeschlagen, dass er zur Schulpsychologin geht, weil ich nicht glauben könne, dass das Kind ADS hat. Es stellte sich dann auch raus, dass sich das Kind einfach langweilte und daher vor sich hinträumte... . Er besucht nun eine andere Schule und ist sehr glücklich dort.
Schlimm nur, dass Kindern, deren Eltern alles unkritisch hinnehmen, durch solche Vorkommnisse die Lust an der Schule verlieren können und später zu sogenannten Schulverweigerern werden - da liegt oft geistiges Potential brach, weil in den ersten Schuljahren was ganz und gar nicht so lief, wie es sollte....

LG,
delfinchen

Beitrag von caro300 - 06.02.12 - 16:49 Uhr

Hallo Sandy,

unser Sohn hatte und hat ganz andere Probleme und geht nicht auf eine Förderschule, warum auch? Deine Tochter und ihr habt ein Recht auf eine Regelbeschulung.

Du musst deine Tochter weder probeweise, noch sonstwie auf eine Förderschule schicken.#klatsch

Es ist doch ganz klar, warum dort Lehrer Kinder abwerben wollen, den Förderschulen gehen so langsam die Schüler aus. Denn seit 2010 haben selbst behinderte Kinder in Deutschland ein verbrieftes Recht auf eine Regelbeschulung laut UN-Konvention, die Deutschland unterschrieben hat. Viele Förderschulen befinden sich somit in nächster Zeit in der Auflösung.

Warum solltest Du ein Kind, das gut in der Schule mitkommt bitteschön auf eine solche Schule bringen? Sag ab!!!!!! Tu Dir und deinem Kind den Gefallen. :-)

Liebe Grüße

Carola

Beitrag von manavgat - 06.02.12 - 17:35 Uhr

Diesem haben wir schon letztes Jahr zugestimmt, machen wir also auch mit.

Das ist ein Fehler. Ich würde die keine 10 Meter an mein Kind lassen. Diese Förderschulen sind Ghettos und entsprechen nicht mehr der Gesetzeslage. Im Schulgesetzt steht nämlich jetzt: Integration!

Mein Rat: diese Termine abblasen und dem Schulamt schriftlich mitteilen, dass Du Dich auf die Rechtslage beziehst und den Besuch der Förderschule verweigerst. Dass Du aber einer Integrationskraft aufgeschlossen gegenüber stehen würdest.

Gruß

Manavgat

Beitrag von misssaintmary - 06.02.12 - 17:42 Uhr

Hallo,

du pauschalisierst hier gebetsmühlenartig, das bei förderbedürftigen Kindern eine Einzelfallentscheidung bleiben muss. Es gibt Kinder, die sich prima integrieren lassen und Kinder, bei denen es nicht geht, weil die Rahmenbedingungen im Regelschulwesen nicht stimmen.

Ein geistig behindertes Kind ist mit einer speziell ausgebildeten Lehrkraft in einer Klasse mit 5 Schülern auf einer Förderschule mit Sicherheit besser aufgehoben als in einer normalen Sekundarstufe 1, wo schon normale, schwache Kinder zur Mobbingzielscheibe werden.

GLG
Miss Mary

Beitrag von basket - 06.02.12 - 18:06 Uhr

Danke! Du sprichst mir aus der Seele! Ich bin Förderschullehrerin und wir freuen uns über jedes Kind, dass wir zurück an die Regelschule schicken können. Wir werben bei weitem keine Schüler ab. Unser Beruf wird sich in den nächsten Jahren ändern, das wissen wir. Ich unterrichte gerne auch in der Integration. Doch leider sind viele Schüler nicht an der Regelschule zu integrieren. Ich glaube die wenigsten Eltern hätten Lust darauf, wenn schwerstmehrfachbehinderte Kinder in der Klasse ihrer Kinder sind oder Kinder, die so eine Wut in sich haben, dass sie mit Stühlen werfen oder die Mitschüler schlagen.

Oft sind es auch die Regelschulen, die lange noch nicht so weit sind die Inklusion zuzulassen. Außerdem müsste dafür unser Schulsystem komplett ändern. Ansonsten hätte auch jeder Hauptschüler das Recht auch Inklusion am Gymnasium!

Lg Basket, die ihren Job sehr gerne macht und jeden Tag die Grenzen von Inklusion sieht!

Beitrag von manavgat - 06.02.12 - 18:44 Uhr

Hier geht es aber nicht um ein schwerst-mehrfach-behindertes Kind!

Und die anderen Eltern müssen sich vielleicht auch mal was vorschreiben lassen. Schule ist schließlich keine VIP Veranstaltung.

Gruß

Manavgat

Beitrag von misssaintmary - 06.02.12 - 19:52 Uhr

Zeig mir mal einen Fall, wo Kinder wegen Schüchternheit von einer Regelschule genommen werden. Im vorliegenden Fall gab es ja auch weitere Probleme, der Schulstart verlief nicht reibungslos, das erste Schuljahr wird wiederholt. All das sind Indizien, dass noch etwas anderes im Busch sein könnte.

GLG
Miss Mary

Beitrag von schachti2005 - 06.02.12 - 21:28 Uhr

Hallo!

Danke für eure Antworten.
Es wurde ja alles schon in die Gänge geleitet, als unsere Tochter noch in der 1.Klasse war.
Sie also, so wie wir es sagen, einfach zu früh eingeschult wurde.
Also wir sagen und merken jetzt, es war einfach zu früh.
Da wir aber schon einiges unterschrieben haben (AUßER eine Einwilligung für die Förderschule) läuft es eben alles noch.
Und wie schon gesagt, jetzt klappt es super.
Sie hat jetzt auch eine neue Lehrerin, eine Erfahrene.
(Letztes Jahr hatte sie eine ganz Junge, welche gerade erst ihre 1.Klasse bekommen hat.)

Im SPZ sind wir, da unsere Tochter noch Ergotherapie und Logopädie bekommt. Dies hatte sie aber in der Stadt. Das SPZ (in der Klinik) ist aber gleich nebenan und daher kam dort alles in die Gänge, eben auch mit der Psychologin.

Ich erkläre den Rest morgen.
Uns hat ein Magen-Darm-Virus im Griff und gerade mächtig Stress mit ner Nachbarin. :-[

LG Sandy

Beitrag von misssaintmary - 06.02.12 - 19:56 Uhr

soll natürlich heißen ",was" nicht ",das".
Miss Mary

Beitrag von kati543 - 06.02.12 - 18:01 Uhr

Klar und woher nehmen wir dann auf einmal die ganzen I-Kräfte? Es gibt doch jetzt schon nicht genug für Kiga und die Einzelfälle in der Schule. Meldest du dich freiwillig?

Im Schulgesetz steht übrigens Inclusion ;-) - und das ist nur ein Wort ... ganz ohne Bedeutung. Ja, man kann sein Kind inclusiv beschulen lassen, aber die Schule bekommt dafür keinen Cent extra. Die Klassenstärke wird nicht herabgesetzt und es gibt keinen extra Lehrer. Das Kind läuft als Regelschüler.

Beitrag von manavgat - 06.02.12 - 18:48 Uhr

Wenn die Qualität nicht stimmt, dann muss man dagegen angehen. Sich deshalb auf die Separation einzulassen ist aber der falsche Weg.

BTW: Ich arbeite mit Kindern mit

AD(H)S
Asperger Syndrom
LRS
Dyskalkulie (bzw. meine Mathelehrer)
sozialen Schwiegigkeiten
Seh- und Hörbehinderten

Einige meiner Lehrer arbeiten auch als i-Kraft an einer Schule, obwohl es schlecht bezahlt ist.

Gruß

Manavgat

Beitrag von misssaintmary - 06.02.12 - 19:45 Uhr

Hallo,

arbeitest du mit diesen Kindern, während 29 andere Kinder, die z.T. auch schwierig oder verhaltensauffällig sind, daneben sitzen?

Wenn ich es richtig weiß, leitest du ein privates Nachhilfeinstitut - bei dir stehen also Schüler auf der Matte, deren Eltern es sich leisten können und wollen, ihre Kinder beim Lernen zu unterstützen - das ist ein kleiner Ausschnitt der Schülerschaft, der auf Regelschulen herumsitzt.

Daher ist es etwas vermessen, die Erfahrung, die du im priviligiertem Kreis mit priviligierten Schülern unter sehr guten Bedingungen = kleine Gruppengröße, motivierte bzw. motivierbare Schüler auf die Regelschule zu übertragen. Kein Lehrer - egal, wie gut, schafft es bei 30 Schülern allen gerecht zu werden.

Der Förderschüler nimmt dabei einen Platz von 30 ein. Bei einer Stundenlänge von 45 Minuten stehen diesem Kind rein rechnerisch 1,5 minuten zu - die stehen aber dem Hochbegabten, dem Wissbegierigen, dem ADHSler und nicht zuletzt dem normalen Schüler auch zu. In der heutigen Unterrichtsrealität sieht das genau so aus.

GLG
Miss Mary

Beitrag von delfinchen - 06.02.12 - 19:50 Uhr

Sehr gut auf den Punkt gebracht!!!

LG,
delfinchen

Beitrag von manavgat - 06.02.12 - 20:24 Uhr

Du diskutierst auf einer völlig falschen Ebene!

Deine Denke ist: wird an der Qualität gespart, gehe ich mit meinem Kind an die Förderschule.

Ich fordere einen Systemwechsel, bei dem die Eltern mit den Füßen abstimmen.

Was die Kinder bei uns anbelangt: da werden oft alle Mittel aktiviert, oft Paten oder Großeltern, ein (kleiner) Teil wird vom Jugendamt bezahlt und die betoffenen Eltern fressen oft buchstäblich den Fensterkitt um ihren Kindern irgendwie zu helfen. Die Kinder sind also priviligiert, weil sie engagierte Eltern haben.

Und ich fordere, die freigesetzten Lehrer der Förderschulen an die Regelschulen zu bestellen und die Förderschulen zu schließen!

Gruß

Manavgat

Beitrag von delfinchen - 06.02.12 - 20:39 Uhr

Hallo,

ich denke nach wie vor, dass es Kinder gibt, die an einer Förderschule besser gefördert werden können als an der Regelschule.

Es sei denn, an den Regelschulen werden Kinder mit Handicaps entsprechend "gewertet", so dass man sie nicht zusätzlich zu 25 anderen Kindern in der Klasse sitzen hat, von denen dann auch noch mindestens zehn Schüler "normalen" Handicaps wie LRS/ Dyskalkulie/ADS/ADHS/
Legasthenie/ Wahrnehmungsstörung/mangelnde Impulskontrolle usw. haben.

Die Förderlehrer, die schon an unseren Schulen sind und die Förderschullehrer, die stundenweise zu uns kommen, reichen einfach nicht aus, um den bestehenden Förderbedarf aufzufangen und die "Regelschul"lehrer haben nicht gelernt, mit solchen Handicaps (Autismus, Mutismus, ...) umzugehen. Und eine einwöchige Fortbildung reicht auch nie aus, um uns das Wissen an die Hand zu geben, das wir bräuchten. Zumal ja dann die Schülerschaft so heterogen wird, dass man mit den bestehenden Lehrplänen auch nicht mehr arbeiten kann.

Was auch nie vergessen werden darf ist, dass Regelschulen auch materiell gar nicht ausgerüstet sind, Förderschüler in der gesamten Vielfalt der Handicaps zu beschulen - wenn man nur an Hörgeschädigte oder Blinde denkt.

Die "Inklusion" wurde, wie so Vieles andere, durchgesetzt ohne durchdacht zu sein und ohne die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen. So ist ein eigentlich guter Ansatz von Vornherein zum Scheitern verurteilt.

LG,
delfinchen

Beitrag von manavgat - 06.02.12 - 21:10 Uhr

Was auch nie vergessen werden darf ist, dass Regelschulen auch materiell gar nicht ausgerüstet sind, Förderschüler in der gesamten Vielfalt der Handicaps zu beschulen - wenn man nur an Hörgeschädigte oder Blinde denkt.

dann muss man sie eben ausrüsten!

Die "Inklusion" wurde, wie so Vieles andere, durchgesetzt ohne durchdacht zu sein und ohne die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen. So ist ein eigentlich guter Ansatz von Vornherein zum Scheitern verurteilt.

Komisch. Nur in Deutschland gibt es den Förderschulen-Murks. In allen anderen Ländern kriegt man es hin. Vielleicht hätte man nur einfach ein Konzept übernehmen können?

oder

Sind unsere Behinderten irgendwie noch behinderter? #kratz

Ich vermute, die eigentlich behinderten sind die Bildungspolitiker....

.... schon mal weg duck.

LG

Manavgat

PS: die meisten unserer Schulen sind nicht mal barrierefrei. Heißt: hat sich ein Schüler nur ein Bein gebrochen, dann kann er wochenlang nicht in die Schule. Da fällt einem doch nix mehr ein.

Beitrag von delfinchen - 06.02.12 - 21:23 Uhr

"Ich vermute, die eigentlich behinderten sind die Bildungspolitiker...."

Der is gut :-DDDD.

Natürlich hätte man ein bereits bestehendes Konzept übernehmen können - aber das könnte dann eventuell ja teurer werden als das Flickwerk, das man hierzulande betreibt.

Und wer gibt schon Geld für die Bildung unserer Kinder, noch dazu für gehandicapte Kinder aus?
Wir haben doch so viele Ressourcen hierzulande, da kann man den Rohstoff Bildung getrost vernachlässigen.

(Das mit *ironie off* muss ich dir ja nicht schreiben :-))

LG,
delfinchen

Beitrag von bernsteinelfe - 07.02.12 - 07:05 Uhr

Das stimmt so nicht.
In England gibt es bspw die "special needs" Schulen, etc. Wenn dort ein Autist im Regelunterricht sitzt, hat dieses Kind einen "Assistant". Dort ist KEIN Lehrer alleine mit 29 Grundschülern. In Frankreich ebenfalls nicht.
Die Grundidee der Förderschulen in D ist gar nicht verkehrt. Das Problem ist, dass unsere Bildungspolitiker überall die Rosinen rauspicken, es aber möglichst nichts kosten soll - was ja in D kein Problem ist, da die verbeamteten Lehrer widerspruchslos alle Anordnungen umsetzen müssen.

Beitrag von misssaintmary - 06.02.12 - 23:47 Uhr

Hallo,

#winke du hast meine Frage nicht beantwortet - arbeitest du unter gleichen Bedingungen wie Lehrer im staatlichen Schulwesen?

Du vergleichst hier aber auch Äpfel mit Birnen. Das eine ist der Idealzustand, das andere der Ist-Zustand. Im jetzigen Ist-Zustand ist unter gewissen Umständen die Förderschule weitaus besser!

GLG
Miss Mary

Beitrag von manavgat - 07.02.12 - 12:26 Uhr

hier die Antwort:

ich habe in einem Kurs im Schnitt 4-5 Schüler, die alle ein Schulproblem und damit verbundene negative Erfahrungen haben. Da geht es um den aktuellen Stoff und gleichzeitig um die Lücken. Darunter durchschnittlich 2-3 mit Zusatzproblemen wie die eingangs beschriebenen.

Der Lehrer in der Schule hat im Hauptfach rund 4-5 Unterrichtsstunden für den neuen Stoff zur Verfügung. Ich habe 2 Unterrichtsstunden für alles je Fach.

Man kann lange diskutieren, wem es besser geht. Ich halte von dieser Diskussion aber nichts, weil sich letzten Endes die Betroffenen kloppen, statt an einem Strang zu ziehen und diesen Bildungspolitikern Beine zu machen.

Selbstverständlich brauchen wir in den Schulen Integrationshelfer und die müssen auch bezahlt werden.

Ich bin es leid, darüber zu diskutieren, wie der Mangel (Geld, Zeit, Ausbildung der Lehrkräfte, Ausstattung) am besten zu verwalten ist.

Gruß

Manavgat