Nächtlich mehrfach Aufwachen/Schreien/Weinen: ich reagiere gereizt! Hilfe!

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Beitrag von nane03 - 06.02.12 - 23:28 Uhr

... bin gerade so traurig und schäme mich und es tut mir so leid... fühle mich schlecht und als keine gute Mutter... gleichzeitig macht mich dieses nächtliche Aufwachen (mehrfach!) mit sofortigem Weinen/Schreien hilflos und - SOS! - gereizt!!

Heute ist die zweite Nacht, in der unsere Tochter, 5 Monate, plözlich aufwacht und sofort laut weint/schreit (sie schläft doch schon direkt neben mir im Babybay!!). Zu beruhigen ist sie nur, wenn man sie auf den Arm nimmt und aufsteht und sie über die Schulter gelegt schaukelt. Gerade hat mein Mann sich mow aufrecht ins Bett gesetzt, damit sie auf ihm weiterschläft... der Versuch, sie schlafend hinzulegen, ist ziemlich sofort schief gegangen, sie wachte wieder auf...

Ich habe sie zuerst nur im Bett sitzend auf den Arm genommen und geschaukelt etc, im Liegen geht eh nichts, noch nichmal direkt an mir mit Körperkontakt - und da wurde ich plötzlich so was von gereizt. Musste sie schnell ganz fest halten, um die nicht aprupt hinzulegen!!

Das ist so schlimm!!!
Ich habe mich innerlich gefragt bzw zu ihr gesagt: "meine Güte!! Was ist denn jetzt schon wieder los!! Was soll das?? Was willst Du denn?? Ich bin müde, herrjeh! Schlaf jetzt gefälligst!"

Ich schäme mich und es tut mir so leid... aber ich habe halt sofort das Gefühl, dass ich irgendwie Schuld bin... dass mein sie-in-den-Schlaf-Stillen nun dazu geführt hat, dass sie mit Schlafen nicht umgehen kann... ich habe Angst, dass es so weitergeht...

Ich weiß: es können die Zähne sein und sie hat gerade auch ihren ersten (leichten!) Schnupfen... seit einer Woche probieren wir Beikost mittags (sie ist nicht so ganz überzeugt), aber zwingen sie nie!... kann natürlich alles mögliche sein...

Bitte sagt mir: mache ich was falsch? Sollte ich sie (auch tagsüber?) trainieren, dass sie alleine einschlafen kann, wenn man sie hinlegt... muss ich mir Sorgen machen, dass es nun so weitergeht? Oder ist es so, dass viele babys halt so eine Phase haben und es wieder vorbei geht? Was kann ich tun, dass ich das förder (dass sie die Phase überwindet)??

Danke schon mal... ich fühle mich so ungeeignet gerade, dass es weh tut...

Beitrag von ssabrina - 06.02.12 - 23:41 Uhr

Kannst du sie nachts nicht einfach stillen und dann ablegen und das sie dann weiterschläft? So haben wir das immer gemacht.

Das mit dem alleine einschlafen ist bestimmt auch Meinungssache. Ich habe meine Maus immer in den Schlaf geschaukelt und dann irgendwann mit 10 Monaten angefangen sie in den Schlaf zu tragen. Erst seit 2 Tagen versuchen wir das Alleine einschlafen und sie ist jetzt 13 Monate alt.

Und jeder ist mal genervt. Ich bin in letzter Zeit genervt bzw. besorgt weil sie plötzlich Essen verweigert.

Beitrag von nane03 - 07.02.12 - 11:55 Uhr

Ja, stimmt schon - jeder ist mal genervt.

...das mit dem Stillen geht nicht, wenn sie nicht will und satt ist! Ich versu ch das schon, aber sie wendet sich dann ab... vielleicht zahnt sie auch einfach und es tut weh. Heute ist ja so ein Artikel auf der Startseite von urbia... das passt schon...

Beitrag von .antonia - 07.02.12 - 08:17 Uhr

solche Beiträge können wirklich einen nur rühren#liebdrueck

Die Wahrscheinlichste Antwort auf solche Schreiattacken ist in diesem Alter das gesteigerte Schmerzempfinden. Und wenn das Kind 5 Monate alt, kann es durchaus sein, dass die Zähne eine Rolle spielen können.Auch später wirst du es antreffen und leider müssen es dann nicht nur die Zähne sein.

Du wirst relativ schnell erfahen, OB es Schmerzen sind, in dem du einen Tag etwas gegen Schmerzen gibst, sollte dies etwa länger andauern. Ich würde aber in dem Falle unbedingt beim Arzt nachhaken. Viele Krankheiten kann man binnen des Tages überspielen, weil die Kinder anders interessiert sind und wenn sie dann zu Ruhe kommen, fängt es an zu weh tun.

Wenn dich etwas anderes sonst wach würde, würdest du solche Empfindungen nicht haben. Da wird es normal sein, dass man sauer ist, dass man wütend ist...Verdammt mal, muss es sein ?

Nur weil es das eigene Kind ist, soll man auf einmal freudestrahlend reagieren ? Das hat doch nichts damit zu tun, dass du dich dann um dein kind liebevoll kümmerst.

Es ist eine normale Reaktion. es ist nur gut, dass du dir deine Frust aus der Seele schreiben kannst. Beobachte dein Kind und wenn es weiter anhält, stelle es dem Arzt vor - vorsichtshalber!

Ich wünsche dir alles Gute

Beitrag von sim123 - 07.02.12 - 10:29 Uhr

Ich kenne dieses Gefühl. Auch ich hatte es als mein Sohn partout nicht einschlafen wollte und ich einfach nicht verstehen konnte wieso. Das ist normal. Wir sollten uns auch Schwächen eingestehen können. Es würde mich wundern, wenn es eine Mutter gibt die nicht irgendwann von so einer Gereiztheit übermannt wird. Wichtig ist nur, so wie du es auch machst, versuchen zu verstehen warum es so ist.

Deine Vermutung, dass es am Einschlafstillen liegt, würde ich so nicht teilen.
Was ich am Einschlafstillen kritisiere ist, dass es meist langfristiger Natur ist und niemand einem sagen kann, wann sich das Kind dies selber abgewöhnt, da jedes Kind anders ist. Außerdem ist das Kind sehr abhängig von einer (!) Person. Es KANN die Schlafdauer negativ beeinflussen. Schließlich wird das Kind in der Ausprägung seiner Selbstregulation nicht gefördert. Das heißt aber nicht, dass es nicht lernen wird sich selbst zu regulieren. Einschlafen ist ein Teil der Selbstregulation eines jeden Menschen und es ist sicherlich nicht falsch, wenn man versucht dies positiv zu beeinflussen. Viele Kinder können mit 5 Monaten alleine einschlafen, d.h. ohne Einschlafhilfen wie Einschlafstillen oder in den Schlaf Tragen. Ich finde es gut, dass du deine Tochter dabei unterstützen möchtest, dies zu lernen. Bitte unterstelle ihr dabei aber keine großen Schlafprobleme. Ich war sehr erleichtert als mein Sohn ohne Stillen in den Schlaf gefunden hat, da es auch mich aus verschiedenen Gründen belastet hat. Aber dies ist kein Grund für jede Schlafunregelmäßigkeit das Einschlafstillen zu vermuten.
Kürzlich hatte ich da einen interessanten Austausch zu dem Thema. Das kannst du dir bei Interesse hier durchlesen:
http://www.urbia.de/forum/52-schlafen/3449914-ab-wann-muessen-babys-durchschlafen/22002865

Es gibt noch einige andere Gründe, warum deine Tochter in dem Alter unruhig schlafen könnte. Du hast Zahnen und Beikoststart selber genannt. Außerdem kann das Mobilwerden eines Babys oder ein Wachstumsschub Grund für nächtliches Aufwachen sein. Das ist alles ganz normal und gehört zum Großwerden für die meisten Babys dazu. Wenn die unruhigen Nächte durch einen oder mehreren von oben genannten Ursachen hervorgerufen werden, sollte dies aber nach ein paar Tagen wieder der Vergangenheit angehören.

Schließlich gibt es ca. 6 Monaten noch das Phänomen des Nachtschrecks. Ich schreibe dir einfach mal das runter, was Megan Faure in ihrem Buch "Was mein Baby will" dazu sagt:
"Wenn das Baby nachts kreischt, schreit und wach wirkt, aber ihre Anwesenheit nicht bemerkt, erlebt es einen sogenannten Nachtschreck. Dieser unterscheidet sich vom Albtraum dadurch, dass Ihr Baby tatsächlich tief schläft, während es bei einem Albtraum aufwacht. Der Nachtschreck steht in direkter Verbindung zur Übermüdung und tritt bei Kleinkindern und Babys auf, die tagsüber nicht genügend geschlafen haben oder zu spät ins Bett gebracht wurden."

Ich wünsche dir heute viele schöne Kuschelstunden mit deiner Kleinen
#winke

P.S.: den Versuch tagsüber das Einschlafstillen abzugewöhnen kann ich unterstützen, da tagsüber Baby und Mutter meist entspannter sind als abends. Bei uns hat es tagsüber auch zum ersten mal ohne stillen geklappt.
http://www.urbia.de/archiv/forum/th-3430001/Geschafft-Baby-schlaeft-ohne-Einschlafstillen-Brust-ein.html

Beitrag von la_nadine - 07.02.12 - 11:36 Uhr

Hallo Nane03

Auch ich will dir Mut machen! Zwar schläft mein kleiner Nachts auch nicht durch, aber wir haben ihm vor einigen Wochen angewöhnt tagsüber allein zu schlafen.
Ich denke mir auch das es tagsüber erstmal entspannter läuft und man auch nicht diesen "erwartungsdruck" hat.
Es funktioniert richtig gut mitlerweile und meist ist er schon nach 2min eingeschlafen. Natürlich gibt es auch tage da ist es nicht so einfach.
Einen Tip wie du es machen kannst, kann ich dir nicht nennen, denn jedes Kind ist anders und hat andere Bedürfnisse. Probiere verschiedene Sachen, es wird schon klappen!
Wir werden das jetzt Nachts langsam einführen! Gestern war der erste Versuch...der ist leider missglückt. Aber wir setzten ihn nicht unter druck, sondern gehen das langsam an. Und wenn es heute nicht klappt, klappts halt ein anderes mal.;-)
Momentan stille ich auch alle 2 std...tags und nachts. Die letzte Woche war er nachts sogar Stündlich wach und ich war fertig mit den Nerven. Man muss sich immer wieder vor Augen halten, das er das nicht macht um uns zu Ärgern.

Alles liebe und viel Erfolg#winke

lg Nadine mit Vincent(der grad friedlich in seinem Bett schläft#verliebt)

Beitrag von derhimmelmusswarten - 07.02.12 - 18:46 Uhr

Ich habe auch einige schlimme Nächte mit meiner zweiten Tochter hinter mir (die erste schlief wie ein Stein 12 Stunden und mehr am Stück). Aber eins habe ich bei beiden Kinder niemals getan: Sie nachts hoch genommen (außer es musste mal ne Windel gemacht werden) oder rum getragen. Nie. Ich bin der festen Überzeugung, dass Babys sich daran gewöhnen und man dann im Endeffekt nachts mit einem Baby durch die Wohnung tingelt. Wenn sie wach wird gebe ich ihr den Schnuller oder die Flasche, rede leise mit ihr. Und uns hat es etwas geholfen, das Licht komplett aus zu machen.

Beitrag von hummelinchen - 07.02.12 - 22:08 Uhr

Oje, kenn ich... #schein
Bin auch so ein Mensch, der schnell garstig wird.. Aber genau daran musst du arbeiten... Bei mir hat's geklappt.. Wenn mein Zwerg doof drauf ist, nervt es mich lange nicht mehr so Dolle, wie zu Beginn...

1. Können die Zwerge bis zum 7. Lm Stress riechen ( durch die Hormone )
2. Er (sie) ist ja so hilflos, er kann ja nix anderes...
3. Lohnt es sich für niemanden, wenn ich so drauf bin...

Versuch dich innerlich runterzufahren... Ich kann dir Tipps geben, wie ich das geschafft habe... ;-)

Denn das wichtigste, um später ein ausgeglichenes Kind zu haben, ist, dass du sie rücksichtslos durch ihre Phasen trägst... #verliebt

Jaaaaa, es wird besser - wenn sie auszieht... #rofl

#liebdrueck Kopf hoch und dann schaffst du das auch.... #liebdrueck

Beitrag von josii - 08.02.12 - 15:46 Uhr

Mir ging es genau so ... und ich habe mich auch manchmal als ganz schlechte Mama gefühlt und mich geschämt. Aber so ist es nicht, Deine Gedanken sind ganz natürlich. Man muss lernen, damit umzugehen, auch wenn es wirklich nicht einfach ist. Der fehlende Schlaf, das immer wieder Aufwachen ... all das führt zur Überreizung und zerrt tierischst an den Nerven - ich kenn das zur genüge.
Im SOS Fall habe ich meine Maus kurz abgelegt und bin für 5 min raus vor die Tür an die frische Luft gegangen, auch wenn es mitten in der Nacht war - einfach nur um Runterzukommen und neuen Mut zu tanken. Auch wenn sie in diesen kurzen Minuten geschrien hat, aber als ich dann wieder zu ihr bin, war ich viel ruhiger und hab mich erneut ihrer angenommen und sie dann wieder mit viel mehr Ruhe trösten können, ohne Ärger und Wut im Bauch.
Auch tagsüber, wenn Melina mal richtig zickt und sie durchgehend meine Aufmerksamkeit will und mich ärgere, dass ich zu nix komme, dann mache ich einmal laut richtig *grrrrr..* - einfach um den Ärger loszuwerden und es funktioniert. Das Lustige daran ist, dass die Kleine das ja mitbekommt, dann immer ganz erstaunt schaut und das mittlerweile auch kann - aber mit nem total süßem verschmitzten Lächeln im Gesicht.

LG