Elterngespräch:Mitarbeit schlecht!

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Beitrag von midike - 07.02.12 - 12:01 Uhr

Hallo,

heute morgen hatte ich das halbjährliche Elterngespräch mit der Klassenlehrerin meiner Tochter, 8 Jahre, 2 Klasse. Leistungsmässig ist sie gut, allerdings lässt ihre Mitarbeit sehr zu wünschen übrig. Sie meldet sich wohl kaum von alleine und trägt auch nicht viel zum Unterricht bei. Dachte, ich falle in Ohnmacht. Unsere Maus ist alles andere als schüchtern und hat zu Hause immer die Klappe offen. Sie ist fröhlich und aufgeweckt und hat viele Ideen, so viele, dass sich gar nicht alles umsetzten lässt, was ihr alles in ihr kleines Köpfchen kommt.

Ich kann mir allerdings denken, wo es in der Schule hakt: in ihrer Klasse ist ein Mädchen, gleichalt, sehr intelligent, sehr bestimmend, sehr forsch, sehr fordernd. Sie hat mir schon einmal erzählt, dass XXX immer als erste streckt und auch immer ruft: "Ich weiss es". Vielleicht meint unsere Kleine, dass es sich ja eh nicht lohnt zu strecken, weil andere immer schneller sind? Aber dagegen kann ich ja gar nichts tun. Und das andere Mädchen wird immer und überall von allen Lehrern in den Himmel gelobt (sie sind leider auch zusammen im Ballett, da wird ihre Leistung auch immer hervorgehoben" schaut, wie toll XXX das macht, die kann eben alles") Um Mißverständnisse vorzubeugen: ich bin NICHT neidisch oder eifersüchtig auf dieses andere Kind, denn menschlich ist sie.....naja, lassen wir das.

Wie kann ich meiner Süssen den Rücken stärken, daß sie sich traut den Mund aufzumachen? Wenn ich das hier zu Hause mit ihr bespreche hält das offensichtlich nicht bis sie in der Schule ist. Und den Lehrern kann ich schließlich auch nicht verbieten, die andere zu loben (die ja tatsächtlich auch gute Leistungen erbringt). Ist so wirklich das Leben? Frech siegt und wer die stärkenen Ellenbogen hat, gewinnt? Muß ich meine Kinder zu mehr Rücksichtslosigkeit erziehen?

Bin ganz schön traurig und ratlos
habt ihr Tips?
Diana

Beitrag von kat30 - 07.02.12 - 12:14 Uhr

Hallo Diana,

unsere Tochter war anfangs auch immer sehr entäuscht, weil sie (ihrer Meinung nach ;-)) nicht so oft drangenommen wurde. Wir haben dann mal gemeinsam ausgerechnet, wieviele Fragen die Lehrerin in einer Unterrichtsstunden stellen müsste, damit alle z. b. 5x drankommen. Da war sie dann schon von beeindruckt.

Wir haben ihr dann erklärt, dass sie sich einfach weiterhin immer melden sollte, damit die Lehrerin sieht, dass sie es weiß - auch wenn diese sie natürlich nicht immer drannehmen kann. Das war ihr einfach noch nicht bewusst, dass schon das aufzeigen reicht, um der Lehrerin zu zeigen "ich weiß es" und das diese auch darauf achtet!!!

Kat

Beitrag von bambolina - 07.02.12 - 12:16 Uhr

Hallo

bevor du ein anderes "forsches Mädchen" verdächtigst, würde ich erst mal meine Tochter fragen - warum das so ist.

Hast du sie das schonmal gefragt?

lg bambolina

Beitrag von lena10 - 07.02.12 - 12:29 Uhr

Hallo,

ich finde ja, man sollte den Fehler zuerst einmal bei sich selbst bzw. in eurem Fall beim eigenen Kind suchen!

Es kann euch doch völlig egal sein, dass andere Kinder sich schneller oder häufiger melden - es ist deine Tochter, die eben nicht aufzeigt. Warum auch immer - vielleicht hat sie keine Lust, sie weiß es nicht oder sie ist zu faul dazu.

Du machst es dir sehr einfach, indem du die Schuld einem anderen Kind (das du offensichtlich nicht leiden kannst) gibst!

Gruß, Lena

Beitrag von c.l.e.o. - 07.02.12 - 12:30 Uhr

Du solltest Deiner Tochter von dem Elterngespräch erzählen und sagen, dass die Lehrerin bemerkt hat, dass Dein Kind nicht (mehr) mitarbeitet. Ich glaube, deiner Tochter ist gar nicht bewusst, dass man sie trotzdem wahrnimmt, auch wenn sie nicht dran kommt.

Betrifft das eigentlich auch andere Kinder? Die beiden Mädchen sind ja nicht allein in der Klasse. Deine Tochter muss doch sehen, dass sich andere auch bemühen und wahrscheinlich auch mal dran kommen.

Oder kann es sein, dass Deine Tochter oft auch keine Antwort weiß? Ist sie konzentriert im Unterricht? Hört sie zu oder beschäftigt sie sich mit anderen Dingen?

Beitrag von ayshe - 07.02.12 - 12:34 Uhr

Ich finde auch, daß du das erstmal mit deiner Tochter besprechen solltest, bevor du deine Vorstellungen oder Mutmaßungen anstellst.

beteiligt sie sich denn nie im unterricht oder vllt auch nur bei bestimmten Lehrern?
Ist ja auch mal eine Überlegung wert.

Ich habe mich zb selber damals nicht mehr gemeldet, weil unsere Lehrerin so laut war, ganz okay, aber nicht mein Ding.
Nächster grund war, daß man schnell als Streber abgestempelt wird, wenn man sich immer meldet und dann auch noch etwas weiß, dann meldet man sich eben auch nicht mehr.

Kurzum, es kann viele Gründe geben.
Ermittle das doch erstmal.

Beitrag von nightwitch1988 - 07.02.12 - 12:53 Uhr

hi

bevor du ein anderes kind mehr oder minder "beschuldigst", frag deine tochter doch einfach nach den gründen.

vielleicht hat sie einfach angst vor einer faklschen antwort? oder einfach keine lust?

glg

Beitrag von woodgo - 07.02.12 - 12:55 Uhr

Also frech ist das nicht, oder? Dein Kind arbeitet nicht mit und Du gibst Anderen die Schuld? Tritt Deinem Kind in den Hintern und mach Ihm klar, warum es mitarbeiten muß!

LG

Beitrag von schnabel2009 - 07.02.12 - 13:08 Uhr

wenn mein sohn immer mit den "anderen" anfängt, sage ich ihm, dass mir die "anderen" wurscht sind und das nicht meine kinder sind.

das würde ich dir auch raten, fang nicht an andere für das verhalten deiner tochter verantwortlich zu machen.
die lehrerin sieht durchaus, wenn deine tochter sich meldet, auch wenn sie nicht drangenommen wird.
mein sohn hat die gleichen probleme, obwohl er zu hause auch ganz anders ist und auch immer alles weiß--er macht halt im unterricht nicht mit und versaut sich dadurch seine noten.

ich habe mal den tipp gehört, dass man sich für jede schulstunde 5 karten auf den tisch legen soll und jedesmal wenn man sich gemeldet hat, eine karte beiseite legen. so hat das kind einen überblick darüber, wie oft es sich gemeldet hat.

lg schnabel

Beitrag von humdidum - 07.02.12 - 13:17 Uhr

Huhu,

ehrlich gesagt hört es sich doch stark nach Neid an...
Wie kommst du sonst dazu, den Charakter eines Grundschulkindes so abzuwerten, bloß weil es dir unsympathisch ist. Ich würde mal versuchen ehrlich die eigenen Gefühle diesbezüglich zu hinterfragen.

Deine Tochter weiß offensichtlich, dass sie ihre schlechte Beteiligung auf das andere Mädchen schieben kann, weil ihr deine abwertende Haltung bekannt ist. Die Abwertung (das Mädchen ist eine zickige Streberin, die alle blendet) wird so zur Strategie, um eigene "Defizite" zu kompensieren.

Das finde ich menschlich auch "...naja lassen wir das"

Es ist nicht böse gemeint. Die anderen Antworten geben ja schon gute Hinweise, was noch alles Gründe für wenig Beteiligung sein könnten.

Viele Grüße

Beitrag von mirama - 07.02.12 - 14:14 Uhr

Hallo ,
meine Tochter hatte das gleich Problem und hat sich einfach nicht melden wollen, weil sie immer dachte, die anderen lachen sie aus. Ich habe das lange mit ihr diskutiert.
Aber leider kann man die Situation einer Klasse mit 24 Schülern zuhause nicht nachstellen und so in einer Gruppe üben.
Alles Reden meinerseits brachte somit nichts.

Erst als die Klassenlehrerin meiner Tochter auf ihren Schultisch ein Meldekärtchen aufgeklebt hat und sie für jede Stunde , in der sie sich regelmäßig gemeldet hat, ein Sternchen bekommen hatte, Wurde es besser. So hatte meine Tochter immer eine Erinnerung und ein kleines Erfolgserlebnis, wenn sie sich gemeldet hat.
Is nur ein Tipp, ich weiss, viele halten auch davon nichts. Aber bei uns hat es gewirkt.

Beitrag von dornpunzel - 07.02.12 - 13:54 Uhr

Mir geht hier gerade fast die Hutschnur hoch, wenn ich deinen Post lese.

Wenn überhaupt, kann ich hier nur zwei Parteien finden, die hier etwas falsch gemacht, bzw. versäumt haben.

Zum einen finde ich es nicht richtig, einzelne Kinder in der Schule hervor zu heben. Egal, ob positiv oder negativ.

Zum anderen hast du es - so scheint es - versäumt, dein Kind zu mehr Selbstbewusstsein zu erziehen.

Beides ist aber ganz sicher nicht dem anderen Mädchen anzulasten, das gute Leistungen im Schriftlichen wie Mündlichen bringt. Soll sie schlechte Noten schreiben, damit sie nicht mehr gelobt wird? Oder sich nicht mehr melden, damit andere zum Zug kommen? Ich sehe hier nichts Rücksichtsloses. Aber ich finde es unmöglich, dass du hier ein ACHTjähriges Kind als 'menschlich ... naja' hinstellst. Weißt du, ob dieses Kind nicht vielleicht auch leidet? Kinder bekommen sehr wohl mit, wer ständig gelobt wird. Aber sie lassen ihren Unwillen darüber selten die Lehrkraft spüren.

Rede mit deiner Tochter und, falls sich dein Verdacht bestätigt, mach ihr klar, dass es völlig gleichgültig ist, ob sie dran kommt oder nicht. Was zählt ist, dass sie sich meldet und das kann ihr wohl niemand verbieten.

Beitrag von zaubertroll1972 - 07.02.12 - 14:27 Uhr

Die Lehrer mögen es gar nicht wenn die Kinder rufen: Ich weiß es! oder ähnliches. Auch schnipsen mögen sie nicht. Ich kann daher gar nicht glauben daß es so ist. Vielleicht hat sie es mal getan aber sicherlich ist es nicht bei jeder Frage so.
Es gibt immer Kinder die gut mitarbeiten und natürlich sind diese dann auch bei den Lehrern gerne gesehen oder werden gerne als Beispiel genommen.
Ich sage meinem Sohn immer wieder daß er bei jeder Frage die er weiß aufzeigen soll. Die Lehrer müssen alle Kinder dran nehmen und gerade bei denen die in der Schule ganz gut sind wissen die Lehrer oft daß die Kinder es auch wissen und sie nehmen schwächere Schüler um zu schauen ob auch die es verstanden haben oder ob sie aufpassen.
Die Lehrer registrieren es trotzdem. Sie sehen wer mit macht und wer mit denkt.
Ich habe da bei meinem zum Glück keine Probleme aber trotzdem sage ich es ihm immer wieder.
Wieso traut sich Dein KInd nicht den Mund aufzumachen? Lacht jemand? Ich denke man sollte auch einfach nicht die Schuld immer bei den stärkeren Schülern suchen und einfach mal sehen daß es am eigenen KInd liegt und schauen daß sich das Verhalten bessert.

LG Z.

Beitrag von humdidum - 07.02.12 - 14:37 Uhr

Genau dieser Gedanke kam mir auch noch: Die wenigstens Lehrer schätzen Kinder, die ständig durch lautes rufen auf das eigene Können aufmerksam machen wollen. Das ist also wirklich eine eher kindliche Wahrnehmung.

Beitrag von engelchen28 - 07.02.12 - 14:51 Uhr

"Frech siegt und wer die stärkenen Ellenbogen hat, gewinnt?"

war schon zu meiner schulzeit so. da ging's in etwas wie folgt ab:

lehrer: der mond ist gelb.
schüler: habe ich das jetzt richtig verstanden, dass der mond nicht blau, sondern gelb ist? ahaaaa, interessant, ein gelber mond.
lehrer freut sich, weil jemand den stoff verstanden hat :-).

ich habe solche leute (in diesem fall schüler / lehrer) immer gehasst...heute noch.

auf der anderen seite: solche mitschüler wird es immer geben, in irgendeiner weise muss man sich mit denen arrangieren, ohne selbst untergebuttert zu werden. ich würde meine tochter animieren, sich häufiger zu melden. viel mehr als das kannst du nicht tun, denke ich.

Beitrag von locke1910 - 07.02.12 - 15:13 Uhr

Hi.
Lautere, auffallendere Kinder (Kollegen...) wird es immer geben - da hilft nur, dem eigenen Kind genug Hintern in der Hose mitzugeben und es zum "Machen" animieren...
Warum ich das sage? Weil ich's hier mehrfach (und selber durchhabe)**gg**
Mein Großer meinte, er muß sich nicht melden - denn: Mal wußte er nicht, ob es 150%ig richtig war oder ein anderer war schneller (wozu dann noch melden?), mal war's die Sorge, andere könnten ihn als Streber wahrnehmen...
Uswusf...
Hatten echt Fransen am Mund, ihm zu erklären, dass

a)melden IMMER richtig ist, wenn man die Antwort weiß - auch, wenn andere vielleicht schneller sind,

b) selbst, wenn er sich zum Nachfragen meldet -ist das auch gut, denn das zeigt Interesse und Mitdenken (Lehrer lieben es, wenn Kinder zeigen, dass sie dem Unterricht folgen) und

c)selbst wenn die Antwort falsch ist - und die anderen lachen; haben DIE eigentlich immer die richtige Antwort??
Aber ist auch eine Charakterfrage - wir haben Strichlisten geführt (für jedes Melden) und die Lehrer gebeten, auch mal zu gucken, ob sie ihn nach der Stunde eine Weile ein Feedback geben können.
Haben sie gerne gemacht und es half; eine "mündlich 1" ist er nicht, wird er nie, aber er liegt jetzt zwischen 2 und 3 und das reicht uns und ihm.
Das Verhalten anderer Kinder war für uns nur dann eine Entschuldigung, wenn diese zb massiv den Unterricht störten (die Kandidaten für "im Unterricht herumrennen" und "weglaufen aus der Stunde", "über Tische toben, wenn andere Übungsblätter machen " usw - nur dann...).
GlG, Locke

Beitrag von midike - 07.02.12 - 15:39 Uhr

Genau! Meine Tochter ist dumm, faul, zu bequem zum strecken und äh.....was noch gleich alles? Und ich bin das Letzte! Dann hätten wir das ja jetzt geklärt.

Ihr könnte euch weitere Antworten sparen, ich werde sie eh nicht lesen.

Beitrag von humdidum - 07.02.12 - 15:45 Uhr

Siehst du, genau wie zuvor: Abwertung der anderen ist deine Strategie.
Arbeite an deinem Selbswertgefühl.

(Küchenpsychologie vom Feinsten, aber es könnte was dran sein ;-) )

Beitrag von hummingbird - 07.02.12 - 22:55 Uhr

Ist so wirklich das Leben? Frech siegt und wer die stärkenen Ellenbogen hat, gewinnt? Muß ich meine Kinder zu mehr Rücksichtslosigkeit erziehen?

Du SELBST gehst sogar auf andere Kinder los!