Hallo!
Wir werden auf natürlichem Wege nie ein Kind bekommen, und auch mit aller modernen Medizin stehen unsere Chancen eher schlecht - vor allem auf ein gesundes Kind, das Risiko von Krankheiten wäre stark erhöht, daher wird uns abgeraten.
Wir haben uns damit eigentlich auch schon ziemlich abgefunden und uns in den letzten 8 Jahren auch ohne Kind ein gutes Leben aufgebaut, aber naja, ich bin jetzt 32, mein Mann 35, und wenn wir noch eine Adoption beantragen wollen, dann sollten wir langsam in die Puschen kommen. Nur es kommt eben immer was dazwischen - Arbeitslosigkeit, Zeitarbeit mit zu geringem Einkommen, mein Vater ist pflegebedürftig und hält mich auch ganz schön auf Trab - bisher war einfach nie eine längere stabile Phase, wo wir uns wirklich getraut hätten.
Haben wir den chancen, wenn es dauernd drunter und drüber geht?
Natürlich habe ich auch etwas Schiss dann ohne lange Vorlaufzeit von 9 Monaten sofort ins kalte Wasser geworfen zu werden... beruflich wäre es kein Problem, ich arbeite im Büro einer Reihe von privaten Kinderkrippen, da wäre mir niemand böse, und einen Krippenplatz hätte ich auch sicher, wenn ich einen will...
ich weiß es einfach nicht. Ich habe mir immer Kinder gewünscht, aber als klar war, dass es nichts wird habe ich mich irgendwo auch damit abgefunden... aber irgendwann ist die Zeit eben vorbei.
Adoption
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Beitrag von hasipferdi - 07.02.12 - 13:21 Uhr
Beitrag von jo-hanna- - 07.02.12 - 13:35 Uhr
Hi!
Unsere Geschichten sind zwar recht unterschiedlich, vor allem weil wir NIE mit dem Thema "Kinderwunsch" abgeschlossen haben und ich mir ein Leben ohne Kind auch nicht hätte vorstellen können und wollen. Trotzdem möchte ich dir kurz etwas antworten!
- Ich finde, die grundlegende Frage ist doch - Wollt ihr ein Kind?
- Den richtigen Zeitpunkt gibt es vielleicht NIE und wenn suchen nicht wir den aus
... Das habe ich in unserer gesamten KiWuZeit gelernt... Als wir begonnen haben zu üben, dachten wir "das ist der richtige Zeitpunkt" - aber irgendwas war dann doch immer: feuchte Wohnung - wir mussten umziehen; Hauskauf; Jobwechsel; Krankheit und Tod meiner Schwiegermama und und und... Und als unser Kind dann kam, war alles egal! Man schafft es immer alles einzurichten und im nachhinein war der Zeitpunkt perfekt!
- Sich einfach beim Jugendamt zu informieren und das Bewerberverfahren zu starten bedeutet auch noch nichts - aber man hat vielleicht später nicht das GEfühl etwas bereuen zu müssen, weil man es einfach nicht getan hat 
Außerdem ist es gut möglich, dass ihr lange warten müsst und bis dahin hat sich die Lebenssituation noch x-mal verändert...
Ich wünsche EUch alles Gute bei Eurer Entscheidungsfindung...
Hört auf Euer
und alles wird gut!!!!
LG
Johanna mit ihrer kleinen Prinzessin (8 Monate alt)
Beitrag von pedas - 07.02.12 - 15:50 Uhr
Ich bin auch eine überglückliche Adoptionsmami, habe erst vorgesten hier einen Beitrag erföffnet.
Was mir aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass ihr nicht sicher seid. Die Umstände sind nicht ganz so wichtig, wichtig ist ein intaktes Eheleben, gesichertes Einkommen, ein Dach über dem Kopf und viel Liebe, wenn ihr das erfüllt, werdet ihr ziemlich sicher ein Butzi bekommen.
Was ich aber eigentlich sagen möchte, seid euch sicher, den es gibt so viele wartetende Eltern und die Zahl der zu adoptierenden Babys ist irre gering.
Bei uns in Österreich kommen auf ca. 30 Kinder im Jahr, 100 angemeldetet Paare. Ich finde es ist wichtig, dass es wirklich ein Herzenswunsch ist. Für uns stand nach 6. ICSI´s fest, dass wir kinderlos bleiben (hatten uns in der Zwischenzeit für die Adoption angemeldet) denn wir hätten wahrscheinlich seelisch keinen 7. Versuch mehr ausgehalten u. dann kam der Anruf.
Nun bin ich stolze Mami, einer ganz süßen, lieben und wunderschönen Tochter und kann nur sagen: Es hätte uns nichts besseres passieren können, wir machen keinen Unterschied und lieben sie von der ersten Sekunde über alles, aber für uns war ein Leben ohne Kind auch nur schwer denkbar.
Alles Gute, viel Glück und ich hoffe, ihr findet für euch den richtigen Weg.
Beitrag von wunschkind12 - 07.02.12 - 18:34 Uhr
huhu,
also mein Mann und ich werden auch einen Adoptionsantrag stellen. Ich denke auch, den richtigen Zeitpunkt wird es nicht geben. Mein Mann und ich versuchen seit 2 Jahren ein Kind zu bekommen, hatten bisher 3 FG und nun die Diagnose OAT. Ich möchte einfach nicht mehr "sinnlos" die Zeit verstreichen lassen. Ich möchte das es vorwärts geht. Den Weg einer künstlichen Befruchtung wollen wir nicht gehen. Naja, zur Zeit ist bei uns alles im grünen Bereich. Jobmäßig, Liebe ;(, Haus,...! Man weiß aber nie, wie sich das Leben verändert, ob doch noch eigene Kinder kommen, oder einer mal seinen Job verliert. Ganz ehrlich, das sind die Dinge des Lebens. Wer es nie versucht, wird es nie wissen. Für uns war das Thema Adoption aber immer schon im Kopf. Der Wunsch danach, war bei mir zumindest immer schon da, neben den eigenen Kindern auch ein Adoptivkind zu bekommen. Wir werden sehen. Wir haben uns für Inlandsadoption entschieden. Wenn es klappt wäre es toll, wenn nicht, dann hat auch das seinen Sinn. :) Aufgeben werden wir unseren Wunsch nie. Ich finde eure Geschichten so herzerweichend. Ich weiß genau, wie es euch ergangen sein muss und das all die Schmerzen und Wunden der vergangenen Jahre nun Ruhen. Das wünsche ich mir für meinen Mann und mich auch
Beitrag von fire-and-arts - 07.02.12 - 19:17 Uhr
juhu...
ich lese hier viele beiträge über das thema adoption aber habt ihr euch mal gedanken darüber gemacht ob für euch auch ein pflegekind in frage kommen würde?!
egal ob pflege oder adoption, ihr könnt euch definitiv einen beratungstermin bei eurem zuständigen jugendamt holen.
mein mann und ich versuchen auch schon seit längerem ein eigenes kind zu bekommen und haben uns aber letztes jahr dazu entschlossen uns auch als pflegeeltern zu bewerben, der ganze prozess hat knapp ein jahr gedauert, wir braucht verdienstbescheinigungen, polizeiliche führungszeugnisse, ärztliches + psychologisches attest, es wurden hausbesuch gemacht, unzählige persönliche gespräche hatten wir und jedemenge papierkram usw. aber jetzt sind wir seit anfang januar geprüfte pflegeeltern.
egal wie ihr euch entscheidet ich wünsche euch von herzen alles alles gute und viel erfolg
lg nicky
Beitrag von hasipferdi - 09.02.12 - 11:49 Uhr
Hallo!
Klar, ein Pflegekind wäre auf jeden Fall auch eine Option, nur spielt da eben doch die Angst mit, dass das Kind irgendwann zu den Leiblichen Eltern zurück muss.
Ich weiß nicht, ob ich das überstehen würde.
Beitrag von fire-and-arts - 14.02.12 - 18:59 Uhr
juhu...
das kann ich natürlich verstehen...aber es gibt ja auch viel wo das kind bis zur vollendung des 18 lebensjahres bei den pflegeeltern bleibt, gibt ja verschiedene pflegeformen (bereitschaftspflege, kurzzeitpflege, langzeitpflege und dauerpflege)...wende dich doch einfach an das jugendamt...du kannst mich auch jederzeit anschreiben falls du noch mal fragen zu dem thema pflegekind hast.
lg nicky
Beitrag von darismama - 07.02.12 - 19:57 Uhr
Hallo,
ich kann dich auch aufmuntern, einfach den Weg zu gehen. Es sind ja viele Gespräche mit dem JA und man merkt schon ziemlich schnell, ob man dazu bereit ist und man es sich gut vorstellen kann.
Wir konnten es uns auch nie ohne Kinder vorstellen. Wir haben auch etliche Versuche durch (siehe VK), dann haben wir unseren Sohn im Alter von 6,5 Monaten in DP bekommen, wir haben uns auch sofort verliebt. Jetzt ist er schon 8,5 Jahre alt und schon lange adoptiert! Gut, dass wir doch relativ "risikobereit" waren, sonst hätten wir noch Jahre warten müssen auf ein Ado-Kind. 3 Jahre später kam noch unsere Tochter mit 9 Monaten, auch da war es wieder Liebe auf den ersten Blick, sie ist jetzt schon 5,5 Jahre.
Ich kann nur immer wieder sagen, ich würde es genauso immer wieder machen. Die Kinder lieben einen auch so sehr und es ist so wunderschön Mama und Papa zu sein.... ich kann es euch nur ans Herz legen, auch diesen Weg zu gehen. Es gibt wirklich keinen richtigen Moment, auch wenn es noch so plötzlich geht, man bekommt alles unter den Hut und ist mit Herz und Seele sofort mit dabei!
Alles Liebe und viel Glück
Meike
Beitrag von geli0178 - 07.02.12 - 21:32 Uhr
Hallo,
wir sind glückliche Adoptiv- und Pflegeeltern von zwei Kids. Die Entscheidung zur Adoption kam vor der Diagnose der Unfruchtbarkeit und das war ganz gut so. Wir haben über mehrere Jahre die Tochter unser Nachbarn mit großgezogen (gerade eingeschult) und als die Diagnose kam war der Weg zum Jugendamt nur eine Frage der Zeit.
Für meine Mann und mich war immer wichtig, das wir mit Kindern leben wollen die keine Möglichkeit auf ein liebevolles Zuhause haben, unabhänig vom Alter. Unseren großen Sohn bekamen wir als Frühgeburt in der 32SSW. Er ist ein typisches Frühchen und da er so ruhig und still war stellten wir ein paar Monate erneut den Antrag auf Inobhutnahme eines Kindes. Als unser großer gut zwei Jahre alt war gab es erneut einen Anruf vom Amt - ein kleiner Bub von gut einem halben Jahr.
Nie im Leben hätten mein Mann und ich gedacht das wir so dankbar sein würden über die einfache Art unseres älteren Kindes. Aber leider ist es ein Aberglaube der Gesellschaft das die kleinsten Kinder die einfachsten sind. Unser kleiner Kerl hat massivste köperliche und psychische traumatische Erfahrungen machen müssen - auch schon in der Schwangerschaft. Einen niedlichen Baby sieht das keiner an, es schreit nur und das Stunden - Tage - Wochen - Monate - Jahre.
Mein Mann und ich waren oft am Rande des Belastbaren, die Beziehung zu unserem großen Sohn stand auf der Kippe und alle aus dem Umfeld wussten es besser als wir. Die Ärzte kannten uns inzwischen mit Vornahmen, bei Therapeuten waren wir Dauergast und keiner konnte uns sagen was los ist. Den ersten Erfolg gab es nach drei Jahren - jetzt nach über fünf Jahren ist er endlich angekommen. Er weiß das egal was er auch anstellt er sich unserer Liebe sicher ist. Innerhalb der Familie ist viel verändert worden, wir wissen inzwischen was los ist - und das ist gut so, aber nur damit wir abschließen können. Ein Kind so zu akzeptieren wie es ist, ist nicht einfach aber es lohnt sich. Unsere Familie hat sich vergrößert, wir haben Kontakt zu Geschwistern - auch das kann nicht jede/jeder, aber die Kids sind dankbar. Es gibt uns als Eltern und dann gibt es noch die Bauchmama und den Bauchpapa. Die Kinder wachsen in dem Wissen auf das sie vom Amt gekommen sind, weil ihre Baucheltern nicht in der Lage waren sich ums sich zu kümmern. Alles andere können sie später erfahren wenn sie alt genug sind.
Und jetzt wo bei uns so langsam Ruhe eingekehrt ist, haben sich die zwei eine Schwester gewünscht. Ein Kind was kein sicheres Zuhause hat, möglichst schon aus den Windeln entwachsen und das man ganz doll lieb haben kann.
Die Entscheidung kann Euch keiner abnehmen, aber es sollte eine Frage des Herzens sein. Der Anruf kommt selten dann wenn es passt. Der erste kam kurz vor Weihnachten und mein Opa lag im sterben, der zweite war der Tag der Liebe - mein Göga 500km entfernt auf der Baustelle und der Große hatte eine Mittelohrentzündung.
Geli
Beitrag von hasipferdi - 09.02.12 - 11:54 Uhr
Danke, Du hast mir ganz schön was zum nachdenken gegeben. Natürlich weiß man auch bei einem leiblichen Kind nie, ob alles so läuft wie man es sich wünscht, aber das ist schon ein sehr schwieriger Start ins Leben. Es ist eine schwere Entscheidung...
Beitrag von dobi1970 - 08.02.12 - 10:14 Uhr
Dies ist nicht speziell an Dich gerichtet,...aber ich bin ein Adoptiv-Kind,wenn auch mittlerweile 40!
Vergesst bitte bei Euren Überlegungen niemals,dass es bei einem Adoptivkind oftmals zu schwierigen Situationen kommen kann,dafür muss man die Kraft haben.Ebenfalls lassen sich Adoptivkinder nicht mal eben so in einer Krippe oder Tagesstätte o.ä. abliefern,die Mutter gehört zum Kind!
Oftmals fürhrt dann diese Trennung zu späteren Problemen.Ein Adoptivkind hat sehr häufig Minderwertigkeitsgefühle,wenig Selbstbewusstsein,Verlustängste usw....darüber sollte man sich im Klaren sein,natürlich gibt es auch Ausnahmen...Aber man stelle sich vor,das kleine Würmchen im Bauch erfährt die ganze Schwangerschaft über nur Ablehnung und ein Gefühl des "nicht gewollt seins"....
Ich bin kein Gegner der Adoption,auf keinen Fall,und ich bin der Frau,die mich geboren hat,dankbar,dass sie mich zur Adoption freigegeben hat,denn eine bessere Kindheit hätte ich nicht haben können,...aber viele vergessen eben die Probleme,die das mit sich ziehen kann!!!
