Guten Morgen Ihr Lieben,
ich habe schon mal geschrieben. Es geht um meinen Sohn. Er ist in der 4. Klasse und wechselt im Sommer auf die weiterführende Schule. Jetzt ist es so, dass er super Noten geschrieben hat (Deutsch 1,2,1,2) und Mathe (3,1,1). In Englisch hat er geschrieben (2,1). In Deutsch und Mathe bekommt er eine zwei, in Englisch wahrscheinlich auch. Die restlichen Fächer weiß ich nicht genau. Trotzdem bekommt er nur eine Realschulempfehlung aufgrund seines ADHS's. Sein Verhalten ist ab und zu schwierig trotz Medikamenten. Aber im großen und ganzen gut. Im März fange ich eine Verhaltenstherapie an. So, jetzt würde ich ihn aber gerne trotzdem auf dem Gymnasium anmelden, da seine besten Freunde dort hingehen und es 100 m nur entfernt ist. Sein Notendurchschnitt im 3. Schuljahr war 2,18. Jetzt hat er sich in den Hauptfächern noch gesteigert. Er lernt sehr schnell. Das einzige ist, dass er sehr faul ist und ich ihn immer etwas anschubsen muss. Gestern meinte nun eine andere Mutter (Lehrerin), dass ich ihn nicht auf dem Gymnasium anmelden sollte mit einer Realschulempfehlung. Ich sehe das aber anders, da ich zu Hause sehe, dass er wirklich sehr schnell lernt und es ihm überhaupt nicht schwerfällt. Da ich mich bis Freitag entscheiden muss (Anmeldung ist dann schon) würde ich mich über Meinungen freuen....Danke schon mal an euch.
Liebe Grüße von Melody
Anmeldung auf's Gymnasium? Ja oder nein? Muss mich bis Freitag entschieden haben.
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Beitrag von melody27 - 08.02.12 - 06:14 Uhr
Beitrag von tattel - 08.02.12 - 06:44 Uhr
Hi,
ich würde es machen.
Du kennst Dein Kind am besten, lass Dich von der anderen Mutter nicht verunsichern.
Bei uns hier würde Dein Kind aufgrund seiner Noten eine Gym-Empfehlung bekommen.
VG
Tattel
Beitrag von bernsteinelfe - 08.02.12 - 07:33 Uhr
Sie kennt ihr Kind Zuhause am Besten. Ob sie es insgesamt am Besten kennt, weißt du nicht. Ich erinnere hier nur mal an Threads, in denen Eltern ihre Kinder max. 2 Stunden am Tag wirklich sehen und erleben.
Verhalten in der Schule ist nochmal ein anderes Ding als mit Mama am Küchentisch.
Das Gymnasium ist kein Zuckerschlecken und ICH hätte da meine Bedenken.
Beitrag von parzifal - 08.02.12 - 10:32 Uhr
Hängt die Empfehlung bei Euch also ausschließlich von den Noten ab?
Dann bedarf es ja gar keiner Einschätzung der Lehrerin mehr.
Geht das wirklich so schematisch bei Euch, dass die Lehrer sich Gespräche ersparen und einfach ein Blatt beifügen auf dem steht von welcher Note bis welcher man welche Empfehlung bekommt?
Beitrag von tattel - 08.02.12 - 18:26 Uhr
Hi,
wenn der Notenschnitt eindeutig ist, ja.
VG
Tattel
Beitrag von parzifal - 09.02.12 - 05:47 Uhr
Was heißt denn "eindeutig"?
Wenn einer nur 1en hat ist das z.B. bestimmt "eindeutig".
Was ist aber mit denen, die die notwendigen Gymnasialnoten nur haarscharf erreichen? Gilt dieser Automatismus auch dann? Kein Gespräch notwendig, weil immer die Gymnasialempfehlung ausgesprochen wird?
Die Empfehlung wird also streng nach den Noten ausgesprochen ohne die individuellen Fähigkeiten und Besonderheiten des Kindes zu berücksichtigen?
Also die Vergabe der Empfehlung erfolgt stur nach Schema F?
Ist das bei Euch schultypisch oder landestypisch? Falls letzteres, welches Bundesland ist das denn?
Beitrag von tattel - 09.02.12 - 21:35 Uhr
Hi,
eindeutig ist für mich, wenn der Notendurchschnitt ganz klar eine Gymnasialempfehlung ist.
Nur wenns knapp ist,wird auch nach den anderen Fächern geschaut.
Warum sollte ein Kind,, das so gute Noten schreibt wie das der Thread-Schreiberin, nicht aufs Gym ?
Beitrag von parzifal - 10.02.12 - 08:45 Uhr
Soll Deine Frage unterstellen, dass ich gegen eine Gymasialempfehlung bin?
Das bin ich ganz und gar nicht.
Beitrag von tattel - 10.02.12 - 19:37 Uhr
Was meinst Du dann ?
Beitrag von aylin80 - 08.02.12 - 07:05 Uhr
Es geht bei diesen Empfehlungen eben nicht nur um den Notendurchschnitt, sondern auch um das Gesamtverhalten. Und das ist dann der Grund, warum euch eine Reals. ausgesprochen wurde.
Du kannst dich sicherlich drüber hinwegsetzen und das machen, was du möchtest.
Ich kenne déin Kind nicht. Stutzig macht mich, dass dir eine andere Mutter (Lehrerin) abrät, denn die kennt dein Kind sicher aus Schilderungen ihres Kindes und kann das Ganze besser einschätzen.
Beitrag von bernsteinelfe - 08.02.12 - 07:39 Uhr
Ich würde dir abraten.
Du schreibst, sein Verhalten ist ab und zu schwierig trotz Medikamenten...
Das Gymnasium ist kein Zuckerschlecken, vergiss das nicht. Dein Sohn kann auch erstmal auf die Realschule und danach aufs Gymnasium wechseln. Dann hat er die schwierige Phase erstmal unter geringeren Leistungsanforderungen überwunden.
Dann schreibst du, er ist faul und du musst ihn anschubsen. So wird das nichts auf dem Gymmi.
Auf Kosten der Kinder stopfen viel zu viele Eltern ihre Kinder ins Gymnasium, das ist ein massiver Fehler. Die Wege zum Abitur sind vielfältig, lass dich mal über Umwege beraten.
Ziel soll ja sein, dass dein Sohn ein möglichst gutes Abitur macht und nicht nur einen sehr guten Realschulabschluss. Das sehe ich aber bei der Vorgeschichte nicht, zumindest nicht auf direktem Weg.
Gymnasium, speziell G8, erfordert viel Fleiß, Selbstdisziplin und Eigenverantwortung sowie Motivation. Bringt er das wirklich mit?
Denk mal nach über den Weg Realschule bis Klasse 10 und dann Wechsel in die Oberstufe des Gymnasiums. Das entspricht in etwa G9, evt. gönne ihm eine Wiederholung der 10. Klasse zum Einleben. Das ist in meinen Augen sinnvoller.
Beitrag von bluedelfin - 08.02.12 - 08:08 Uhr
hallo bernsteinelfe!!
vorallem wenn ein kind faul ist und man es anschubsen muss und sein verhalten ab und zu schwieirg ist trotz medikamenten, dann aber gute noten abliefert, gehört es auf das gymnasium!!!!
fleiß , motivation und eigenverantwortung hat der junge doch bewiesen, sonst hätte er sich nicht schulisch verbessert.......
welches kind ende 4. klasse ist selbstdizipliniert????
bei einem kind ohne ahds, gäbe es doch bei solchem notendurchschnitt ohne winpernzucken eine gymnasium-empfehlung!!!!
wir reden hier von einem notendurchschnitt unter 2,5!!! da stopft man sein kind nicht ins gymi, sondern es gehört dahin.
außerdem, ich kenne in meinem bekanntenkreis niemanden, der sein kind nicht zu lernen anschubsen muss........meine muss ich stellenweise dazu treten
)))
mensch wir waren doch auch nicht wirklich anders!!!!!!
lg bluedelfin
Beitrag von bernsteinelfe - 08.02.12 - 10:44 Uhr
Bluedelfin, ich sehe das anders, liegt aber vielleicht auch daran, dass ich selber Lehrerin bin und regelmäßig Empfehlungen zum Übergang aussprechen muss. Nach 3-6 Monaten bekommen wir dann als ehem. Lehrer das Feedback der neuen Schule und bislang lag ich immer ganz richtig. Mir tut es einfach um die Kinder leid, die auf einer Realschule mit anschließendem Wechsel ein kindgerechteres Leben ohne Nachhilfe, etc. geführt hätten, dafür aber mit Zeit für Hobbys.
Das Abitur hast du nicht mit dem Übertritt ins Gymnasium in der Tasche und für viele ist der zu frühe Wechsel aufs Gymmi gerade der Hinderungsgrund, es zu bekommen.
Ich denke, dass die Erfolgsrate höher läge, wenn man bei Zweifelsfällen den Weg RS - Oberstufe wählt. Dann hat man zumindest, wenn man durchs Abi rasselt einen guten Mittlere Reife Abschluss, anders hast du nicht mal einen Hauptschulabschluss.
Und Abi im 3er Bereich ist eh nur noch für die Tonne. Da hast du von ner 1-2er Mittleren Reife mehr.
Beitrag von bluedelfin - 08.02.12 - 07:39 Uhr
hallo melody!!!!
meld ihn auf dem gymnasium an.
die zeit wird zeigen, ob er (unabhängig von seinem ahds) dort seine leistungen halten kann.
bei diesen noten würde ich mir im moment keine gedanken über die realschule machen, denn wenn er es nicht packt, ist es doch nicht schlimm, ihn doch noch auf die realschule zu schicken.
auf einer gesamtschule, denke ist er nicht gut aufgehoben, da er wie du schreibst faul ist und du ihn anschubsen musst, könnte es dir hier passieren, dass er eben deshalb dann nicht den gymi-zug erreichen könnte.
zum anderen finde ich es sowieso nicht nachvollziehbar, warum einem kind trotz guter schulleistungen die gymnasium empfehlung verweigert wird, nur weil er ahds hat.
drücke dir fest die daumen und lass dich nicht durch andere verunsichern, denn du kennst dein kind am besten und kannst selbst einschätzen, was in ihm steckt!!!
lg bluedelfin
Beitrag von tinkerbell007 - 08.02.12 - 07:51 Uhr
Hallo,
melde ihn auf dem Gym. an.
Meine hat auch ADHS mit Medis. In der Grundschule war ihr Verhalten trotz sehr guter Noten eine Katastrophe. Habe sie trotz Lehrerprotest aufs Gymn. geschickt. Sie wurde auch genommen. Der Leistungsdruck tut ihr so gut. Ihr Verhalten hat sich total gebessert. Sie hat gar keine Zeit aus der Rolle zu fallen. Sie möchte es auch nicht und tut viel, damit sie nicht immer unangenehm auffällt.
Auch Kinder mit ADS/ADHS können viel für ihr Verhalten selbst tun, wenn sie wollen. Der Anreiz muß nur da sein. Und wenn er wirklich aufs Gymn. möchte, dann muß er auch etwas dafür tun.
Gruß
tinkerbell007
Beitrag von anja1968bonn - 08.02.12 - 08:15 Uhr
Was möchte denn Dein Sohn? Offensichtlich hat er sich ja in der letzten Zeit doch ins Zeug gelegt - auch wenn es da vielleicht immer den einen oder anderen Anstoß durch Dich braucht. Ist er unabhängig davon, dass seine Freunde auch aufs Gymnasium gehen, motiviert für das Gymnasium; oder möchte er liebe eine ruhige Kugel schieben?
Wenn Du das sichere Gefühl hast, dass er auf der Realschule unterfordert wäre, und wenn ihr wegen ADHS ja auch jetzt noch etwas unternehmt, würde ich den Schritt zum Gymnasium wagen.
Auch wir müssen am Freitag entscheiden und habe eine ähnliche Grundsituation wie ihr: Notensteigerung in der letzten Zeit, hohes Leistungsvermögen, aber Probleme beim Arbeits- und Sozialverhalten. Und je mehr unser Sohn gespürt hat, dass er für eine volle Gymnasialempfehlung mehr tun muss, um so mehr hat er sich unter Druck gesetzt gefühlt - inzwischen sind wir (Eltern und Kind) mit unserer Entscheidung für eine Gesamtschule zufrieden.
Tja, also wirklich raten kann Dir hier wahrscheinlich niemand, aber tendieren würde ich zum Gymnasium?
LG
Anja
Beitrag von carrymarry - 08.02.12 - 09:35 Uhr
Für mich gibt es nur 2 Ausschlaggebende Punkte:
1.) Will dein Sohn aufs Gymnasium?
2.) Lernt dein Sohn gerne? Wenn nicht dann würd ich ihn nicht anmelden, Gymnasium (ich war auch aufm Gymi) ist sehr arbeitsintensiv.....
Gründe wie "da gehen seine Freunde hin" und "Liegt direkt um die Ecke" finde ich nicht ausschlaggebend.
Liebe Grüße
Beitrag von bernsteinelfe - 08.02.12 - 10:46 Uhr
Er lernt wohl nicht gerne, sonst müsste sie ihn nicht anschubsen, weil er faul ist.
Für mich ist das das entscheidende ko-Kriterium.
Beitrag von barbarelle - 08.02.12 - 09:37 Uhr
Wir stehen gerade vor dem selben Problem. Noch hatten wir kein Lehrergespräch. Wenn dein Kind es möchte, dann versucht es einfach.
Letzten Endes ist kein Kind zum psychischen Wrack geworden, nur weil es vom Gymi auf die Realschule wechseln musste, wenn die Leistungen nicht gepasst haben.
Meine Tochter hat übrigens auch ADS. Ich bin der Meinung, je mehr sie gefordert ist, desto weniger Zeit hat sie Blödsinn zu machen.
LG
B
Beitrag von kathrincat - 08.02.12 - 09:40 Uhr
klar gym.was anderes würde ich bei den noten nicht machen.
Beitrag von zwergenlily - 08.02.12 - 10:07 Uhr
Liebe Melody,
ich würde das Gymnasium nehmen.
Mein Sohn ist auch stinkfaul, liederlich und Hausaufgaben werden auch selten gemacht.
Ich find es auf dem Gymnasium nicht wirklich anstrengend und ein Wechsel von der Realschule auf das Gymnasium ist immer schwieriger. Die Kinder haben es immer schwerer, sie kommen in einen gefestigten Klassenverband und müssen sich ganz schön umstellen.
Bei uns in Thüringen wird das Abi schon immer in 8 Jahren gemacht. Was ist daran so streßig, wenn ich sehe wieviel Klassenfahrten, Studienfahrten, Wandertage usw. abgehalten werden, scheint die Zeit ja nicht so knapp zu sein.
Bei uns werden Realschüler und Hauptschüler zusammen unterrichtet und ich denke auf dem Gymnasium geht es ruhiger zu, denn gerade die Hauptschüler sind ja dann auch oft die auffälligeren Kinder beim Verhalten.
Auf dem Gymnasium wird er wenigsten richtig gefordert.
LG
Beitrag von manavgat - 08.02.12 - 11:03 Uhr
Trotzdem bekommt er nur eine Realschulempfehlung aufgrund seines ADHS's
was soll denn der Quatsch!?
Wenn er trotz Medikamente ab und an Verhaltensprobleme hat, dann ist das auf jeder Schule problematisch.
Hinzu kommt: ein ADSler braucht den Thrill, Langeweile führt sehr schnell zu unerwünschtem Verhalten.
Ich würde ihn am Gymnasium anmelden und eng mit den Behandlern zusammenarbeiten. Er braucht Struktur und Ruhe.
Gruß
Manavgat
Beitrag von brokkoli - 08.02.12 - 14:18 Uhr
Hallo,
hast du mit einer Realschulempfehlung überhaupt die Chance, dass er auf deinem Wunschgymnasium angenommen würde?
Ich weiss von einigen Gymnasien in meiner Umgebung, dass diese nur Kinder annehmen, die eine eindeutige Empfehlung für´s Gymnasium haben.
Allerdings sind dies Schulen, die in den meisten Jahren mehr Anmeldungen erhalten als tatsächlich Kinder aufgenommen werden können.
Gruß
Brokkoli
