Meine Mutter ist 70 und fit in jeder Hinsicht.
Wenn ich sie besuche und sie einkaufen geht, fragt sie mich seit jeher, ob ich FLEISCH will. Es ist dabei wirklich völlig egal, von welchem Tier und welches Teil: Es kommt einfach FLEISCH auf den Tisch. Bei Wurst und Fisch differenziert sie aber sehr wohl! Und natürlich kennt sie auch beim Fleisch eigentlich die Unterschiede.
Jetzt die Frage: Kennt das hier jemand; von wem und wie alt ist der-/diejenige und aus welcher Gegend?
Ich möchte nämlich rausfinden, ob diese unterschiedslose Fleisch-Essen eine Frage von Alter, Bildung oder Region ist. Wir kommen aus Franken und ich wurde dort von den älteren Leuten öfter mal gefragt, ob ich "ä Fleisch" möchte, wenn ich zu Besuch war. Was genau, war auch da ganz selten von Bedeutung.
Es ist für ein Buchprojekt über die Gewohnheiten in Familien. Ihr würdet mir sehr helfen!
Hauptsache FLEISCH: Kennt ihr das?
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Beitrag von salvia-divinorum - 09.02.12 - 15:26 Uhr
Beitrag von misslicious - 09.02.12 - 15:32 Uhr
Hallo.....
neee kenne ich in dieser form überhaupt nicht!
Klar wird Fleisch gegessen aber nicht grundsätzlich und nicht täglich!
zumindest nicht bei uns!
Wenn Besuch kommt wird eher standardmäßig Kaffee und Kuchen angeboten!
Das kenne ich so auch aus dem bekannten und verwandten kreis !
Beste Grüße
Beitrag von anyca - 09.02.12 - 15:42 Uhr
Kenne ich sprachlich so nicht. Bei meinen Eltern (um die 70, Akademiker, in Berlin) kommt Schnitzel, Kasseler, Goulasch, Braten o.ä. auf den Tisch, nicht "Fleisch". Im Alltag ißt grade meine Mutter aber auch oft vegetarisch.
Bei uns speziell gibt es auch oft Wild, inklusive Jagdgeschichten von meinem Vater, wie er dieses Stück nun erlegt hat - manchmal für Gäste etwas gewöhnungsbedürftig
Beitrag von c.l.e.o. - 09.02.12 - 19:55 Uhr
Bei uns ist das genauso.
Meine Eltern sind Ende 50, Akademiker und stammen aus Thüringen, jagen aber nicht selbst
.
Beitrag von bruchetta - 09.02.12 - 15:48 Uhr
Ja, ich kenne das sehr gut! Meine Mutter wird dieses Jahr 70 und zu einem warmen Essen gehört bei ihr Fleisch.
Ebenso bei ihrer Familie. Sie kommt aus Schleswig-Holstein und ist definitiv so aufgewachsen.
Bei meinem Mann ist es auch so. Er ist Anfang 40 und bei ihm darf nichts fleischloses auf den Tisch.
Bei ihm kommt es ebenfalls von zu Hause, meine Schwiegermutter ist genauso.
Soweit ich weiß, werden die Essgewohnheiten in der Kindheit geprägt.
Beitrag von bruchetta - 09.02.12 - 15:54 Uhr
Ach so, das Fleisch wird bei uns auch nicht als solches benannt. Auch wir sagen Kassler, Bratwurst usw.
Beitrag von zahnweh - 09.02.12 - 15:56 Uhr
Hallo,
ja von meinem Vater. Alles was nicht Fleisch (Beilagen wurden noch geduldet war), war "zu gesund" bzw. ungesund. Er ist Kriegskind und das war das Nahrhafte und was sehr besonderes, wenn man sich das leisten konnte.
Meine Oma, seine Mutter, kochte sehr nahrhaft. Viel Mehl, viel Ei, "Zunehmerspiesen". Zum einen durch den Krieg, zum anderen durch die Gegend vom Bauernhof. Gemüse und Obst wurde zu den Mehlspeisen gegessen.
Meine Mutter, Nachkriegskind beschäftigte sich mit Rohkost und Ernährung und lehnte irgendwann Fleisch ab.
Wobei meine Mutter in die eine, mein Vater in die andere Richtung sehr extrem waren und ein Weg war, ihre insgesamt nicht wirklich glückliche Ehe auszudrücken.
Gelitten haben wir Kinder. Meine Geschwister haben eine Essstörung entwickelt und können nur selten Maß halten und ich verweigerte irgendwann alles.
Beitrag von babygirljanuar - 09.02.12 - 16:09 Uhr
mein mann! allg. alle männer die ich kenne brauchen ihr stück vieh aufm teller
Beitrag von clementi - 09.02.12 - 16:40 Uhr
Hallo,
wenn ich jeden Tag für mich kochen würde, dann würde jeden Tag Fleisch auf den Tisch kommen.
Bei meinen Eltern ist das auch so. Wenn gekocht wird, dann nur mit Fleisch. Allerdings gibt es da z.B. selten Geflügel, das mag ich lieber als Schwein.
GLG
Beitrag von kiki-2010 - 09.02.12 - 16:48 Uhr
Ach wie lustig....
Also, ich und mein Mann, wir kommen aus einem (nun, wie soll man das nennen
) "Akademiker-Haushalt", mein Mann ist Spanier, ich Deutsche und was soll man sagen: Mein Mann ist ein Fleischesser! Allerdings, es gibt fast ausnahmslos Geflügel oder Rind. Wir essen kein Schwein. Und wir achten auf eine gesunde und fettarme Zubereitung. Fette Wurst und Aufschnitt mögen wir eher nicht und als Beilage empfiehlt sich auch eher etwas Gemüsiges. Die Deutschen essen so unglaublich viel Kohlenhydrate. Das ist nicht unser Fall.
Mein Mann braucht abends daher eher ein Steak auf dem Teller statt ein klassisches "Brot".
Anders als mein Mann, esse ich nicht täglich Fleisch
Beitrag von zottel - 09.02.12 - 17:06 Uhr
Hallo
Ich komme aus Nord Rhein Westfalen und bei meinen Eltern gab es immer recht wenig Fleisch , whrend meiner Kindheit schon und auch in späteren Jahren.
Fleisch unter der Woche war ausschließlich meinem Vater vorbehalten. Das hatte einfach etwas mit der finanziellen Situation zu tun. Wenn es unter der Woche Fleisch gab war es in geringen Mengen verarbeitet für Eintöpfe und Suppen.
Sonntags gab es dann das was du warscheinlich unter Fleisch verstehst. Roulade, Braten, Kottlett , Brathuhn.
Ich glaube nicht das meine Mutter wirklich viel Ahnung von den Teilstücken der verschiedenen Tieren hatte und wie man sie zubereiten kann. Das denke ich allerdings von vielen Menschen heute noch egal ob Alt oder Jung.
Ich bin Fleischereifachverkäuferin und habe dementsprechend ein ganz anderes Verhältniss zu Fleisch und Fleischnebenprodukte.
Da ich überwiegend in Unternehmen gearbeitet habe die ihre Fleischnebenprudukte noch selbst herstellen und ihre Tiere auch noch selbst zerlegen.
Bei uns gibt es regelmäßig Fleisch, allerdings zähle ich auch sämtliche Nebenprodukte dazu. Also eine Gemüsesuppe mit Raucheinlage ist nicht Fleischlos. Und auch wenn wahrescheinlich jetzt viele Kopf schütteln, auch Hack ist Fleisch. Ich kenne viele Famiilen die von sich behaupten nur ein bis zwei mal die Woche Fleisch zu essen. Zählen aber die Mettwurst im Möhreneintopf nicht dazu. Oder die gebratenen Putenstreifen im Salat oder die Hacksosse über die Nudeln. Fleisch bedeutet bei ihen auch nur sowas wie Gulasch, Steak, Schnitzel.
Zottel
Beitrag von sandra7.12.75 - 09.02.12 - 17:33 Uhr
Hallo
Ich mußte vor Jahren mal bei Veg.Gerichte schmunzeln,da stand ne Suppe im Rezept mit Speckwürfeln.
.
Fleisch ist fleisch.
lg
Beitrag von zottel - 09.02.12 - 18:06 Uhr
Hallo,
so ging es mir erst gestern.
Ich war bei einer Freundin zu Besuch und sie sagte " Du wir essen nicht viel Fleisch heute gibt es Gemüseauflauf"
Ja super ich mag Gemüse
Und was war drin, jede Menge Kochschinken.
Erklärung meiner Freundin, Wurst zählt nicht unter Fleisch.
Zottel
Beitrag von nele27 - 10.02.12 - 10:49 Uhr
***
Ich kenne viele Famiilen die von sich behaupten nur ein bis zwei mal die Woche Fleisch zu essen. Zählen aber die Mettwurst im Möhreneintopf nicht dazu. Oder die gebratenen Putenstreifen im Salat oder die Hacksosse über die Nudeln.
***
Richtig.
Es ist wohl gerade "in", zu behaupten nur 2x die Woche Fleisch zu essen und da wird bei den eifrigen Erzählungen das Zusammengefegte was man jeden Tag auf dem Brot hat, gern vergessen
Beitrag von berry26 - 09.02.12 - 17:07 Uhr
Hi,
ich komme auch aus Franken und kenne das nicht.
Bei uns gibt es auch Schweinebraten, Sauerbraten, Schnitzel, Lamm oder Straußensteak aber nicht nur Fleisch! Habe ich auch noch nie von jemanden gehört ausser man sitzt am Tisch und der Gastgeber fragt ob es noch ein Stück "Fleisch" oder "Braten" sein darf. Dann ist allerdings vorher bekannt was es genau gibt!
LG
Beitrag von twins - 09.02.12 - 18:44 Uhr
Bei uns war es anders....hoher Norden bei HH.
Bei uns gab es sonntags immer Fleisch, Samstag Suppe und der Rest der Woche eher ein Mischmasch. Das war so in den 70-80 er Jahren.
Meine Eltern waren normale Arbeiter und waren damals um die 40 Jahr alt.
Bei meiner Schwiegereltern war es ähnlich, wobei der Vater Jäger war und es dadurch öfters Fleisch gab. Aber ein muss war es nie unter der Woche.
Grüße
Lisa
Beitrag von sassi31 - 09.02.12 - 19:39 Uhr
So kenne ich das auch noch aus meiner Kindheit. Später gabs dann auch sonntags mal ein vegetarisches Gericht.
Beitrag von emilia82 - 09.02.12 - 18:48 Uhr
Wir sind aus Rheinland Pfalz, an der Grenze zum Saarland! Bei uns wird nicht von Fleisch im allgemeinen geredet, sondern dann von dem entprechenden Teil oder Tier! Wir haben aber auch viele traditionelle Gerichte ohne Fleisch! Dippelabbes, Hawedampnudele, Hooriche, Grumbeerwaffele, ... da braucht man nicht immer Fleisch! Nur Sonntags, da ist es eher Tradition! Wurst wird hier viel gegessen! Vorallem Lyoner, den es sonst nirgends gibt!
Beitrag von sunflower.1976 - 11.02.12 - 21:02 Uhr
Hallo!
Lustige Begriffe!
Die Grumbeere kenne ich noch (heißt hier in der Eifel so ähnlich). Aber ansonsten versteh ich nur "Bahnhof" 
Dann sind die Eifeler mit ihren "Kröbbelches" (Kartoffelpuffer) doch nicht so "schlimm" 
LG Silvia
Beitrag von sterni84 - 09.02.12 - 19:51 Uhr
Hallo,
meine Oma ist 81 Jahre alt und ich fahre regelmäßig mit ihr einkaufen. Sie geht grundsätzlich nur da einkaufen, wo es auch eine Fleischtheke gibt und kauft dann mal schnell für 30 € Fleisch ein. Mein Opa ist seit 10 Jahren tot, aber Oma kauft immer noch in größeren Mengen und friert dann alles ein.
Die Tiefkühltruhe meiner Oma ist zu 90 % mit Fleisch gefüllt. Da ist dann von Dicker Rippe bis Rinderbraten, Speck usw. alles dabei. Soweit ich weiß, isst Oma täglich Fleisch.
Wir essen selten Fleisch und wenn dann nur Hühnchen oder Gehacktes.
LG Lena
Beitrag von alpenbaby711 - 09.02.12 - 19:57 Uhr
Hab ich so noch nie erlebt. Aber vielleicht ist gerade für die ältere Generation Fleisch noch etwas besonderes wenn Besuch kommt weils das früher dann gab oder auch nicht so oft. Daher bietet man das dann halt auch an. Zumindest sowas schoß mir als erstes durch den Kopf.
Ela
Beitrag von witch71 - 09.02.12 - 20:10 Uhr
Unterfranken.
Früher, bei Oma: Viel Gemüse, Eintöpfe, mein damaliges Leibgericht Spinat mit Spiegelei und Kartoffeln. Da gabs Fleisch "dazu" aber eben nicht als Hauptzutat zu jedem warmen Essen. Auch viele Süßspeisen, z.B. legendären Kaiserschmarrn (mit Rosinen). War aber keine Kostenfrage, sondern Einstellungssache.
Bei meiner Mutter auch normale Fleischportionen. Panierte Schnitzel bspw. sind uns fast fremd, gabs ausschliesslich wenn wir mal auswärts gegessen haben. Freitags gern Fisch, Samstags eine Süßspeise (eben übernommen von den Großeltern).
Ich: Koche sehr gerne vegetarisch, brauche kaum Fleisch, versuche bewusst abzuwechseln. Allerdings habe ich einen wählerischen Sohn, da muss ich etwas Rücksicht nehmen und immer wenigstens eine Sache kochen, die er auf jeden Fall sehr gerne isst.
Beitrag von unicorn1984 - 09.02.12 - 20:54 Uhr
Also mein Papa weiß was ich gern esse und das isst auch meine Große gern :D
Außerdem kommen wir auch aus Franken also wir mögen Fleisch aber es ist nicht egal was für ein Teil oder welches Tier.
Mein Papa vor ein paar Wochen "Magst du Reh?" ich drauf "Weiß ich nicht, ich probier mal :D"
Aber seinen Sauerbraten kann nichts auf der Welt toppen :D
Beitrag von pigger - 09.02.12 - 21:09 Uhr
hallo
meine mutter 75 aus dem schwarzwald , aber seit über 50 jahren in der schweiz, braucht nach wie vor ihr stück kuchen und kaffe am nachmittag 

.
mein leider verstorbener vater hatte sehr gern täglich ein stück fleisch und mit genau diesen worten
egal was es war...... wenn es den die finanzen zuliesen
.
ich ein mischmasch aus diesen kulturen, esse sehr gerne fleisch(wurstwaren und ähnliches ausgenommen) aber nicht täglich und kein schweinefleisch.
pigger
Beitrag von lagefrau78 - 09.02.12 - 23:57 Uhr
Hallo!
Ich komme aus Nordrhein-Westfalen und kenne es von meinen Großeltern (Mitte 80), dass Fleisch eine große Bedeutung hat. Auch bei ihnen wird nicht wirklich differenziert, welche Art Fleisch auf den Tisch kommt; Hauptsache, es ist welches dabei.
Besonders deutlich wurde das, als ich mich entschied, vegetarisch zu leben - danach war Oma immer einigermaßen ratlos, was es denn wohl zu essen geben könnte. Fleisch war und ist schon etwas Besonderes und wenn Besuch kommt - noch dazu die weit weg lebende Enkelin - muss natürlich was Ordentliches auf den Teller. Sie gehen auch immer noch davon aus, dass ich bald wieder zur Vernunft komme.

Ich glaube, das hat etwas mit der entbehrungsreichen Zeit nach dem Krieg zu tun. Heutzutage kann sich jeder Fleisch leisten und es ist für diese Generation absolut nicht nachzuvollziehen, wie man darauf verzichten kann.
Viele Grüße!
