Milchzahnkaries - was tun?

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Beitrag von lurchimama 28.03.12 - 22:23 Uhr

Hei Ihr ,

ich bin grad echt total niedergeschlagen und brauche Rat...:(

War heute mit meinem Kleinen (17 Monate) beim Kinderzahnarzt, weil mir aufgefallen ist, dass er braune Verfärbungen an den Schneidezähnen hat. Diagnose: Milchzahnkaries! Das war echt ein Schock, weil ich sehr auf seine Ernährung bes. auf die Getränke (er trinkt fast nur Leitungswasser) achte.

Die Zahnärztin meinte, das kommt vom nächtlichen Stillen. Ich muss dazu sagen, er schläft immer sehr unruhig und wird nachts noch min. einmal gestillt. Wir haben ein Familienbett und geniessen auch die Nähe sehr. Und ich dachte immer Muttermilch sei das beste, was ich meinem Sohn geben kann, und jetzt muss ich feststellen, dass ich quasi der Grund dafür bin, dass er mit seinem noch nicht mal 2 Jahren eine Vollnarkose und Kariesbehandlung braucht...:((

Ich bin echt total fertig! Hab heute nach dem Termin erstmal einen Heulkrampf bekommen.

Wie man´s macht, macht man es verkehrt!

Ich bin noch vollkommen durcheinander. Und dabei wir putzen 2x mal täglich mit der elektrischen Kinderzahnbürste die Zähne. Aber die Zahnärztin sagte, der Karies sei soweit fortgeschritten, dass er entfernt werden muss, da sonst Zahn kaputt geht und gezogen werden muss. Sie wollte mir schon Handzettel zum Durchlesen wegen der Vollnarkose geben, hats aber dann doch gelassen, weil ich eh schon total fertig war. Und ich sollte schnellmöglich das Stillen aufhören und dann einen Termin wegen dem Vorgespräch zur Behandlung und Vollnarkose machen. Und das alles möglichst schnell, damit das Karies nicht noch mehr foranschreitet.

Nun meine Frage: Hat jemand von euch Erfahrung mit so einer Zahnbehandlung unter Vollnarkose bes. eines so kleinen Kindes ? Gibt es nicht doch alternative Behandlungsmethoden? Wie kann ich meinen Sohn möglichst schnell abstillen, damit das Karies nicht schlimmer wird?

LG

Lurchimama

PS: Entschuldigt, meinen langen Text und die oft wirren Worte, aber bin grad ziemlich durcheinander...!

Beitrag von luckylike 28.03.12 - 23:21 Uhr

hallo

upppsss das ist ja heftig, hatte sowas noch nicht gehört und musste erstmal bei google nachlesen.

habe alle kinder bis 1,5 gestillt, zähne hatten wir ab 3 monate und solche gefahr war mir nie bewusst,,, bei uns gibts sogar mal saft und süßes.

zum glück haben wir nichts.

wünsch deinem kind alles gute und das es schnell und gut vorbei geht.

wichtig ist denk ich mal das die zähne bleiben...

die narkose ist sicher nicht schön bei so kleinem kind aber empfinde ich jetzt nicht als so dramatisch ..

vg luckyylike

Beitrag von mapali 28.03.12 - 23:26 Uhr

Hallo,

Ich kann mir nicht vorstellen, dass dein Kind durch das nächtliche Stillen Karies bekommen hat. Also sollte eine Ernährungsanalyse gemacht werden, zumal du sagst, dass du deinem Kind zweimal täglich die Zähne putzt. Ich würde an deiner Stelle auf gar keinen Fall aufhören zu stillen, sondern mit einer Stillberaterin darüber sprechen.

Wünsche Dir viel Kraft,
Mapali

Beitrag von alkesh 29.03.12 - 14:18 Uhr

Meine Zahnärzten meinte auch das Stillen nicht so toll für die Zähne ist, Milchzucker ist nunmal vorhanden. Sie hat ihrem Sohn nach jedem Stillen die Zähne geputzt!

LG

Beitrag von melli1986 29.03.12 - 17:16 Uhr

Beim Stillen saugen die Kinder die Brustwarze soweit nach hinten in den Rachen, das die Milch sofort in die Speiseröhre gelangt und nicht die Zähne umspühlt.
Ganz anderst ist es allerdings bei den Flaschen, da werden die Zähne richtig umspühlt.

Ich frage mich gerade wie man nach jedem Stillen die Zähne putzen kann. Ich habe 3 Kinder und alle haben oft Stündlich getrunken und auch oft unterwegs.
Und selbst die Kinderzahnärztin rät ab öfters wie 3 mal die Zähne zu putzen, denn so kann man auch den Zahnschmelz zerstören.

Lg

Beitrag von alkesh 29.03.12 - 17:41 Uhr

Gerade nachts schlafen die Kinder doch an der Brust wieder ein, da kann ich mir das schon vorstellen!

Und das verschiedene Zahnärzte verschiedene Meinungen haben ist ja auch klar, oder?

Ich geb nur weiter was man uns auf einem Infoabend gesagt hat, mehr nicht ;-)

LG

Beitrag von zwei-erdmaennchen 28.03.12 - 23:29 Uhr

Hi,

ich bin kein Verfechter des Langzeitstillens aber ich glaube nicht, dass es vom Stillen kommt. Denn die Milch spritzt hierbei in den Nacken und umspült die Zähne nicht. Woraus trinkt er denn sein Leitungswasser?

Meine Schwägerin arbeitet in einer Kinderzahnarztpraxis und sagt, dass alle Getränke (auch Wasser) beim Umspülen der Zähne gefährlich sind. Außerdem ist sie kein Fan von elektrischen Zahnbürsten weil sie angeblich (ich gebe nur den Wortlaut wieder, habe selber davon keine Ahnung ;-)) fast ausschließlich Kinder mit Milchzahnkaries haben die mit der E-Bürste Zähne putzen #kratz Warum auch immer...

Generell würde ich mir bei solch gravierenden Diagnosen und Folgebehandlungen eine zweite Meinung einholen und nicht einfach machen lassen.

Liebe Grüße
Ina #winke

Beitrag von muehlie 28.03.12 - 23:32 Uhr

"Die Zahnärztin meinte, das kommt vom nächtlichen Stillen."

Ja, nee, is klar! Das Stillen ist ja bekanntlich an ALLEM schuld. Meine zwei "Großen" wurden noch mit über 3 Jahren nachts gestillt und haben beide KEIN Karies. Ebenso geht es vielen anderen Müttern hier im Forum. So einfach ist die Sache also nicht! Aber warum sich um andere mögliche Ursachen kümmern, wenn sich doch das Langzeitstillen, mit dem ja viele Menschen irrsinnigerweise immer noch ein Problem haben, so schön als Übel anbietet?

Es gibt, soweit ich weiß, auch eine Stellungnahme der La Leche Liga zu diesem Thema. Studien haben wohl gezeigt, dass das nächtliche Stillen das Kariesrisiko keineswegs erhöht.
Dass dein Kind Karies hat, ist sicherlich traurig. Ich kann verstehen, dass dich das mitnimmt. Aber lass dich bitte nicht noch mehr runterziehen, indem du dir selbst die Schuld an diesem Zustand gibst.

Beitrag von rico24 29.03.12 - 00:11 Uhr

Hallo!
Mein Sohn hat es auch oder hatte es.
Karies und Löcher ;((
Er bekam eine Vollnarkose ist alles gut gelaufen, ist wirklich nicht so dramatisch. Ich war nur froh, dass er wieder wach war und sofort sein Brot wieder gegessen hat ;))

Alles gute
LG
ach seine Zahnärztin hat uns sogar die E-Bürste empfohlen, hmmm...

Beitrag von liasmama 29.03.12 - 06:47 Uhr

Aaaach Mann. :-(
Du Arme!

Ich kann mich noch prima daran erinnern wie ich Rotz und Wasser geheult habe, als bei meinem Sohn Karies festgestellt wurde, allerdings war er schon 3 Jahre alt und mit viel Fingerspitzengefühl + Bestechungen haben wir's geschafft, dass er sich so hat behandeln lassen, ohne Narkose.

Ich hab mich sooo geschämt. :-(

Aber Tatsache ist, dass die Anfälligkeit für so etwas eben NICHT nur an der Zahnpflege oder der Ernährung liegt, sondern z.T. auch Anlage-bedingt ist!
Mein Mann ist echt ein penibler 4-ma-am-Tag-Minimum-Zähneputzer und hat trotzdem ständig was, ich putze wenn ich ehrlich bin nur 2 mal am Tag und manchmal auch bloß husch-husch drüber, und ich habe mit fast 28 gerade mal 2 Füllungen, beide in je einer Schwangerschaft bekommen.
Sohnemann hat meinen Kiefer aber Papas Zahnqualität, Töchterchen hat Papas Kiefer und meine Zahnqualität.
Beide wurden gleichlang gestillt, gleich ernährt, gleich oft geputzt und die Kleine hat "trotzdem" einfach top Zähne.

Mach dich nicht fertig.
Dass was gemacht werden muss ist klar, aber von "Schuld" zu sprechen, das ist einfach das letzte. #klatsch

Beitrag von miau2 29.03.12 - 08:18 Uhr

Hi,
Karies kommt doch nicht nur von Getränken. Auch Lebensmittel können dazu führen.

Und wie überrascht meine Zahnärztin war, als mein erstes Kind mit 2 Jahren noch nicht wusste, was Lutscher sind - das spricht für mich irgendwie dafür, dass die meisten z.B. diesen Zahnkiller in dem Alter bereits kennen. Nur ein Beispiel unter vielen.

Was viele auch nicht wissen (vielleicht auch für den 4-mal-täglich-Zähneputzen-Verfechter interessant): viele Lebensmittel enthalten Säuren. Das gilt für Obst, für Säfte, aber auch für alles, wo Zitronensäure zugesetzt ist. Wenn kurze Zeit danach die Zähne geputzt werden greift das den Zahnschmelz erst so richtig an. Also nach eigentlich gesunden Dingen wie Obst muss man mit dem Putzen warten - sonst richtet man gerade durch das Putzen überhaupt erst Schaden an.

Das nächtliche Stillen ist nicht optimal. Aber dafür gewaltsam abstillen? Ich habe sehr lange gestillt - und wir hatten abends die letzte Mahlzeit und konnten (als es eben kein Einschlafstillen mehr war) danach schlicht und einfach die Zähne putzen.

Zähnen sollte - sobald es geht (!, natürlich altersabhängig) eine zuckerfreie Zeit von 16 Stunden am Tag gegönnt werden. Heißt: abends nach dem Zähneputzen 12 Stunden in der Nacht (und halt keine zuckerhaltigen Getränke nachts), und nach dem Zähneputzen morgens ein zuckerfreier Vormittag (das gleichnamige Konzept, das mittlerweile in vielen Kindergärten und Grundschulen praktiziert wird kommt genau daher und hat nichts mit der Vermeidung von gewichtsproblemen zu tun).

Die im Speichel enthaltenen Stoffe können dann eine Menge Reparaturarbeit leisten. Darauf würde ich hinarbeiten - aber nicht gewaltsam von heute auf morgen.

Ich habe selbst sehr lange gestillt (den großen 16,5 Monate, den kleinen 2 Jahre) und bin eigentlich sehr dafür - ich denke aber, dass man irgendwann dazu übergehen sollte, es nicht mehr als nächtliche Einschlaf- oder Beruhigungshilfe zu verwenden, sondern da andere Methoden herauszufinden. Nähe geht auch anders. Aber wie gesagt - nicht gewaltsam von heute auf morgen.

Bei uns haben wir nächtliches Stillen irgendwann langsam durch "einfaches" Kuscheln ersetzt.

Und wirkliche "Zahnkiller" unter den Süßigkeiten (Lutscher, gezuckerte Bonbons, Karamell - alles, was an den Zähnen lange haftet oder lange im Mund gehalten wird) vermeiden wir noch heute weitestgehend. Getränke gab es schon von Anfang an nur aus dem Becher (auch Leitungswassen aus Nuckelflaschen ist schädlich für den Zahnschmelz), und da eben v.a. Wasser. Aber mal eine Saftschorle aus dem Becher schadet auch nicht - wenn man nicht direkt danach die Zähne putzt...

Viele Grüße
Miau2

Beitrag von mondbaer 29.03.12 - 10:33 Uhr

Die Antwort ist große Klasse!

Beitrag von melli1986 29.03.12 - 09:43 Uhr

Hallo

Mach dir bitte keine Vorwürfe,

Karies ist nicht immer ernährungsbedingt, oft ist auch die Zusammensetzung des Speichels oder der zu dünne und weiche Zahnschmelz schuld.
Vom Stillen allerdings kommt es garantiert nicht.

Meine große hat auch sehr große Probleme mit den Zähnen, sie hat auch in dem alter ihr erstes Loch gehabt , das ist ohne Narkose gemacht worden.
Sie war zu dem Zeitpunkt schon sehr weit und hat alles super machen lassen, das kommt aber auf das Kind an. Bei meinem Sohn hätte ich mit 3 immer noch probleme wenn er ein Loch hätte.

Meine Tochter hat mittlerweile leider schon 5 Löcher und gerade habe ich wieder eines endeckt.
Wir haben schon Speichelproben nehmen lassen und etliche gespräche was ernährung angeht, wir gehen alle 3 Monate zum Zahnarzt und putzen auch mit der Elektrischenzahnbürste (auch empfehlung eines Kinderzahnarztes) meist 3 mal täglich.
Leider bringt alles nichts die Löcher kommen immer wieder und ich hoffe, das es mit den bleibenden Zähnen besser wird (so war es nämlich bei mir).

Meine Tochter ist auch ein Kind das von sich aus fast nie zu Süßigkeiten greift und zu in dem Alter wo das erste Loch da war, hat sie noch kein Saft getrunken oder was süßes gegessen und auf Lebensmittel mit viel Zucker hab ich auch immer geachtet.
Ihr Bruder dagegen isst viel Süßes ( den muss ich IMMER bremsen) er hat sich auch noch nie gut Zähneputzten lassen, hat super Zähne, ohne verfärbung.

Daher ist das sehr oft auch anlagebedingt und nicht immer muss man sich da verrückt machen und sich ständig vorwürfe machen, was man falsch macht, selbst die Kinderzahnärztin hat und gesagt das in den meisten Fällen nicht die Süßen Lebensmittel schuld am Karies sind.

Liebe Grüße

Melanie

Beitrag von phami 29.03.12 - 09:46 Uhr

Das kann ich ja gar nicht glauben! Wir 28 Monate alt trinkt Nachts noch Milch, Folgemilch und frische Vollmilch und es ist nichts.

Beitrag von lurchimama 29.03.12 - 13:21 Uhr

Vielen, vielen Dank für eure Beiträge und Tipps!

Mir gehts jetzt wirklich schon besser.