Freundin hat schweren Hirnschaden nach Reanimation

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Beitrag von rokoko74 16.05.12 - 16:14 Uhr

Hallo zusammen,

es ist nun schon fast vier Monate her, dass meine Freundin beim Duschen umgekippt ist, Herzflimmern hatte und wiederbelebt werden mußte. Kein Mensch weiß, wie das passieren konnte.

Ich bin noch immer völlig fassungslos und begreife es nicht.

Sie ist erst 32 Jahre alt und hat zwei Kinder. Die erste Tochter ist 4 Jahre und die zweite Tochter erst 10 Monate alt.
Das ist alles so schlimm. Sie hat große Hirnschäden davon getragen, lag drei Wochen im Koma und ist jetzt in einer Reha-Klinik in Köln. Sie lernt gerade alleine zu essen und macht erste Laufversuche.

Ich kann es immer noch nicht fassen und mir tun die KInder und der Mann so unendlich Leid.
Keiner weiß, ob sie sich jemals erholen wird.

Monika,
Du fehlst mir so.
Dein Lachen, unsere Gespräche.
Ich wünsche mir nichts mehr, als dass du wieder gesund wirst.
Ich zünde hundert #kerze für dich an.

Steffi

Beitrag von ronjaleonie 16.05.12 - 22:15 Uhr

Hallo Steffi!

Besuche sie viel, lass sie nicht alleine damit stehen, sie ist in Reha ja ziemlich in deiner Nähe!!! Und schau auch, das du dem Papa mal bei den Kindern hilfst.

Die Frage nach dem WARUM lässt sich zu oft nicht klären, aber schau, sie lebt, auch wenn sie das Leben gerade neu lernen muss, versuche ihr Kraft zu schenken.

Wenn ich sowas lese, dann denke ich: Man sollte eigentlich viel viel mehr JEDEN Moment im Leben schön nutzen, mit seinen Lieben!!!

Ich drücke deiner Freundin alle Daumen und wünsche ihr viel Kraft!!!

VG
Nicole

Beitrag von stern18401 17.05.12 - 02:17 Uhr

ich wünsche viel kraft und alles alles gut#herzlich

Beitrag von liebelain 17.05.12 - 11:02 Uhr

Liebe Steffi,

Monika lebt und befindet sich auf dem Weg der Besserung. Der menschliche Organismus ist ein Wunderwerk und kann vieles, was einmal beschädigt war, wieder reparieren. Natürlich wissen wir alle, dass abgestorbene Hirnzellen unwiederbringlich verloren sind, aber auch da springen oftmals andere Bereiche des Gehirns ein, um die betroffenen Funktionen wieder in Gang zu bringen.

Sie lernt. Das ist ein wunderbares Zeichen. Sie KANN lernen. Kein Grund zur Trübsal, sondern Anlass zu Hoffnung und Freude. Wäre sie beim Duschen unglücklich gefallen, müsstet Ihr sie jetzt vielleicht auf dem Friedhof besuchen. Das müsst Ihr nicht: sie lebt. Und sie lernt. Es wird Tag für Tag besser, und selbst, wenn sie nie wieder ganz hergestellt sein wird, bleibt sie doch derselbe Mensch, der Dir so viel bedeutet.

Also hör auf, Kerzen anzuzünden. Das kannst Du in 50 oder 60 Jahren machen. Nimm sie lieber an ihrer warmen Hand und hilf ihr, sich mit den neuen Gegebenheiten zurecht zu finden. Sie kann immer noch lachen. Bring sie dazu!

Alles Gute,
liebelain

Beitrag von schwilis1 17.05.12 - 14:04 Uhr

sehr sehr schön geschrieben!

Beitrag von tingel 17.05.12 - 14:27 Uhr

Hallo Steffi,

ich möchte dir kurz von meinem Opa berichten. Nach einer OP am Herzen bekam er als seltene Komplikation eine Blutung im Herzen. Während der folgenden Notoperation erlitt er zwei Herzinfarkte. Dadurch wollte sein Herz nicht mehr und gab auf. Die Ärzte schlossen ihn an ein künstliches Herz (Maschine außerhalb des Körpers, offener Brustkorb) an und legten ihn ins künstliche Koma, um seinem Herz die Chance zu geben sich zu erholen. Sie bereiteten uns aber gleichzeitig auf das Gegenteil vor. Sie sagten, wir sollten viel Zeit bei ihm verbringen und uns eigentlich verabschieden. Eigentlich machen die Organe unter einem künstlichen Herzen nach und nach schlapp und der Körper gibt auf, aber mein Opa kämpfte. Des öfteren wurde die Leistung des künstlichen Herzen gedrosselt, um zu schauen, ob sein Herz wieder besser arbeitet. Und das tat es dann am 10.Tag auch. Mein Opa blieb ganze 20 Tage an dieser Maschine, was in dieser Uniklinik zuvor kein Mensch geschafft hatte. Er hatte jedoch auch Nierenversagen und brauchte Dialyse. Dann wollten die Ärzte ihn aus dem Koma holen. Aber mein Opa wachte nicht auf. Daraufhin vermuteten die Ärzte einen Hirnschaden und bereiteten uns darauf vor. Dann nach 10 Tagen erwachte mein Opa und konnte zu unserem Entsetzen gar nichts mehr außer die kleinen Finger bewegen. Es folgte eine schwere Zeit für unseren Opa in der Reha. Über mehrere Monate erlernte er alles neu. Der erste große Erfolg war die Entfernung der Trachealkanüle, dann der Schritt aus dem Pflegerollstuhl in den Normalen, gefolgt vom selbständigen Essen. Als er entlassen wurde, saß er noch im Rollstuhl. Doch heute ist er fast wieder der Alte. Er ist zwar nicht mehr so belastbar wie früher, aber das liegt an seinem Herzen. Er kann alles wieder machen. Ich hoffe, die Geschichte meines Opas gibt dir und der Familie deiner Freundin Kraft. Ich habe ein Wunder gesehen...
Allerdings möchte ich euch noch daraufhin weisen, dass die Psyche deiner Freundin jetzt sehr belastet ist. Sprich viel mit ihr. Mein Opa bekommt noch heute ein Antidepressiva, was auch einen wesentlichen Anteil an seiner vollständigen Genesung hat. Denn manchmal fehlte ihm einfach der Mut und der Wille weiter zu kämpfen und da half auch keine Motivation von uns mehr, da sich keiner von uns in seine Situation hineinversetzen konnte.

Ich wünsche dir und deiner Familie viel Kraft und Ausdauer....

Alles Liebe
tingel

Beitrag von schnabel2009 17.05.12 - 19:40 Uhr

liebe steffi,

monika braucht keine hundert #kerze--sie braucht DICH!!
meine freundin saß hochschwanger bei mir am bett und hat mir einfach etwas erzählt--da konnte ich noch nicht sprechen, nicht reagieren--nichts. aber ich habe sie bemerkt und mir ein bein raus gefreut.....
es ist doch super, dass sie in einer reha ist und wieder laufen lernen kann!

wenn ich mal wieder gott und die welt verfluche, dass ich nicht mehr so kann wie früher, sagt mein mann immer, dass er froh ist, dass er mit den 3 kleinen nicht zum friedhof muss, um mich zu besuchen.....das sitzt...

lg