Muslimische Hochzeit vor Geburt des Kindes

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Beitrag von punto050781 27.05.12 - 09:00 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

Ist mal eine ganz andere Frage aber vielleicht kann mir hier jemand helfen.

Ich bin seit 14 Jahren in einer Bezieng mit einem Perser, wir leben auch bereits seit 12 Jahren zusammen, haben ein Häuschen etc.

Nach 4 Jahren Kinderwunschbehandlung bin ich nun endlich schwanger.

Wir hatten im letzten Jahr einen Riesen Ärger weil mein Schatz mir einen Heiratsantrag gemacht und ich nun mit einmal nach all den Jahren nicht mehr gut für ihn laut seiner Familie bin. Diese Meinung seiner Familie hat sich vorher überhaupt nicht abgezeichnet.

Es gab dann so einen Stress in der Familie, dass uns beiden das Thema Heirat zunächst zu wieder war und wir gesagt haben, dass wir so weiter leben wie bisher. Hat immerhin schon so lange geklappt.

Nun wo ich endlich schwanger bin, besteht seine Familie zumindest auf eine Muslimische Heirat. Ich selbst bin aber Christin und möchte jetzt meinen Glauben deswegen nicht einfach ablegen. Ich bin nicht strenggläubig möchte mir jetzt aber auch nichts aufzwingen lassen.

Kann mir hier vielleicht jemand Absagen, wie so etwas abläuft und was das letztendlich für mich bedeuten würde?

Ich kann nur mit seiner Familie darüber sprechen und nach der Aktion im letzten Jahr ist mein Vertrauen da echt gebrochen.

Meinem Schatz wäre der Segen auch ganz wichtig und ich würde ihm den Gefallen auch gern tun, bin jetzt aber etwas verunsichert.

Liebe Grüße

Punto050781 #baby18+2

Beitrag von olapaloma 27.05.12 - 09:13 Uhr

Ich kenn mich da leider nicht so gut aus, bin selbst auch Christin. Aber kannst du denn nicht den muslimischen Segen bekommen, ohne selbst Muslima zu sein? Das wäre doch ne Möglichkeit wenn du nicht konvertieren möchtest. Aber wie gesagt, da kenn ich mich zu wenig aus. Wo sind denn die muslimischen Mädels hier? :-)

Beitrag von fasike 27.05.12 - 09:23 Uhr

Hallo,

Mein Mann ist auch Moslem und ich Christin.
Wir haben bis jetzt nur standesamtlich geheiratet, da ich mich noch nicht dazu entscheiden könnte zu konvertieren. Ich möchte die nur nach guter Überlegung oder evtl. auch gar nicht tun...? Standesamt hat uns bisher gereicht und ob wir später noch eine Gläubige Trauung vornehmen lassen, wissen wir noch nicht.

Lass dich nur nicht in irgend eine Rolle reindrängen, für die du nicht bereit bist!!! Es soll ja schließlich ein Schritt für den Rest des Lebens sein.

Lg fasike

Beitrag von fasike 03.06.12 - 23:29 Uhr

Was ich noch vergessen habe.

Solltest du in einer Moschee heiraten, dann ist diese Heirat in Deutschland gar nicht anerkannt. Deutschland erkennt keine Ehe die in einer Moschee geschlossen werden an. Du würdest nach deutschem Recht dann immer noch als ledig gelten.

Lg fasike

Beitrag von punto050781 27.05.12 - 09:26 Uhr

Also ich habe jetzt gerade mal gegipfelt, dass ein Muslimischer Mann auch eine Christliche Frau heiraten darf ohne, dass sie den Glauben annehmen muss.

Stimmt das so?

Sind hier ein paar Muslilimische Mitschwangere?

Beitrag von fasike 27.05.12 - 09:28 Uhr

Ja das stimmt.

Bei uns hat auch jeder seinen Glauben behalten.
Es handelt sich dann halt um eine rein formelle (Standesamt) Heirat.

Lg fasike

Beitrag von khadija2011 27.05.12 - 09:47 Uhr

Hallo, du musst dir gar keinen Kopf machen. Ein muslimischer Mann darf eine Christin heiraten. Die Hauptsache ist das du an gott glaubst. Bei der hochzeit wird wahrscheinlich jemand zu euch kommen oder ihr geht in die Moschee. Das ganze geht relativ schnell. Der mann erklärt euch dann vor Gott verheiratet und das wars.

Lg, khadija2011

Beitrag von naddensa 27.05.12 - 09:48 Uhr

Hi :-),

die muslimische Hochzeit ist denen meist wichtiger als die standesamtliche Hochzeit. Da du Schwanger bist, ist es für die Familie deines Freundes sehr wichtig, dass ihr verheiratet seid. Uneheliche Kinder sind im muslimischen Glauben verboten.

Ich habe sehr viel Ärger mit der Mutter meines Mannes, aber weil wir standesamtlich verheiratet sind, gibt sie Ruhe und ich habe das Glück, dass sie ganz weit weg in der Türkei lebt und nicht hier in Deutschland.

Du kannst die muslimische Hochzeit ein bisschen mit der kirchlichen Trauung vergleichen. Das ist keine eingetragene Ehe vor dem Gesetz sondern hat nur religiöse Hintergründe. Wenn es gar nicht anders geht, würde ich einfach das Spiel mitspielen, du weisst ja schliesslich woran du glaubst und woran nicht. Ich würde auch niemals meine Religion wechseln, wobei ich sowieso nicht glaube.
Wie macht ihr das denn mit eurem Kind? Habt ihr euch darüber schon Gedanken gemacht??

Wir lassen unser Kind später selbst entscheiden, ob es irgendeiner Religion beitreten möchte oder nicht. Wir feiern mit dem Kind Weihnachten und Ostern, genauso wie Bayram.

Liebe Grüsse

Beitrag von et-18.11.2012 27.05.12 - 09:49 Uhr

Hallo,
hatte im Familienkreis den selben Fall. Die Beiden hatten sich dann für eine wunderschöne STANDESAMTLICHE Hochzeit entschieden. Warum sollte den die Frau konventieren, was ist mit dem Mann?? Warum kann er nicht zum Christen konventieren.

Mein Apell an die Christen:

Gebt Euren Glauben nicht einfach so auf, ein Moslem würda das wohl nur übet seine Leiche tun!

Hört sich heftig an, ich weiß aber wovon ich rede...!
Sorry und Dir alles Gute !!!

Beitrag von miss20 27.05.12 - 10:34 Uhr

Hallo

Also so ganz richtig ist das nicht ... Wenn die da so streng gläubig sind dürfte dein Verlobter garnicht mit dir zusammen leben geschweige mit die schlafen !
Ein Muslim ( Mann ) darf jede Frau heiraten nicht seines religions aber nicht mit ihr Sex haben !! Das wäre wieder rum eine Sünde !!

Aber am besten fragst du in einen Perser Forum nach da erfährst du bessere Angaben als hier.. Und wenn dein Verlobter nicht in Deutschland geboren ist muss Man eh noch auf vieles anderes achten was man braucht !

Ansicht ist eine moslemische Hochzeit was ganz besonderes und ein Riesen Unterschied zur einer deutschen Hochzeit :)

Rede doch nochmal mit deinen Verlobten wie ihr euch das am besten vorstellt ...

Lg

Beitrag von our_darkness 27.05.12 - 19:13 Uhr

"Ein Muslim ( Mann ) darf jede Frau heiraten nicht seines religions aber nicht mit ihr Sex haben !! Das wäre wieder rum eine Sünde !!"

Soso. Witz des Tages. #rofl

Beitrag von mia.23 27.05.12 - 09:56 Uhr

Huhu#winke

ich bin selber Muslima elhamdulilah.und.mein.Mann auch!
Ich kenne zwar die persichen.Hochzeiten nicht aber dafuer unsere;-)

Also es wird.in.den meisten faellen schon traditionell gefeiert!
Ich kann.dir sagen das es super schoen wird denn aus eigener erfahrung kann ich dir sagen das die Muslima sehr freudlich sind und.wirklich eine richtig grosse.feier machen.mit allen Familienverwandten.und freunden. Bei uns waren.auf der Hochzeit nur 150 Leute da.qir hier in Deutschland geheiratet haben.und.im Kosovo in.meinem Heimatland hatte mein.Bruder 700 leute auf seiner Hochzeit!
Die Leute kleiden sich sehr.schoen ein und bringen alle suessigkeiten mit!
Die meisten schenken Geld und eine Praline.
Sie fangen an zu tanzen alle aufeinmal es wird super!!!

Das war jetzt so auf die.schnelle was mit eingefalle. ist wenn du noch fragen hast dann.kannst du mich anschreiben.
Ich wuensche dir alllles liebe.und das ihr bald zu dritt seit;-)

Beitrag von sahummel 27.05.12 - 09:59 Uhr

Man sollte sich das wirklich sehr gut überlegen. Gibt es nicht die Möglichkeit einer ökonomischen Trauung? Ich kann nur von meiner grosstante erzählen die von der anderen Familie dazu gezwungen wurde den katholischen Glauben anzunehmen, sie hat immer darunter gelitten und auf dem sterbebett verlangt evangelisch bestattet zu werden. Dabei ging es eigentlich nicht um den Glauben an sich sonder um die nicht Akzeptanz von ihr. Sie war trotz allem nie gut genug.

Beitrag von sahummel 27.05.12 - 10:08 Uhr

Lol ich meinte ökumenische... blödes Handy ;)

Beitrag von anyca 27.05.12 - 10:10 Uhr

"Ökonomisch" ist eine Trauung höchstens bei der Steuer!

Ob es ökumenische Trauungen zwischen Muslimen und Christen gibt, weiß ich nicht - andererseits, warum nicht, wenn es auch kirchliche Trauungen gibt, wo ein Partner nicht kirchlich ist. Aber ob das den muslimischen Schwiegereltern reicht, bezweifle ich.

Schwierig finde ich, eine religiöse Trauung ohne standesamtliche zu machen. Ich meine, sieht man sich dann als Ehepaar (was man rechtlich gesehen nicht ist) oder nicht (dann sollte man auch vor Gott nicht so tun als ob)?

Beitrag von februarchen 27.05.12 - 22:25 Uhr

Eine ökumenische Trauung zwischen Muslimen und Christen gibt es nicht. Ökumene bezeichnet die Verbundenheit zwischen christlichen Konfessionen. Die Beziehung zu anderen Religionen wird als interreligiös bezeichnet.

Beitrag von melist 27.05.12 - 10:02 Uhr

Habt ihr mal an eine ökumenische Hochzeit gedacht? Vielleicht ist das ja möglich. Ansonsten würde ich euch raten, erst mal nur standesamtlich zu heiraten, auch daraus kann man ein wunderschönes Fest feiern. :-) Die religiöse Hochzeit kann man nach der Geburt noch ausgiebig und stressfrei planen.

Ich finde es richtig, dass du deinen Glauben nicht einfach so aufgeben möchtest. Das sollte man nie für andere tun, sondern nur, wenn man sich das persönlich für sich wünscht.

Beitrag von katik76 27.05.12 - 11:31 Uhr

Hallo du, bei einer Hodscha Nikah in der Moschee musst du vorher nicht zum Islam übertreten. Habe ich selbst in einer früheren Beziehung gemacht. war ziemlich unkompliziert. damals war ich auch noch nicht sicher, ob ich konvertieren möchte. hab´s dann nicht getan und mich später auch getrennt. Nur wenn du vollster Überzeugung bist, würde ich dir raten deinen Glauben zu wechseln. Es ihm oder seiner Familie zuliebe zu machen, wäre falsch und du würdest nicht völlig dahinter stehen. Bleib du selbst. Du wirst die richtige Entscheidung treffen.
Alles Gute für euch und deine Ss.

Vlg Katik #winke

Beitrag von gestresst79 27.05.12 - 12:47 Uhr

Hallo,

Bin zwar "nur" eine konvertierte Muslima (da ich keine Religion hatte), aber hoffe, dass ich dir helfen kann.

Meine Schwiegermutter hat mich auch massiv vergrätzt, aus dem, was ich herauslesen konnte, ist es ähnlich wie bei dir, gsd ist meine aber weit weg, so dass sie mir wenigstens nicht hier vor Ort das Leben schwer machen kann.... ;-)

Also zuerst einmal musst du nicht konvertieren, die Familie sähe es mit Sicherheit gern, aber es ist allein deine Entscheidung.

Weiterhin: Dein Mann ist Perser. Also Shiit?!

Dann habt ihr 3 Möglichkeiten: Es gibt die sogenannte Zeitehe (mut'a). Dabei schwört dein Mann auf den Kur'an, das er dich zur Frau für einen bestimmten Zeitraum nimmt. Solltet ihr euch irgendwann trennen, ist zuminest das Kind in jedem Fall abgesichert. (nur bei den Shiiten!)
Die zweite Möglichkeit ist die hodsha (oder sheikh) nikah: Bei uns kam der Sheikh zu uns nach Hause, hat sich was zu unserer Geschichte erzählen lassen und unter den Augen von zwei Zeugen wurde der Ehevertrag ausgehandelt. (Brautgabe und Trennungsgeld- sieh am Besten mal unter shia-forum). Das kann man mit einer großen Hochzeitsfeier verbinden, muss aber nicht sein.
Oder aber ihr entscheidet euch für die standesamtliche Hochzeit.

Für die muslimischen Hochzeiten könnte deine Schwangerschaft allerdings kritisch gesehen werden, vor allem, wenn dein Mann tatsächlich Shiit ist. Hier zählt der Zeugungszeitpunkt als Datum für die Entscheidung eheliches oder uneheliches Kind...

Da ihr schon so lange zusammen seid, ist deine Unterschrift unter dem Ehevertrag vermutlich nur eine Formalität, mit Romantik haben muslimische Hochzeiten eher weniger zu tun, ändern wird sich für dich daher vermutlich nichts.

Wie gesagt, schau mal unter www.shia-forum.de. Da stehen einige Dinge, die du beachten kannst/sollest...

Und ansonsten: Viel Glück für Eure Ehe

LG
Gabi

Beitrag von anyca 27.05.12 - 13:00 Uhr

Solange die beiden in Deutschland leben, gelten all diese Vereinbarungen doch rechtlich nichts - bzw. das Kind ist auch unehelich abgesichert. Ein Ehevertrag setzt - wenn er gültig sein soll - erst mal eine standesamtliche Ehe voraus und muß beim Notar geschlossen werden. Alles andere sind bestenfalls private Absichtserklärungen ohne jede Rechtsfolge.

Beitrag von gestresst79 27.05.12 - 19:28 Uhr

Sicher,

Allerdings hat das Kind auf Grund der Herkunft der Eltern nicht nur in Dtl. Ansprüche...
Und wichtig ist es schon, als Deutsche zu wissen, was einem auch in muslimischen Ländern zusteht und was man notfalls auch vor dem Sharia-Gericht erstreiten kann.

Es gibt einfach Länder, da kannst du dir mit deutschen Urteilen den Allerwertesten abwischen....

LG
Gabi

Beitrag von punto050781 27.05.12 - 18:33 Uhr

Vielen dank für eure vielen Antworten.

Ich lasse mir das ganze noch mal in Ruhe durch den Kopf gehen.