Behinderung erkennen

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Beitrag von claudia0815 08.06.06 - 12:35 Uhr

Liebe Leute,

wie weit erkennt die FÄ eine Behinderung beim Baby?
Überweist sie mich an einen Spezialisten, wenn ihm etwas spanisch vorkommt?
Muss ich die FÄ darauf ansprechen oder schaut sie automatisch nach?
D.h. wenn die FÄ die ganze Schwangerschaft nix erwähnt wegen Nackenfaltenmessung, Triple-Test, Feindiagnostik etc. kann ich davon ausgehen, dass mit dem Baby soweit alles okay ist oder sollte ich von mir aus selbst zu einem Spezialisten gehen? #kratz
Reichen die 5 vorgesehen Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen?
Ich bin aus Österreich.

#danke

Lg, Claudia (12. SSW) #katze

Beitrag von kaetzchen1976 08.06.06 - 12:40 Uhr

hi
also normales weise machen sie im Spital die Nackenfalten untersuchung oder der FA und das in der 12 SSW, so war es bei mir#kratz (und jeden was ich kenn)
würde nachfragen gehen weil das ist wichtig man sieht ob es ein Mongolid ist..

bin auch als Österreich (Wien)

lg Karin

Beitrag von claudia0815 08.06.06 - 12:47 Uhr

Hallo Karin,

ich bin aus der Nähe von Graz.
Bei der Untersuchung vorige Woche, da war ich 10+6 (11. SSW), hat die FÄ hat ein paar Mal beim Kopf herumgemessen, aber nicht wirklich gesagt, was sie macht und ich hab auch nicht nachgefragt, da ich das Baby am Bildschirm angesehen habe und alles rund um mich vergessen habe.
Wo wird das im MKP eingetragen? Vielleicht hat sie was eingetragen?!
Nächste Untersuchung hab ich erst wieder am 12.07. da bin ich dann in der 17. SSW. Vielleicht macht sie es dann oder ist es da schon zu spät?

#danke

Lg, Claudia #katze

Beitrag von nintschi12 08.06.06 - 12:53 Uhr

hi claudia!

also bei meiner 1. ss hat mich der arzt automatisch ins kh für die nackenfaltenmessung überwiesen (ohne verdacht), jetzt allerdings mit verdacht....

die kann nur zw. der 12. und 13. woche (glaub ich) gemacht werden.....

ist es nicht besser, du rufst bei deiner fä an und erkundigst dich?

lg nina

Beitrag von scampal34 08.06.06 - 13:03 Uhr

Hallo ihr lieben!

Auch ich bin aus Österreich - NÖ Nähe Tulln.

Ich hatte auch so einen Fall - nachdem meine FÄ meinte mein Zwuck wäre zu klein und ich sollte nach wien in die klinik zum organscreening - hatte keinerlei aufklärung von ihr was,wie, wieso usw. nur das der ganz "scherz" ca 250 euro kosten würde und selber zu zahlen sei.

Ich habe dann den FA gewechselt - der wiederrum hat festgestellt das alles in ordnung ist.

Klar hab ich mir auch sorgen gemacht wegen behinderung und so.

Soweit ich mich bei meinen 2 SS erinnern kann - waren es mehr als 5 Untersuchungen beim FA. Wenn der Arzt es für notwendig hält bestellt er dich auch sicherlich öfter zur Überwachung.


Noch eine schöne Kugelzeit
scampal34 + zwuck (24.SSW)#freu;-)

Beitrag von knuddelsternchen 08.06.06 - 12:52 Uhr

Hallo Claudia,

also mein FA hatte bei meiner letzten SS eine Auffälligkeit entdeckt und mich deswegen dann auch zu einem Spezialisten (FA für Humangenetik) überwiesen. Bevor er diese Auffälligkeit entdeckt hatte, hatte er uns über verschiedene Untersuchungen aufgeklärt, die man machen kann, aber nicht machen muß (z.B. Fruchtwasseruntersuchung).
Der Facharzt hat dann per 4-D-Ultraschall alles viel genauer anschauen können, als mein FA. Dabei wurde auch festgestelt, daß unser Baby eine schwere Form des offenen Rückens hatte. Um noch weitere Defekte (z.B. Down-Syndrom) feststellen zu können, hatte er mir angeboten eine FU machen zu lassen. Das habe ich dann auch gemacht. Dabei kam lediglich heraus, daß wie gesagt ein offener Rücken vorlag, aber sonst keine weitere Behinderungen vorliegen. Wir haben dann noch eine genetische Untersuchung von uns beiden machen lassen, um herausfinden zu lassen, ob das Ganze vererbt war.
Bei meiner jetzigen SS habe ich zu meinem FA gesagt, daß ich nicht unbedingt eine FU machen lassen möchte (es sei denn er sieht wieder etwas Auffälliges). Aber ich habe ihn gebeten, daß er mich wieder zu dem Spezialisten überweist. Das hätte er auch so gemacht, da er mir die Nackenfaltenmessung empfohlen hatte. Leider waren wir dann mit der Nackenfaltenmessung zu spät dran. Die Schwester bei dem Facharzt für Humangenetik hat mir dann aber angeboten, daß ich einfach zu einem 4D-US vorbeikommen kann, wenn mir das schon weiterhilft. Bei diesem US war dann alles ok. Wir haben dann noch mal einen US für Feindiagnostik (Organscreening) bei dem Facharzt wahrgenommen. Auch da war alles in Ordnung.
Also frage am besten mal Deinen FA, ob er Dich zu einem Spezialisten überweisen kann (wenn Du es möchtest).
Bei uns in Deutschland werden die Frauen nicht automatisch zu solch einem Arzt geschickt (entweder, wenn Du Risikoschwangere bist oder den Arzt direkt darauf ansprichst).

Knuddelsternchen + Krümel 40. SSW

Beitrag von hanni123 08.06.06 - 13:00 Uhr

Huhu,

es gibt Dinge, die kann man erkennen, andere Dinge nicht.

ie Nackenfaltenmessung sagt lediglich aus, wie wahrscheinlich es ist, dass das Baby eine Behinderung oder Krankheit hat. In Deinem Alter ist es aber sowieso unwahrscheinlich, denn das Risiko steigt mit dem Alter. Dein Risiko fuer Down-Syndrom liegt bei der Geburt bei 1:1448, d.h. bei 0,007% (wenn ich mich nicht verrechnet habe). Sicher weiss man es nur mit einer Fruchtwasseruntersuchung. Allerdings liegt da das Risiko, dass etwas schiefgeht und man eine Fehlgeburt hat, bei ca. 1%.

Manche Fehlbildungen oder Auffaelligkeiten kann man auf dem Ultraschall sehen. Theoretisch kann aber ein Hirnschaden auch bei der Geburt auftreten, auch wenn mit dem Kind vorher alles in Ordnung war.

Der Arzt schaut automatisch nach, das ist ja sein Beruf. In D haben wir nur 3 vorgesehene Mutter-Kind-Pass Untersuchungen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Du ein behindertes Kind ist aber an sich sehr gering, mach Dir da nicht so grosse Sorgen...

http://www.esslinger-hebammen.de/praenatale_diagnostik.html

"95% aller Neugeborenen kommen gesund auf die Welt.
Etwa 2% werden im Verlauf der Schwangerschaft und Geburt geschädigt.
3% der Neugeborenen haben eine ganz oder teilweise genetisch bedingte Entwicklungsstörung.

In dieser Statistik sind alle Schädigungen erfasst, also auch gut korrigierbare Schäden, wie zum Beispiel eine Hüftdysplasie (Abflachung der Hüftsgelenkpfanne). Von den 5% der Schädigungen sind momentan längst nicht alle in der Schwangerschaft zu diagnostizieren. "

Liebe Gruesse,

Hanna

Beitrag von claudia0815 08.06.06 - 13:13 Uhr

#danke für dein Posting. Jetzt bin ich etwas beruhigter.

In beiden Familien gibt es keine Erbkrankheiten, also warum sollte dann mein Kind sowas haben?!

Lg, Claudia #katze

Beitrag von jen_pip 08.06.06 - 13:05 Uhr

Hallo Claudia!

Bin auch aus Österreich (Burgenland).
Ich habe die Nackenfaltenmessung in der 12. SSW (11+4) im Krankenhaus machen lassen. Ist zwar kein Muss, aber da sie nichts kostet habe ich sie auch machen lassen. War Gott sei Dank auch alles in Ordnung bei uns.
Zwischen der 20. und 22. SSW wird dann noch zusätzlich ein Organscreening gemacht. Das ist ebenfalls kein Muss, aber ebenfalls wieder kostenlos und somit mach ich auch das.
Sprich einfach mal deine FÄ / deinen FA darauf an.
Also bei mir im näheren Bekanntenkreis haben alle diese beiden zusätzlichen Untersuchungen machen lassen.
Sagen zwar nicht zu 100 % aus, dass mit dem Baby wirklich alles i. O. ist aber eine gewisse Beruhigung ist es halt schon, wenn man es gemacht hat und der Arzt sagt, dass alles i. O. ist.

LG, Jenny (14. SSW)

Beitrag von s_a_m 08.06.06 - 15:07 Uhr

Wenn mit "Erkennen" eine Diagnosestellung gemeint ist und nicht eine Wahrscheinlichkeitserrechnung, bei der man nur eine Tendenz erkennen kann, dann ist allgemein folgendes dazu zu sagen:

1. Etwa 95 von 100 Behinderungen entstehen während oder nach der Geburt. Von denen, die vorgeburtlich entstehen, kann nur ein Bruchteil auch vorgeburtlich sicher diagnostiziert werden und nur vereinzelt kann vor der Geburt völlig sicher etwas zu Entwicklungsprognose, Lebenserwartung usw. eines Kindes mit Behinderung gesagt werden. Auch ÄrztInnen sind letztlich nur Menschen und können sich irren. Eine Garantie für ein gesundes, nichtbehindertes Kind kann es nie geben. Die Frage "Sind sie sicher, dass mit meinem Baby alles ok ist?" kann kein Arzt ehrlich mit "Ja" beantworten. - egal wie viele Tests und Untersuchungen gemacht wurden.

2. Längst nicht alle chromosomalen / genetisch bedingten Behinderungen sind vorgeburtlich zu diagnostizieren. Zur Diagnose derjenigen, die potentiell erkennbar sind, sind invasive Untersuchungsmethoden wie z.B. die Amniozentese notwendig. Chromosomen und Gene sind nicht im Ultraschall und nicht im Blut der Schwangeren zu erkennen.

3. Längst nicht alle körperlichen Behinderungen sind vorgeburtlich zu diagnostizieren. Zur Diagnose derjenigen, die potentiell zu diagnostizieren sind, sind genaue Ultraschalluntersuchungen nötig. Der Körper des Kindes ist nicht durch Untersuchungen des Blutes der Schwangeren zu erkennen.

4. ÄrztInnen beraten allgemein und insbesondere dann, wenn sie eine erhöhte Wahrscheinlichkeit vermuten, dass das Baby nicht normgerecht ist. Wenn man sich unsicher ist, ist das Gespräch mit dem Arzt das Beste und es ist immer gut, wenn man weiß, was man eigentlich mit welchem Grad an Sicherheit wissen möchte. "Behinderung" ist da sehr allgemein und geht von beispielsweise zusammengewachsenen Fingern und einer Lippenspalte über Herzfehler, Formen der Trisomie und Spina bifida aperta bis hin zur Anencephalie.

Liebe Grüße
Sabine (http://www.regenbogenzeiten.de)

Beitrag von claudia0815 08.06.06 - 15:45 Uhr

Hallo Sabine,

vielen lieben Dank für dein ausführliches Posting #blume

Bin schon beruhigter und mache mir keine allzugroßen Sorgen mehr. Die FÄ weiß schon, was sie tut und ich vertraue ihr. Außerdem die Natur weiß schon, was sie tut...

Werde mich dann mal durch deine HP klicken.

Lg, Claudia #katze