Stromleitung..selber verlegen???

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Beitrag von thwgirl 10.08.06 - 13:13 Uhr

Hallöchen,

ich unterschreibe nächste Woche meinen Mietvetrag für die neue Wohnung#freu.

Jetzt zu meiner Frage die Stromkabel im Wohnzimmer liegen alle über Putz, also unschön auf der Wand festgenagelt #kratz

Da ich in ca. 3 Wochen ein Baby kriege und das ja auch größer wird meinte mein Vater er würde die Leitungen unter Putz legen.Selber!

Darf er das überhaupt? Ich meine er hat Ahnung und das schon öfter gemacht.

Lieben Gruß
Natascha

Beitrag von bezzi 10.08.06 - 13:37 Uhr

Vermieter fragen ?

Beitrag von waldsee 10.08.06 - 13:48 Uhr

Huhu!!

Prinzipiell und nach strenger Auslegung der Vorschriften, darf er es nicht wenn er keine entsprechende Ausbildung hat. Gerade bei Mietswohnungen ist der Vermieter zu fragen. Das ist auch später für die Haftungsfragen im Fall eines Defekts wichtig oder sogar im Fall eines Brandes. Also, nochmal, alles mit dem Vermieter absprechen und schriftlich geben lassen.

Äh, was ist das überhaupt für ne Wohnung bei der alles auf Putz liegt? War das mal ein Lager oder eine Fabrikationshalle?

Gruß

Beitrag von nobility 10.08.06 - 14:59 Uhr

Hallo Natascha,

natürlich darf er das auch ohne den Vermieter vorher zu fragen.

Für den Vermieter ist allein wichtig, das derartige Schönheitsreparaturen fachgerecht, d.h. den allgemein technisch anerkannten Regeln entspricht, ausgeführt wird.

Das war´s.

mfg
Nobility

Beitrag von waldsee 10.08.06 - 18:35 Uhr

NEIN!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Elektroinstallationen dürfen NICHT ohne Legitimation selbst vorgenommen werden. Auch wenn man das Material dazu in allen Baumärkten zu kaufen bekommt, deshalb darf es noch lange nicht selbst installieren. Man beachte die einschlägigen Vorschriften. Viele machen es zwar selbst, weil sie glauben, was kann man schon bei drei Drähten falsch machen, aber dürfen es nicht. Wenn das Kleine von der Schreiberin im Krabbelalter auf einmal leblos in der Ecke liegt, wird das Geschrei schon groß werden.

Beitrag von eilynne 10.08.06 - 16:10 Uhr

Hallo Natascha,

also Stromleitungen gehören nicht, wie von meinem Vorschreiber gesagt, zu den Schönheitsreparaturen!
In meiner letzten Wohnung gab es in der Küche genau 2 Steckdosen, bissi arg wenig.
Hab dann den Vermieter gefragt und dieser hat dem Verlegen weiterer Leitungen und Steckdosen zugestimmt, aaaber: diese mussten von einem Elektromeister abgenommen werden. naja, Schlitze hab ich selbst gekloppt, Leitungen und Steckdosen hat ein Bekannter verlegt, eben besagter Meister. Damit war die Sache gegessen.

Erkundige dich beim Vermieter. Elektro ist ein sensibles Thema, schon versicherungstechnisch.

Liebe Grüße
Eilynne

Beitrag von nobility 10.08.06 - 19:03 Uhr

Ach Mensch Eilynne.

Doch bitte nicht so eng kleinbürgerlich.

Wenn eine E-Leitung oder sonstiges Elektrisches unter der Voraussetzung allgemein anerkannter technischer Regeln des - ich füge jetzt noch für dich das speziell bezeichnete - Elektrohandwerks ausgeführt wird bzw. ist, gibt es keinerlei Probleme. "Auch nicht Versicherungstechnisch " . Versicherungstechnische Probleme gäbe es, wenn du an eine
Klingelleitung oder Lautsprecherleitung eine Waschmaschine anschließt und dann sehr wahrscheinlich ein Schwelbrand entsteht und alles abbrennt. Aber sowas wäre dann ja auch nicht nach den allgemein technischen Regeln ausgeführt.

Unter derartige Schönheitsreparaturen kann alles mögliche fallen. Nämlich vom Tapezieren und Streichen von Decken und Wänden bis hin zu E-Leitungen für Steckdosen verlegen und setzen ( außer z.B. E-Herd das muss ein konzessionierter Fachmann machen ) Wandfliesen oder Laminat verlegen, Waschbecken und neue Wasserhähne anbringen und und und...

Ach ja, bevor du mich nochmals verbesserst, tragende Wände z.B. darf der Mieter natürlich grundsätzlich nicht entfernen. Und auch alle anderen Baulichen Maßnahmen fallen unter das tabu.

lg #blume
Nobility

Beitrag von nobility 10.08.06 - 19:06 Uhr

Ach Mensch Eilynne.

Doch bitte nicht so eng kleinbürgerlich.

Wenn eine E-Leitung oder sonstiges Elektrisches unter der Voraussetzung allgemein anerkannter technischer Regeln des - ich füge jetzt noch für dich das speziell bezeichnete - Elektrohandwerks ausgeführt wird bzw. ist, gibt es keinerlei Probleme. "Auch nicht Versicherungstechnisch " . Versicherungstechnische Probleme gäbe es, wenn du an eine
Klingelleitung oder Lautsprecherleitung eine Waschmaschine anschließt und dann sehr wahrscheinlich ein Schwelbrand entsteht und alles abbrennt. Aber sowas wäre dann ja auch nicht nach den allgemein technischen Regeln ausgeführt.

Unter derartige Schönheitsreparaturen kann alles mögliche fallen. Nämlich vom Tapezieren und Streichen von Decken und Wänden bis hin zu E-Leitungen für Steckdosen verlegen und setzen ( außer z.B. E-Herd das muss ein konzessionierter Fachmann machen ) Wandfliesen oder Laminat verlegen, Waschbecken und neue Wasserhähne anbringen und und und...

Ach ja, bevor du mich nochmals verbesserst, tragende Wände z.B. darf der Mieter natürlich grundsätzlich nicht entfernen. Und auch alle anderen Baulichen Maßnahmen fallen unter das tabu.

lg
Nobility

Beitrag von waldsee 11.08.06 - 09:32 Uhr

Huhu!!

Was heißt hier kleinbürgerlich? Sich an die Vorschriften halten. Das ist das Problem.

"Wenn eine E-Leitung oder sonstiges Elektrisches unter der Voraussetzung allgemein anerkannter technischer Regeln des - ich füge jetzt noch für dich das speziell bezeichnete - Elektrohandwerks ausgeführt wird bzw. ist, gibt es keinerlei Probleme."

Wunschdenken eines jeden Heimwerkers!

Nur wer kann sich schon an die "anerkannter technischer Regeln",
die übrigens so nicht genannt werden, halten Da sieht man, daß Du auch keine Ahnung hast. Sonst hättest Du hier die VDE Richtlinien angegeben.
Nur weil einer meint er könne mit einem Schraubenzieher umgehen, macht er noch lange nicht alles nach den "anerkannter technischer Regeln"
Alleine bei dem Anbringen eines Schukosteckers kann man so viel falsch machen, das lebensbedrohliche Situationen entstehen können. Das damit in Betrieb genommene Gerät funktioniert jedoch (momentan) einwandfrei. Also was soll schon passsieren?
Diese Einstellung ist falsch und kann Leben kosten.

Gruß

Beitrag von nobility 11.08.06 - 15:25 Uhr

Auch Huhu,

es obliegt jedem einzelnen selbst, was er verantworten kann und was nicht. Wenn für den einen oder anderen eine bestimmte Verantwortung ein Problem ist bzw. sein könnte, dann darf er eine solche Verantwortung nicht übernehmen.

So schlicht und einfach ist das.

In bezug auf anerkannte Technische Regeln möchte ich etwas leicht ergänzend hinzufügen.

Und zwar;

Das Deutsche Institut für Normung e.V., sprich DIN, befindet sich in meiner Stadt Berlin. Im gleichen Haus ist der Beuth Verlag untergebracht der sämtliche Fachliteraturen im Zusammenhang mit der DIN vertreibt.

Z.B. sämtliche – auch Sonderfarbkarten wie DB, DBP,TK, u.a. - Farbkarten nach DIN und RAL, insbesondere die sehr wichtige VOB oder VDE u.a.

In den DIN Normen der VOB oder VDE sind die fachlich anerkannten Regeln des jeweils betreffenden Gewerkes enthalten. Diese dienen als Orientierung für Architekten, Bauingenieure, Sachverständige, Gerichte und natürlich Versicherungen u.v.m.

Natürlich kann ich mit den Kürzeln nicht viel anfangen da ich selbst wie du sagst, „ keine Ahnung „ habe, aber für dich als Profi dürfte das ja kein Problem sein zu wissen was hinter all – es sind ja nur ein paar, aber es gibt noch gut 50 weitere - den Kürzeln steckt. Nicht wahr?

Natürlich ist gegen Ignorierende Unwissenheit kein Kraut gewachsen und wer eine Steckdose falsch anschließt indem er Erde oder 0 Faser mit + oder - Faser verwechselt oder die Farben der einzelnen Fasern nicht erkennt der sollte tatsächlich so was nicht machen oder zum Schutz anderer vorher einen Selbsttest machen.

In der Hoffnung nicht wieder falsch verstanden zu werden
viele Grüße
Nobility

Beitrag von waldsee 12.08.06 - 10:16 Uhr

Nochmal Huhu!!

Du schreibst:
es obliegt jedem einzelnen selbst, was er verantworten kann und was nicht. Wenn für den einen oder anderen eine bestimmte Verantwortung ein Problem ist bzw. sein könnte, dann darf er eine solche Verantwortung nicht übernehmen.

Das ist eben falsch. Das mag Deine Einstellung sein. Aver nochmal. die Frage ist die ob das ein Laie D A R F oder nicht.
Nur weil er glaubt etwas zu können oder vielleicht sogar kann, darf er es noch lange nicht.

Was bitte meinst Du eigentlich mit Faser? + und - Faser?

Gruß

Beitrag von nobility 12.08.06 - 13:03 Uhr

Huhuhu,

du zitierst mich
" es obliegt jedem einzelnen selbst, was er verantworten kann und was nicht. Wenn für den einen oder anderen eine bestimmte Verantwortung ein Problem ist bzw. sein könnte, dann darf er eine solche Verantwortung nicht übernehmen."

Wenn du das was ich hier geschrieben habe als falsch bezeichnest, dann allerdings hast du mich nicht verstanden. Das hat nicht das geringste mit einer oder meiner „Einstellung“ zu tun.

Das kann natürlich passieren, wenn z.B. nicht alles gelesen oder wenn aus dem Zusammenhang zitiert wird.

Wie findest du den diesen von mir geschriebenen nachstehenden Zusammenhang ? Falsch und unverständlich ?

" es obliegt jedem einzelnen selbst, was er verantworten kann und was nicht. Wenn für den einen oder anderen eine bestimmte Verantwortung ein Problem ist bzw. sein könnte, dann darf er eine solche Verantwortung nicht übernehmen. "

„ Natürlich ist gegen Ignorierende Unwissenheit kein Kraut gewachsen und wer eine Steckdose falsch anschließt indem er Erde oder 0 Faser mit + oder - Faser verwechselt oder die Farben der einzelnen Fasern nicht erkennt der sollte tatsächlich so was nicht machen oder zum Schutz anderer vorher einen Selbsttest machen. „

So, und nun noch einmal;

Meines Wissens nach ist es nicht verboten, eine E-220V ( wohlgemerkt wir sprechen von 220V ) Leitung von Steckdose zu Steckdose oder von einer Verteilerdose selbst zu verlegen und eine U-Dose mit Steckdosen zu setzen und anzuschließen. Aber jeder der dies macht sollte sich damit gut auskennen. Er sollte z.B. wissen, dass U-Leitungen entweder ca. 20cm unterhalb der Decke oder ca.20cm über dem Fußboden waagerecht und über die gesamte Wandfläche führende Leitungen grundsätzlich senkrecht ( also nicht schräg oder gar diagonal über die gesamte Wandfläche ) zu verlegen sind. Ein jeder sollte wissen, dass er ein 2,0 Nym Kabel zu verwenden hat und kein Litzendraht. Hier kann er wählen zwischen Rund- oder Flachkabel. Kurzum, er sollte von den allgemeinen anerkannten Technischen Regeln des Elektrohandwerks bescheid wissen.

Bei den Kabelbezeichnungen ist folgendes zu beachten:

Als plus + Leitungen versteht man die Stromzuführenden Leitungen ( also das wo Saft drauf ist ) ,
diese sind schwarz, oder rot oder braun isoliert.
Als minus - Leitungen bezeichnet man die Stromrückführenden Leitungen, diese sind blau isoliert.
Als Erd 0 Leitungen bezeichnet man die Sicherheitsleitungen ( also bevor ein Kurzschluss oder eine Stromüberbrückung passiert und du einen Stromschlag erleidest wird der Strom durch die Erd bzw. 0 Leitung unterbrochen ), diese sind gelb bzw. gelb-grün.

In der Hoffnung, diesmal verstanden worden zu sein wünsche ich dir ein schönes Wochenende
Nobility

Beitrag von waldsee 12.08.06 - 14:04 Uhr

Huhu!!

Habe das schon richtig verstanden. Nur wie gesagt es hat nichts mit Verantwortung zu tun die jemand übernimmt, sondern damit ob er es darf.

Und sei mir bitte nicht böse. Hoffentlich nimmst Du keine Elektroinstallation vor.
1. Wir haben 230 V Wechselspannung.
2. Es heißt Phase und nicht Faser ( L1, L2, L3 )
3. Wir gehen ja von dem hier geschilderten Fall, also von 230 V Wechselspannung aus also gibt es kein + oder - sondern Phase ( L ) und Null.
4. "wird der Strom durch die Erd bzw. 0 Leitung unterbrochen" Falsch der Strom wird nicht durch die Erde bzw. 0 Leitung unterbrochen, sondern in der Weise abgeführt, daß u.U. der volle Kurzschlußstrom fließt und deshalb der Leitungsschutzschalter auslöst bzw. den Stromfluß unterbricht.

Im übrigen ist zu unterscheiden zwischen Null, Erde, PE und PE/N.
Wie gesagt, viele glauben es zu können, haben aber keine Ahnung. Das fängt schon beim anbringen eines Schutzkontaktsteckers an. Hier sind Aderendhülsen vorgeschriebn, die Litze darf schon lange nicht mehr Verzint werden. Der Schutzleiter muß die Ader sein, die am längsten zu lassen ist, damit diese zuletzt abreißt wenn es zu einem Abriß kommt, bzw, damit sie nicht bei Zug auf die Leitung abreißt, Phase und Null aber noch angeschlossen sind und hierdurch bei nicht schutzisolierten Garäten, deshalb haben sie ja einen Schutzleiter, weil sie nicht schutzisoliert sind, es im Fehler- und/oder Schadensfall nicht mehr zum Ablieten des Fehlerstroms kommt. Siehe oben.
Leider machen hier die meisten schon die ersten, Lebensgefährlichen Fehler und halten sich nicht daran.
Und wenn man dann ncoh die möchtegrn Heimwerker die zu blöd sind einen Nagel in ein Stück Butter zu schlagen, wenn man die dann noch fragt wie ein FI-Schalter funktioniert und welche Klassifizierung er haben muß, wissen viele nicht mal was das überhaupt ist.
Wie gesagt, nur weil ich eine Steckdose im Baumarkt bekomme, darf ich sie noch lange nicht anschließen.


Gruß

Beitrag von nobility 13.08.06 - 10:59 Uhr

Huhuhuhu,

ich war der Meinung wir reden hier von 220 V und nicht von 230 V Spannung.

Aber nun gut, jedenfalls sind wir dahingehend einig, wer Elektroarbeiten macht sollte davon ausreichendes Fachwissen haben um nicht sich selbst und andere durch eben unsachgemäße Arbeiten zu gefährden.

Mit Strom oder auch z.B. Gas ist nicht zu spaßen.

Und wie ich mir schon dachte, deine davor gestellte Frage über + oder - war zum Schein um mich anzutesten. Denn das hat mir deine nachfolgende Antwort, auch wenn diese nicht in allen Teilen vollständig korrekt war, bestätigt.

Nun, für mich ist das Thema ausgeschöpft und damit erledigt.

Gruß
Nobility

Beitrag von waldsee 13.08.06 - 11:32 Uhr

Huhu!!

Wir haben keine 220 V mehr sonder 230 V. Bei drei Phasen Wechselstrom (Drehstrom) haben wir heute 400 V und nicht mehr 380 V.


Gruß