arzt verklagen. wie hoch sind die chancen?

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Beitrag von leoniemariesmama 20.01.07 - 17:33 Uhr

huhu

eine bekannte von mir möchte ihren arzt verklagen.ein gutachten darüber , das ein behandlungsfehler vorliegt, hat sie bereits von der ärzte kammer nordrhein schriftlich vorliegen #huepf

jetzt muss sie ab zum anwalt und der muss den arzt dann verklagen.

der behandlungsfehler ist eine nicht erkannte bzw falsch behandelte thrombose die zur lungenembolie führte. falsche medikamenten gabe die das ganze erheblich verschlimmerte.
meine bekannte kann nie wieder arbeiten gehen, darf nur 3 kg heben und sich keinerlei anstrengen (betten überziehen, fenster putzen, einkauen gehen etc) :-[#heul, da die thrombose am herz, lunge, bauch und bein ist.
das ganze war knapp vor dem tod.
das ganze hat sie wie gesagt schwarz auf weiß das dieser ****** sie fast umgebracht hat.

wie hoch sind die chancen diesen "arzt" zu verklagen?
und was würde sie ca. bekommen?
vielleicht hat ja jemand auch (leider) so eine erfahrung machen müssen #gruebel

am liebsten würd ich namen und anschrift veröffentlichen damit nicht noch mehr unheil passiert.... :-[

LG yvonne

Beitrag von locust 20.01.07 - 18:42 Uhr

Da kann sie am besten ein Anwalt beraten, der auf dem Gebiet erfahrung hat.



MfG

Beitrag von eineve 20.01.07 - 18:44 Uhr

wenn du mal mit den schlagworten googel.de bemühst kommst du unteranderem auch auf diese seite:

http://www.patienten-verband.de/halbgoetter.htm

es gbit mittlerweilen schon einige verbände von patienten die sich im thema arzt verklagen wg. pfusch gegründet und eingebracht haben.

wende dich doch mal an so einen die können dir oder deiner freundin bestimmt gute auskunft geben wie die erfolgschancen mittlerweilen sind und was patienten zu berücksichtigen haben.

Beitrag von sobinichnunmal 20.01.07 - 20:12 Uhr

Hallo,

meine Mutter hat ein Verfahren gegen ein KH angestrebt, da sie aufgrund schlechter Blutwerte trotzdem operiert haben (ihr Mann musste Blutverdünner nehmen seit Jahren wegen einer Herzkrankheit und hat es vor der OP abgesetzt, aber mit den Werten, die am Tag der OP festgestellt wurden, hätte er nicht operiert werden dürfen!!). Er bekam ein paar Tage nach der OP innere Blutungen, die wurden erstmal nicht beachtet, dann wurde er in ein anderes KH verlegt, wo die Blutungen durch Gerinnungsmittel gestoppt wurden. Leider bekam er dadurch eine Lungenembolie und konnte nicht mehr wiederbelebt werden.

Der Arzt wurde inzwichen dann auch entlassen, weil er wohl auch andere Fehler bei anderen Patienten gemacht hat. Das ist nun 4 Jahre her, das Verfahren läuft, aber bis jetzt ist es noch zu keiner Verhandlung gekommen, weil immer wieder Gutachten etc. gebraucht werden usw. Genaueres kann ich dir nicht sagen, da ich nicht über den Stand der Dinge informiert bin. Dafür musst du bzw. dein Bekannter am besten zu einem Anwalt gehen, der sich auf sowas spezialisiert hat. Aber macht euch drauf gefasst, dass es nicht schnell vom Tisch ist.

Gute Besserung an deine Bekannte und falls sie klagt, starke Nerven noch dazu!

Gruß Anne

Beitrag von die_schnute 20.01.07 - 22:30 Uhr

hallo

aaaaaaaalso, inwieweit das gtachten der ärztekammer was bringt kann ich dir jetzt auf anhieb nicht sagen.
meiner ma wurden vor jahren gallensteine (oder nur einer) per endoskopie entfernt. der arzt der das vorgespräch führte machte aber die op aus unergründlichen aspekten nicht sondern ein gynäkologe in weiterbildung ohne jegliche aufsicht !!!!!!!! es ging schief, keiner merkte es, sie wurde später auch beim hausarzt als jammrig (und das ist sie wirklich nicht ! und noch dazu als krankenschwester !!) hingestellt bis man merkte dass sich 3 liter flüssigkeit im bauchraum angesammelt hat - loch in gallengang gestossen bei der OP!
letztlich war die halbe leber hinüber und es waren 3 jahre fast nur im kkh.

sie nahm sich einen anwalt und alles wurde geprüft und dann ein unabhängiges gutachten erstellt (grobe fahrlässigkeit wurde bestätigt) und wieder geprüft das dauerte wieder 4 jahre etwa. dann bot die klinik einen vergleich an.
auf anraten des anwaltes nahm sie den an. hatte aber bedingungen- keine ahnung welche. ichweiß nur, dass man spätere schäden ausklammern wollte, was aber auch der anwalt nochmal ändern lies. also wie es letztlich ganz genau ausging -keine ahnung mehr. nur das ein prozess mit weitern 8-12jahren veranschlagt wurde, was uns alles zuviel gewesen wäre.

sie arbeitet wieder voll, leber hat sich ein wenig erholt (aber war schon beschissen einmal im monat zur lebersprechstunde neben all den alkis zu sitzen !) etc.


kann sie morgen nochmal genau fragen wie der werdegang so ist, aber der anwalt. ein recht kompetenter in diesem gebiet- sagte auch der vergleich wie er letztendlich war, war gut anzunehmen weil bei klagen- selbst wenn man gewinnt immer in revision/berufung seitens des KKH gegenagen wird. in der zeit ist deine bekannte- sorry- aber wahrscheinlich schon längst dahingeschieden.

LG und viel erfolg bei allem was kommt
schnuti

Beitrag von manavgat 21.01.07 - 14:46 Uhr

Da meine Glaskugel kaputt ist, würde ich empfehlen auf den Anwalt zu vertrauen!

Gruß und alles Gute

Manavgat