Ich bins mal wieder.
Ich habe am Freitag vor Pfingsten einen neuen Bescheid bekommen. Da wurden mir für meinen 200,- Tacken Job 110,-€ abgezogen.
Nach einigem Nachlesen wurde mir klar, kann nicht sein. Sie dürfen nur 80 € abziehen.
Ich habe Widerspruch eingelegt.
Am Freitag den 1.6. kam ein weiterer Bescheid.
Die üblichen verdächtigen Formulierungen (für die die Mitabrbeiter sicher nichts können, das scheinen Standart Formulierungen zu sein): Sie sind Ihre Mitteilungspflicht nicht nach gekommen. (ICH?? Meinen die mich? Ich schick jedes Fitzelchen immer sofort zum Amt)
Sie haben unrechtmässig Leistungen bezogen.
(Echt? Wann? Ist ja ein Ding.)
Es ging in dem Schreiben um meine Tantiemen die ich aus meinr freiberuflichen Tätigkeit seit 2007 nur einmal im Jahr erhalte. Dadurch, das 2006 noch anders abgerechnet wurde, ist die Summe nicht gigantisch, aber immerhin sind es knapp 2000 Euro.
Die kleckerweise von Januar bis März.
Ich habe dagelegt, das es ein Einkommen ist, kein Lottogewinn, keine einmalige Zahlung.
Nächstes Jahr wird die Summe verdrei- oder vierfacht gezahlt werden. (dann bin ich hoffentlich weg vom ALG2)
Es wurde mir auf die Monate Januar bis März angerechnet und nun ziehen sie 120,- jeden Monat ab.
Dabei müssten sie abwarten, wie das Finanzamt das sieht und ob das Finanzamt meine Kostenrechnung akzeptiert, denn ich habe im Moment enorm hohe Ausgaben um mich in dem Job zu etablieren.
Ich habe wieder Widerspruch eingelegt.
Und nun brüten sie.
Ich habe bis heute kein Geld bekommen. Erst müsste der Widerspruch geprüft werden, der Vorgang wäre unterbrochen. Ich könne mir 50 € abholen, damit ich mit den Kindern nicht verhungere.
Das kann doch nicht nicht sein. Dann sollen sie mir wenigstens den von ihnen niedriger berechneten Betrag überweisen. Alle Kosten sind schon abgebucht.
Es könnte bis zu drei Monate dauern, bis das endgültig bearbeitet ist. Aussage ARGE.
Und was mach in der Zeit? Mir jede Woche 50 Euro abholen, damit wir nicht verhungern? Zu fünft.
Und was ist mit dem Haus?
Ich krieg die Krise.
Kann mich mal wer beruhigen?
Die ARGE und ich
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Beitrag von silkstockings - 05.06.07 - 19:03 Uhr
Beitrag von pontia_pilata - 05.06.07 - 19:09 Uhr
Definitiv MÜSSEN sie den vollen Betrag zahlen der im reduzierten Bescheid steht.
Reine Willkür!
geh hin und sag das du jetzt sofort zum Sozialgericht gehst und dir eine einstweilige Verfügung holst. Meist wirkt das, wenn nicht geh tatsächlich zum Sozialgericht und hol sie dir.
Toi toi toi
Petra
Beitrag von nightingale1969 - 05.06.07 - 19:34 Uhr
"Erst müsste der Widerspruch geprüft werden, der Vorgang wäre unterbrochen."
Das ist Unfug, lass Dich nicht erpressen.
"Dann sollen sie mir wenigstens den von ihnen niedriger berechneten Betrag überweisen."
Genau das MÜSSEN sie auch. Das ist beschieden und der Widerspruch setzt diesen Bescheid nicht außer Vollzug (=bis der Widerspruch entschieden ist oder aber bis ein Änderungsbescheid erteilt wurde, muss gehandelt werden, wie beschieden. Siehe § 86 Sozialgerichtsgesetz.
Sprich mit dem Vorgesetzten, so noch nicht getan. Wende Dich trotzdem morgen ans Amtsgericht, besorg' Dir einen Beratungsschein. Damit: Ab zum Anwalt!
Findest Du so schnell keinen, dann kannst Du auch selbst zum Sozialgericht und eine einstweilige Anordnung beantragen. Soweit ich weiß, sind dort Rechtspfleger beim Verfassen des Antrages behilflich.
Ich rate aber, doch einen Anwalt zur Unterstützung einzuschalten. Und/Oder den Sozialdezernenten, Vorsitzende des Sozialausschusses, die Frauenbeauftragte, etwas in der Art eben.
Ich bin wirklich entsetzt und es tut mir sehr leid, was Dir da gerade passiert.
Lieben Gruß
Christine
Beitrag von silkstockings - 05.06.07 - 19:44 Uhr
Ich hab ja einen Anwalt der meine ganzen Unterhaltssachen bearbeitet (hab ich schon mal geschrieben: mein reicher Ex hat sich ins Ausland abgesetzt und zahlt seit einem Jahr nicht mehr. Schuldenhöhe bis dato: 30 000 Euro zu meinen Gunsten. Es sind Immobilien da, aber die Zwangsversteigerung dauert und dauert.)
Kann ich den beauftragen? Oder muss das ein spezieller Anwalt sein?
Ich bin da echt unwissend.
Aber
Christine.
Darf ich dich über VK anschreiben?
Beitrag von nightingale1969 - 05.06.07 - 19:48 Uhr
"Kann ich den beauftragen? Oder muss das ein spezieller Anwalt sein?"
Wenn er fit in Sozialrecht ist, kannst Du das. Frag ihn einfach. Ansonsten würde ich mir schon 'nen Fachanwalt für Sozialrecht suchen, das SGB II (und die zugehörigen Gerichtsentscheidungen) ist einfach noch voller Fallstricke.
Bei tacheles-sozialhilfe.de findest Du eine Datenbank mit Sozialrechtsanwälten aus ganz D.
Gruß
Christine
P.S. Klar, kannst Du.
Beitrag von silkstockings - 05.06.07 - 19:53 Uhr
Dank dir!
Ich schreib dir dann mal ..
Beitrag von nightingale1969 - 05.06.07 - 19:39 Uhr
"Die üblichen verdächtigen Formulierungen (für die die Mitabrbeiter sicher nichts können, das scheinen Standart Formulierungen zu sein): Sie sind Ihre Mitteilungspflicht nicht nach gekommen. (ICH?? Meinen die mich? Ich schick jedes Fitzelchen immer sofort zum Amt)
Sie haben unrechtmässig Leistungen bezogen.
(Echt? Wann? Ist ja ein Ding.)"
Dat Dingen kann tatsächlich nicht von uns abgeändert werden, denn man hat Eingabemasken, in die man bestimmte Daten eingibt und dann wird ein pdf erzeugt.
Es gibt allerdings durchaus die Möglichkeit, andere Briefe zu schicken und wir haben auch die Möglichkeit, einen Freitextbrief zu schreiben. Was natürlich Akt wäre, den viele sich nicht machen möchten.
Du bist da echt wohl an einen Neuling geraten...
Mach ruhig Rabatz. Wer sein Verwaltungsrecht nicht ordentlich gelernt hat, braucht was aufs Dach und muss nachsitzen! 
Beitrag von nightingale1969 - 05.06.07 - 19:43 Uhr
"Es könnte bis zu drei Monate dauern, bis das endgültig bearbeitet ist. Aussage ARGE. "
Jau, Gnade den Kollegen Gott, wenn nicht, denn dann könntes Du Untätigkeitsklage einreichen, wenn der WS bis dahin nicht beschieden ist. 
Nee, echt: Goldig. Bei aller Liebe und Verständnis (wir sind einfach vielerorts noch vielzu wenige und ziemlich überlastet): So geht dat nich!
Beitrag von silkstockings - 05.06.07 - 19:52 Uhr
>>wir sind einfach vielerorts noch vielzu wenige und ziemlich überlastet<<
Das glaub ich ja auch. Und ich versteh das auch. Bisher bin ich IMMER an wirklich nette Mitarbeiter der ARGE geraten. Ich habe viel Hilfe erfahren.
Ich kann verstehen, dass mein "Fall" außergewöhnlich ist. Dass es schwierig ist, dort die passenden Paragraphen zu finden.
Ich kann das wirklich verstehen. Ich hab nächtelang Gestzestexte gewälzt um die auf mich passende Rechtsprechung zu finden. Ich bin ganz sicher bereit mein Einkommen anrechnen zu lassen, keine Frage. Aber ich habe eben im Moment noch viele Nebenkosten um überhaupt ins Geschäft zu kommen.
Wie gesagt, es ist eine zeitlich begrenzte Situation.
Ich habe immer gedacht, das der Vater wenigstens den Kindern ihren Teil dazuzahlen muss. Mit einem Einkommen von 20 000 im Monat ist das durchaus machbar, ohne das er am Hungertuch nagt.
Nun ist er weg.
Und ich steh da.
Nächstes Jahr wird alles besser, das weiß ich. Da bin raus aus den staatlichen Zahlungen.
Aber erst dann.
Scheiß, ich kling so jämmerlich. Das passt gar nicht zu mir.
Beitrag von nightingale1969 - 05.06.07 - 20:10 Uhr
"Scheiß, ich kling so jämmerlich. Das passt gar nicht zu mir."
Nee, Jammern ist erlaubt, solange man sich nicht zu tief ins Jammertal begibt.
Ich habe auch schon Zeiten in meinem Leben durch, da saß ich auf der anderen Seite des Tisches und im Zuge meiner Arbeitsaufnahme bei der ARGE war es auch..."lustig". Da wurde mit erstem Arbeitstag das ALG II eingestellt ("Kundin" war ich nicht da, wo arbeite, sondern bei einer Optionskommune), obwohl im Vertrag stand, dass das erste Einkommen am 15. des FOLGEmonats kommt und obwohl klar ersichtlich war, dass mein Brutto-EK geringer war als der Bedarf. Auf Drängen nach einem Abschlag kam der Satz "Ja, wenn sie den - zuvor wegen anderer Dinge getätigten - Widerspruch zurückziehen (sic), kann ich was auszahlen, vorher geht das nicht (kommt Dir das bekannt vor?)..."
Da wurde ich das erste mal so richtig ungehalten und meinte, sie möge mich doch bitte nicht verkackeiern (wörtlich), sie habe schließlich meinen Lebenslauf vorliegen, wisse also, was ich gelernt habe und wisse zudem, WO ich seit zu diesem Zeitpunkt ca. vier Wochen tätig war. Und dass sie bitte mir gegenüber das Verwaltungsrecht nicht verdrehen und neu erfinden möge. Nee, das und auch die Tatsache, dass wir seit nunmehr vier Wochen nur das Kindergeld zum Leben hatten und kaum mehr wusste, wie zu Arbeit kommen und was essen, juckte nicht. Erst eine Vorsprache beim Vorgesetzten half.
Überlastet sein und dadurch Lapsi verursachen ist eine Sache. Das Recht verdrehen und vermurksen und eine Mutter mit vier Kindern fahrlässig in absolute Nöte zu bringen, eine andere. Letzteres ist auch mit Überlastung nicht zu entschuldigen. Solche Dusseligkeiten tragen zur Überlastung nur bei.
Gruß und bis später
Christine
Beitrag von silkstockings - 05.06.07 - 20:25 Uhr
Lach.
Echt, jetzt musste ich einmal herzlich lachen. So kann es gehen.
Ich dank dir.
Und ... alles wird gut. Wurde es bisher immer.
LG
Silk
Beitrag von bobb - 05.06.07 - 21:59 Uhr
ich kenn zwar nicht deine ganze geschichte,aber hab hier die tage ein wenig von dir lesen können.hat mich ganz schön geschockt...
möchte dir alles erdenklich gute wünschen und nicht den kopf hängen lassen!du hast noch optimismus und den bewahre dir!
Beitrag von silkstockings - 06.06.07 - 18:17 Uhr
hallo Bobb,
das Leben geht ja immer irgendwie weiter. Ich war halt einfach noch nie in so einer abhängigen Position.
Es nervt, es streßt. Ich fühl mich schuldig, weil ich Gelder annehmen muss. Die Gelder vom Staat (Danke dafür) reichen aber nicht. Nein falsch: sie reichen, aber es war von jetzt auf gleich fast 1000 Euro weniger.
Ja, wir haben gut gelebt.
Ich weiß, dass jetzt wieder Leute aufschreien.
Mögen sie.
Wir kommen ja klar, ich arbeite daran, dass wir von den staatlichen Geldern unabhängig werden. Es wird schon klappen. Ich bin hartnäckig und kann lange und viel arbeiten.
Nur: in meinem Job dauert es, bis es Früchte trägt. Dass es mal so sein wird, weiß ich ganz sicher.
Aber ein Ende der Frustzeiten ist abzusehen. Dann geht es wieder bergauf.
Und manchmal hab ich eben einen Durchhänger.
Dann jammer ich: Warum? Muss mir das passieren?
Nichts geschieht ohne Grund. Ich werde daran wachsen und es überstehen, so wie ich die Schwerbehinderung meines großen Sohnes gemeistert habe.
Und alle anderen Dinge.
Ich könnte darüber ein Buch schreiben. (Jetzt muss ich gerade herzlich lachen)
LG
Silk
Beitrag von bobb - 07.06.07 - 08:42 Uhr
auf alle fälle bist du stark und das bewahre dir wie den optimismus!hochachtung!andere jammern auf hohem niveau und da kriegt man nen hals.
schreib doch ruhig ein buch.und wenn du es nur für dich machst.später kannst du darüber wieder herzlich lachen
.
ach ja,jammern darfst du doch ruhig mal.warum denn nicht.es kann auch helfen.
mach so weiter,da können sich so einige ne scheibe von abschneiden!
lg
Beitrag von silkstockings - 07.06.07 - 09:29 Uhr
>>schreib doch ruhig ein buch.und wenn du es nur für dich machst<<
Ich schreib ja Bücher. Ständig. Nicht nur für mich, sondern für einen Verlag. Ich bin Schriftstellerin.
Beitrag von bobb - 07.06.07 - 10:30 Uhr
ah so!
welche denn zum beispiel?würde mich mal interessieren!
Beitrag von silkstockings - 07.06.07 - 10:53 Uhr
Krimis.
Beitrag von bobb - 07.06.07 - 11:40 Uhr
du magst aber nichts genaueres sagen,oder?!
Beitrag von silkstockings - 07.06.07 - 11:43 Uhr
Amazon
Ulrike Renk
Beitrag von bobb - 07.06.07 - 12:22 Uhr
danke,werd ich mal schauen!
