Zweisprachigkeit

iceflower
Ehrwürdige Schildkröte
[1] 30.03.10, 13:37

Hallo Ihr Lieben!

Bisschen ruhig geworden hier im Club:-) Hoffe, Euch geht`s allen gut.

Hier gibt es ja ein paar Familien, die in einer ähnlichen Situtation sind wie wir, deshalb mal Eure Meinung gefragt: Wir leben als deutsche Familie in England, dementsprechend werden unsere Kinder automatisch zweisprachig gross. Mein "grosser" Sohn ist gerade zwei Jahre alt geworden und er spricht eigentlich noch gaaar nicht #schmoll Wir haben uns eigentlich keinen grossen Kopf gemacht, sind aber immer wieder von anderen darauf hingewiesen worden, dass er doch in seinem Alter Zweiwortsätze und einen Wortschatz von ca 5o Wörtern beherrschen müsste. gestern war mein Mann dann mit ihm bei einer Drop in Speech Clinic und auch dort war man der Meinung, er bräuchte ein komplettes Assessment und Förderung. Wie ist das denn bei Euch so? Connor plappert den ganzen Tag - allerdings kennen wir die Sprache nicht#gruebel Er sagt "haben", "See ya", "okay" usw, aber zB nicht Mama oder Papa oder so. Allerdings singt er - sein Lieblingslied ist "Twinkle twinkle" (nur die Melodie) und ich kriege es schon gar nicht mehr aus den Ohren....Meiner Meinung nach, ist mein Kind ziemlich stur und ausserdem wohl etwas verunsichert, weil er zuhause nur in Deutsch zugetextet wird, im Kindergarten und bei der Tagesmutter dann alles auf englisch passiert.

Wie war`s bei Euch so?
Liebe Grüsse
Andrea

aita91
Weise Eule
[2] 30.03.10, 13:59

Hallo!
Ich habe keine Erfahrung mit Zweisprachigkeit, meine aber mal gehört zu haben, dass diese Kinder oft später sprechen.
Ich habe schon mal was zu spätem Sprechen hier geschrieben:
http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=3&tid=2341839&pid=14887144
Viele Grüße!

wemauchimmer
Ehrwürdige Schildkröte
[3] 30.03.10, 16:28

Bei uns ist es etwas anders. Wir leben in D, meine Frau stammt aus Marokko und sie spricht nur Arabisch mit den Kindern. Sonst sprechen wir zuhause und im Kindergarten bzw. Tagesmutter natürlich immer Deutsch.
Beide Kinder haben bzgl Deutsch eine relativ normale Sprachentwicklung gehabt. Also sie waren nicht super früh dran aber auch nicht merklich verzögert. Bei Arabisch kam lange nichts, obwohl sie alles verstehen. Die Große beginnt nun, seit sie ca. 3,5 ist, von sich aus mit der Mama auf Arabisch zu kommunizieren und sie fragt auch oft, was dieses oder jenes heißt. Das wirkt sich auch positiv auf die Sprachnutzung der Kleinen aus. Wir fahren bald mal wieder in Urlaub nach Marokko, und da bin ich nun echt gespannt, wie das wird (bei früheren Aufenthalten haben sie sich nie getraut, Arabisch zu sprechen). Wir überlegen sogar, ob wir sie dort halbtags in den Kindergarten tun, Naja es geht nur um ca. 2 Wochen, aber es könnte natürlich einen Riesenschub geben.
Bei der Kleinen hat meine Frau früher und konsequenter angefangen, mit ihr Arabisch zu reden, und sie sagt, daß sie besser ist bei der Lautbildung (also die Laute, die's im Deutschen nicht gibt) als die Große.
LG

widowwadman
Weise Eule
[4] 30.03.10, 20:08

Millicent ist 15 Monate alt und obwohl sie viel plappert gibt's dabei kaum richtige Worte. Uns faellt allerdings auf, dass sie dazu tendiert Worte zu benutzen die sowohl Englisch als auch deutsch sein koennten, z.B. "gi" fuer "gib/give" wenn sie etwas moechte, "da" fuer "da/there", "bu" fuer "Buch/book".

Das was du beschreibst ist meines Erachtens voellig im Rahmen und nicht besorgniserregend. Bilinguale Kinder sind wohl immer etwas langsamer.

cathie_g
Urbiasaurus
[5] 30.03.10, 20:27

Hi - ich würde sagen: Jungs sind eh eher später und zweisprachige eh einige Monate ihren Altersgenossen hinterher (unsere Große mindestens 3 Monate und das macht in dem Alter ja viel aus). Solange er Interesse an Kommunikation hat würde ich mir nicht soviele Gedanken machen. Nicht in Aktionismus ausbrechen.

LG

Catherina

iceflower
Ehrwürdige Schildkröte
[6] 30.03.10, 21:58

vielen Dank fuer Eure Antworten #herzlich
dann schau'n wir mal...

perlita
Weise Eule
[7] 31.03.10, 01:48

Hallo,
wir sind auch zweisprachig, bei uns innerhalb des Paares Spanisch - Deutsch bei deutschem Umfeld.
Baby B. ist noch nicht ganz 14 Monate alt und imitiert gut Lautfolgen und Wortmelodie, klare Worte bzw als solche mit Bedeutung zu identifizieren sind "Nanane", "Papa", "Mama", "da", "agua" (da war auch mal "assa" alternativ, für Wasser in anderen Gefäßen #aha), "ape" (Lampe) und sowas ähnlich wie "bitte", sonst vor allem Silben. Er VERSTEHT aber definitiv beide, auch von unterschiedlichen Sprechern.
Wir haben alle SEHR früh gesprochen, er ist noch ganz normal, vielleicht wird er etwas später, aber man weiß ja nicht, wann er als Einsprachiger "richtig" sprechen würde, man kann halt nur eines erfahren..... Für Prognosen ist es hier noch zu früh.
Wir ziehen das durch, es ist auch bei uns das einzig Natürliche.
Unser Kinderarzt hat uns bestätigt und gemeint, dass meist der WORTerwerb nicht unbedingt verzögert ist, das Bilden von Zweiwortsätzen allerdings ja.
Da dann nicht aufgeben. Zumindest mit der starken Sprache holen sie diese Verzögerung wieder auf - und eben meist mit dem Gewinn einer zweiten Sprache!

Nach 6 Wochen Argentinien gerade mit üblem Jetlag - starte mal einen neuen Versuch, das müde und überdrehte Kind ins Bett zu bringen. Nach 4 Stunden vergeblichem Einschlafen haben wir uns eine Pause mit Keksen im Wohnzimmer gegönnt.....
Grüße,
Per

magnoliagarden
Alter Hase
[8] 01.04.10, 13:10

Meine beiden Töchter wachsen polnisch-deutsch auf und es scheint mir jetzt so langsam, als hätte dies nur einen Randeinfluß auf die sprachliche Entwicklung. Lili (6) hat schon sehr früh gesprochen (auch als Baby kamen die ersten Silben bereits mit knapp 5 Monaten) und war als 2 Jährige recht weit, sprach allerdings mehr polnisch und mischte angelegentlich Deutsch hinein. Unsere Romy (nun bald 16 Monate) spricht so gut wie nichts (es gibt an "richtigem" Wortschatz nur Mami, baj (Ball) und heich (heiß) allerdings brabbelt sie ununterbrochen in einer sehr bewegten Eigensprache. Ich sehe der Zukunft gelassen entgegen und würde mir keine Gedanken über spezielle Förderung oder etwaiges Training machen. Nur eine allgemeine Entwicklungsverzögerung oder Hörprobleme wären für mich Anlass für Therapierung.
Grüße!