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widowwadman
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08.01.09, 20:31
http://www.faz.net/s/Rub7F74ED2FDF2B439794CC2D664921E7FF/Doc~EF891EBC45B5D4B1BACE5C88D96216F68~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Ich lebe ja schon seit 4 Jahren nicht mehr in Deutschland, lese aber immer noch deutsche Foren und habe schliesslich 25 Jahre dort gelebt, und hatte den Eindruck dass der Alternativ-Markt im medizinischen Bereich in D größer ist als anderswo. Ob das vielleicht auch mit dem im verlinkten Artikel beschriebenen Problem zusammenhängt.
Wie seht ihr das?
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cathie_g
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08.01.09, 20:56
Es ist echt schwierig, den Überblick zu behalten, auf der anderen Seite wird es jeden Tag einfacher, sich "mal eben schnell" angemessen zu informieren. Gerade für Leute, die es gelernt haben, Fachtexte zu lesen. Als ich studiert habe, da gab es die Fachartikel zum Nachschlagen in so mehreren 5 Kilo schweren Wälzern in der Unibib. Als ich anfing zu promovieren, kam alle 2 Wochen ein Taschenbuch mit den neuen Artikeln. So gegen Ende der Promotion gab es dann Disketten - in den USA gabs auch mal CDs, die 6 Monate überspannten. Und wenn man einen interessanten Artikel entdeckte, dann hat man Postkarten an den Autor geschickt und um einen Reprint gebettelt. Inzwischen kann man sich einfach email zuschicken lassen mit den Suchergebnissen die einen interessieren und dann gibt es alles im Volltext online. Ich würde schon von einem Arzt erwarten, dass er/sie für die wichtigsten Dinge auf dem Laufenden bleibt. Klar, das kann man mit den Krankenkassen nicht abrechnen...
Artikel einreichen ist auch einfacher geworden, man muss es halt tun. Ich bin nicht der Meinung, dass sich da in D garnichts tut, ich glaube, da ist der Autor ein bisschen pessimistisch. Aber es sind halt immer wieder sie selben paar großen Gruppen die da was publizieren im Gesundheitsbereich.
Ma, sag mal was zur wissenschaftlichen Grundausbildung von Mediziner. Bekommen die jungen Mediziner das Rüstzeug zu anständiger Forschung mit, oder nur Homöopathiekurse?
LG
Catherina
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lieselliesel
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09.01.09, 13:33
Hey, (hab ich von meiner Tochter - 16 Monate - die seit Weihnachten fliessend auf dänisch grüßt... "Hallo" hat sie dafür noch nie gesagt )
ich finde ja, dass man im STudium der Medizin sehr viel Rüstzeug fürs wissenschaftliche Arbeiten und Lesen dieser Arbeiten bekommt. ABER: ich interessiere mich auch dafür und hab schon direkt nach dem Physikum mit meiner Doktorarbeit angefangen, sodass ich da früh reingeschaut hab.
Man hat Kurse wir Biometrie und sowas wie Statistik. Das interessiert natürlich keinen (wir früher in der Schule, und die Medizinstudenten sind wie zu alte Schüler: uneigenständig im Denken und Handeln...). In einigen Fächern wie Anästhesie/Intensivmedizin und Pharmakologie kommt man um Studien überhaupt nicht drum rum. VIele finden das total langweilig. Für mich ist es immernoch der einzige Weg zu sehen, ob ein Medikament/eine Behandlung etc wirklich hilft oder Wunschdenken von Ärzten und Patienten ist.
Zusammenfassend: Wenn man möchte bekommt man das Rüstzeug. Aber man kommt eben auch so durch. Viele kommen schon mit "dem und dem hat diese Behandlung aber geholfen...". Mit diesem Denken muss sich wohl auch der Run auf diesen ominösen Homöopathiekurs erklären. Das bekommt man aber aus nem Menschen auch nicht mit anderweitiger Wissenvermittlung raus. Ich hab schon als Physiotherapeutin fast gek..., wenn eine Kollegin über Shiatsumassage gesagt hat "das hilft total vielen meiner Patienten."
Wer nach 5 Jahren Medizinstudium tatsächlich noch an Homöopathie glaubt, hat selbst was falschgemacht. Dem System kann man da meiner Meinung nach nicht so viel vorwerfen.
Grüssle, Marlis
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cathie_g
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09.01.09, 15:24
Shiatsu - finde ich auch total genial - ich hatte bei der Geburtsvorbereitung eine andere Schwangere die das machte. Wir sollten uns gegenseitig ein bisschen den Ruecken massieren und ich bin unter ihren Fingern foermlich zerflossen. Das kommt aber weil ich gerne massiert werde 
Danke, Ma, das deckt sich mit dem was ich so mitbekommen habe aus der Medizinerausbildung. Die Fitten haben sich halt um die Wissenschaft gekuemmert (und waren dann auch als Aerzte toll, eine von den Med Doktorandinnen war dann Jahre spaeter die aufnehmende Aerztin als Ferdi einen Stein auf den Kopf bekommen hat und war total nett und kompetent).
LG
Catherina
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