Krebs

marysa1705
[1] 29.05.08, 16:44

Hallo ihr Lieben,

gestern Abend sass ich mal wieder sprachlos vor dem Fernseher. #gruebel
Im Schweizer Fernsehen auf SF 1 berichtete die Sendung "Reporter" (www.reporter.sf.tv) über eine 47-jährige allein erziehende Mutter von 4 Kindern (die Jüngste ist erst 9 und hat das Down-Syndrom - wird also immer auf dem Stand einer 6-Jährigen bleiben), die die Diagnose Brustkrebs erhalten hat.

Ihr wurde zunächst der Knoten entfernt, aber auf Grund der Metastasen rieten ihr die Ärzte zu einer Amputation.
Ich bin mir sehr wohl im Klaren darüber, dass gerade die Brust eine heikle Angelegenheit darstellt, aber über den Weg dieser Frau konnte ich dann nur noch den Kopf schütteln.

Sie hat sich gegen die OP und gegen eine Chemo entschieden und hat statt dessen ihre Kinesiologin kontaktiert. Daraufhin begann sie eine 6-wöchige Fastenkur und hat in dieser Zeit nur Flüssigkeit in Form von Suppe, Rübensaft, ... zu sich genommen.
Sie wollten den Krebs "aushungern". #klatsch
Man hat auch gesehen, wie sie bei einem Zahnarzt war, der "ganzheitlich" behandelt und dann in einigen Sitzungen Quecksilber von einer Amalgam-Füllung aus ihrem Körper "entfernt" hat. Also nicht die Füllung selber, sondern durch Pressen verschiedener Körperpunkte und sie musste bestimmte Sätze dazu sagen.

Der Film endete damit, dass sie bei einer Kontrolluntersuchung bei ihrem Gynäkologen war. - Es hatte natürlich keine Verbesserung gegeben!
Sie erzählte dann noch, dass sie immer wieder von einer anderen Frau hörte, der die Brust in der gleichen Situation amputiert wurde und eine Chemo machte und die sich jetzt "todkrank" fühlen würde, sie selber dagegen würde sich aber absolut gesund fühlen und wisse deshalb, dass sie auf dem richtigen Weg sei.

Nach der Meinung dieser Frau und ihrer Freunde, ist jeder für seine Gesundheit selbst verantwortlich und entscheidet deshalb selbst über die Behandlung. Auf die Frage, ob denn eine solche Krankheit also "selbst verschuldet" sei, antwortete sie, sie hätte keine Schuldgefühle, sei aber schon der Meinung, dass der Krebs ja wohl durch ihre bisherige Lebensweise bedingt sei und dass sie deshalb nicht mehr so weiter leben könne wie bisher.
Sowohl die Schulmedizin als auch die Alternativmedizin können ihr keine Garantie geben, also sei es gleich, wofür sie sich entscheide.

So weit diese Reportage...

Ich freue mich auf eine rege Diskussion! ;-)
Vielleicht auch im Hinblick auf die etwas provokative Frage: Darf eine allein erziehende Mutter, deren jüngstes Kind auf Grund der Behinderung nie ein selbstständiges Leben führen kann, sich WIRKLICH so frei für eine SOLCHE "Behandlung" entscheiden?

LG Sabrina

cathie_g
[2] 31.05.08, 22:58

Hi Sabrina,

das ist ja schrecklich :-( und sicher der Albtraum einer jeden Mutter. Das Dilemma ist ja: sie entscheidet sich ihrer Meinung ja für die wirksamste Therapie. Sie ist sicher der ganz festen Ansicht, dass sie das Beste für sich und ihre Kinder tut. Als Erwachsene hat sie auch das Recht das so zu entscheiden (leider, oder eben auch glücklicherweise haben wir ja das absolute Bestimmungsrecht über unsere Gesundheit). Ich finde man müsste viel stärker gegen die Geier vorgehen (oft ja approbierte Ärzte), die über solchen sehr kranken Menschen kreisen und ihnen für viel Geld Hoffnung aufschnacken, hilfreiche Therapien ausreden und absoluten Unsinn als "Allheilmittel" andrehen. Das ist ja ein Industriezweig, der vonder Verzweiflung der Kranken lebt. Ich habe da leider auch schon einiges mitbekommen - von Wünschelrutengängern, die erstmal 100te von Euroskassieren und dann in der Psyche der Todkranken rumrühren (ökoton an "warum hast Du denn das Bett an so eine energetisch ungünstige Stelle gestellt - du willst doch sterben!") :-[ Alle Nase lang darf ich meiner Mutter (die gerade das 2.5ste Mal Krebs hatte) die nächste "alternative" Therapie ausreden (für 125 Euro im Monat Vitamine, die der Apotheker angeblich "selber nimmt" - klar).

Ach mensch - ich hoffe die Mutter in diesem Fall besinnt sich noch rechtzeitig - sie tut mir leid (auch wenn sie sich selber dafür entschieden hat, so von der evidenz-basierten Behandlung abzugehen).

LG

Catherina

marysa1705
[3] 03.06.08, 20:21

Hallo Catherina,

mir tun vor allem die Kinder leid! Sie verlieren vielleicht ihre Mutter und dabei gäbe es Möglichkeiten, sie zu heilen!
Vor allem das kleine Mädchen mit dem Down-Syndrom...es wird immer auf dem Stand einer 6-Jährigen bleiben. Wer wird sich dann sein ganzes Leben lang um sie kümmern?

Mich macht sowas irgendwie wütend! Am liebsten würde ich solche Leute mal kräftig schütteln und sagen: Wach auf!!!

LG Sabrina

bomaus79
[4] 23.06.08, 21:08

das ist ja schrecklich.
mh, den Krebs aushungern. ob sie das auch erklären kann wie das funktioniert?
hört sich so an wie ein Arzt hier in der Klinik der Neurodermitis mit Trennung der Mutter und Diät heilen will