Hebammen als Impf(a)b(e)raterinnen unterwegs

cathie_g
[1] 03.06.08, 19:16

gerade aufgezwickt:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/impfen/?sid=497998

Ärzte Zeitung, 03.06.2008

Viele Hebammen tun sich schwer mit Impfungen

Ein großer Teil der Geburtshelferinnen lehnt wichtige Impfungen ab / Umfrage von RKI und Bund der Hebammen

BERLIN (eis). Viele Hebammen haben eine sehr impfkritische Haltung und lehnen wichtige Impfungen ab. Das belegt jetzt eine Umfrage des Robert-Koch-Instituts (RKI). Das Institut will daher künftig die Fortbildung der Geburtshelferinnen zum Thema Impfen unterstützen.

Welche Einstellung haben Hebammen zu Impfungen? Beraten sie Eltern auch zum Impfschutz? Wie gut sind Hebammen selbst geimpft? Diesen Fragen ist das RKI in Kooperation mit dem Bund Deutscher Hebammen beim Jahreskongress des Fachverbandes vergangenes Jahr in Leipzig nachgegangen. 552 Hebammen aus ganz Deutschland nahmen an der Umfrage teil. Eine Auswertung der Daten wurde jetzt publiziert (Epi Bull 21, 2008, 163).

Ergebnis: Über 80 Prozent der Hebammen befürworten zwar Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie und Polio. Aber neu empfohlene Impfungen wie gegen Varizellen, Pneumokokken und Meningokokken C werden von der Mehrheit der Befragten abgelehnt. Je etwa ein Viertel der Hebammen spricht sich zudem gegen den Schutz gegen Masern, Mumps, Röteln und Pertussis aus. Und beim Schutz gegen Hepatitis B und Haemophilus influenzae Typ b halten sich die Befürworter und Gegner in etwa die Waage.

Mit ihrer Meinung zu Impfungen halten Hebammen nicht hinterm Berg. Etwa zwei Drittel der Befragten informieren nach ihren Angaben Eltern über Impfungen.

Der eigene Impfschutz ist bei vielen Hebammen lückenhaft. Nur zehn Prozent waren gegen Influenza geimpft im Vergleich zu 24 Prozent in der Bevölkerung. Den Schutz gegen Pertussis haben nur 18 Prozent.

Die Impfung wird eigentlich zum Schutz der Kinder allen Erwachsenen mit Kontakt zu Säuglingen empfohlen.

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Noch fast schlimmer als das Abraten vom Impfen der Babies finde ich, dass Hebammen selber nicht vernuenftig geimpft sind - waer schon nicht toll wenn die Hebi das Frischgeborene mit Keuchhusten ansteckt #schmoll

cathie_g
[2] 03.06.08, 19:18

und noch einer:

Dienstag, 3. Juni 2008
"Wenig erfreulich"
Hebammen mit Impflücken

Jede fünfte deutsche Hebamme glaubt, dass eine homöopathische Behandlung eine Impfung überflüssig machen kann. Fast 70 Prozent lehnen diese Einschätzung hingegen ab. Für ihre erste systematische Erhebung zu Einstellung und Verhalten von Hebammen zu Impfungen und dem eigenen Impfstatus hatten der Bund Deutscher Hebammen und das Robert-Koch-Institut (RKI) 549 Hebammen aus ganz Deutschland während eines Kongresses im Mai 2007 befragt.

Demnach haben sich nur 51 Prozent der über 50-jährigen Hebammen in den vergangenen zehn Jahren gegen Hepatitis B impfen lassen. Insgesamt hatten sich in der zurückliegenden Saison nur 10 Prozent der Geburtshelferinnen gegen Grippe impfen lassen - in der Gesamtbevölkerung erreicht dieser Wert hingegen fast ein Viertel (24 Prozent). Die Ständige Impfkommission am RKI (STIKO) empfiehlt der Berufsgruppe den jährlichen Pieks.

Kaum Schutz gegen Keuchhusten

Nur knapp 25 Prozent der Befragten hatten im vergangenen Jahrzehnt eine Spritze gegen Keuchhusten (Pertussis) erhalten, bei Tetanus erreichte dieser Wert 75 Prozent. Die Impfquote gegen Hepatitis B wurde in der anonymen Befragung mit 69 Prozent angegeben.

"Wenig erfreulich ist, dass nur 18 Prozent der befragten Hebammen einen aktuell wirksamen Schutz gegen Keuchhusten aufweisen", heißt es im Epidemiologischen Bulletin des RKI. Dabei träfen schwerwiegende Verläufe dieser Krankheit besonders Neugeborene und Säuglinge im ersten Lebenshalbjahr. Die Kleinen werden laut STIKO geschützt, indem Eltern und andere Betreuungspersonen ihren Impfschutz auffrischen.

Verbreitetes Unwissen

Außerdem wusste ein Viertel der Geburtshelferinnen nicht, ob die Babys gegen Pneumokokken und Meningokokken C geimpft werden sollten - seit 2006 gibt es eine solche Empfehlung der STIKO -, "so dass hier noch weiterer Informationsbedarf zu bestehen scheint". Demgegenüber scheinen die Hebammen kein gutes Bild von den STIKO-Mitgliedern zu haben: Gerade mal 55 Prozent der Befragten meinen, dass die Empfehlungen fachlich begründet sind.

Die Umfrage zeigt, dass die in der früheren DDR oder in den neuen Bundesländern ausgebildeten Geburtshelferinnen Impfungen häufiger befürworteten. Ein weiteres Resultat: Hebammen, die in den vergangenen zwei Jahren eine Fortbildung in Alternativmedizin oder zum Thema Impfen besucht hatten, befürworteten die Impfung statistisch deutlich seltener. Mehr als 80 Prozent der Befragten gaben an, dass die Öffentlichkeit zu wenig über Komplikationen beim Impfen informiert werde. Das RKI schreibt zum Ende seiner Auswertung immerhin, dass die Mehrheit der Hebammen Impfungen als effektive Maßnahme gegen Infektionskrankheiten ansieht. Angesichts möglicher "Wissenslücken" könnten die Kinderärzte helfen. Adresse:
http://www.n-tv.de/973634.html

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wieder passend zum Thema des Clubs, die Verquickung von Impfgegnertum mit "Alternativmedizin".