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sali123
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25.08.10, 07:12
"Ähnliches möge mit Ähnlichem geheilt werden" (auf lateinisch: "similia similibus curentur") beschreibt die grundlegende Funktionsweise der Homöopathie. Das bedeutet, daß homöopathische Mittel unverdünnt genau die Beschwerden auslösen, die sie verdünnt heilen helfen. So kann zum Beispiel ein Stoff, der Hautjucken verursacht, in homöopathischer Dosis das Hautjucken heilen.
Im Jahre 1790 führte Hahnemann einen Selbstversuch mit Chinarinde durch, welche damals ein gängiges Mittel gegen Malaria war. Dabei stellte er fest, daß er, obwohl er nicht an Malaria erkrankt war, durch das regelmäßige Trinken einer Chinarinden-Abkochung die Symptome aufwies, die für Malariapatienten typisch waren.
Die Potenzen
Anfangs erscheint das System der Potenzierung verwirrend, ist aber trotzdem leicht verständlich, wenn man erst einmal den Durchblick hat.
Es gibt die Potenzen D-, C-, M- und LM.
• D steht für Verdünnung im Verhältnis 1:10
• C für Verdünnung im Verhältnis 1:100
• M ist eine Abkürzung für eine C1000
• LM oder auch Q für Verdünnungsschritte 1:50 000
Wozu das nun alles?
Unterschiedlich hohe Potenzen haben unterschiedliche Wirkungen.
Umso höher die Potenz, desto schneller, sicherer, aber auch sanfter ist die Wirkung.
Ein erfahrener Homöopath kann durch verschiedene Potenzen einen konkreten Krankheitsfall ganz gezielt beeinflussen.
Man kann sich grundlegend merken, daß Potenzen bis zur D12 oder C12 (Tiefpotenzen) mehr auf der körperlichen Ebene wirken, mittlere Potenzen bis zur D30 oder C30 sowohl auf der körperlichen als auch auf der energetischen Ebene und Potenzen über der D30/C30 (Hochpotenzen) überwiegend auf der energetischen Ebene.
Tiefpotenzen
Tiefpotenzen wirken vor allem auf alle rein körperlichen Symptome, zum Beispiel einem Schnupfen durch Kälte, und haben eine breit gestreute, jedoch (im Vergleich) schwache Wirkung.
Mittlere Potenzen
Mittlere Potenzen haben einen beginnenden Einfluss auf den seelisch-geistigen Bereich, etwa einem Schnupfen, der dadurch entstanden ist, weil der Patient von etwas die Nase voll hat.
Hochpotenzen
Hochpotenzen wirken schnell und tief, allerdings wirken sie nur, wenn sie wirklich genau zu den Krankheitssymptomen passen.
Viele erfahrene, klassische Homöopathen arbeiten nahezu ausschließlich mit Einzelmitteln, die hoch potenziert sind.
Wie finde ich das richtige Mittel?
Die Wahl des Mittels richtet sich nach den Symptomen der Erkrankung.
Man muß die Symptome herausfinden, durch fragen und durch beobachten und gegebenenfalls durch notieren des Erfahrenen.
Grundsätzlich sollte man die folgenden vier Fragen stellen:
Seit wann besteht die Krankheit?
Wo ist der Sitz der Krankheit?
Wie sehen die Krankheitssymptome aus?
Was verbessert oder verschlechtert den Krankheitszustand?
Jugendliche und Erwachsene
Fünf Globuli oder
Fünf Tropfen oder aus
Eine bis zwei Tabletten
Kinder von 6 bis 12 Jahre
Drei bis vier Globuli
Drei bis vier Tropfen
Eine Tablette
Kinder von 1 bis 6 Jahre
Zwei bis drei Globuli
Zwei bis drei Tropfen
Eine Tablette
Babys bis 1 Jahr
Eine bis zwei Globuli
Eine halbe Tablette
Welche Potenz soll ich nehmen?
Die Potenzen, die Sie zur Selbstbehandlung nehmen sollten, sind in den jeweiligen Symptomen aufgeführt.
Wie oft soll ich es einnehmen?
Man kann sich merken: Je stärker die Beschwerden, desto öfters sollte die Einnahme erfolgen.
Wenn eine Besserung eintritt, kann man das Mittel seltener nehmen.
Sie finden bei den Symptomen ebenfalls die Angabe, wie häufig man das Mittel nehmen sollte.
So bedeutet:
- alle 10-15 min: alle 10 bis 15 Minuten je eine Gabe
- alle 4 h: alle 4 Stunden eine Gabe
usw.
Standartdosierungen
- bis zur Potenz D6/C6: dreimal täglich eine Gabe
- bis zur Potenz D15/C15: zweimal täglich eine Gabe
- die Potenz C30: einmal wöchentlich eine Gabe
- die LM-Potenzen: dreimal wöchentlich eine Gabe
Hier nochmal zwei Vorschläge für eine homöopathische Hausapotheke:
Arzneimittel Bewährte Indikation
Aconitum napellus Schreck, Schock, Erstmittel akute fieberhafte Infekte
Apis mellfica Insektenstiche, Sonnenbrand, Urtikaria
Arnica Prellung, Hämatom, Verletzung, Commotio
Arsenicum album Magen-Darm-Infektion mit Durchfall und Erbrechen
Belladonna Akutes Fieber mit Schweiß, Sonnenstich
Bryonia alba Zerrungen, Gelenksentzündungen,
trockener schmerzhafter Husten
Calendula Hauptmittel für offene Wunden aller Art
Cantharis Verbrennung, Blasenentzündung
Carbo vegetabilis Kreislaufkollaps, Verdauungsstörungen mit Blähungen
Chamomilla Reizbarkeit, Zahnungsschmerzen, Ohrenschmerzen
Cocculus Reisekrankheit, Schwindel
Colocynthis Bauchkrämpfe, Magenkolik
Eupatorium perfol. Grippe mit Gliederschmerzen, Galleerbrechen
Ferrum phosphor. Fieberhafte Infekte, Ohrenentzündung
Gelsemium semperv. Sommergrippe mit Kopfschmerz und Benommenheit
Hamamelis Venöse Blutung, Quetschung
Hepar sulfuris Eitrige Infektion
Hypericum perforat. Nervenverletzung, Schmerzbehandlung bei Verletzungen
Ipecacuanha Hauptmittel bei Erbrechen
Ledum Insektenstiche, schmerzhafte Gelenksverletzungen
Mercurius solubilis Übelriechende eitrige Infektionen
Natrium muriaticum Hauptmittel bei Hitzeunverträglichkeit, Heimweh
Nux vomica Magen-Darminfekt, "Katermittel"
Okoubaka Milde Lebensmittelvergiftung
Phosphorus Flugangst, Nasenbluten
Pulsatilla Infekt, Ohrenentzündung, Heimweh
Rhus toxicodendron Sommerdurchfälle, Lippenbläschen, Muskelkater
Staphisagria Schnittwunden
Tabaccum Reisekrankheit, Kreislaufkollaps
Veratrum album Darminfekt mit Brechdurchfall und körperlicher Schwäche
Erkältungen / Fieber:
Aconitum napellus (Eisenhut) wenn Erkältungsbeschwerden plötzlich und akut mit Frösteln und Fieber auftreten
Allium cepa (Küchenzwiebel) bei Fließschnupfen mit brennendem Nasensekret und wunder Nase
Kalium bichromicum bei Schnupfen mit weißem, Fäden ziehendem Nasensekret
Dulcamara (Nachtschatten) bei mildem gelblichem Schnupfen, besonders nach Durchnässen
Halsschmerzen
Apis mellifica (Honigbiene) bei brennendem stechendem Halsschmerz und geschwollenen Rachenmandeln
Atropa belladonna L. (Tollkirsche) bei brennenden, starken Schluckschmerzen und feuerrotem Rachen
Hepar sulfuris (Kalkschwefelleber) bei eitrigen Halsentzündungen mit gelb-weißen Stippchen
Ohrenschmerzen
Ferrum phosphoricum (Eisenphosphat) bei geringem allgemeinem Krankheitsgefühl, aber starken, oft rechtsseitigen Ohrenschmerzen
Pulsatilla pratensis (Küchenschelle) bei eher zarten, weinerlichen Kindern mit Erkältung, Blaseninfektion oder Ohrenweh
Silicea (Kieselerde) bei fröstelnden, zierlichen Kindern mit lang anhaltenden und/oder wiederkehrenden
Ohrenbeschwerden mit Flüssigkeit im Mittelohr
Koliken / Bauchweh:
Magnesium phosphoricum bei ruhelosen, empfindlichen Kindern, die ihre Beinchen anziehen und denen eine liebevolle
Bauchmassage Linderung bringt
Lycopodium clavatum (Bärlapp) für Babys mit hartem, geblähtem Bauch, die in den frühen Abendstunden schreien
Jalapa für reizbare, unzufriedene Babys und Kleinkinder, oft mit nächtlichen Durchfällen,
deren Tag-Nacht-Rhythmus grundsätzlich gestört ist
Chamomilla (Kamille) hilft reizbaren Babys mit grünlichem Stuhl, die am liebsten von der Mama herumgetragen,
sonst aber nicht angefasst werden wollen
Mercurius solubilis bei Kindern mit schmerzhaften Blähungen, nächtlicher Unruhe; Zusammenrollen bessert das
Bauchweh; typisch: Zahneindrücke an der seitlich geschwollenen Zunge
Colocyntis bei plötzlichen, kolikartigen Bauchkrämpfen als Begleiterscheinung eines Magen-Darm-Infektes,
hilft zusammen mit Druck und Wärme, etwa durch ein Kirschkernsäckchen
Bryonia alba L. (weiße Zaunrübe) bei langsam zunehmenden, stechenden Bauchschmerzen, die durch kleine Bewegung
bereits verstärkt werden (Achtung: kann auch Hinweis auf Blinddarmentzündung sein!)
Ipecacuanha (Brechwurzel) bei plötzlich eintretendem, unstillbarem Erbrechen und rosiger Zungenspitze
Nux vomica (Brechnuss) bei Erbrechen mit krampfartigen Bauchschmerzen und gelblicher Zunge,
außerdem ist das Kind schlechter Laune über sein Kranksein
Veratrum album (weiße Nieswurz) bei akutem Brechdurchfall mit Kreislaufschwäche
Arsenicum album (Arsen) bei häufigem Erbrechen und Durchfall von nur geringer Menge,
die Kinder fühlen sich weniger schlapp
Verstopfung:
Calcium carbonicum (Austernschalenkalk) bei allgemein zufriedenen, gemütlichen, bewegungsarmen, eher pummeligen Kindern,
die gerne Eier und Milch mögen
Antimonium crudum (Grauspießglanz) bei verdrießlichen Kleinkindern mit dick-weißlichem Zungenbelag, die Verstopfung
und Durchfall immer mal im Wechsel haben können
Graphites (Reißblei) für Kinder mit großen, harten Kotballen und fehlendem Stuhldrang, die nur alle paar Tage auf
die Toilette können; typischerweise leiden sie auch unter winterlichen
Hauterkrankungen/Neurodermitis
Zahnungsbeschwerden:
Chamomilla (Kamille) Hauptmittel bei Zahnungsbeschwerden, bei quengeligen, sehr übellaunigen Kindern
mit einseitiger Wangenrötung und grünlichem Stuhl
Podophyllum peltatum (Maiapfel) bei starker Reizbarkeit, besonders in den Morgenstunden und häufig stark riechendem Stuhl
mit einseitiger Wangenrötung und grünlichem Stuhl
Rehum (Rhabarbar) bei quirligen, leicht schwitzenden Kindern, die angespannt sind, sich wechselweise krümmen und strecken
Wunden / Verletzungen / Verbrennungen:
Arnica montana L. (Arnika) als Umschläge oder Globuli bei Wunden, Prellungen und Quetschungen aller Art
Cantharis (spanische Fliege) bei Verbrennungsschmerz
Apis bei erstgradigen Verbrennungen und Insektenstichen, jeweils mit roter stechender Schwellung
Urtica bei juckenden, schälenden Verbrennungen
Causticum zum Ausheilen von Verbrennungen und Wunden
Ledum palustre (Sumpfporst) bei aufgekratzten, nicht heilen wollenden Insektenstichen
Wunder Po / Pilzinfektionen
Borax bei wundem Windelbereich oder Mundsoor, bewährt bei Pilzinfektionen
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