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neptune
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17.08.09, 23:30
Hey, ich wollte mich mal kurz vorstellen.
Ich bin die Nadja und habe eine Tochter, die Éva, sie ist jetzt 6 Monate alt.
Sie hat von Geburt an viel geschrien und war immer schon sehr unruhig. Die Geburt war eingeleitet und ziemlich brutal fand ich. Es ging sofort heftigst los und ich und die Kleine hatten kaum Zeit uns darauf einzustellen. Zuhause ging es dann mit den Dreimonatskoliken los und wir schoben ihre Unruhe und Griesgrämigkeit auf die Krämpfe und die schwere Geburt. Als die Koliken allmälich bei 14 Wochen besser wurden, wurde sie ein bisschen ruhiger, nicht aber bedeutend besser. Ich hatte schon eine Vermutung, wollte es aber noch nicht wahr haben. Nun ist es aber nach 6 Monaten immernoch so. Sie brüllt und brüllt und brüllt. Ich muss mich ständig um sie kümmern, kann sie kaum eine Sekunde alleine lassen. Sie schläft nicht alleine ein, und schon garnicht wenn Licht ist, was Tagesausflüge für mich praktisch unmöglich machen mit ihr. Auch wenn ich ihren Kinderwagen mit einem dunklen Tuch abdecke schläft sie nicht ein. Sie kann es einfach nicht. Tragtuch kannman auch vergessen. Darin ist sie zwar eine Weile zufrieden, schläft aber auch nicht und danach ist wieder Terror weil sie übermüdet ist. Wiederum muss sie genügend stimuliert werden, sonst schreit sie aus Unzufriedenheit auch wieder los. Ich kann bald nicht mehr... Sie so in eine Krippe zu geben ist einfach unmöglich. Wie denn auch wenn sie ständig schreit und nicht schlafen kann? Ich gebe sie auch nur ungerne den Grosseltern, weil ich weiss, dass sie sich wieder in was reinsteigern könnte und ich dann nicht da bin für sie. Ich mache mir solche Vorwürfe, dass ich es während der SS nicht lockerer genommen habe und mich halb tot geschuftet habe. Auch hatte ich ziemlichen Stress mit meinem Partner, was bestimmt auch nicht geholfen hat. Jedenfalls fühle ich mich fürchterlich und die letzten Wochen mit Éva waren der absolute Horror. Statt mich in meiner Mutterrolle almählich bestärkt und bestätigt zu fühlen bin ich nur noch unsicher. Ich habe schon fast Angst mit Éva das Haus zu verlassen weil sie mir sonst irgendwo wieder losbrüllt und ich nichts dagegen machen kann. Schnuller nimmt sie natürlich auch nicht - wie könnte es auch anders sein.... Ich hätte mir nie gedacht, dass ich so an meine Grenzen komme mit ihr. Dabei war sie ein absolutes Wunschkind und ich hatte mich so aufs Muttersein gefreut.... Zur Zeit fühle ich mich einfach nur deprimiert und isoliert. Sehe überall Mamas mit zufrieden glucksenden Babys, die ohne einen Mucks bei hellem Tageslicht im Kinderwagen einschlafen. Mir ein volllkommenes Rätsel wie die das schaffen.. Ich fühle mich fürchterlich - dazu kommt noch das ich den Scheisstipp der Kinderärztin befolgt habe und Éva 2 - 3 mal aus Verzweiflung habe schreien lassen. Das hat alles nur noch verschlimmert und mir kommt es vor, als hätte die Kleine jetzt gar kein Vertrauen mehr in mich. Es ist alles nur noch ein Albtraum!!
Nadja
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blumine04
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18.08.09, 21:50
Hallo Nadja,
...da bist du ja bei uns genau richtig 
Auch wenn dir das im Moment sicher nicht viel bringt und momentan auch unvorstellbar ist, der Albtraum hat irgendwann ein Ende!
Mh, wie kann ich dir helfen? Hört sich echt sehr schlimm an deine Situation. Was hast du schon alles probiert? Hast du sie schon mal gepuckt? Mein Kleiner hat bestimmt die ersten 8 oder 9 Monate nur so geschlafen.
Hast du schon mal an ne andere Kinderärztin gedacht? Schreien lassen..... HILFE! Vielleicht probierst du mal nen etwas alternativer eingestellten Arzt aus? Homöopath oder zumindest einer, der Naturheilverfahren praktiziert. Zu nem Ostheopathen würde ich auch mal gehen.
Ansosnsten kann ich dir nur sagen, dass ich dich gut verstehe (was ja auch schon oft viel hilft). Ich kam mir auch immer so hilflos vor und die ganzen glücklichen Mütter mit ihren glücklichen Babys haben mich so deprimiert.
Robin war auch ein absolutes Wunschkind und irgendwie stellt man sie das Muttersein immer anders vor, aber auf keinen Fall SO! Ich kann dir sagen, jetzt bin ich an einem Punkt, wo ich das Muttersein richtig genießen kann und mir das Leben mit dem Kleinen absolut Spaß macht. Er ist immer noch recht unruhig, aber eben ein kleiner Wirbelwind, immer in Action. Aber es gab Zeiten, da konnte ich mir das auch nicht vorstellen.
Die Vermutung habe ich auch schon, dass Streß in der SS eher ein Schreikind "fördert". Hab ich jetzt schon von einigen gehört mit Schreibabys. Und bei mir war es auch so. Aber dir jetzt Vorwürfe machen bringt auch nichts. Vor allem, je unruhiger du bist, je gestreßter du bist, desto unruhiger ist auch dein Kind.
Versuch du, Ruhe auszustrahlen. Und wenn du nicht mehr kannst, nimm Hilfe an. Gib es mal zu den Großeltern ohne schlechtes Gewissen, damit du Kraft tanken kannst. Wie schaut es mit deinem Partner aus? Bekommst du Unterstützung? Du kannst nicht 6 Monate lang rund um die Uhr für sie da sein, da gehst du kaputt und das bringt letztlich deiner Kleinen auch nichts.
Ganz liebe Grüße 
Claudia
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neptune
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20.08.09, 09:03
Hallo Claudia
Vielen Dank für deine liebe Antwort! Das hat wirklich gut getan.
Kinderarzt will ich jedenfalls wechseln. So eine Einstellung geht für mich garnicht und seit ich gesehen habe was das schreien lassen bei Éva bewirkt hat, bin ich richtig sauer - vorallem auf mich!. Ich habe nächste Woche einen Termin bei der Elternberatung und meine Hebamme hat mir inzwischen Homöopathische Tröpfchen für Éva gegeben. Ich habe die ihr jetzt 2 Tage gegeben und mich hat gedünkt sie sein ein bisschen weniger zappelig, halt so wie vor der Schreiepisode wo ich sie alleine gelassen habe. Sie hat jetzt oben auch noch einen Zahn gekriegt und war bestimmt deshalb so schlecht drauf die letzten 2 Wochen. Éva ist so empfindlich und kommt so schnell aus dem Gelichgewicht. Nun habe ich ein doppelt schlechtes Gewissen dass ich sie habe weinen lassen. Echt. Ich könnte mich manchmal. Ich weiss nicht weshalb ich nicht einfach auf mein Gefühl höre und mir drein reden lasse. Am Abend als ich sie habe schreien lassen habe ich meinem Freund noch gesagt dass wenn Éva in ein paar Tagen einen neuen Zahn hat, ich ihm alle Zähne mit der Faust raus haue und er in Zukunft Gebissträger sein wird!!!!! Und jetzt war es tatsächlich so. Éva hat aufs Zahnen so reagiert und war deshalb noch unruhiger und weinerlicher. Jedenfalls ist es mir eine Lehre und ich nehme die Sache jetzt selbst in die Hand. Ich habe meinem Freund gesagt das er sich nicht mehr einmischen soll bezüglich Évas Weinkrämpfen und mich mit ihr machen lassen soll. Was jetzt natürlich dazu führt, dass ich alleine mit ihr bin. Irgendwie wird es aber schon gehen und ich erhoffe mir von der Elternberatung ein bisschen Hilfe und moralische Unterstützung.
Schön das dein Robin sich so gut gemacht hat. Ich bin jedenfalls traumatisiert und wünsche mir kein weiteres Kind mehr. Ich bin froh, wenn ich Éva einigermassen gut durchbringe und sie und ich keinen Knacks ab kriegen.
Pucken habe ich übrigens versucht. Sie hat dabei allerdings so gebrüllt, dass ich sie nach 20 Minuten wieder befreit habe. Ich habe dann eine Hängeschaukel gekauft worin sie 2 Monate ''gut'' schlief. Dies klappt aber auch nicht mehr. Sie fängt schon zu schreien an wenn ich mich mit ihr der Schaukel nur nähere. Nun habe ich keine andere Methode mehr als mich mit ihr hin zu legen und sie an die Brust zu nehmen. Mit ein bisschen Glück schläft sie so ein. Aber nie sehr lange. 20 Minuten meistens. Wenigstens das und ich schlafe dann halt auch gleich ein, was mir zur Zeit nicht schadet.
Liebe Grüsse,
Nadja
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blumine04
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21.08.09, 20:51
Hallo Nadja,
ich wünsch dir echt, dass die dir bei der Elternberatung bißchen helfen können, und wenn´s nur moralisch ist. Mach dir aber nicht so viele Vorwürfe, weil du sie 1x hast schreien lassen. Deswegen wird sie noch keine Knacks bekommen. Und glaub mir, man vergißt diese schlimme Zeit auch ganz schnell wieder, auch wenn man sich das überhaupt nicht vorstellen kann, wenn man mittendrin steckt.
Zum Ostheopathen würde ich an deiner Stelle auf jeden Fall mal gehen. Ich kenne einige, bei denen´s geholfen hat. (Bei uns nicht ) Schaden kann´s auf jeden Fall nicht.
LG und gute Nerven
Claudia
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steffi1912
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16.09.09, 13:27
hallo nadja,
ohhhhh - wie sehr ich da mitfühlen kann!!! ich finde es immer wieder erstaunlich, dass es doch menschen gibt, denen es genauso geht wie mir :). auch ich hatte eine bilderbuchschwangerschaft - gearbeitet bis zum schluss, sport gemacht mit spaß dabei und voller zuversicht in die eingeleitete geburt gewackelt. und, genau wie bei euch: kaum zu haus, gings los: schreien, schreien, schreien. am laufenden band. am anfang konnte sie noch der kinderwagen beruhigen, später nix mehr. 12 wochen lang haben wir rumgetragen, gepukt, gesch-scht... alles nix. und rundrum gute ratschläge und vorwürfe: "trinkst du kaffee und stillst? stillkinder kriegen keine blähungen und mädchen schon garnicht." ehrlich, ich konnte es nimmer hören und war richtig am ende. hilfe? nö, bloß mitleidige blicke von total glücklichen müttern mit rundrum-zufrieden-babys, die in ihren tragetüchern und wägelchen gepennt haben. ich hab mich auch nicht mehr getraut mit judith aus dem haus zu gehen.
was geholfen hat? zum ersten das abstillen, ja, ja... so schrecklich das am anfang für mich war (ich hab immer nach stillen gebrüllt - von wegen immun-schutz und so...). kaum gab's fläschchen, war's mit der brüllerei besser. ha-pre-milch und ab und an ein bisserl lefax in die mimi und besser war's.
dann hab ich versucht mit ihr einen genauen immer gleichen rhythmus einzuhalten: fläschchen immer zu hause am gleichen platz zur gleichen zeit, schlafen mittags immer zur gleichen zeit im bett im abgedunkelten zimmer, dann abends immer mit dem gleichen ritual zur gleichen zeit ins bett. bleibe auch heute noch an ihrem bett sitzen und schau ihr beim einschlafen zu. dauert unterdessen nur noch ca 15 minuten. dann pennt sie. ich halte nix von der "tür-zu-und-brüllen-lassen-methode". ach ja, der fön hilft immer noch, wenn sie nicht mehr zu beruhigen ist. habe in den letzten 7 monaten 2 neue föns gekauft (alle sind den überhitzungstod gestorben...) fön an und dem kind fallen die augen zu. erstaunlich
und dann war ich mit ihr bei der ostheopatin. zuerst wurde's schlimmer, nach der dritten sitzung (und bei einer neuen ärztin) fand ich, es hat wirklich gefruchtet.
ja, und nicht zuletzt hat die chefin von meinem mann (selbst 3 kinder großgezogen) zu mir gesagt, als wir mit judith auf einer feier waren und sie losgeweint hat und ich sofort panik geschoben hab und abhauen wollte: "warum, wenn sie schreien will, dann schreit sie eben! geht nicht, bleibt da!" das hat gut getan - endlich jemand, der mich und mein kind dabei haben wollte, auch wenn wir nicht die leisesten waren!
einwickeln und tragen im tuch hat bei uns auch nie geholfen - da liegt er nun, der gute manduca - naja, vielleicht beim nächsten kind ich will nicht sagen, dass jetzt alles immer in ordnung ist, manchmal gibt's noch schreierei, aber hält sich in grenzen. oh - und babyschwimmen macht ihr total spaß (und dabei hatte ich so panik davor...). warmes wasser und bewegung beruhigen sie immer ungemein.
so, jetzt hab ich total getextet... vielleicht ist ein tipp dabei für dich! lass den kopf nicht hängen und denk dran: du bist keine schlechte mutter, kinder sind so wie sie sind! es wird besser werden! und vor allem (da schließ ich mich an)- rekrutier JEDE hilfe, die du kriegen kannst!!!!! sonst gehst du ein.
liebe grüße
steffi
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