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mil2003
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[1]
11.07.08, 13:41
Hallo,
tja, Leonie ist jetzt seit vier Wochen nicht mehr in meinem Bauch und ich hab das Gefühl, die Leute haben vergessen, dass ich je schwanger war.
Das Leben geht weiter, ja, leider. Die Erde dreht sich weiter, die Welt tut das, was sie sonst auch und immer tut. Es geht einfach weiter. Für mich aber steht seit vier Wochen alles still.
Ich bekomm die Zeit im Krankenhaus einfach nicht aus dem Kopf. Die Gefühle, die ich die ganze Zeit über hatte, als man mir das erste mal sagte, dass es nicht gut aussieht bis hin zur Entlassung, drehen sich in meinem Körper im Kreis und ich hab das Gefühl durch zu drehen.
Das Gefühl, als der Ultraschall gemacht wurde, um zu schauen, wie weit der Muttermund schon geöffnet war, sich diese scheiß Bilder an zu schauen und zu wissen, dass da dein totes geliebtes Baby jeden Moment rauskommt und die Gewissheit, dass es nicht anders geht. Sie ist tot...
Das Gefühl, dass ich hatte, als sie dann kam, diese Angst. Ich sah meinen Mann an und auch in seinen Augen sah ich große Angst.
Die Hebamme wollte sie uns zeigen, aber ich wollte nicht. Ich habe nur ängstlich mit dem Kopf geschüttelt und es tut mir so leid. Ich wünschte, ich hätte sie mir angeschaut, im Arm gehalten, nur einmal...
Oh wie sehr hätte ich mir gewünscht, dass das alles nur ein ganz ganz schlechter Traum war. Wie gern hätte ich sie schreien hören, nur ein einziges mal.
Ich wäre jetzt Ende der 27.SSW... Jetzt hätte sie außerhalb meines Körper eine Überlebenschance von 83% in einem Krankenhaus mit guter Frühchenmedizin gehabt.
WARUM nur? Warum wir? Warum unsere kleine Leonie?
Diese Gedanken quälen mich so sehr. Jeden Tag und das immer und immer wieder... Ich weiß nicht, was ich noch tun soll... Ich kann das alles nicht vergessen, sie war doch so sehr gewollt und vom ersten Moment an geliebt, als wir von ihr wussten... Ich versteh es nicht...
... doch für meine Umwelt ist sie schon vergessen, als wäre nie was gewesen. Niemand sieht, wie es mir geht. Niemand fragt, wie es mir geht, niemand spricht über unsere Kleine. Und wenn wir über die Schwangerschaft oder über Leonie selbst reden, dann wird ausgewichen und das Thema wird tot geschwiegen.
Sie ist doch real... Leonie war doch wirklich da, nein, SIE IST DA!!!
Warum sieht denn keiner diesen Schmerz in mir???
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mamiinspee
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[2]
11.07.08, 13:54
boah ich weiss garnet was ich dir schreiben soll bin grad nur am heulen...
es is echt heftig was du durchgemacht hast und ich finde mich da nur ein klein wenig selbst. ich zitiere mal meine schwester was sie zum thema fehlgeburt / abgang zu mir gesagt hat.
"du hast ja net mal das herz gesehen, erst wenn du lernst für dein kind zu verzichten is es echt schlimm" diese worte von meiner schwester zu hören die ja eigentlich paatin werden wollte (sie wird es nicht auch wenn ich 100 kinder bekomme) waren das schlimmste das ich in der zeit durchmachen musste. ich kann dir nachfühlen auch wenn es nur um die reaktionen der "aussenseiter" geht. die tatsache das du dein totes kind gebären musstet is einfach krass ich hab es nicht erlebt und will es auch net denn ich kann mir gut vorstellen wie es dir ergangen is auch dein mann muss sehr gelitten haben. ich wünsche dir vom ganzen herzen das deine kleine leonie wiederkommt und ihr eine glückliche famile werdet die über das geschehene offen und lockerer reden kann, das ihr ein leben erschafft das euch glücklich macht und ihr solche schrecklichen erfahrungen nie wieder machen müsst.
ganz liebe grüße und ganz festes drücken
Nicky
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mil2003
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[3]
11.07.08, 14:00
Hallo,
ja, Mitmenschen, die nicht wissen, was man durchmacht, können schon echt grausam sein. Bei mir ist es mittlerweile so weit, dass ich mich gar nicht mehr unter Mitmenschen trau aus Angst, dass wieder solche blöden Dinge kommen oder ich blöd angeschaut werde.
Ich geh mit meinem Mann allein im Wald spazieren oder wir gehen halt nur raus, wenns sein muss. Mist ist nur, dass unsere derzeitge Wohnung direkt an einen Kindergarten grenzt. Unser Balkon ist quasi direkt darüber... Also auch hier alles nur "unpassend"...
Was deine Schwester angeht, der würd ich mal kräftig in die zwei Buchstaben treten. Das geht ja gar nicht!!!
Lieben Gruß, Mil
mit Leonie chen fest im Herzen
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avelone
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[4]
11.07.08, 14:59
Hallo Mil2003,
wie sehr mich deine Geschichte doch an die meine erinnert.
Bei unserer Kleinen war es genauso,nur das es direkt nach ihrer Beerdigung losging. Mit ihr wurde alles begraben was mit ihr zu tun hatte. Bis heute redet keiner mehr über meine Maus,sobald ihr Name nur erwähnt wird,wird das Thema in eine andere Richtung gelenkt und das macht sie für mich erst tot...als hätte es sie nie gegeben. Durch das Verhalten "der Anderen" fing ich auch an zu schweigen,verbarg meine Tränen,weinte nur noch wenn ich alleine war und fraß alles in mich rein. Auf fragen wie es mir geht,wurde ein Lächeln aufgesetzt und mit Gut geantwortet, aber innerlich habe ich geweint...ja förmlich geschrien...was denkt ihr wie es mir geht...beschissen....mein Kind ist tot.....und ich komm damit nicht klar...jeden neuen Tag immer und immer wieder aufstehen und weitermachen...als wäre nix gewesen....bringt mich um....und ihr fragt wie es mir geht?!
Nach der Geburt meines Sohnes letztes Jahr im August kam der Zusammenbruch. Alles erinnerte mich an meine kleine Leanne...alles. Die Wehen und deren heftigkeit,die Geburt und mein kleiner Sohn,er war der Lütten wie aus dem Gesicht geschnitten,hätten eineiige Zwillinge sein können. Ich durchlief diesen ganzen Alptraum noch einmal, Erinnerungen die ich verdrängt hatte kamen hervor,es war als erlebte ich diesen ganzen Tag nocheinmal. Wochenlang habe ich nur geweint....durchlebte nocheinmal diese ganze trauer,weil mir bewußt wurde was ich mit meiner Tochter nie erleben und machen werde können. Wie sehr sie wirklich fehlte und wie leer ihr Platz ist ,den sie eigendlich einnehmen sollte. Sie wird immer fehlen,ebenso ihr kleines Geschwisterchen.
Eins habe ich gelernt. Ich lasse mir nicht mehr sagen ob ich über meine kleinen Engel rede oder nicht. Ich tue es einfach. Erst letztens sagte ich zu meiner Mutter, ich verstehe nicht warum ihr immer ablenkt wenn ich über Leanne reden will, ihr tut so als hätte es sie nie gegeben. Meine Mutter antwortete das es für sie sehr schwer seih darüber zu reden, weil sie damit nicht umgehen kann. Für sie war es schlimm ihre Enkeltochter im Arm zu haben und zusehen zu müssen wie sie stirbt. Sie fühlte sich da so hilflos. Und um sich warum auch immer ,selber zu schützen redet sie nicht darüber. Will den Schmerz nicht zulassen.
Mir ist klar geworden das die Menschen aus unseren Umfeld gar nicht wissen,wie sehr uns ihr Schweigen verletzt. Ich denke das ihr Schweigen eine Art Mauer zum Selbstschutz ist. Der Tod ist an sich schon ein Thema das aus unserer Gesellschaft verdrängt wurde,niemand will daran denken das er "Endlich" ist. Da ist der Tod eines Kindes noch viel schlimmer....Unfassbar, und zeigt das der Tod immer kommt,egal wann,wo und wie.
Du solltest diese Leute vieleicht direkt darauf ansprechen,sage ihnen wie du dich fühlst,wie traurig und verletzt du bist das keiner mehr über dein Kind redet. Meistens wissen sie nichtmal wie es dir geht und erwähnen dein Kind nicht um dich zu Schützen. Weil sie nicht wissen das du über Sie reden möchtest.
Mach nicht den Fehler und friss alles in dich rein wie ich es getan habe.
Liebe Grüße
und Avelone
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avelone
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[5]
11.07.08, 16:34
Hallo ich nochmal,
ich habe für euch Sternenmamas mal ein wunderschönes Lied zum kostenlosen download.
Es heißt "Dein Licht" und wurde für Sternenkinder geschrieben. Ich habe es von einer Mama in meinem Sternenkinder-forum zugeschickt bekommen. Vieleicht mögt ihr es ja.
Hier einmal der Link: http://www.schlaflieder.com/Startseite.html
PS. Ich muste bei diesen Lied wirklich sehr weinen.
LG Ave
ich euch mal alle
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hase1982
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[6]
11.07.08, 20:40
hallo
ich muss sagen was ich heir lese bringt mich furchtbar zum weinen und die andere seite ich denke im moment warum hast du so geheult und so ein theater gemacht(fg 13.ssw) dein kind hätte nie leben können,aber es fällt mir auch heute wieder schwer darüber zu schreiben....
wir hatten in der 13ssw eine fg und haben wochen später erfahren das unser kind einen schweren herzfehler hatte und schwerst behindert war und die lebenserwartung bei ca. 1jahr lag,meine schwester meinte sei froh das du es verloren hast sonst hättest du es ja eh abtreiben müssen,das waren ihre ersten worte im kh als sie mich besuchen kam, ich werde sie nie vergessen und erstrecht nicht verzeihen...
habe mich oft gefragt ob es egoistisch von mir ist das ich immer gesagt habe ich hätte meinen sohn trotzdem bekommen...
ich weiß es bis heute nicht aber eins weiß ich 100%ig ich habe ihn geliebt ich liebe ihn und ich werde ihn immer lieben und das ist für mich das wichtigste.....
naja ich kann auch mit niemanden darüber reden ausser mit meinem mann und meine traumhaften schwiegermutter sie war in der schweren zeit die einzige die für mich da war, das werde ich ihr auch nie vergessen....
so werd dann mal lieber aufhören es ging hier ja um euch und nicht um mich....
liebe grüße 1982 + florian - maximilian
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fipslmaus
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[7]
13.07.08, 17:58
ICh denke es ist Angst bei unseren lieben Mitmenschen.
Immer wieder wenn die Frage nach Kindern kommt, merke ich dies ganz deutlich das, schnell das Thema gewechselt wird.
Es interessiert mich nicht, ich rede trotzdem darüber. Meine Tochter gehört zu mir auch wenn sie in meinem Herzen ruht. Es schmerzt schon sehr.
Meine kleine Linda hatte am 04.07.2008 ihren 2. Geburtstag. Statt zu feiern waren wir auf dem Friedhof. Bisher konnte ich immer sehr gut damit umgehen, dieses Mal nicht.
Ich wünsche uns allen viel Kraft
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mamiinspee
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[8]
13.07.08, 22:00
ich hatte gestern mal wieder ein gespräch über das thema..ich muss sagen das schönste gefühl was bleibt das abr acuh gleich wieder sehr erschreckend is, is . WIR SIND NICHT ALLEINE! die zahl der frauen in meinem umfeld is enorm.. es tut irgendwie gut zu wissen das der schmerz den man empfinden muss nicht alleine ertrgen muss. wenn ich darüber rede dann geht es mir danach zwar sehr schlecht aber ich merke wie meine innere stärke wächst. für uns alle wünsche ich alles was mann in dieser situation wünschen kann...
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taro82
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[9]
14.07.08, 18:01
hallo süße!
lass dich mal feste drücken!!
wir hatten uns ja schonmal geschrieben.. ich kann dir gut nachempfinden. ich habe vor knapp 8 wochen meinen kleinen paul in der 15.ssw tod zur welt gebracht .
und wie du musste auch ich die erfahrung machen, dass die leute es nicht verstehen.. ausser meinem mann versteht es kaum einer, dass wir noch trauern. selbst meine mutter und meine schwester halten es für übertrieben. ich sollte mich nicht so da rein steigern und ich hatte ja wohl noch nicht so einen bezug zu dem kind.. natürlich hatte ich einen bezug zu dem kind, es war und ist mein kind.. ich liebe es doch! ichlass mich davon nicht beschwätzen, ich werde trotzdem weiter zum friedhof gehen und weiter trauern.. ich habe letzte woche ein schönes buch gelesen, da geht es um eine frau die ihr kind in der 19ssw zur welt bringt und auch diese erfahrungen mit der umwelt macht.
es heisst: ich hätte dich so gern kennen gerlernt.
es ist zwar sehr traurig und hat mich sehr an meine ss und geburt erinnert aber es zeigt auch, dass man da einfach weg hören muss und seinen eigenen weg finden muss, um mit der trauer umzugehen.
ich werde dieses buch jetzt meiner mutter ausleihen, damit sie sich darüber nochmal gedanke macht...
ich wünsche dir ganz viel kraft
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tobimaus
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[10]
22.07.08, 15:44
Hallo liebe Mil,
frag doch mal im Krankenhaus, ob die nicht doch ein Foto von Deiner Leonie gemacht haben. Es ist oft so, dass die Eltern Ihr Kind nicht sehen wollen, aber später doch den Wunsch danach verspüren. Manche Krankenhäuser machen deshalb Fotos und bewahren sie einige Zeit auf.
Ansosnten schließe ich mich den anderen an: wenn Du reden willst tue es. Sag auch deinen Mitmenschen, dass es Dir hilft drüber zu sprechen. Ich war auch sehr enttäuscht voneinige guten Freundinnen, dass sie später mich nicht mehr drauf angesprochen haben. Ich habe mich dann beschwert und sie sagten, sie wollten es nicht wieder aufrühren. Wer das nicht selbst erlebt hat, kommt nicht auf den Gedanken, dass man drüber reden muss, um ihm einen Platz in der Welt zu geben, um dem ganzen Erlebnis einen Platz in Eurem Leben zu geben.
Wenn es Dir schwer fällt, es Ihnen direkt zu sagen, schreib doch einfach eine E-Mail mit: Ich möchte drüber reden. Es hilft mir, mit Euch zu reden, damit ich es verarbeiten kann. Bitte schweigt es nicht tot, damit tut ihr mir weh. Vielelicht hilft das bei der nächsten Begegnung.

tobimaus
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browneyesgirl
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[11]
28.07.08, 06:39
*** Dieser Beitrag wurde von einem Gastgeber gelöscht ***
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browneyesgirl
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[12]
28.07.08, 06:43
Man sollte folgende Gedichte ausdrucken und sie den Menschen um uns rum zu lesen geben
Eine Bitte an unsere Mitmenschen
Unser Kind hat uns verlassen,
nie werden wir es lachen sehen -
wer kann unseren Schmerz erfassen,
wer kann unser Leid verstehen...
Verzeiht, wenn wir uns so "verwandeln",
doch nichts kann unseren Kummer lindern -
unser Denken, Sehnen, Handeln,
gilt stets unseren Sternenkindern...
Beachtet bitte, was Ihr sagt,
wenn Ihr mit uns sprechen solltet -
damit Ihr uns nicht quält und plagt,
wo Ihr uns doch trösten wolltet...
Worte haben große Macht,
sie spenden Liebe, können heilen -
wählt Eure Worte mit Bedacht,
wollt Ihr uns zur Hilfe eilen...
denn Worte können auch verletzen,
wenn sie uns'rer Trauer höhnen -
können unser Aug' benetzen,
statt mit dem Schicksal uns versöhnen...
Begleitet unseren Weg ein Stück
und wenn wir reden, lauscht uns bitte -
weist unser Baby nicht zurück,
und nehmt es auf in Eurer Mitte...
Ralf Korrek, 04.01.2007
Unauslöschbar
Unauslöschbar eingebrannt
Das Gefühl auf meiner Hand
Die Dich hielt so kurze Zeit
Bleibt leer für alle Ewigkeit
Unauslöschbar auch der Schmerz
Obwohl Du lebst in meinem Herz
Bist Du doch unendlich fern
Hätt' Dich an meiner Seite gern
Unauslöschbar brennt die Wut
Über manch' Gedankengut
Offiziell gab es Dich nicht
Viel zu klein war Dein Gewicht
Unauslöschbar ist die Trauer
Über diese Schweigemauer
Über die Gesetzeslage
Und auch über diese Waage
Unauslöschbar ist mein Wille
Einzubrechen in die Stille
Werd' immer Deinen Namen nennen
Mich zu meinem Kind bekennen
Ralf Korrek, 30.05.2006
Sterneneltern
Sterneneltern heißen wir,
denn unser Kind verloren wir.
Viel zu früh ist es gegangen,
kaum das sein Leben angefangen...
Wie alt es war? Das ist nicht wichtig!
Wie groß, wie schwer - auch das ist nichtig!
Es war unser geliebtes Kind
und bleibt's, bis wir gegangen sind...
Wißt, wir spüren stets die Schmerzen.
Die Wunde klafft in unseren Herzen.
Drum sagt nichts von den schlimmen Dingen,
die dolchstoßgleich in's Herz uns dringen:
"Warum jammert ihr denn so?
Es war doch nur ein Embryo!
Wer weiß, wozu es gut gewesen,
das es Euch verließ - dies' Wesen...
Ihr seid noch jung, könnt andre haben
und Euch an Kinderlachen laben!
So lang' ist's her, seit es geschehen -
Ihr müßt nun endlich vorwärts sehen..."
Schweigt lieber, statt sowas zu sagen.
Das hilft uns nicht in Tausend Tagen,
auch wenn es von Euch gut gedacht,
weil Ihr Euch um uns Sorgen macht...
Glaubt uns, könnt Ihr's auch nicht ermessen -
wir werden es niemals vergessen!
Es totzuschweigen schmerzt uns sehr,
vergrößert unser Leid noch mehr...
Wollt Ihr uns echte Hilfe bringen,
laßt seinen Namen hell erklingen!
Laßt uns reden, helft uns trauern,
reißt mit uns ein die Schweigemauern...
Ralf Korrek, 17.08.2006
Versucht, uns einfach zu verstehen
"Ab wann ist man ein Elternpaar?
Sobald ein Kind geboren - klar!"
So sprechen all die schlauen Leute
seit Alters her und auch noch Heute.
Sie sagen, "Macht nicht so'nen Wind.
Das war doch noch kein richt'ges Kind.
Könnt neue haben jederzeit,
Wozu nur diese Traurigkeit?"
Sowas zu sagen trifft uns sehr,
Vergrößert nur das Tränenmeer...
Ich sag' Euch, warum wir traurig sind:
Verloren haben wir ein Kind.
Ein kleines Menschlein - wunderschön,
weil wir es mit dem Herzen sehen.
Wie groß, wie schwer - das ist egal,
für uns ist dieses Kind real!!!
Wir möchten einfach, daß Ihr wisst
wie wichtig uns dies Menschlein ist!
Drum nehmt uns bitte, wie wir sind -
Eltern, die trauern um ein Kind.
Kein anderes Kind, das uns geboren,
wird je ersetzen, was wir verloren.
Wenn Ihr uns wollt behilflich sein,
schließt unser Sternenkind mit ein
in Eure Reden und Gedanken -
wofür wir herzlichst uns bedanken!
Nennt seinen Namen, sein Geschlecht,
wenn Ihr von unserem Baby sprecht...
Tut nicht, als wäre nichts geschehen.
Versucht, uns einfach zu verstehen.
Ralf Korrek, 14.02.2006
Vielleicht verstehen Sie uns dann doch etwas.
Aber so ist leider die Gesellschaft.Ich habe einige Zeitschriften (Family&co und Eltern unter anderen) angeschrieben um nochmal über das Thema FG und Totgeburt und auch über Betroffene zu berichten.Tja wißt Ihr ich bekam zu hören das hatten wir erst das kommt frühestens in 2 Jahren wieder.Solange Leute so denken müßen wir weiter darum kämpfen das unsere Kinder nicht vergessen werden..
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