wie genau meint die WHO das mit dem Stillen?

hexenase
Weise Eule
[1] 06.10.10, 21:25

Hi,
die Aussage ist doch: am Besten voll stillen die ersten 6Monate und dann noch weiter bis zum zweiten Geburtstag

Aber wie genau ist das gemeint? Neben den Mahlzeiten immernoch nach Bedarf stillen? Hat das Kind mit 2Jahren denn noch so oft hunger, dass ihm die Mahlzeiten nicht ausreichen? Oder sollte das Kind entscheiden ob es essen oder stillen möchte?
Außerdem habe ich gerade irgendwo gelesen, dass man dem Kind abends Brei geben sollte und wenn es Nachts aufwacht soll man nicht den richtigen Zeitpunkt zum abstillen verpassen und muss das gequengel aushalten und das Kind anders beruhigen- es sollte nach dem Brei lange genug satt sein um durchzuschlafen und braucht das stillen nicht. (ich muss den Link nochmal raussuchen!) aber die WHO rät doch zum langen stillen... aber laut dem Link soll man nicht Nachts stillen, weil das Kind es ja aushalten kann. Und Tagsüber hat das Kind doch seine Mahlzeiten...
(tut mir leid, bei mir ist das alles noch so theoretisch. Mein Kleiner ist erst 4Monate alt. Aber es interessiert mich halt wie das so ablaufen sollte)

LG

(gefunden: http://www.rund-ums-baby.de/entwicklung/stichwortsuche.htm?stichwort=Brustentw%F6hnung+in+der+Nacht
siehe: --> "Von der Natur kann das ursprünglich so nicht vorgesehen sein" in
"Stichwort Brustentwöhnung in der Nacht"

anom83
Weise Eule
[2] 06.10.10, 21:38

Hallo,

also bis zum 6. Monat ist ja alles klar. Deine Frage bezieht sich ja auf die Zeit danach.

Im Grunde ist es ganz einfach. Die Kinder bekommen Beikost, werden aber auch darüber hinaus noch nach Bedarf gestillt. Das die Kinder irgendwann nachts keine Milch mehr bekommen, finde ich total blödsinnig. Wenn wir Durst haben nachts, dann trinken wir ja auch.

Niklas z. B. ist jetzt 16 Monate alt. Tagsüber isst er ganz normal bei uns mit und wird, sofern er nicht krank ist, nicht gestillt. Er isst auch abends ganz normal mit uns zu Abend.

Wenn er ins Bett gebracht wird, wird er gestillt und schläft dann bei mir angekuschelt ein. Wenn er nachts wach wird, was noch öfter passiert, kommt er angerollt (schläft im Familienbett), stillt kurz (ist mehr nuckeln als trinken) und schläft dann sofort wieder ein. Ich werde davon fast nie wach.

Man darf nicht vergessen, dass Stillen sehr viel mehr ist als Nahrungsaufnahme. Es bedeutet für die Kinder Sicherheit, Nähe, Kuscheln, Wärme etc.... Warum sollte man ihnen das verwehren, nur weil sie plötzlich ein gewisses Alter erreicht haben?

Solange Niklas nicht durchschläft wird er nachts natürlich noch gestillt. Und zum Einschlafen zu stillen finde ich persönlich sehr schön. Auch ich entspanne mich dabei so sehr, dass ich öfter schonmal mit einschlafe.

LG Mona

rummsmurmel
Ehrwürdige Schildkröte
[3] 06.10.10, 22:07

Hallo

Bei uns ist es so, dass Johanna (20 Monate) morgens nach dem Aufstehen Stillen möchte. Ohne kann der Tag nicht so richtig anfangen :-p. Manchmal muss es auch zum Einschlafen sein. Die Kleinen trösten sich aber auch an der Brust. Irgendwann hat das Stillen nicht mehr wirklich viel mit Ernährung in dem Sinne zu tun.
Wenn du offen für das lange Stillen bist, kommt das alles von allein. Hätte mir jemand gesagt dass ich mein Kind so lange Stille würde hätte ich dem nen Vogel gezeigt :-p.
Bei uns ging das alles von alleine. Erst wurden Mahlzeiten ersetzt und sie hat trotzdem nach ihrem Bedarf gestillt.
Das nächtliche Stillen ist , denke ich, Ansichtssache. Ich habe Johanna das nächtliche Stillen mit 13/14 Monaten "abgewöhnt". Ich wollte einfach nicht mehr. Ich denke da muss man als Mama den richtigen Zeitpunkt finden und darf/sollte sich da von niemanden rein reden lassen. So wie man am besten zurecht kommt.

Lieben Gruß

romyborowy
Weise Eule
[4] 06.10.10, 22:14

Naja... grundsätzlich hängt es ja erstmal von deinem Kind ab, wie es so die Nächte verbringt... das lässt sich ja schwer vorraus sagen, ob es vielleicht sogar von selbst durchschläft oder ab wann es Beikost nimmt bzw. ob es sich sogar selbst abstillt...

Ich habe ein Kind, das sehr spät überhaupt etwas anderes als Milch wollte, jetzt mit 16 Monaten immernoch hauptsächlich von Milch lebt und das ausschließlich und mehrmals nächtlich in den Schlaf begleitet und gestillt werden möchte. Für uns sind diese Abstill-Ratschläge einfach nur absurd.

Wir haben von einer Schlafberaterin die Info bekommen, dass es wichtig für die gesunde Gehirnentwicklung ist, dass die Kinder bei nächtlichem Erwachen Zuwendung und auch Milch bekommen. Wenn man sie sich selbst überlässt, damit sie "lernen" ohne das auszukommen, baut sich ein Stresshormonpegel auf, der die gesunde Gehirnentwicklung beeinträchtigt... Stichwort AD(H)S, Depressionen usw. ...

Am einfachsten ist es, du stillst dein Kind immer nach Bedarf, wenn es das möchte... damit läufst du natürlich "Gefahr", dass du lange und oft stillen wirst...

zahnweh
Weise Eule
[5] 07.10.10, 00:07

Zitat von hexenase:Aber wie genau ist das gemeint? Neben den Mahlzeiten immernoch nach Bedarf stillen? Hat das Kind mit 2Jahren denn noch so oft hunger, dass ihm die Mahlzeiten nicht ausreichen? Oder sollte das Kind entscheiden ob es essen oder stillen möchte?
Außerdem habe ich gerade irgendwo gelesen, dass man dem Kind abends Brei geben sollte und wenn es Nachts aufwacht soll man nicht den richtigen Zeitpunkt zum abstillen verpassen und muss das gequengel aushalten und das Kind anders beruhigen- es sollte nach dem Brei lange genug satt sein um durchzuschlafen und braucht das stillen nicht.

Den Artikel lese ich jetzt nicht, weil ich schon müde bin.
Berichte aber kurz von uns:

meine ist jetzt 3 Jahre und einen Monat. Sie stillt nachts zum Einschlafen. Gelegentlich nachts und gelegentlich morgens.

Nein, sie hat nicht mehr so oft "Hunger" auf's Stillen (sie hat mit 1,5 Jahren drei Erwachsenenportionen verdrückt. Nach zwei Stück Kuchen, noch Schinkenbrote, allerlei Gemüse, Salate und Oliven. Abends noch Stillen).
Bei meiner ist es
- Schmerzmittel. als die hinteren Backenzähne kamen, half am Besten Mamamilch! Osanit und Dentinox (nach dem sie sogar mal freiwillig und mehr verlangte #schwitz obwohl sie es gar nicht mochte, wirkten nur sehr kurz. Stillen immerhin 2 Stunden und sehr effektiv)
- Schlafmittel. Heute morgen wollte sie nicht aufstehen sondern weiterschlafen. Da sie wieder in den Schlaf finden wollte, erklärte sie mir "Bin müde, will Mamamilch". Sagt sie auch, wenn sie ins Bett will.
- Aufputschmittel. Morgens, wenn sie aufstehen will und nicht so leicht in die Gänge kommt, reichen manchmal zwei Schluck und sie ist fit wie ein Turnschuh (das lass ich sie jetzt alerdings nicht mehr, weil dann mein Kreislauf seit einiger Zeit noch mehr absackt. Liegt aber an ihrer neuen, etwas veränderten Stillweise)
- bei Infekten mit 2,5 Jahren stillte sie teilweise wieder fast voll. Sie stillte sich somit um eine Infusion herum und sogar bei der Gehirnerschütterung war das Stillen prima
- stressabbau/zur Ruhe finden
...

wenn sie nachts Durst bekommt, ruft sie seit sie ca. 2 J. alt ist "SASSA" (Wasser) oder jetzt "Will nicht Mamamilch, will Wasser!"

Das mit dem Brei kommt von der Industrie? oder von der WHO?
Meine hat den Getreide-Milch-Brei total verweigert. (bis auf die wenigen male, die nicht von mir waren).
Seit sie ca. 1 Jahr alt ist, isst sie abends keinen Brei mehr, sondern alles mögliche. Wie schon geschrieben, selbst nach der genannten Aufzählung (Kuchen um 17 Uhr, der genannte Rest um 19 Uhr) machten sie zwar satt, aber Stillen hatte trotzdem noch Platz!

Sie entscheidet selbst, wann sie wie viel braucht. Allerdings greife ich zunehmend ein. Morgens/tagsüber packe ich es vom Kreislauf her nicht mehr so.
Nachts stillt sie schon länger nicht mehr. ABER, sobald sie an einem Infekt rumbrütet (den andere mit hohem Fieber durchmachen und allen Symptomen), der bei mir stillend weggebrütet wird, dann hängt sie auch mal die ganze Nacht an der Brust. Ich döse weiter und merke nur, wenn sie mal die Seite wechselt. Oder ich biete ihr die andere Seite, weil die eine schon durchgenuckelt ist.
Ansonsten hat sie sich nachts schon öfter von selbst "abgestillt" und bei Bedarf wieder "angestillt"
Sie weiß selbst, was und wie viel sie braucht. Lass ich sie, bekomm ich am meisten Schlaf und mein Kind ist am schnellsten wieder gesund (wird gar nicht erst voll krank)!

Die Gute-Nacht-Breie wurden schon öfter als unnötig eingestuft, weil zu viele Kalorien. Ich habe mal einen probiert (war neugierig auf Schoko mit Grieß). Sehr sehr süß (aber für mich Große verkraftbar) und nach einem halben Gläschen war ich als einem HALBEN Gläschen PAPPSATT!!! hatte fast schon Bauchweh von der Menge.
Inzwischen habe ich schon Gute-Nacht-Gemüse-Brei mit EXTRA-Kalorien gesehen #schock

und nein, das Kind vollstopfen ist keine Garantie für's Durchschlafen.
Mein Vollstillkind hat von Anfang an Durchgeschlafen. Später im Breizeitalter meistens auch (nur wenn sie nicht gezahnt hat). Freundinnen mit Flaschen- und Breikindern, egal ob mit Extrakalorien (steht ja Gute-Nacht drauf, also wird es was Gutes sein) oder selbst gekochte leichte, hatten auch ihre unruhigen Nächte. Teilweise sogar öfter, weil sie ja nachts das Fläschchen dann noch fertig machen mussten oder das Kind zusätzlich zum Brei hungrig wurde.
Ich selbst bin erwachsen, esse vor'm Schlafen gehen gern noch eine Kleinigkeit und brauche nach dem Aufstehen (teilweise auch mitten in der Nacht) mind. ein Glas Vollmilch.
Mal mehr mal weniger. Aber Kinder soll man das Verweigern, weil Eltern ja deswegen aufstehen müssen und was geben oder weil sich die Gute-Nacht-Breie dann besser verkaufen...

Abends Brei geben?
Wie machen das dann die Kinder mit Finger-Food-Kindern?? Kenne einige Kinder, die jede Art von Brei verweigert haben! Mit 8 Monaten knabberten sie zahnlos geschälte Äpfel, Bananen, halbe Brotscheiben usw. wie soll man denen dann Brei geben?
Geschlafen haben auch sie völlig unabhänging vom Essen und Stillen. Manche mit Flasche, manche gestillte.

ficus
Ehrwürdige Schildkröte
[6] 07.10.10, 09:40

... mir sind da zu viele "muss" in dem Artikel.
Wer kennt mein Kind besser? Ich oder?

Meine Tochter ist jetzt 26 Monate und wir stillen nachts immer noch. Abends findet sie dadurch gut in den Schlaf und morgends braucht sie es, um gut gelaunt den Tag zu beginnen - ohne ist sie dann sehr übel gelaunt.
Auch wenn der Tag nicht so gut war und ich sie aus der Kita abhole, merke ich, wenn sie ihre Mamamilch möchte. Meistens ist es eher zur Beruhigung, Stressabbau, Heimkommen... weniger Nahrungsaufnahme, aber das auch.

Zum "richtigen Zeitpunkt": ich kenne kein Kind, das zur Schule geht und noch gestillt wird.Irgendwann wollen die Kinder selber von sich aus nicht mehr.
Und bei einem Infekt bin ich sehr sehr froh, noch zu stillen. Dann ist wieder Vollstillen angesagt und ehrlich gesagt, war meine Tochter im vergangenen Winter weniger krank als andere Kinder in der Kita bzw. wenn, dann meistens schneller wieder fit.

Letztendlich liegt aber die Entscheidung bei euch Zwei!
LG ficus

nyad
Ehrwürdige Schildkröte
[7] 08.10.10, 23:07

Hallo hexennase,
der Kommentar zum nachts stillen ist der subjektive Rat einer einzelnen Person, für eine Mutter, die abstillen möchte und zu wenig schlaf bekommt.
Also gar nicht mit der empfehlung der who auf eine stufe zu stellen.

Das stillen "bis zum zweiten lebensjahr und darüber hinaus" schließt das nächtliche stillen ganz sicher nicht aus, und ich bin mir sehr sicher, dass die WHO dabei das Angebot-Nachfrage-Prinzip bedacht hat, also folglich ein "Stillen nach Bedarf" gemeint ist.

Das bedeutet, jedes Kind stillt soviel wie es braucht und wie die mutter bereit ist zu geben.
daraus lassen sich keine starren regeln ableiten, das wäre ja auch unsinnig, da so viele unterschiedliche situationen entstehen können.
Wenn irgendein Kinderarzt behauptet, das Kind braucht Nachts nicht gestillt zu werden, und das Kind anderer Meinung ist, dann sollte eine Mutter auf ihr Kind (und ihr Bauchgefühl) hören!

Liebe Grüße,
Nyad