Musikpädagoginnen Gößwein und Zanker-Belz

Expertenrat Musik in der Familie

Musik macht glücklich und fördert die Entwicklung. Wie aber kann ich die Musikalität meines Kindes fördern? Welches Instrument für meine Tochter? Mein Kind übt nicht, was kann ich tun? Eure Fragen beantworteten die Musikpädagoginnen Dr. Isabel Gößwein und Anette Zanker-Belz.

Autor: urbia
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Best-of-Fragen

Expertinnen Musikpädagogik

Über die Expertinnen:

Das Musikpädagoginnen-Team Dr. Isabel Gößwein und Anette Zanker-Belz haben es sich zur Aufgabe gemacht, auf unterschiedliche Art und Weise Musik in die Familien zu bringen. So entwickelten sie die la-luna-Familienkonzerte für Familien mit Kindern ab 0 Jahren z.B. mit dem Titel „Und wie schläfst du ein?" mit Geschichten und Liedern zur Nacht. Eine gleichnamige CD mit Wiegen- und Schlafliedern ist in Produktion. Außerdem wird es ein entsprechendes Buch dazu geben, ein etwas anderer „Eltern-Kind-Ratgeber" mit vielen Tipps rund um Einschlafrituale. Die beiden geben la-luna-Familienworkshops und konzipieren Vorträge. Dr. Isabel Gößwein ist Mutter von fünf Kindern und Anette Zanker-Belz erwartet ihr erstes Kind.

 

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Gemeinsam Zeit verbringen, gemeinsam singen, bewegen und musizieren, gemeinsam stark und liebevoll groß werden!

3 wichtige Fragen und Antworten aus dem Expertenforum:

Ab wann musikalische Früherziehung?

Frage: Neben einem Sohn mit dem gleichen Problem wie die Schreiberin unter mir habe ich noch eine ganz kleine Tochter (derzeit 4 Monate). Ich würde hier gerne etwas früher mit musikalischen Angeboten ansetzen. Bringt musikalische Früherziehung etwas? Wenn ja, in welchem Alter? Ich will sie jetzt nicht zum "Frühfagott" oder ähnlichem leistungsoriertiertem Unterricht schicken, nur ein bisschen Spaß an Musik wecken. Ich kann leider kein Instrument spielen und bedauere das sehr.

Expertinnen: Wir finden die Idee deine Tochter bereits jetzt an die Musik heranzuführen ganz wunderbar! Durch das Hören von Musik und vor allem durch das selbst tun verändert sich das Gehirn, es wird formbar, die Nervenzellen verschalten sich neu und Areale können wachsen. Die Konzentration wird gefördert und die Sprache und das Sprechen werden verbessert.

Vor allem aber macht das Musizieren und die Begegnung mit Musik glücklich – und dieses Glück verdoppelt sich, wenn du es mit deiner Tochter gemeinsam erlebst. Deshalb möchten wir „pellet" und „lilavogel" auf jeden Fall zustimmen: besuche doch mit ihr einen Eltern-Kind-Kurs! In solch einem Kurs wird es meistens eine gute Mischung geben aus gemeinsamem Singen, Musik hören, Bewegung und Tanz, Rhythmus-Spielen und dem ersten Kennenlernen von Instrumenten. Dabei können dann auch oft die Eltern ihren Liederschatz auffrischen bzw. auffüllen und auch du als Mutter wirst Freude dabei haben einmal losgelöst im Raum zu tanzen. Gemeinsam mit deiner Tochter verbringst du eine wertvolle Zeit und die Eltern-Kind-Bindung wird gestärkt und enger!

Schön ist auch, dass man z.B. die kleinen Fingerspiele, Kniereiter und sonstige Lieder und Anregungen für zuhause mitnehmen kann: so kommt in euren Familien-Alltag Musik – probiert es doch mal aus und verbindet eure vorhandenen Rituale mit Musik...

Aber: auch wir unterstützen, dass es kein „leistungsorientierter" Kurs sein sollte! mehr

 

Soll das Kind sein Lerntempo selbst bestimmen können?

Frage: mein Sohn ist 10 Jahre alt, spielt seit gut einem Jahr Gitarre und hat dafür ein Mal die Woche eine halbe Stunde Unterricht, den er sehr gern besucht.
Allerdings ist er nicht besonders engagiert beim Üben. Im ersten Jahr hat er die Gitarre manchmal unter der Woche gar nicht ausgepackt; wenn er gerade ein interessantes Stück hat, übt er - wie gerade - dagegen täglich. Ich habe den Eindruck, dass er jetzt erst zumindest ansatzweise etwas Ehrgeiz entwickelt, auch weiter zu kommen, denn er hat die Titelmelodie von Harry Potter (er darf sich die Stücke, die gespielt werden, selbst aussuchen) als nächstes Stück auserkoren, darf dies allerdings noch nicht spielen, weil ihm dazu noch etwas die Fingerfertigkeit und ein paar Griffe fehlen, sagte ihm sein Gitarrenlehrer. Jetzt spielt er gerade eine einfache Version der Titelmelodie von "Fluch der Karibik".
Ich war und bin nach wie vor am Zweifeln, wie ich auf fehlendes Üben reagieren soll:

Tägliches Üben einfordern oder ihm sein eigenes Tempo lassen mit dem Hinweis darauf, dass er nur dann entsprechend vorwärts kommt, wenn er regelmäßig spielt? Aufhören möchte er auf keinen Fall - schon eine ausgefallene Übungsstunde wegen Krankheit o.ä. findet er total ärgerlich!
Gerne hätte ich dazu mal eine Fachmeinung gehört und bedanke mich bereits jetzt dafür.

 

Expertinnen: Vielen Dank für deine spannende Frage! Für uns hört es sich so an, als ob du auf einem guten Weg, was die Übe-Unterstützung für deinen Sohn betrifft, bist!

Vor 30 Jahren war es noch gängige Meinung, dass man als Eltern täglich neben seinem Kind sitzen und streng das Üben begleiten müsse. Leider haben gerade so viele Musiker-Karrieren so schnell geendet bzw. ist Musizieren mit negativen Gefühlen verankert worden, das ist schade...
Sicher wissen wir inzwischen, dass man erst nach 10.000 Stunden Übung ein Profi auf dem Instrument ist, aber: wir wissen auch, dass die Freude am Musizieren das oberste Gebot am Beginn eines jeden Erlernen von Instrumenten sein sollte. Nur so bleibt das Kind auch beim Instrument und kann mit Freude und eigener Motivation an dem und mit dem Instrument wachsen.

So wie du es schilderst hat dein Sohn wirklich Spaß am Gitarre spielen und geht sehr gerne in den Unterricht. Das ist schon die halbe Miete! Es klingt auch schon an, dass sein Lehrer es schafft durch eine kluge Stückeauswahl und die Beteiligung an der Auswahl die Spielmotivation zu stärken. Ziele, wie ein bestimmtes Ereignis, ein Geburtstag in der Familie, ein Schulvorspiel oder auch einmal "nur" vor Oma oder Opa vorzuspielen, geben dem Üben einen Sinn. Vor diesem Ereignis solltest du ihn unbedingt bestärken und Mut zusprechen, danach loben! mehr lesen

 

Instrument gemeinsam lernen?

Frage: Meine Tochter (6) möchte gern ein Musikinstrument erlernen.
In unserer Musikschule werden Gruppenkurse angeboten und ich überlege nun dieses Instrument gemeinsam mit ihr zu erlernen.

Meiner Tochter würde es, auf Nachfrage, gefallen, mit mir gemeinsam zum Unterricht zu gehen. Eine Motivation für das Üben wäre es meiner Meinung nach auch.

Ich möchte ihr aber auch ihre eigenen Dinge lassen und habe nun Sorge, dass ich mich zu sehr aufdränge...

 

Expertinnen: Was für eine wunderbare Idee, dass du mit deiner Tochter gemeinsam ein Instrument lernen möchtest! Diesen Schritt finden wir einfach klasse, denn viele Eltern würden gerne ein Instrument lernen, meinen aber sie sind zu alt dafür oder haben sonstige Gründe (Zeit etc.), die sie von diesem schönen Ausgleich zum Alltag und vom neuen Hobby abhalten.

Auch, dass ihr gemeinsam das Instrument lernen möchtet, finden wir einen schönen Weg! Es ist richtig: ihr könnt euch gegenseitig motivieren! Ihr könnt euch helfen – auch beim Üben zuhause. Und: ihr könnt sicherlich schon ganz bald zweistimmig, also Duette, spielen. Und das macht richtig viel Freude, gemeinsam zu musizieren.

Einen weiteren positiven Effekt sehen wir auch in der Zeit, die du mit deiner Tochter dabei gemeinsam verbringst! Ihr macht „Familienmusik" und erlebt dabei, dass euch die Musik verbindet, dass ihr ohne Sprache kommunizieren könnt und das gemeinsame Musizieren lässt euch weiter wachsen – davon sind wir überzeugt!
Unser Vorschlag ist: probiert es doch einfach genauso aus. Nehmt gemeinsam Unterricht. Wenn deine Tochter das sogar gefallen würde, dann drängst du dich absolut nicht auf. Zum Thema „Üben zuhause" findest du in diesem Forum übrigens auch schon ein paar Tipps und Hinweise, die wir als Expertinnen gegeben haben.

Sollte es dazu kommen, dass du oder sie sich irgendwann unwohl in der gemeinsamen Unterrichtssituation fühlt, dann besprecht das einfach offen – auch mit dem Instrumentalpädagogen, und dann wäre es sicherlich auch möglich getrennt Unterricht zu nehmen oder in zwei verschiedene Gruppen zu gehen. Dann könntet ihr ja trotzdem weiter zuhause weiter gemeinsam musizieren – und einmal eure restliche Familie, die Freunde und Nachbarn als Mutter-Tochter-Duett begeistern!

Wir wünschen dir, euch, zu eurem Vorhaben ganz viel Freude!

 


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