Erziehung

  • 18.05.17 - 10:51
    kirasmum (1)

    Generationsübergreifende Konflikte

    Hallo ihr Lieben,

    Ich bräuchte mal eure Meinung zu folgender Situation:
    Vor kurzem haben mein Freund, unser Kind (20 Monate alt) und ich zusammen mit seinen Eltern und Großeltern zu Abend gegessen.

    Die Kleine hat Nudeln gegessen und zwar zum Großteil mit ihren Händen. Sie hat die Nudeln befühlt, auseinandergepflückt, auch gemanscht aber hat auch noch gegessen. Für meinen Freund und mich ist das kein Problem, solange sie nicht damit wirft oder das manschen voll ausartet. Wir sind der Ansicht, dass sie so Spaß am Essen und natürlichen Umgang damit lernt. Seine Eltern und Großeltern schienen daran ein Problem zu haben und von allen Seiten kam der Satz, "essen nicht spielen!"

    Ich wollte nicht ausufernd darauf eingehen und meinte nur, dass das so doch ok sei. Der Oma passte das wohl gar nicht und sie hat der Kleinen extrem wütend den Teller weggerissen und in die Küche getragen, unter Protesten unserer Tochter. Daraufhin hat mein Freund lauter und auch mit aggressivem Unterton gefragt, was das denn soll und sie doch noch noch essen würde. Der Rest der Familie hat sich daraufhin extrem aufgeregt, wie respektlos er mit seiner Oma spricht und dass das eine Riesen Frechheit sei, was natürlich noch größere Abwehrhaltung in ihm ausgelöst hat.
    Ich habe versucht zu deeskalieren und unsere Haltung zum Thema "mit essen spielen" zu erklären, aber richtig verstehen wollte das so keiner. In dem Alter müsste sie komplett mit Besteck essen und das sei Verschwendung, wenn nicht restlos alles aufgegessen wird.

    Ich kann jede Haltung zu erzieherischen Themen akzeptieren und höre mir alles gern an, aber wenn wir als Eltern offensichtlich eine andere haben, dann ist es doch nicht in Ordnung seine eigene so durchzusetzen, oder seh ich das falsch?
    Oder muss man einer über 80 jährigen Frau so ein Verhalten durchgehen lassen, einfach, weil sie doch schon so alt ist? ( Aussage seines Vaters)
    Auch wenn der Tonfall nicht unbedingt gut gewählt war, finde ich, er hat sein Kind, das sich nicht wehren konnte, verteidigt und das ist doch eine tolle Sache.
    Ich bin gespannt auf eure Sicht darauf!

    Viele Grüße!

    Antworten  3
    • 18.05.17 - 11:20

      Hallo,

      ich muss Dir ehrlich sagen, mit 20 Monaten sollte ein Kind ordentlich mit Messer und Gabel essen können.
      #rofl...Musst Du selber lachen, oder?
      Leider sind die älteren Menschen so, nicht alle, aber die meisten erinnern sich wahrscheinlich kaum noch an die eigenen Kinder, als sie klein waren.
      Ich hätte das so auch nicht geduldet, Dein Mann hat richtig gehandelt.

      LG

      Wenn die Oma den Teller in die Küche trägt, gehe ich mal davon aus, dass ihr bei ihr und nicht bei euch gegessen habt?

      Hier predigt ja jede "Mein Haus - MEINE Regeln!".

      Meine Kinder haben mit 20 Monaten sicherlich auch noch gekleckert und es wurde auch mal etwas mit den Fingern in den Mund gesteckt, aber normale Nudeln konnten sie durchaus halbwegs manierlich essen. Wenn ich sehe, wie manche Kinder essen dürfen "weil es ja noch Kinder sind...", vergeht mir auch oft der Appetit, da kann ich die Oma schon verstehen und ich bin noch lange keine 80.

      Meine Kinder sind beide gute Esser und haben beide keinen Schaden erlitten, weil wir ihnen nicht jede Sauerei erlaubt haben.

      lg


      • Nein, es war nicht bei ihnen zuhause. Da hätte ich es noch halbwegs verstanden.

        Sie hatte eine Gabel, mit der hat sie zum Teil auch gegessen, es war keine Riesen Sauerei, die sie veranstaltet hat, zB hat sie nichts geworfen oder den Tisch verdreckt. Aber klar, super ordentlich wars nicht.

        Aber ich denke, dass es die Oma auch diplomatischer lösen könnte, als ihr den Teller wegzunehmen, wenn ihre Eltern dabei sind und es so offensichtlich ok fanden.

        ZB hätte sie uns ansprechen können, warum wir das nicht unterbinden, oder dass sie das nicht sehen kann, oder was auch immer.

        • "Seine Eltern und Großeltern schienen daran ein Problem zu haben und von allen Seiten kam der Satz, "essen nicht spielen!""
          Die ganze Familie hat schon etwas im Vorfeld gesagt, nur ihr habt euch auf euren Prinzipien ausgeruht.

          • Das ganze hat sich höchstens innerhalb zwei Minuten abgespielt, also von dem Satz bis zum Teller wegtragen.

            Und solche Phrasen sind für mich keine Erklärung, warum sie das nicht gut findet.

      Hallo

      naja ,mit Messer und Gabel essen muss man mit 20 Monaten noch nicht,aber man kann einem Kind durchaus einen Löffel in die Hand geben zum Essen.Matschen und spielen hätte es bei mir auch nicht gegeben (als Mutter)

      Das Essen einfach weg nehmen geht allerdings auch nicht

      18.05.17 - 13:14

      auch wenn ich durchaus der Meinung bin, dass die Eltern eines Kindes den Erziehungsstil haben und Kinder das Recht haben zu lernen....

      ABER
      dennoch habe ich Respekt vor der Meinung der Großeltern und anderen bei Tisch sitzenden.

      D.h.
      mein Kind durfte früher auch mit Essen umgehen lernen, OHNE Zuschauer.
      Waren wir wo zu Besuch, gelten strengere Regeln.

      Erwartet habe ich von meinem Kind nur, was mein Kind schon konnte. Sonst habe ich geholfen.
      Klar darf mein Kind lernen und muss nicht perfekt sein. Das Ambiente und die Atmosphäre sollte aber für alle anderen AUCH passen.

      Meine Oma hätte mir den Teller übrigens auch weggenommen. Ich habe sie geliebt und sie hat mir vieles durchgehen lassen. Aber bei Essen war sie strikt - nicht damit spielen.
      Was auch daran lag, dass sie Kriegszeiten und Hunger noch mit erlebt hat und daher strenger waren.
      Aufessen musste ich bei ihr nie. Was ich nicht schaffte, stellte sie in den Kühlschrank.

      Meine Eltern aus der Nachkriegszeit waren in dem Punkt etwas "verkorkster": extrem streng und gleichzeitig verlorene Zeiten aufholen, aufessen müssen :-[

      Wie gesagt meine Oma war eigentlich eher locker, aber Essen war eben Nahrung und Überleben. Kleckern war ok. Nur mit den Fingern essen oder Essen zerpflücken hätte sie mir den Teller auch weggenommen.

      Sie hat mich vieles selbst ausprobieren lassen und mir geholfen, wenn ihre Grenze erreicht war oder die Grenze der Anwesenden.

      Mein Kind hat gelernt, dass Menschen unterschiedliche Toleranzgrenzen haben.
      Dass zu Hause manches erlaubt ist, was woanders strikt verboten ist. Das finde ich darf auch sein.

      • 18.05.17 - 14:28

        Es war nicht bei ihnen zuhause.

        Wir waren bei uns im Garten, es wurde gegrillt, also lockere Atmosphäre.

        Trotzdem muss sich jeder Beteiligte am Tisch wohl fühlen, da geb ich dir recht.

        Und dass sie, geprägt von Nachkriegszeiten, strenger mit diesem Thema umgeht, kann ich gut nachvollziehen. Wir hätten darüber sprechen können, dann hätten wir auf sie eingehen können. Aber ohne ein Wort so durchzugreifen, das war einfach daneben in unseren Augen.

        • 20.05.17 - 08:03

          Es wurde dich von allen Seiten etwas gesagt. Die Eltern und Großeltern haben mit Sicherheit gehofft, das ihr da mal reagiert. Der Oma hat es eben gereicht.
          Und mit 20 Monaten, sollten Kinder schon irgendwie essen können.
          Da wurde mein Sohn in der Kita auch nicht mehr gefüttert, sondern musste alleine essen. Und zwar wie ein Mensch.

          In der großen runde das Kind die Nudeln auseinander pflücken und matschig lassen, finde ich auch nicht in Ordnung.

          Klar sollen Kinder ihr essen auch erleben, aber das kann man dann doch in einem Rahmen machen, wo es niemanden beim essen stört.

          Und wir gesagt, es wurde ja oft gesagt, das das essen gegessen und nicht gematscht werden soll.

          Ihr habe es einfach übergangen, und das so lange, bis der Oma die Geduld ausgegangen ist.

          • 20.05.17 - 08:22

            Sie *hat* etwas gesagt, nämlich, dass es in Ordnung so ist.
            Das kann man als Oma so doof finden wie man will, man hat trotzdem nicht dem Kind den Teller wegzureißen.
            Ich finde auch ganz vieles doof, was andere Eltern mit ihren Kindern machen, aber es geht mich schlicht nichts an, so lang es nichts Verbotenes ist.

            • 20.05.17 - 09:32

              Es ist doch aber etwas anderes, wenn die Familie die ganze Zeit etwas sagt.
              Sie stellt es ja so hin, als ob alle so getan haben, als ob sie es toll finden.
              Ich habe mit keinem Wort gesagt, das ich gut finde was die Oma gemacht hat, aber ich kann verstehen das es ihr gereicht hat.

              • 20.05.17 - 09:58

                Da wurde von allen Seiten beim Essen am Kind rumgekrittelt (das finde ich schon ein Unding, weiterzumachen, wenn die Eltern darauf nicht einsteigen, "oh, das habe ich nicht mitbekommen, hast du gehört, Frieda-Luise, nimm bitte den Löffel!") und die Eltern haben gesagt, es ist okay so.
                Das habe ich als Oma halt zu akzeptieren und wenn ich das nicht kann, dann gehe ich vielleicht lieber heim. Oder ich spreche die Eltern an, ob sie das wirklich richtig finden, ob sie XY schon bedacht haben, oder frage, ob ich das Kind nicht lieber füttern soll etc.

                Ich stell mir gerade vor, ich sitze mit meiner Schwester und ihrer Familie am Tisch und rede die ganze Zeit vor mich hin, dass ich Nichtimpfen blöd finde und mir die Frisur meines Neffen nicht gefällt, und meine Schwester und ihr Mann sagen, doch, das ist okay so...da kann ich doch nicht, weil es mir reicht, den Kleinen zum Arzt und Frisör schleppen?

                • 20.05.17 - 14:08

                  Du vergleichst hier Äpfel mit Birnen.

                  Eltern wie dir ist es wohl zu verdanken, das die Kinder heute noch mit 10 Jahren kaum ihr Fleisch schneiden können und den Mund beim kauen nicht schließen, weil es euch als Eltern nicht stört und gar nieeeemand etwas auszusetzen haben darf

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