Ein Stück Geborgenheit
Babys pucken: Wie geht das?
Neugeborene fühlen sich häufig am wohlsten, wenn sie sich so umschlossen und umhüllt fühlen können, wie in Mamas Bauch. Beim Pucken - dem etwas strammeren Einwickeln - wird dieses Gefühl mit Absicht hergestellt.
Enge ist für Neugeborene gemütlich und beruhigend
Manche Eltern merken intuitiv, dass sich ihr Neugeborenes am besten beruhigt, wenn es sich so umschlossen und umhüllt fühlen kann, wie in Mamas Bauch. Dies geht zum Beispiel, indem man das Baby auf dem Arm hält oder im Tragtuch am Körper trägt. Wenn man es aber hinlegt, so kann es sich durch die Weite und Unbegrenztheit um seinen Körper herum ganz ängstlich und verunsichert fühlen. Manchen Babys hilft es da, gepuckt zu werden. Darunter versteht man die Art und Weise, das Baby so fest (aber nicht zu fest!) in ein Tuch einzuwickeln, dass es sich geborgen fühlen kann.
urbia sprach mit Susanne Sonnhoff*, die ihr erstes Baby regelmäßig puckte. Auf der letzten Seite diese Artikels finden Sie außerdem eine Anleitung zum Pucken.
Wie bist Du auf die Idee gekommen, Dein Kind zu pucken?
Ich hatte die Bilder von eingewickelten Kindern aus anderen Kulturkreisen so im Hinterkopf. Auch die Hebamme hat mir schon in der Schwangerschaft das Pucken empfohlen. Schließlich habe ich von dem Buch "Das glücklichste Baby der Welt" gehört, das ich mir dann gekauft habe. Darin geht es um das Pucken und um andere Tipps zur Beruhigung von Neugeborenen. Dabei wird das Baby nicht nur eingewickelt, sondern auch auf bestimmte Weise in den Armen geschaukelt, seitlich gehalten und mit "Sch"-Lauten beruhigt. Außerdem gibt man dem Baby noch den Schnuller oder einen Finger der Eltern zum Saugen.
Hat in Deinem Bekanntenkreis jemand sein Baby gepuckt?
Im Bekanntenkreis hat eigentlich niemand gepuckt. Eine Freundin hat aber regelmäßig das Tragetuch verwendet, das hat einen ähnlichen Effekt, weil das Kind darin auch stramm eingewickelt ist.
In welcher Situation hast du es erstmals angewandt und warum?
Zuerst haben wir am dritten oder vierten Abend zu Hause nach der Geburt gepuckt. Wir haben dem Kind die Windel gewechselt und dabei irgendeinen Fehler gemacht, ich weiß gar nicht mehr was. Jedenfalls mussten wir mit dem Wickeln noch einmal von vorne anfangen und fanden das zuerst auch noch lustig. Aber Leon hat sich furchtbar aufgeregt und war überhaupt nicht mehr zu beruhigen. Da ist mir ganz schnell das Pucken in den Sinn gekommen. Es war eine ziemliche Überwindung, das schreiende Kind fest einzuwickeln, aber alles andere hatten wir schon vergeblich versucht. Auch zum Stillen war Leon viel zu aufgeregt. Das Pucken hat ihn in dem Moment so weit beruhigt, dass er für andere Beruhigungsmaßnahmen überhaupt zugänglich war und nach ca. einer Stunde schließlich eingeschlafen ist. Später wirkte das Pucken viel besser und schneller, denn je häufiger man puckt, desto mehr weiß auch das Baby, was nun passiert und um so schneller beruhigt es sich.
Welche Hilfsmittel hast du benutzt?
Einen Kopfkissenbezug 80 mal 80, auf den wir das Baby gelegt haben und den wir als Wickeldecke benutzt haben, außerdem einen Seidenschal zum Festbinden der Wickeldecke. Später auf Anraten der Hebamme auch zwei Sicherheitsnadeln, um das Kopfkissen auf der Rückseite und vor der Brust festzustecken. Aber das muss man wirklich schon etwas können und ich fand das Hantieren mit den Sicherheitsnadeln auch immer etwas spannend. Jedenfalls genügte es uns nicht, die Ecken des Kissens nur unterzustecken. Das hielt überhaupt nicht.
Wie wird das Baby eingewickelt? Auch die Arme?
Ja, das Kind wird von den Schultern abwärts eingewickelt. Es kommt ganz besonders darauf an, dass man die Arme so einwickelt, dass sie nicht mehr viel bewegt werden können. Sie sollten möglichst gerade neben dem Körper liegen und nicht groß angewinkelt werden. Wichtig fanden wir, dabei mit dem Baby zu reden und zu erklären, was passiert. Wir haben immer gesagt: "Wir halten dich jetzt etwas fest und du wirst eingewickelt."
*Namen von der Redaktion geändert







