Elternschule

Das Baby verstehen

Bundesweit wird die in Heidelberg entwickelte Elternschule "Das Baby verstehen" angeboten. Werdende Eltern lernen hier, die Bedürfnisse ihres Babys von Anfang an besser zu verstehen, um zu großem Stress in der ersten Zeit nach der Geburt vorzubeugen.

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Wenn das Baby da ist, wird alles anders

nachdenkliches Baby

Wie können Eltern eine stabile Beziehung und eine sichere Bindung zu ihrem neugeborenen Kind aufbauen? Für junge Mütter und Väter ist dies eine Herausforderung, bei der professionelle Kurse Unterstützung bieten und bleibende psychische und Beziehungs-Störungen verhindern können. Etwa ein Drittel aller Paare und Familien geraten nach der Geburt eines Kindes in eine Krise, Trennungen sind häufiger, und die Beziehung zum Kind sowie dessen Entwicklung können nachhaltig gestört werden.

Am Universitätsklinikum Heidelberg wurde daher ein Kursprogramm für werdende Eltern entwickelt, das sie auf die erste Zeit mit dem Kind vorbereitet und nach der Geburt begleitet. In einem "Training" werden Hebammen geschult, die Eltern in fünf Kurseinheiten in ihre neue Lebensaufgabe einweisen. Das Kursprogramm mit Titel "Das Baby verstehen" wird inzwischen auch bundesweit angeboten. Werdende Mütter und Väter, die ihr Baby gern verstehen möchten, können sich für die Teilnahme an einem Kurs anmelden. Die gemeinnützige Gesellschaft Focus-Familie vermittelt auf Anfrage hin gern Adressen von Hebammen - momentan vor allem im Raum Heidelberg und Darmstadt, bald jedoch auch in weiteren Regionen.

Probleme mit dem Baby gefährden kindliche Entwicklung und Partnerschaft

"Wir bieten ein Programm an, das Störungen bei Kindern und Eltern, die in der ersten gemeinsamen Lebensphase entstehen, verhindern soll", erklärt Professor Dr. Manfred Cierpka. Etwa 15 Prozent aller Neugeborenen seien sogenannte "Schrei-Babies". Auch Schlaf- oder Ess-Störungen drohten den Aufbau einer stabilen Beziehung zum Kind zu beeinträchtigen; Ehe oder Partnerschaft sind unter diesem Stress besonders gefährdet. "Je früher wir Konflikte vermeiden helfen, desto größer ist die Chance, dass Kinder und Eltern ihr Zusammenleben erlernen und Krisen meistern", sagt Professor Cierpka.

Als Kursleiterinnen besonders geeignet sind Hebammen, die sich ohnehin um die werdenden Eltern und das Neugeborene vor, während und nach der Geburt kümmern. Nach ersten Erfahrungen wurde das neue Angebot von den Müttern gut, von den Vätern jedoch eher zögerlich angenommen. Die Kursteilnehmer zeigten sich begeistert, dass sie Erlerntes unmittelbar bei dem eigenen Kind umsetzen konnten, berichten Hebammen. Die Kosten für die Teilnahme an einem Kurs liegen je Elternteil bei 50 bis 70 EUR.

Signalsprache des Kindes wird anhand von Videoaufnahmen erlernt

"Anhand von Videoaufnahmen wird demonstriert, was das Baby seinem Gegenüber durch subtile Veränderungen seines Gesichtsausdrucks oder durch Bewegungen mitteilen will," berichtete Dr. Angelika Gregor, die als Psychologin die Heidelberger Hebammenschulung durchführt. Viele Eltern würden zwar instinktiv richtig reagieren, doch durch große Anspannung und die übersteigerte Erwartungshaltung der Eltern sei mitunter die Wahrnehmungsfähigkeit für die eigentlichen Bedürfnisse des Kindes gestört. Wird ein Bedürfnis nicht befriedigt, reagiert das Kind wiederum negativ, die weitere Ablehnung der Bezugsperson durch das Kind kann zur negativen Bezugsspirale führen.

Im Mittelpunkt des Kursprogramms stehen deshalb die Beziehungswünsche des Babys und seine Signalsprache. Warum weint unser Baby? Wie können Partner bei der Fürsorge für das Kind zusammenarbeiten? Wie kann ich Sorge für mich selbst tragen?, sind wichtige Kursbausteine. (idw)

Anfragen zum Kursprogramm für Hebammen und werdende Eltern an www.focus-familie.de.

Welche Dimensionen ein regional gestartetes Programm annehmen kann, weiß Professor Cierpka aus seinen Erfahrungen mit dem Anti-Aggressions-Programm für Kinder "Faustlos" (www.faustlos.de). Mittlerweile wird dieses Programm, bei dem Erzieherinnen und Lehrer geschult werden, in mehr als 600 Kindergärten und 1.000 Grundschulen in ganz Deutschland umgesetzt.


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