Angeborene Reaktionen

Babyreflexe: Wofür sind sie gut?

Saugen, Schreiten, Greifen: Dein Baby hat schon bei der Geburt verschiedene Reflexe. In der Urgeschichte waren sie für Neugeborene lebenswichtig. Heute helfen sie ihnen dabei, sich zu entwickeln. Wir stellen euch die wichtigsten Babyreflexe vor.

Autor: Heike Byn
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Saug-Reflex: Hungrig oder müde?

Streichst du dem Baby über die Wange, dreht es den Kopf und sucht nach der Brust. Berührst du seine Lippen, spitzt es den Mund und fängt kräftig an zu saugen: Schon vom ersten Atemzug an können Babys saugen – ein Reflex, der fürs Überleben wichtig ist. So kannst du testen, ob das Kleine hungrig ist oder nur müde: Saugt es am Finger, hat es Hunger. Nuckelt es nur herum, ist es müde.

Greif-Reflex: Nur nicht runterfallen!

Heute trägt keine junge Mutter mehr haarige Klamotten, doch das war nicht immer so: Evolutionsgeschichtlich konnten Babys sich dank des Greif-Reflexes im Fell der Mutter festhalten, ohne herunterzufallen. Der Reflex ist so stark, dass die Kleinen damit mehrere Sekunden lang ihr eigenes Gewicht halten können. Heutzutage übt der Säugling damit das Zupacken – bei jeder Gelegenheit.

Schreit-Reflex: Frühes Laufenlernen

Schon vom ersten Tag an kann ein Baby „laufen". Okay, es tut nur so: Greifst du ihm unter die Arme und stellst seine Füße auf eine glatte Fläche, beugt es die Knie und macht vorsichtig einen Schritt nach dem anderen. Ende des zweiten Monats hört der Schreit-Reflex auf, danach trainiert das Baby beim Strampeln die Muskeln weiter, die es später zum Laufen braucht.

Moro-Reflex: Bloß nicht fallen

Wozu der Reflex gut ist, hat der Kindearzt Ernst Moro als Erster beschrieben: Kippt der Kopf eines Babys nach hinten, streckt es sofort ruckartig die Arme aus und zieht sie gleich wieder an. Der Moro-Reflex sorgt also dafür, dass sich Babys gut an der Mutter festklammern und nicht hinunterfallen, wenn sie sich bewegt. Da der Reflex Babys heftig erschreckt, sollte man ihn nicht absichtlich auslösen.

Babinski-Reflex: Schutz vor scharfen Kanten

Fürs Baby ist das keine Kitzelattacke, denn es spürt das noch gar nicht: Streiche ihm mit dem Fingernagel seitlich am Außenrand der Fußsohle in Richtung der Zehen entlang. Sofort spreizen sich dank des „Babinski-Reflexes" die Zehen weit auseinander und senken sich nach unten. Wozu das gut ist? Damit schützt sich der Fuß vor dem Kontakt mit spitzen Steinen oder scharfen Scherben.

Galant-Reflex: Kleines Muskeltraining

Mit dem Galant-Reflex trainiert das Baby, seine Muskeln zusammenzuziehen, und wichtige Bewegungsmuster einzuüben. Und das geht so: Das Baby liegt auf dem Bauch und du streichst ihm neben der Wirbelsäule über die Haut. Sofort darauf krümmt es seine Wirbelsäule in Richtung des Reizes. Übrigens: Entwicklungsgeschichtlich zeigen sogar Echsen und Amphibien diese Reaktion.

Bauer-Reflex: Nichts wie weg hier!

Ein typischer Abwehr- und Fluchtreflex, den wiederum auch Echsen haben, ist die „Bauer-Reaktion": Liegt dein Baby mit angewinkelten Beinen auf dem Rücken und du berührst seine Füße, stößt es sich gleich ab. Ein bisschen sieht das so aus, als wolle es fliehen. Der Bauer-Reflex ist nur bis zum dritten Monat auslösbar.
 

Atemschutzreflex: Bei Wind und Wasser

Vor zu viel Wasser und heftigem Wind schützt Babys der Atemschutzreflex: Die Kleinen halten nach der Geburt selbst dann die Luft an, wenn ihnen nur ein bisschen Wasser über das Gesicht läuft. Der Reflex funktioniert aber auch, wenn man dem Baby nur sanft auf die Nase pustet. Das erklärt auch, warum die Kleinen beim Babyschwimmen automatisch die Luft anhalten.
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