Motorische Entwicklung im ersten Lebensjahr

Greifen, Drehen, Sitzen: Wann kann ein Baby was?

Am Anfang liegen Babys einfach da und können nicht einmal den Kopf heben. Doch bereits im ersten Lebensjahr lernen Babys sich zu drehen, zu greifen, den Kopf zu halten, zu sitzen und schließlich sogar zu stehen und zu laufen. Wir verraten, wie die motorische Entwicklung des Kindes im ersten Jahr verläuft.

Autor: Vera Rosenberg
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Krabbeln-Teaser
Foto: © Fotolia / Ramona Heim

Jedes Kind entfaltet bei der motorischen Entwicklung seine Eigenheiten und entwickelt sich nach seinem ganz eigenen Tempo. Daher enthält unser kleiner Überblick über die motorische Entwicklung von Babys im ersten Lebensjahr nur ungefähre Zeitangaben.

Ich kontrolliere meinen Kopf

Im ersten Monat lernt das Baby, seinen Kopf ein wenig zu kontrollieren. Liegt es auf dem Bauch, kann es gegen Ende des ersten Monats den Kopf ein wenig anheben. Dies sieht aber oft noch sehr anstrengend und wackelig aus. Arme und Beine zieht es meist an, und seine Händchen machen meist eine Faust. 

Ich strample mit den Beinen

Im zweiten Monat beginnt das Baby meist, heftig mit den Beinen zu strampeln und mit den Armen zu rudern. Es beginnt, die Bewegungsfreiheit zu genießen, wenn es zum Beispiel auf dem Wickeltisch frei strampeln kann. Liegt das Baby auf dem Rücken, ist der Kopf meist noch zur Seite gedreht.

Ich spiele mit meinen Händen

Im dritten und vierten Monat schenkt das Baby allmählich den Bewegungen seiner Hände und Finger mehr Beachtung. Es führt die Hände häufiger zusammen, spielt mit den Fingern. Es kann Gegenstände greifen und festhalten, die ihm in die Hand gegeben werden. In Bauchlage kann es den Kopf und die Schulter von der Unterlage abheben und diese Stellung bereits eine Weile halten. Auch in Rückenlage kann es den Kopf nun heben. Manche Babys heben in der Bauchlage Kopf, Brustkorb und Arme an und strecken ihre Beine ruckartig.

Interessierte können sich hier über das Forschungsprojekt des IFP "Meilensteine" informieren und sich anmelden, um die Entwicklungsschritte ihres Kindes zu melden.

Ich drehe mich (noch unfreiwillig)

Mit fünf Monaten hebt das Baby Kopf und Schultern an, wenn man es aus der Rückenlage an den Händen in den Sitz zieht. In Bauchlage stützt es sich zunehmend auf seine Händchen. Manche schaffen es sogar, sich nur auf einem Arm abzustützen und mit der anderen Hand nach Gegenständen zu greifen. Manchmal rollt es aus dieser Stellung auf die Seite, was allerdings eher noch unkontrolliert passiert. Das richtige Drehen lernt es erst später.

Ich kann sitzen

Im sechsten Monat kann das Baby häufig sitzen und schon recht zielsicher nach Spielsachen greifen. Wenn es erst einmal etwas in der Hand hat, lässt es dies nicht gerne los.

Ich lerne, mich zu drehen

Im Alter von sieben Monaten rollt sich das Baby aus der Bauchlage in die Rückenlage und aus der Rückenlage in die Seitlage. Aus dieser Position gelingt es ihm dann manchmal schon, sich in die Seitenlage zu rollen. Gerne ergreift das Baby auch seine Füße und spielt mit ihnen. Nun wechselt es auch schon einen Gegenstand von einer Hand in die andere oder ergreift ihn mit beiden Händen und hält ihn fest.

Übrigens: Mit unserem "Baby-Newsletter" begleiten wir Sie durch das spannende erste Lebensjahr mit allen wichtigen Informationen über die Entwicklung Ihres Babys. Hier können Sie den urbia Baby-Newsletter kostenlos abonnieren.

Ich will vorwärts kommen

Im achten Monat dreht sich das Baby bereits sicher um die eigene Achse und wenn es auf dem Bauch liegt, versucht es bereits, ein wenig vorwärts zu kommen. Reicht man ihm in Rückenlage die Finger, greift es fest zu und zieht sich aus eigener Kraft zum Sitzen hoch.

Ich kann frei sitzen

Mit neun Monaten kann das Baby bereits einige Zeit (bis zu einigen Minuten) frei sitzen. Einigen Babys gelingt es nun auch, sich zum Beispiel an einem Stuhl oder einem Sofa in den Stand hochzuziehen und sich festzuhalten. 

Ich kann robben

Mit zehn Monaten schaffen es Babys, sich auf irgendeine Art vorwärts (oder auch rückwärts) zu bewegen. Manche robben nur mit Hilfe der Arme vorwärts, anderen benutzen vor allem die Füße und Beine, viele rutschen durch Bewegungen der Arme und Beine umher. Aus der Bauchlage können sich die Kinder nun aufsetzen, das Greifen wird genauer. Nun kann das Kind bereits kleine Gegenstände mit Daumen und Zeigefinder greifen (Pinzettengriff). Wenn es in je einer Hand einen Gegenstand hat, kann es diese nun gegeneinander schlagen. Es lässt Sachen nicht mehr nur fallen, sondern wirft sie auch mit Schwung weg.

Ich kann krabbeln

Im Alter von elf Monaten kann das Kleinkind krabbeln. Im Stehen, gelingt es ihm schon, während es sich festhält, einen Fuß anzuheben, ohne umzufallen. Nimmt man es an beiden Händen, setzt es einen Fuß vor den anderen. Beim Greifen kleiner Gegenstände benutzt es jetzt den Zangengriff (dabei ist der Zeigefinger gekrümmt).

Ich kann (an einer Hand oder manchmal schon alleine) laufen

Mit zwölf Monaten gelingt des dem Kleinkind immer besser, an einer Hand zu gehen. Manche Kinder lernen nun bereits, alleine zu laufen. Manche Kinder diesen Alters rutschen aber auch sitzend durch die Wohnung und sind mit dieser Fortbewegungsart noch eine Weile ganz zufrieden.

Quelle: Dr. Heinz Krombholz, Staatsinstitut für Frühpädagogik (IFP), überarbeitete  Version eines Beitrages aus: Deutscher Familienverband (Hrsg.): Handbuch Elternbildung. Band 1. Opladen: Leske + Budrich 1999, S. 533-557 

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