Gesundheitsschädigend oder nicht?

Daumen lutschen

Kieferorthopäden betonen gerne die Gefahren des Daumenlutschens. Doch das Nuckeln am Däumchen erfüllt vielerlei natürliche Bedürfnisse von Kindern. Wann ist diese Angewohnheit harmlos und wann wird sie schädlich?

von Simone Kanter
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Maedchen Daumen Lutschen
Foto: © iStockphoto.com / binabina

Warum lutschen Babys am Daumen?

"K o n r a d !" sprach die Frau Mama,
"Ich geh' aus und du bleibst da.
Sei hübsch ordentlich und fromm,
Bis nach Haus ich wieder komm'.
Und vor allem, Konrad hör' !
Lutsche nicht am Daumen mehr;
Denn der Schneider mit der Scher'
Kommt sonst ganz geschwind daher,
Und die Daumen schneidet er
Ab, als ob Papier es wär'."
(Die Geschichte vom Daumenlutscher, Heinrich Hoffmann)

Warum lutschen Babys am Daumen?

Wenn der winzige Daumen des Sprösslings zum größten Freund und Vertrauten wird, müssen Eltern nicht sofort in Alarmbereitschaft verfallen, doch ihre Wachsamkeit sollten sie nicht verlieren.

Schon im Säuglingsalter machen wir die Erfahrung, dass das Nuckeln an der Mutterbrust ein süßes Glück bedeutet. Dabei geht es nicht allein um Nahrungsaufnahme, ebenso wichtig ist das damit verbundene Erlebnis von Geborgenheit, Ruhe, Nähe oder auch der empfundene Trost. Die Erkenntnis, geliebt und umsorgt zu werden, bringt das Kind auf den Weg, Vertrauen in seine Umgebung zu entwickeln.

Das Daumenlutschen stillt nicht nur das angeborene und natürliche Saugbedürfnis des Babys, es befriedigt außerdem das Verlangen nach den genannten Emotionen. Fehlt der Mutter zum Beispiel gerade die Zeit, mit ihrem Kind zu schmusen, kommt der Daumen gerade recht. Einigen Kindern genügt der Schnuller, andere entdecken, dass ihr kleiner Daumen ein ständiger Begleiter, dass er jederzeit und überall greifbar ist.

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