Experten warnen

Monitor kein Schutz vor Säuglingstod

Zum Schutz vor dem plötzlichen Säuglingstod wünschen immer mehr Eltern die nächtliche Monitorüberwachung ihres Kindes. Spezialisten für Säuglingsmedizin halten dies jedoch für den falschen Weg.

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Monitoring gaukelt falsche Sicherheit vor

Baby Junge schlafend
Foto: © iStockphoto.com / bluehill75

Ein Überwachungsmonitor schützt nicht vor dem plötzlichen Säuglingstod. Eltern eines gesunden Kindes sollten vielmehr darauf achten, dass das Baby beim Schlafen auf dem Rücken liegt und dass es vor Überwärmung geschützt ist, indem möglichst statt Kissen oder Decken ein Schlafsack benutzt wird. Vor allem aber sollte in der Schwangerschaft und später in Gegenwart des Kindes nicht geraucht werden. Diese Empfehlungen legen die im Neonatologischen Arbeitskreis Münsterland/Emsland zusammengeschlossenen Neugeborenen-Mediziner und Kinderärzte allen jungen Eltern nachdrücklich ans Herz. Das so genannte Heim-Monitoring empfehlen sie dagegen nur zur Vorbeugung bei kranken oder auffälligen Kindern oder in solchen Fällen, in denen bereits ein Geschwisterkind am plötzlichen Säuglingstod verstorben ist.

Anlass für die Empfehlung zum Monitoring war die Tatsache, dass diese Methode der Überwachung ihres schlafenden Babys von Eltern immer wieder gefordert wird. Nach Ansicht der Kinderärztinnen und Kinderärzte gaukelt ein solcher Monitor bei gesunden Kindern jedoch falsche Sicherheit vor. Um dem plötzlichen Säuglingstod vorzubeugen, sei es viel wichtiger, die Eltern immer wieder mit allem Nachdruck auf die bekannten Risikofaktoren hinzuweisen.

Um die jungen Mütter und Väter auf Risiken und Präventivmaßnahmen hinzuweisen, legen die Mitglieder des Neonatologischen Arbeitskreises den Vorsorgeheften der Neugeborenen regelmäßig ein Faltblatt mit Hinweisen zur Vermeidung des plötzlichen Säuglingstodes bei. Ganz besonders liegt es den Neugeborenen-Medizinern am Herzen, dass die Eltern nicht rauchen. Und zwar sollten sie im Interesse ihrer Kinder das Rauchen gänzlich einstellen, wie Prof. Dr. Erik Harms, Direktor der Universitäts-Kinderklinik Münster, und die für den Bereich Früh- und Neugeborenenmedizin zuständige Oberärztin Dr. Isabell Hörnig-Franz betonen. Bereits zu Beginn der Schwangerschaft sollte die Mutter keine einzige Zigarette mehr anstecken. Dann habe sie die gleichen Aussichten auf ein normalgewichtiges gesundes Kind wie eine nichtrauchende Schwangere.(idw)

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