Kuhmilch-Allergie

Wenn Kinder keine Milch vertragen

Wenn dein Kind an einer Kuhmilch-Allergie leidet, sind Alternativen gefragt, jedoch nicht leicht zu finden. Denn Behandlungsmöglichkeiten gibt es nicht. Sojamilch ist kein empfehlenswerter Ersatz, da sie zu wenige Nährstoffe enthält und ebenfalls häufig Allergien auslöst.

Autor: Andrea Grüten
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Was tun bei Kuhmilch-Eiweißallergie?

Kind Kuhmilch Allergie
Foto: © colourbox

Ein Säugling erbricht ständig, hat Durchfall, Ekzeme oder Juckreiz. Die Eltern sind ratlos, bis ein Arzt feststellt, der Kleine reagiert auf Milch allergisch. Nun ist zwar die Ursache gefunden, aber wie geht es weiter? Denn schließlich ist Milch unverzichtbar für die optimale Entwicklung von Kindern.

Häufigste Allergie bei Säuglingen

Die Kuhmilch-Eiweißallergie ist die häufigste im Säuglingsalter: 42 Prozent aller durch Lebensmittel ausgelösten Allergien werden durch die in der Milch enthaltenen Eiweiße (ß-Lactoglobulin, a-Lactalbumin und Casein) verursacht. Sie bewirken neben den oben genannten Symptomen auch Nesselsucht.

Problematisch sind außerdem Lebensmittel, die Milch, Butter, Molke, Käse oder Bestandteile der Milch enthalten. Die einzige Möglichkeit: All diese Produkte meiden. "Das größte Problem dabei ist aber die fehlende Calcium-Versorgung", so Prof. Dr. Gerhard Schöch. "Milch ist nun einmal da der größte Lieferant", erinnert das DGE-Präsidiumsmitglied. Deshalb warnt der Leiter des Forschungsinstitutes für Kinderernährung: "Streichen Sie Milch nicht aus einem Verdacht heraus vom Speiseplan. Das ist unverantwortlich dem Kind gegenüber."

Milch zu meiden ist schwer

Milch ist ein Grundnahrungsmittel und Milcheiweiße kommen in vielen Lebensmitteln vor. "Deshalb ist es auch schwer, sie ganz in der Ernährung zu vermeiden", weiß Prof. Schöch. Hat der Arzt aber definitiv eine Kuhmilch-Eiweißallergie festgestellt, müssen Möglichkeiten gefunden werden, die Kuhmilch auf dem täglichen Ernährungsplan angemessen zu ersetzen.

Die beste Ernährung für den Säugling ist die Muttermilch. Wird dieser nicht mehr gestillt, gibt es für Allergiker Spezialnahrungen auf Basis von hochgradig gespaltenem Kuhmilcheiweiß (hydrolysiert) oder auf Basis von kuhmilchfreien, non-allergenen Aminosäuren.

Auf eine weitere Alternative - Nahrung auf Sojabasis - reagieren nach Erfahrungen von Schöch 50 Prozent der betroffenen Säuglinge ebenfalls allergisch. Daher sind bei Ersatznahrung die Spezialnahrungen die erste Wahl.

Tipps der Ernährungsexperten für Eltern

  • Stille dein Kind möglichst mindestens vier Monate lang voll.
  • Wähle als Muttermilch-Ersatz eine Spezialnahrung nach Empfehlung des Kinderarztes.
  • Das "Studium" der Zutaten von Gläschen-Nahrung sowie sämtlichen Lebensmittelpackungen muss für die Eltern selbstverständlich werden. Meide Lebensmittel mit Bestandteilen wie Milch, Milcheiweiß, Molke oder Lactoglobulin.
  • Frage im Zweifelsfall bei unverpackten Lebensmitteln wie Brot oder Wurst den Bäcker oder Metzger nach Zutaten aus Milch.
  • Biete deinem Kind bevorzugt calciumreiches Gemüse zur Verbesserung der Versorgung an.
  • Gib deinem Sprössling calciumreiches Mineralwasser (mindestens 150 mg Calcium pro Liter).
  • Zudem können Fruchtsäfte, die mit Calcium angereichert sind, die Zufuhr ergänzen.

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