Babys und Kleinkinder

Jedes Kind kann schlafen lernen?

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"Behandlungsplan" nach Prof. Ferber

In ihrem erfolgreichen Buch "Jedes Kind kann schlafen lernen" empfehlen die Diplom-Psychologin Annette Kast-Zahn und der Kinderarzt Dr. Hartmut Morgenroth einen Behandlungsplan für Schlafprobleme, den der Kinderarzt Professor Richard Ferber an einem Schlafzentrum in Boston entwickelt hat. Die Methode beinhaltet, nach einer ruhigen Abendphase das müde Kind wach und ohne weitere Einschlafhilfen in sein Bett zu legen und das Zimmer zu verlassen. Auf eventuelles Schreien des Kindes wird in genau bestimmten Zeitabständen, die sich von anfangs drei Minuten bis zu maximal zehn Minuten steigern, reagiert. Die Eltern oder ein Elternteil gehen für höchstens ein bis zwei Minuten zum Kind zurück und sprechen ihm beruhigend zu. Dabei wird vermieden, es nochmals aus dem Bett zu nehmen oder Hilfsmittel - wie Fläschchen oder Schnuller - zu geben. Dann verlassen sie das Zimmer wieder und lassen das Kind von Neuem einige Minuten alleine.

Grundlage dieser Methode ist die Annahme, dass der kindliche Schlaf zum einen durch ungünstige Einschlafgewohnheiten gestört sein könne. Diese bestehen zum Beispiel darin, das Kind an der Brust oder durch Herumtragen zum Einschlafen zu bringen. Wacht es dann nach einer bestimmten Schlafdauer auf (und das geschieht mehrmals die Nacht, um zu zu überprüfen, dass alles in Ordnung ist), findet es sich nicht mehr in der gleichen Situation vor, wie beim Einschlafen, und reagiert mit Verunsicherung und Weinen.

Zum anderen glauben die Autoren, das Kind "verlerne" durch die Ferbersche Methode sozusagen das Schreien, weil es durch sein Weinen nicht mehr die gewünschte Einschlafhilfe erreiche. Denn sein Schreien werde nicht mehr "belohnt", sondern das Kind mache die Erfahrung, dass Mutter und Vater es zwar nicht verlassen, aber stets nur kurz ins Zimmer kommen, um es zu trösten. Auf diese Weise lerne es, alleine und ohne Hilfsmittel einzuschlafen.

Die Autoren wollen diese Methode deutlich davon unterschieden wissen, ein Kind einfach schreien zu lassen. Ein Kind einen unbegrenzten Zeitraum schreien zu lassen, führe zu Trennungsangst und Verlassenheitsängsten, denen das Kind noch nicht gewachsen ist.

Das hier beschriebene Ein- und Durchschlafprogramm ist nach Ansicht der Autoren für Kinder ab dem siebten Lebensmonat geeignet: "Alle gesunden Babys, die mindestens sechs Monate alt sind, können durchschlafen", heißt es im ersten Kapitel. Mit dem vorgestellten Programm lerne es dies innerhalb von drei Tagen bis höchstens zwei Wochen.