Babys und Kleinkinder

Jedes Kind kann schlafen lernen?

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Einschlafhilfen, die auf der Ferber-Methode basieren

Auch Kast-Zahn und Morgenroth weisen in "Jedes Kind kann schlafen lernen" darauf hin, dass grundsätzlich jede Einschlafhilfe, häufiges nächtliches Stillen, Herumtragen oder Schlafen im Elternbett völlig in Ordnung sind, solange die ganze Familie sich damit wohlfühlt. Ein- und Durchschlafprogramme wie die Ferber-Methode sind in erster Linie als Notlösungen dafür gedacht, wenn Eltern durch die Schlafgewohnheiten ihrer Sprösslinge einen Grad der Erschöpfung erreicht haben, der nicht mehr erträglich ist.

Für Rat suchende Eltern gibt es inzwischen verschiedene, von der Ferber-Methode ausgehende, aber leicht abgeänderte Schlafprogramme, wie zum Beispiel die "Freiburger Sanduhr-Methode" oder die "Tweddle-Methode". Die Freiburger Sanduhr-Methode, nachzulesen in Ulrich Rabenschlags Buch "So finden Kinder ihren Schlaf", wird erst bei Kindern ab zwölf Monaten angewandt und zwar nur bei Kindern, "die tagsüber bereits über ausreichende Fähigkeiten verfügen, sich von ihren Müttern zu trennen". Es arbeitet mit kürzeren Wartezeiten außerhalb des Kinderzimmers und etwas längerer Verweildauer im Kinderzimmer und gibt Eltern eine Sanduhr in die Hand, die das Verstreichen der Zeit sichtbarer und die Wartezeiten, während das Kind schreit, erträglicher machen soll.

Die im australischen Melbourne entwickelte Tweddle-Methode, nachzulesen in "Jedes Kind will schlafen" von Cummings, Houghton und Williams, unterscheidet deutlich nach den verschiedenen Altersstufen des Kindes. So werden als Schlafhilfen während der ersten sechs Monate Informationen geboten, wie man die Müdigkeitsanzeichen des Babys besser wahrnehmen lernt, Ruhephasen gestaltet und dem Baby schließlich mit Hilfe von Beruhigungstechniken behilflich ist. Für Babys über sechs Monate wird, wenn nötig, zusätzlich "modifiziertes kontrolliertes Trösten" empfohlen, bei dem die Wartezeiten außerhalb des Kinderzimmers etwas kürzer sind und das Kind während der Zeiten im Kinderzimmer mit den Entspannungstechniken dabei unterstützt wird, sich zu beruhigen. Erst nach zwölf Monaten wird das "kontrollierte Trösten" empfohlen – mit schneller gesteigerten Wartezeiten außerhalb des Kinderschlafzimmers und weniger und kürzerer körperlicher Zuwendung durch die Eltern, wenn sie ins Zimmer zurückkehren, um das Kind zu trösten.