Doppeltes Baby-Glück
Leben mit Zwillingen: So klappt es!
Baby-Glück im Doppelpack sieht süß aus. Andererseits sind Zwillinge aber auch eine große Herausforderung. Wie es Zwillingseltern gelingt, mit zweifachem Hunger, zwei vollen Windeln oder zwei Babyschalen am Arm durchs Leben zu kommen, lesen Sie in diesem Artikel.
Zwillinge: Double trouble und doppeltes Glück?
Am Anfang ist die Anteilnahme groß: Es werden Zwillinge! Verwandte, Freunde und Kollegen diskutieren eifrig über zwei zusammen passende Kindernamen, zitieren aus Erich Kästners "Das doppelte Lottchen" und stoßen beim ersten Blick auf die schnuckeligen Neugeborenen entzückte Schreie aus.
Doch schon ein paar Wochen nach der Geburt legt sich die Aufregung. Jetzt erkundigt sich kaum noch jemand, wie sich denn der Alltag mit Zwillingen so gestaltet. Die Hebamme und die von der Krankenkasse bezahlte Haushaltshilfe kommen längst nicht mehr. Die Zwillingseltern sind auf sich allein gestellt. Und wie geht's dann weiter? Wir haben routinierte Zwillingsmütter befragt, wie sie das erste Jahr „Double Trouble“ ohne Nervenzusammenbruch überstanden haben.
Zwillinge im Alltag: Unsanfte Landung auf dem Boden der Tatsachen
Erstaunliche Erkenntnis: Vor der Geburt sind die Befürchtungen bezüglich des Alltags mit zwei Babys oft noch gar nicht so groß. Viele Frauen verdrängen im Rausch der Vorfreude jeden zweifelnden Gedanken. Zwillingsratgeber legen sie genervt beiseite – viel zu problemorientiert! Doch spätestens, wenn nach den ersten Wochen mit Babydoppelpack die Kraftreserven aufgebraucht sind und das Wunder der Geburt zur Erinnerung verblasst ist, landen sie unsanft auf dem Boden der Tatsachen. Selbst Pascale (41), Mutter von vierjährigen Zwillingen aus Berlin, blieb ein Tiefpunkt nicht erspart, obwohl ihre Brüder ebenfalls Zwillinge sind und ihre eigene Mutter ihr zahlreiche Tipps mit auf den Weg geben konnte: „Ganz am Anfang war es hart, dass mein Leben hauptsächlich aus Stillen, Füttern und Wickeln bestand. Meine Kinder waren unersättlich. Immer wollte eins von beiden irgendwas von mir.“ Live-Eindrücke sind für werdende Mehrlingseltern immer noch die beste Vorbeugung gegen den Realitätsschock. Nicht umsonst gibt gerade Birgit (38) aus Berlin zu Protokoll, dass es zu Hause schon bald nach der Geburt wieder relativ harmonisch zugegangen sei, obwohl sie neben ihren heute vierjährigen Zwillingen noch einen zwei Jahre älteren Sohn zu versorgen hatte: „Wir waren gut vorbereitet, denn wir hatten verschiedene Ratgeber gelesen. Außerdem war meine beste Freundin bereits Mutter von einjährigen Zwillingen, was uns einen gewissen Einblick verschaffte.“
Leben mit Zwillingen macht kreativ
Zum Glück bleibt im Rahmen des Dauereinsatzes als Zwillingsmutter kaum Zeit für negative Gedanken. Mit zwei Babys gibt es keine Phasen des Leerlaufs und der Langeweile. Es gibt immer etwas zu tun. Und so wachsen Zwillingsmütter durch die unvermeidliche tägliche Übung in ihre Aufgabe hinein. Sie stellen erleichtert fest, dass sich manche Befürchtungen nicht bewahrheitet haben. So erzählt Birgit, die inzwischen wieder als Lehrerin arbeitet: „Wir hatten große Sorgen, ob wir zwei vor Hunger schreiende Babys gleichzeitig schnell genug füttern könnten. Das war totaler Quatsch, in der Regel schrie immer nur einer.“ Während die Routinen für die Mehrlingseltern bald zur Selbstverständlichkeit geworden sind, staunen die Gäste Bauklötze über ihren souveränen Umgang mit den beiden Babys. Schneller ist es mit dem Geheimtipp von Agy (31) aus Zwickau soweit, die eine zwölfjährige Tochter und achtjährige Zwillingsjungs hat: „Lasst euch nicht stressen! Immer schön eins nach dem anderen erledigen. Und wenn ihr Besuch bekommt, gebt ihr ihm gleich was zu tun: einkaufen gehen zum Beispiel!“




