Fortsetzung von Danas Geschichte

Mein erstes Jahr mit Wunschkind

Im Artikel "Mein langer Weg zum Wunschkind" schilderte Dana S. ihre Odyssee, bis sie endlich ihr erstes Baby im Arm halten konnte. Aus Anlass des ersten Geburtstages ihres Wunschkinds erzählt sie hier von ihren "gefühlsintensiven" ersten zwölf Monaten mit ihrer Tochter.

Autor: Dana Sauer*
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"Mein langer Weg zum Wunschkind": Wie es weiterging

Dana Sauer erstes Jahr
Foto: © D. Sauer

Im urbia-Artikel "Mein langer Weg zum Wunschkind" erzählte Dana Sauer* von der Odyssee, die sie durchmachen musste, bevor sie endlich ihr erstes Baby im Arm halten konnte. Viele urbia-Mütter haben seither an Danas Geschichte Anteil genommen und sich mitgefreut, dass ihr Kinderwunsch schließlich doch in Erfüllung ging.

Am 11. Februar 2009 wurde Baby Johanna (Foto) ein Jahr alt. Für urbia erzählte Dana Sauer aus diesem Anlass von ihren "gefühlsintensiven" ersten zwölf Monaten mit ihrem Wunschkind:

Es geht so schnell vorbei

Als ich schwanger war, wurde mir ein Satz sehr oft gesagt: Genieße das eine Jahr zu Hause mit dem Baby - die Zeit geht so schnell vorbei und die Kleinen werden so schnell groß. Und was soll ich sagen, sie hatten alle Recht. Johanna wird nun ein Jahr alt und ich frage mich, wo diese ersten Monate geblieben sind. Aber eins ist gewiss: Sie waren aufregend, spannend, intensiv und anstrengend.

Am liebsten immer nur ansehen

Als wir aus dem Krankenhaus nach Hause kamen, war alles irgendwie unwirklich. Jetzt lag da UNSER kleines Mädchen, auf das wir so lange gewartet hatten. So klein, so winzig und so hilflos. Nun waren wir Eltern und verantwortlich für einen kleinen Menschen. Auf diese Situation kann man sich eigentlich nicht vorbereiten - die Gefühle sind unbeschreiblich.

Das Stillen klappte trotz des Notkaiserschnitts zum Glück ohne Probleme. Und Jo trank wie ein Weltmeister. Ich hatte mir während der Schwangerschaft gar keine Gedanken darüber gemacht, dass es auch Schwierigkeiten mit dem Stillen geben könnte. Ich denke, diese Unbefangenheit half mir. Zum Glück schrie sie kaum und so fiel uns das Aneinander-Gewöhnen recht leicht. Die ersten Wochen bestanden aus Stillen, Wickeln, Spazieren gehen und Schmusen. Ich hätte sie ununterbrochen nur anschauen können.

Kleines Wesen hellwach

Es stellte sich allerdings schnell heraus, dass unsere Maus nix vom Schlafen hielt - man könnte ja etwas verpassen. Tagsüber schlief sie maximal zwei Stunden und nachts war alle zwei Stunden „Alarm“. Von anderen Mamis hörte ich nur von ständig schlafenden Babies. Das machte mich schon neidisch. Im zweiten und dritten Monat schlief sie zwischenzeitlich sechs Stunden am Stück und wir berichteten allen: „Sie schläft schon durch“. Da wussten wir noch nicht, dass das die letzen Wochen waren, die wir einigermaßen schlafen konnten.

Ich habe mich dann bei einem PeKip-Kurs angemeldet. Mit sieben anderen Mamis trafen wir uns jeweils einmal in der Woche und die Kursleiterin zeigte uns spielerisch, wie wir unsere Babies fördern können, bzw. klärte uns auf, welche Entwicklungsstufen die Kleinen gerade bewältigen. Sehr hilfreich war für mich, sich austauschen zu können und zu sehen, wie die anderen Zwerge sich entwickeln. In dem Kurs stellte ich auch fest, dass Jo in ihrer Entwicklung sehr schnell vorankam und alles sehr zeitig anfing. Sie entdeckte relativ früh ihre Hände und konnte mit zwei Monaten Gegenstände greifen; sie drehte sich vom Rücken zum Bauch mit drei Monaten; sie zog sich mit vier Monaten an den Fingern vom Liegen in den Stand. Das war alles toll zu sehen und man ist sehr stolz auf diese schnellen Fortschritte. Aber ich denke, dass diese schnelle Entwicklung "schuld" an ihrem schlechten und nervösen Schlafverhalten ist. Ich habe bis heute nicht eine Nacht durchschlafen können!

Schreien lassen? Nichts für mich

Und das bringt mich zum vieldiskutierten Thema „Baby schreien lassen“. Gerade beim PeKip-Kurs haben wir uns alle oft über das Schlafverhalten der Kinder unterhalten. Ich war mit meiner kleiner Johanna schon ein wenig besonders. Klar hatten alle ihre eigenen Probleme, aber sie konnten meistens irgendwann durchschlafen. Johanna wollte auch nachts meine Nähe oder sie war ab fünf Uhr morgens putzmunter - gähn! Von vielen bekam ich als Tip, mein Kind auch mal schreien zu lassen und nicht immer sofort ins Kinderzimmer zu gehen. Aber ganz ehrlich, ich habe es nicht übers Herz gebracht und halte auch nicht allzu viel von dieser These. Ich denke, wenn das Kind so alt ist, dass man ihm erklären kann - die Eltern sind in der Nähe und es brauch keine Angst zu haben - dann kann man auch "erzieherische Massnahmen" bezüglich der Nachtruhe anwenden. Aber ich glaube, bei keinem anderen Thema wie bei diesem gehen die Meinung so weit auseinander. Mich beruhigt bei dieser Thematik, dass Jo tagsüber extrem ausgeglichen ist und eigentlich nie weint. Dies bestätigt mich darin, dass es ihr an sich sehr gut geht und sie den Start ins Leben gut verarbeitet hat.

Abstillen: Will Mama mich vergiften?

Lustig war auch unsere "Odyssee", Jo an die Flasche zu gewöhnen. Ab dem sechsten Monat wollte ich ganz ganz langsam mit dem Abstillen beginnen und sie an die Flasche gewöhnen. Aber so eine Nuckelflasche ist natürlich nicht so schön warm und kuschelig wie Mamas Schoß. Jeden Tag versuchte ich mein Glück, machte zwischendurch auch mal eine Woche Pause. Aber sie schaute mich an, als wenn ich sie vergiften wollte. Aber eines Morgens – nach zwei Monaten erfolgloser Versuche - hat sie, als wenn es das Selbstverständlichste auf der Welt wäre, eine ganze Flasche verputzt. Und so konnte ich zum Ende ihres achten Lebensmonats abstillen.

Wenn ich jetzt Mamas sehe, die ihre Babies stillen, kommt schon etwas Wehmut auf. Diese Nähe zum Kind und die Zeit der Zweisamkeit waren wunderschön. Aber den Körper wieder „nur für mich“ zu haben, war dann auch wieder schön.


Das kommt bestimmt von den Zähnen

Jede „Frischmama“ kennt bestimmt auch den Satz: „Ach, der Kleine bekommt bestimmt gerade Zähne“. Bei diesem Satz musste ich immer schmunzeln. Bei jedem Wehwehchen der Kleinen wird dies als logische Erklärung empfunden. Johanna hätte demnach schon ab dem ersten Lebenstag zahnen müssen und hätte mittlerweile eine Riesengebiss. Sie hat eigentlich von Anfang an viel gesabbert und hatte ständig ihre Hände im Mund - klare Anzeichen fürs Zahnen. Aber damit ließ sich unsere Maus Zeit. Viele Mamies erzählten bereits ganz aufgeregt von den ersten Zähnen und ich dachte schon, unsere Maus, wird wohl ohne Zähne erwachsen werden. Ende des neunten Monats wollte sie gerade meinen Finger verspeisen, da merkte ich etwas Scharfes in ihrem Mund. Ich bin richtig erschrocken (hatte ja die "Zahngeschichte" schon abgeschrieben). Plötzlich waren da Zähne - und nicht wie bei fast allen Babys unten - sondern oben UND gleich zwei auf einmal. Ein paar Tage später kamen wieder zwei unten. Erst ewig keine und dann gleich vier Zähne auf einmal, und das Ganze ohne Weinen oder Schmerzen, toll!

Baby Superstar

Bemerkenswert empfand ich, dass ein Baby eine extreme „Außenwirkung“ hat. Johannas Großeltern zum Beispiel habe ich noch nie so oft lachen sehen, wie in diesem Jahr mit Jo. Oder wenn Johanna beim Einkaufen wildfremde Menschen anlacht und sie so lange anschaut, bis sie lachen müssen. Unsere Nachbarn, mit denen wir bis zur Geburt keinen Kontakt hatten, schrieben uns eine Glückwunschkarte und grüßen uns seitdem ganz herzlich. Das macht mich sehr glücklich und ich bin erstaunt, welche Wirkung ein Kinderlächeln hat.

Überhaupt ist dieses Jahr das gefühlsintensivste meines bisherigen Lebens. Es ist eine Mischung aus bedingungsloser Liebe zum Kind, Freude, Glück und Euphorie. Aber auch Angst, Sorge, Dauermüdigkeit und Erschöpfung gehören dazu. Die Prioritäten und Gedanken haben sich völlig verschoben - ich bin der Meinung, sie sind auch „gesünder“ geworden. Man hat gar keine Zeit sich ständig über sich selbst und alles und jedes Gedanken zu machen, weil das Kind einen einfach vollständig einnimmt. Man nutzt die wenige Zeit, die man hat, effektiv (zumindest versucht man es). Besonders die Zeit zu Dritt ist wunderschön. Die Freude in den Augen meines Manne zu sehen, und ihn zu erleben, wie er sich – sonst eher zurückhaltend beim „Gefühlezeigen“- so liebevoll und aufopferungsvoll um seine Tochter kümmert, ist rührend. Jo hat natürlich schon längst rausbekommen, dass man mit Papa immer ganz dolle toben kann. Und wenn Mama sagt: "So, ihr zwei, jetzt aber mal etwas ruhiger, gleich ist Schlafenszeit", Papa immer noch mehr Faxen macht und sie aus dem Gaggern gar nicht mehr rauskommt. Genau in diesen Momenten wird mir immer bewusst: Alle Strapazen haben sich gelohnt und werden sich in Zukunft lohnen!

Nun wird Jo am 11. Februar 09 ein Jahr alt und fängt pünktlich zu ihrem Geburtstag gerade an zu laufen. Sie möchte bestimmt ihren Gästen zum Geburtstag alleine die Tür aufmachen. Wir werden im ganzen Haus Luftballons aufhängen und ihr natürlich ein Kuchen backen mit EINER Kerze darauf. Zum Kaffee kommen die engsten Familienmitglieder und Freunde. Und mit ihren "Babyfreunden" werde ich dann am folgenden Wochenende schwimmen gehen.

Ich wünsche allen Mamas eine wunderschöne Zeit mit ihren Kleinen. Und allen Schwangeren wünsche ich eine wunderschöne Geburt und viel Vorfreude auf das bevorstehende Großereignis. Und allen Frauen mit Kinderwunsch drücke ich von Herzen die Daumen, dass der Schwangerschaftstest bald zwei Linien zeigt.

* Name von der Redaktion geändert

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