Trage, Tragetuch und Tragesack
Tragehilfen: Babys würden "trag mich" sagen
Eltern, die auf ihren Instinkt vertrauen, wissen längst: Babys wollen getragen werden. Was für das Tragen spricht und was Sie beim Kauf einer Tragehilfe beachten sollten, lesen Sie hier.
Babys wollen getragen werden
"Still mich!" und "trag mich!" wären sicher die zwei am häufigsten geäußerten Bitten von Babys, wenn sie bereits sprechen könnten. Frisch gebackene Mütter und Väter haben häufig das Gefühl, rein gar nichts mehr in Ruhe tun zu können, weil ihr Baby nahezu jedes Abgelegt-Werden mit lautstarkem Protest quittiert. Sehr entspannend kann es da für alle Seiten wirken, dem großen Bedürfnis nach Geborgenheit eines Säuglings in den ersten Wochen und Monaten schlicht und einfach Rechnung zu tragen und ihm den Körperkontakt zu gewähren, den er braucht. Da nicht alles im Haushalt mit einer Hand erledigt werden kann, stellen Tragehilfen eine gute Alternative dar: Mit Tuch oder Tragesack haben Eltern ihre Hände frei, Babys fühlen sich sicher und geborgen und unterwegs können einen weder Treppenstufen oder hohe Einstiege in Bahn und Bus, noch hubbelige Waldwege oder der Gang über den Sandstrand schrecken.
Früher vielfach geäußerte Bedenken, ein frühes Tragen des Säuglings in aufrechter Körperhaltung würde zu Schäden an dessen Wirbelsäule führen oder das Baby "verwöhnen", sind inzwischen ebenso widerlegt wie die Befürchtung, das Baby würde im Tuch oder Sack nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt.
Eine Meldung sorgt für Wirbel
Für große Verunsicherung hatte vor einigen Jahren eine Meldung gesorgt, die auf einen Vortrag von Dr. Uwe Göring zurückging. Der Mediziner hatte das Tragen von Babys als nur in Afrika und Südamerika zum Zwecke der Feldarbeit sinnvoll bezeichnet. Außerdem setzte er die These in die Welt, das Kind stoße durch den anderen Gang und das Schuhwerk europäischer Frauen bei jedem Schritt auf die Wirbelsäule und erleide "Mikrotraumen an den Bandscheiben". Diese Äußerungen sorgten zwar für einigen Wirbel und tauchen auf verschlungenen Wegen immer wieder auf, ohne jedoch jemals eine wissenschaftliche Untermauerung oder die Zustimmung anderer Mediziner erfahren zu haben.

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